So, back from hell...

Nee, Scherz, ich bin zwar total froh, wieder daheim zu sein, aber es liegen vier supergeile Wochen hinter mir.
Mich nach 4 Wochen wieder im Forum einzulesen ist mir zur Zeit leider nicht möglich, ich habe zwar begonnen aber das wird mir zu viel Zeitaufwand, den ich momentan nicht aufbringen kann. Eigentlich sollte ich auch diesen Bericht nicht jetzt schreiben, aber was soll’s… Ich werde also ab jetzt wieder mehr oder weniger ins Forengeschehen einsteigen.
Hier also dann mein Bericht:
Die ersten 2-3 Tage waren gähnend langweilig. Da gab es mal ein Terminchen hier und mal eins dort, aber letztendlich hat man kaum etwas gemacht und die Gruppenstunden waren ja auch „nur“ Anatomieunterricht (was ich nicht kritisieren will, da es notwendig und meistens auch interessant ist).
Außerdem kennt man ja als Neuling (also Nicht-Wiederholer) noch niemanden und langweilt sich echt die ersten Tage total, weil man einfach nichts zu tun hat.

Aber nach wenigen Tagen habe ich dann Leute gefunden, mit denen ich auch bis zum letzten Tag (quasi heute) jede freie Minute verbracht habe, und die Zeit war wirklich lustig.
Also bin ich natürlich mit gewohnter Motivation an die Übungen gegangen und abends sind wir oft in eine kleine Bar in Sobi gegangen (vielleicht sagt der Name jemandem etwas, der schon da war: „Old Train / Colorado Express / Collo“, gegenüber von Aldi) und haben uns anschließend ein Großraumtaxi bestellt, was ich sehr empfehlen kann, oder haben uns alle auf ein Zimmer verzogen (den Freizeitraum nutzten wir so gut wie nie, aber wir sind einmal mit der Klinik bzw. Elke-Maria, falls der Name jemandem etwas sagt [ich hab ein Herzchen UND einen Lollie von ihr

] nach Mainz gefahren).
Ein bisschen lächerlich fand ich persönlich ja die Korsettkontrollen, die es ab und zu beim Essen gab, eben deswegen, weil ich meine Pausen immer genau auf die Essenszeiten lege, aber na ja, man sollte sich in Bad Sobernheim daran gewöhnen, wie im Kindergarten behandelt zu werden, denn sonst trifft einen womöglich noch ein Blitz…
In den darauffolgenden 3 Wochen haben wir ziemlich viele Therapeuten kennen gelernt und man hat schon sehr deutlich gemerkt, dass die Schwerpunkte sehr stark vom Therapeuten abhängen, sowohl was Korrekturen bei der Ausführung der Übungen betrifft, als auch in Sachen Gestaltung der Gruppenstunden. Das finde ich nicht so wirklich gut, da man ja schon einheitliche Standards einhalten sollte, aber besonders krass „unschrothig“ hat sich ja kein Therapeut gezeigt…
Ach ja, vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen alten Sobernheimer: Zu Beginn meiner dritten Woche hat sich der Therapeut Lothar verabschiedet, der ja in der Klinik höchste Beliebtheit genoss.

Ich sage nur „Ich warne vor Lothar.“
Jedenfalls fand ich das Therapieprogramm immer sehr anschaulich gestaltet und besonders gut ist natürlich das Konzept der freien Übungszeit, wo man wirklich viele Freiheiten genießt und auch intensiv turnen kann. Meine Lieblingsübungen sind dabei der Muskelzylinder (im Stand) und „50x Übung Pezziball“.
Ich selber bin von der Methode Schroth nun sehr überzeugt, denn ich habe an meinem Rücken die Verbesserung jeden Tag ein bisschen mehr erspüren können, und das ist doch wirklich ein riesiger Motivator. Teilweise, insbesondere nach Übungen mit Psoas (früher Thorakolumbal genannt), war der Lendenwulst so gut wie verschwunden.

Auch die Schroth-Ausstellung im Museum in Bad Sobernheim war sehr interessant.
Mein behandelnder Arzt, Dr. El-Obeidi, ist wirklich sehr lustig, sympathisch, und soweit ich es bewerten kann auch überaus kompetent. Er hat nur meinen Rahmouni-Beutel gesehen und schon begann er zu schwärmen und befreite mich von der Korsettsprechstunde.

Schon bei der Zwischenuntersuchung stellte er Verbesserungen fest, und bei der Abschlussuntersuchung bekam ich dann die konkreten Werte:
Skoliometer:
lumbal 9-->6
thorakal 5-->3
Formetric:
Rotation von ca. 6° auf ca. 5,5°
Atemvolumen: gebessert, aber ohnehin nur geringfügig eingeschränkt
Mit den 50 Punkten, die ich im Test erreicht habe (der war ja sooo schwierig), komme ich dann durch die Verbesserung auf 80 Punkte beim Score. So viel scheint das ja nicht zu sein, aber na ja, hauptsache es hat sich verbessert!
Insgesamt bin ich also froh, mich für die Reha entschieden zu haben, und ziemlich sicher, dass ich nächstes Jahr wieder hinfahren werde, wenn die KK mitspielt, dann für 3 Wochen.
Wenn es noch Fragen gibt, dann bitte her damit!

Ansonsten freue ich mich, wieder im Forum dabei zu sein und finde bestimmt noch irgendetwas, was ich zu diesem Bericht hinzuzufügen haben werde.
Also abschließend kann ich alle beruhigen, die vorhaben hinzufahren: Wenn man die richtigen Leute kennen lernt, wird es eine super Zeit, die vor allem schnell vorbeigeht.
