80–90° und auf der Suche nach Orientierung
- Thomas
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Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
Hallo Heiker,
es ist immer schön zu lesen, wie gut ein Korsett auch gegen stärkere Schmerzen helfen kann! Und Deine regelmäßigen Schroth-Übungen helfen Dir sicher auch sehr! Mach weiter so!
Viele Grüße
Thomas
es ist immer schön zu lesen, wie gut ein Korsett auch gegen stärkere Schmerzen helfen kann! Und Deine regelmäßigen Schroth-Übungen helfen Dir sicher auch sehr! Mach weiter so!
Viele Grüße
Thomas
Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
Bisher nicht, aber ich hatte dieses Jahr eigentlich eine vor. Leider haben sich seit Anfang des Jahres meine Beschwerden noch weiter stark verschlechtert, dass ich meine Schrothübungen kaum noch ausführen kann (und alltägliche Bewebungen), ohne scharfe einschießende Schmerzen in der LWS. Ich bin mir nicht sicher, wie stark die Skiolosezentren Mobilitätseinschränkungen durch Bandscheibenprobleme in Betracht ziehen. Ich stelle mir das sehr sportfokussiert vor und bei mir steht eher erstmal die Schmerzreduzierung an oberster Stelle. Daher hatte ich überlegt erstmal eine Schmerzklinik aufzusuchen.Bernd hat geschrieben: ↑Do, 30.04.2026 - 20:19Reha in Salzungen, Sobernheim und İsny (Argentalkklinik) schon probiert? Hilft mir besser als KG Zuhause und die Ârzte kennen sich wirklich mit Skoliose aus.Amira hat geschrieben: ↑Di, 28.04.2026 - 23:55Ja, das weiß ich leider und das ist ganz sicher keine einfache Entscheidung für mich (mich graut es schon daran nur zu denken). Aber genau deswegen brauche ich einen Experten, der für meine Fall die pros und contras abwären kann. Mittlerweile ist meine Arbeitsfähigkeit gefährdet und mir gehen die Ideen aus, was ich noch tun kann. Bisher hat mir auch niemand Alternativen aufzeigen können.
Aber vielleicht ist meine Einschätzung der Skoliose-Rehas auch falsch. Wie stark sind diese denn auf PT/Schroth ausgelegt?
Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht! Darf ich dich fragen, welche Art von Schmerzen hattest du vorher hattest? Ich frage, da ich mir gut vorstellen kann, dass das Korsett gegen Muskelschmerzen hilft, da die Muskeln weniger arbeiten müssen und daher weniger krampfen und fest werden.birgit00100 hat geschrieben: ↑Di, 05.05.2026 - 11:44 Hallo,
ich bin 39 Jahre und trage seit Jänner ein Erwachsenenkorsett zur Schmerzreduktion. ich bin noch in der Eingewöhnung, aber gegen die Schmerzen hilft es mir schon. Vielleicht wäre das eine Überlegung wert für dich. Ich trag es primär zur Schmerzreduktion und um hoffentlich eine OP zu vermeiden. In Berlin hat die Firma Cctec viel Erfahrung mit der Korsettversorgung und sie machen auch Korsette für Erwachsene.
Eine Reha in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen ist sicher auch eine gute Idee.
Liebe Grüße!
Ich hab etwas Sorge, ob mir ein Korsett bei den Schmerzen bedingt durch meinen Wirbel/Bandscheiben-Abnutzungen helfen kann, diese machen für mich den Großteil des Leidendrucks aus...
Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
Danke für deine anführliche Antwort. Ich versuch erstmal deine Fragen zu beantworten:Klaus hat geschrieben: ↑Mi, 06.05.2026 - 12:48 Hallo Amira,
zur Diagnose:Dein avatare zeigt ein Röntgenbild, was sehr unterschiedliche Winkel der beiden Bögen zeigt. Eigntlich hätte man den Winkel des lumbalen Gegenbogens auch angeben müssen, um diese stark asymmetrische Skoliose in Zahlen zu verdeutlichen. Es sieht so aus, als ob es eher eine einbogige Skoliose und nicht eine S-förmige ist. Ich verstehe nicht so ganz, warum im mittleren Alter gesagt wurde:Das diesjährige Röntgenbild zeigt einen thorakalen Cobb-Winkel von ca. 80–90°. Im MRT wurde eine schwere S-förmige thorakolumbale Skoliose festgestellt .Darunter verstehe ich eine symmetrische Skoliose mit ähnlich großen Winkeln, die weniger beschwerdeanfällig ist, als eine asmmetrische.Die Ärzte, die ich sah, sagten mir immer: "Ihre Skoliose ist gut kompensiert.
Meinst Du damit den thorakalen Bogen? Wenn ja, muss das damals schon ein spezielles Korsett gewesen sein.Meine Skoliose wurde mit etwa 11 Jahren entdeckt, als mein Kinderarzt beim Abhören eine Asymmetrie der Schultern bemerkte. Die Kurve war zu dem Zeitpunkt schon recht ausgeprägt für mein Alter.
Grundsätzlich bringt es Dich jetzt nicht weiter, darüber nachzudenken. Aber es ist schon wichtig, ein wirklich gutes Korsett (individuelle Situation) konsequent möglichst lange zu tragen, über 16 Jahre hinaus.Gibt es Dinge, die ihr im Nachhinein früher getan oder gewusst hättet haben wollen?Für Erwachsene ist es mit entsprechenden Spezialisten leider schwierig geworden. Ich meine damit konservativ arbeitende Ärzte, die einschätzen können, ob eine OP zwingend nötig ist oder ob ein konservativer Versuch im indviduellen Fall mit bestimmten Ziel erfolgreich sein könnte. Hier im Forum sind das ausschließlich diejenigen, bei denen es genügend positive eingestellte Erfahrungsberichte gibt.Kennt jemand Spezialisten oder Zentren in Berlin oder im Nord-Osten von Deutschland, die Erfahrung mit schwerer Erwachsenenskoliose haben und am besten auch Zweitmeinungen oder Online-Konsultationen anbieten?
https://www.skoliose-info-forum.de/view ... =25&t=6472
In Berlin gibt es den Dr. Wilke, der leider seit einigen Jahren keine Erwachsenen Neukunden mehr behandelt. Nach den Berichten bringt der Hinweis dieser Praxis auf andere Ärzte nicht weiter.An der Krümmung der Skoliose direkt wahrscheinlich nicht, aber möglicherweise an der Struktur (Muskeln, Bänder und Sehnen). Und da kann insbesondere bei Erwachsenen das Ziel sein, durch einen Versuch die Schmerzen durch eine bestimmte (individuell unterschiedlich) Korrekturwirkung zu reduzieren. (Schmerzkorsett).Ich bin halt schon über 40, ich glaube da wird man an der Krümmung nicht viel machen können mit Korsett
Wichtig, es gibt verschiedene Korsettbauarten für verschiedene Zwecke, also nicht pauschal "ein Korsett".Na ja, wenn es um eine erfolgreiche konservative Schmerzbekämpfung geht, ist diese Abhängigkeit im Sinne der Lebensqualität sicherlich willkommen. Und wenn die Kurve ohne Korsett schlechter sein sollte, bedeutet das ja auch, dass da noch Bewegung bzw. Korrekturmöglichkeit vorhanden ist. Diese Korrektur sollte dann möglichst auch durch Schroth KG (Schroth REHA) stabilisiert werden.Arzt in der Charité......Die Kurve kann dann ohne Korsett sogar schlechter sein, man macht sich praktisch von der Stütze abhängig.
Das hätte ich jetzt auch vorgeschlagen. Mache dort einen Termin, um zu erfahren, was bei Dir noch möglich sein könnte.birgit" hat geschrieben:In Berlin hat die Firma Cctec viel Erfahrung mit der Korsettversorgung und sie machen auch Korsette für Erwachsene.
Wenn das positiv sein sollte, können die Dir wahrscheinlich sagen, welcher Arzt denn so ein Korsett rein formal verordnen würde. Das ist nämlich ein Problem, incl. Genehmigung durch Deine Krankenkasse. Normalerweise sollte ein Arzt eine Korsett-Therapie begleiten, aber es mangelt an entsprechender Kompetenz bei Erwachsenen. (Es gibt aktuell nur noch die Möglichkeit mit dem MVZ in Bad Soberheim)
Deswegen bietet sich an, dieses dem Korsettbauer zu überlassen
Es gibt die Conny von der Skoliose Hilfe Wien (birgit wohnt in Wien), die Erwachsenen rät bzw. geraten hat, CCtec aufzusuchen, auch weil dort mit der Verordnung eines Korsetts als Hilfsmittel bei Erwachsenen entsprechende Erfahrungen bzw. Einlassungen vorliegen würden.
In der Liste der Hilfsmittel sind in Deutschland nämlich nur bestimmte Korsette zugelassen, die problemlos genehmigt werden. Die sind in der Regel preiswerter, als die anderen.
Gruß
Klaus
An sich habe ich eine 3 fach Kurve. C7-T7: 52,5°, T7-L2: 85,3, L2-L5: 31.9. Ich wurde immer als kompensiert bezeichnet, da mein Kopf direkt über meiner Hüfte sitzt, also die Skoliose in keine Richtung neigt.
Ich bin mir nicht sicher, was du mit speziellen Korsett meinst. Sind nicht alle Korsetts speziell (an den individuellen Körper angepasst)? Oder meinst du etwas anderes?
Bezüglich der Arztempfehlugnen hatte ich den Thread schonmal durchsucht, aber hab dann auch festgestellt, dass Experten rar sind. Hatte gehofft, dass der Thread vllt nicht mehr ganz aktuell ist und trotzdem noch individuelle Empfehlungen kommen.
Da die Empfehlung bzgl. Korsett jetzt schon mehrfach gekommen ist, werde ich mich damit nochmal beschäftigen. Keiner meiner Ärzte hat das jemals als Option erwähnt (nachdem ich ausgewachsen war). Auch der Begriff Schmerzkorset war mir neu. Danke auch für die Info mit den Beratungsstellen!
- Klaus
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Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
Hallo Amira,
Trotzdem ist das aber schon eine Situation, die nach meiner Ansicht nicht mit einer "normalen" symmetrischen 2-bogigen Skoliose vergleichbar ist.
Wenn die verbliebene Möglichkeit mit dem MVZ Bad Sobernheim
https://www.skoliose-info-forum.de/view ... =6&t=33570
wird ja auch über weitere Möglichkeiten gesprochen. Leider muss man da in der Regel sehr weit über die eigene Region hinaus denken.
Ich kann nur den Tipp mit CCtec wiederholen, um erst einmal zu recherchieren, ob ein Korsett überhaupt in Frage kommen könnte.
Gruß
Klaus
Ok, mit diesen konkreten Zahlen wird Deine spezielle Situation deutlicher. Ich verstehe jetzt auch, warum Du insgesamt als kompensiert giltst.An sich habe ich eine 3 fach Kurve. C7-T7: 52,5°, T7-L2: 85,3, L2-L5: 31.9. Ich wurde immer als kompensiert bezeichnet, da mein Kopf direkt über meiner Hüfte sitzt, also die Skoliose in keine Richtung neigt.
Trotzdem ist das aber schon eine Situation, die nach meiner Ansicht nicht mit einer "normalen" symmetrischen 2-bogigen Skoliose vergleichbar ist.
Ich meinte damit ein Korsett, was zunächst aufgrund des Röntgenbildes (und jetzt der 3 Bögen) wohl anspruchsvoller in der Bauweise ist.Ich bin mir nicht sicher, was du mit speziellen Korsett meinst.
Leider ist der Thread aktuell. Ich bin immer auf der Suche nach Experten, die man im Sinne des Forums empfehlen kann. Nicht zu verwechseln mit individuellen Tipps.Bezüglich der Arztempfehlugnen hatte ich den Thread schonmal durchsucht, aber hab dann auch festgestellt, dass Experten rar sind. Hatte gehofft, dass der Thread vllt nicht mehr ganz aktuell ist und trotzdem noch individuelle Empfehlungen kommen.
Wenn die verbliebene Möglichkeit mit dem MVZ Bad Sobernheim
für Dich nicht in Frage kommt, gibt es schon einen individuellen Tippbirgit hat geschrieben:Was ich bis jetzt mitbekommen habe, sind viele im MVZ in Bad Sobernheim
Und im Thread "Dr Richthofen hört auf - Mögliche Alternativen"birgit hat geschrieben:Die skolidocs (Dr. Wanke-Jellinek und Dr. Krenauer) sind vielleicht auch eine Option.
https://www.skoliose-info-forum.de/view ... =6&t=33570
wird ja auch über weitere Möglichkeiten gesprochen. Leider muss man da in der Regel sehr weit über die eigene Region hinaus denken.
Ich kann nur den Tipp mit CCtec wiederholen, um erst einmal zu recherchieren, ob ein Korsett überhaupt in Frage kommen könnte.
Gruß
Klaus
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birgit00100
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Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
Ich hatte bzw. habe noch Schmerzen im ISG bzw. Kreuzbeinbereich. Zum Teil hat es ins Bein ausgestrahlt. Also definitiv nicht nur Muskelschmerzen oder Verspannungen. Bevor ich das Korsett bekommen habe, hatte ich täglich schmerzen. Ganz weg sind die schmerzen nicht, aber wenn ich jetzt schmerzen habe, hilft mir das Korsett gut dagegen.Amira hat geschrieben: ↑So, 10.05.2026 - 14:45Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht! Darf ich dich fragen, welche Art von Schmerzen hattest du vorher hattest? Ich frage, da ich mir gut vorstellen kann, dass das Korsett gegen Muskelschmerzen hilft, da die Muskeln weniger arbeiten müssen und daher weniger krampfen und fest werden.birgit00100 hat geschrieben: ↑Di, 05.05.2026 - 11:44 Hallo,
ich bin 39 Jahre und trage seit Jänner ein Erwachsenenkorsett zur Schmerzreduktion. ich bin noch in der Eingewöhnung, aber gegen die Schmerzen hilft es mir schon. Vielleicht wäre das eine Überlegung wert für dich. Ich trag es primär zur Schmerzreduktion und um hoffentlich eine OP zu vermeiden. In Berlin hat die Firma Cctec viel Erfahrung mit der Korsettversorgung und sie machen auch Korsette für Erwachsene.
Eine Reha in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen ist sicher auch eine gute Idee.
Liebe Grüße!
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Bernd
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Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
Schmerztherapie in Löwenstein har mir gar nichts gebracht. Rahmouni Korsett auch nicht. Psychosomatische Reha in der Vesalius Klinik war gut. Sobernheim und Salzungen sind sehr Schroth fixiert. Isny nicht. Argentalkklinik dürfte die beste Wahl für Dich sein.
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intothevoid
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Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
Hey, ich versuch mich auch mal an einem Erfahrungsbericht von mir und hoffe, dass er dir vielleicht den ein oder anderen erhellenden Moment oder zumindest ein bisschen Orientierung geben kann. Ich glaube nämlich, ich bin/war in einer relativ ähnlichen Lage und verstehe dich in manchen Punkten ganz gut.
Ich hatte bis vor kurzem ebenfalls eine thorakolumbale linkskonvexe Skoliose von 80°. Diese wurde am 15.06. und am 22.06.2026 jeweils operiert und ja, aufgrund der Schwere waren zwei OPs notwendig, einmal ventral und dorsal.
Der Weg dorthin: Ich bin jetzt 32 und meine Skoliose wurde im Alter von ca 13 oder 14 von einem Orthopäden festgestellt. Heute weiß ich, dass dieser wohl ein absoluter Reinfall war und ich nicht richtig bzw. besser gesagt eigentlich gar nicht behandelt wurde. Die Diagnose wurde damals mehr so "hingenommen" und aufgrund einer damals schon bestehenden durch die Skoliose (und folglich Beckenschiefstand) verursachte funktionelle Beinlängendifferenz links erhielt ich dann auch noch eine Schuherhöhung, was aus heutiger Sicht auch Unsinn und noch mehr kontraproduktiv war.
Der "Orthopäde" verordnete mir dann lediglich stinknormale Physiotherapie, von Schroth, Korsett etc, hatten meine Eltern und ich damals nichts gehört und wurde auch nicht angesprochen. Tatsächlich hab ich mich dann wie du all die Jahre überhaupt nicht mehr mit meiner Skoliose befasst und es mehr oder weniger so hingenommen, da ich auch, wie oft üblich zunächst keine Schmerzen oder wirkliche Beschwerden hatte. Ich war als Pflegefachkraft in Altenheimen und auf einer Neurologischen Frühreha tätig (kein Witz), hab Patienten transferiert etc. Ich weiß, rückblickend gesagt, nicht die beste Berufsentscheidung, arbeite auch seit drei Jahren schon nicht mehr in der Pflege. Ich habe schwere Gegenstände getragen, bei Umzügen geholfen etc, ging alles. Ich habe die Skoliose und die Schuherhöhung einfach auch gar nicht mhr hinterfragt bzw. wusste auch einfach nahezu null über meine Erkrankung.
Dann im Sommer letzten Jahres jedoch gingen die Beschwerden erstmals los: Bei längerem Stehen oder Gehen Taubheitsgefühle im linken Oberschenkel und starke LWS-Schmerzen bei Belastung. Einmal sogar so akut, dass ich nachts wach wurde vor Schmerzen. Für mich damals absolutes Neuland.
Daraufhin bin ich dann erstmals seit Jahren wieder zu o.g "Orthopäden" gegangen, der ein MRT veranlasste. Dieses zeigte dann, ähnlich wie bei dir, bereits stark ausgeprägte Spondylarthrose, fortgeschrittene Bandscheibendegeneration, Osteochondrose und Bandscheibenprotusion (daher wohl die Taubheit). Der Orthopäde meinte daraufhin bei der Auswertung mit mir allen Ernstes: "Sie haben halt 'ne sch*** Wirbelsäule, die wird immer mal wieder Probleme machen". Eine OP mache man da "auf keinen Fall" und (Achtung!) "Physiotherapie bringe nichts, das sei rausgeschmissenes Geld."
Da mir das ganze sehr spanisch vorkam und ich ernsthaft an dieser "Einschätzung zweifelte" und mich oberflächlich mit 31 Jahren abgespeist vorkam, holte ich mir eine Zweitmeinung ein. Der neue Orthopäde schüttelte daraufhin nur den Kopf und fragte mich, warum denn nie eine OP in jungen Jahren erfolgt sei. Da er wenigstens so ehrlich war und direkt sagte, dass auch er kein Skoliose-Experte ist, überwies er mich weiter in eine Klinik hier in der Nähe in die Wirbelsäulenchirurgie. Die Orthopäden dort bestätigte die Fehleinschätzung des ersten Orthopäden nur und erstmals hörte ich die Begriffe "Schroth", "Reha" etc überhaupt. Sie empfohl mir dann auch eine Klinik, die von mir aus (Saarland) am erreichbarsten ist.
Ich stellte mich also im Februar 2026 im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach (Ba-Wü) vor, wo mir aufgrund der Schwere der Skoliose und der Progredienz dringend zur OP geraten wurde. Beide OPs wurden dann (s.o) durchgeführt und verliefen komplikationslos mit sehr gutem Ergebnis.
Die Wirbelsäule konnte soweit aufgerichtet werden, dass noch eine Restkrümmung von 30° besteht, der Beckenschiefstand von 1,7 cm links wurde auf 0,5 cm korrigiert. Es befinden sich nun Titanschrauben und Stäbe in der Wirbelsäule, ebenso wurde Th8-Lw5 versteift.
Ich bin natürlich jetzt erst vier WOchen post-op und alles weitere wird sich zeigen, jedoch sind zumindest die Taubheitsgefühle schon mal direkt weg! Schmerzen habe ich natürlich noch und bin noch nicht voll beweglich, was aber vier Wochen nach den OPs natürlich normal ist. Am 23.09.2026 habe ich nochmal einen Termin zur Nachkontrolle dort im Klinikum. Ich merke, wie jeden Tag ein bisschen mehr Bewegung zurückkehrt und die Schmerzen weniger werden. Keine Sprünge, täglich kleine Schritte. Durch die Versteifung, so Ärzte und Physios wird natürlich für immer ein wenig der Beweglichkeit einbüßen, was dann eben vom Rest der Wirbelsäule und durch Kompensationsbewegungen wie Hüftbeuger etc kompensiert werden muss.
Rückblickend schaue ich auf die ganze Sache ähnlich wie du eben auch mit einer Mischung aus Frust und Wut. Ich hätte mir wahrscheinlich vieles ersparen können und man hätte jetzt nicht nur Schadensbegrenzung betreiben können, wäre ich damals schon einen kompetenten Orthopäden geraten. Beinlängendifferenz mit Übungen und Physio beheben, indem man eben die Wirbelsäule behandelt und keine Schuherhöhung, ordentliche Physio bzw. Korsett, statt zuschauen. Aber nun ist es eben so und ich muss mit klar kommen. Ich bin sehr froh, dass die OP überhaupt möglich gewesen ist, ich hatte nämlich auch schon damit gerechnet, dass man mir sagt, ich sei vielleicht schon "zu alt" und man dies in jüngeren Jahren hätte machen sollen und der Zug vielleicht schon abgefahren sei.
Ich hatte bis vor kurzem ebenfalls eine thorakolumbale linkskonvexe Skoliose von 80°. Diese wurde am 15.06. und am 22.06.2026 jeweils operiert und ja, aufgrund der Schwere waren zwei OPs notwendig, einmal ventral und dorsal.
Der Weg dorthin: Ich bin jetzt 32 und meine Skoliose wurde im Alter von ca 13 oder 14 von einem Orthopäden festgestellt. Heute weiß ich, dass dieser wohl ein absoluter Reinfall war und ich nicht richtig bzw. besser gesagt eigentlich gar nicht behandelt wurde. Die Diagnose wurde damals mehr so "hingenommen" und aufgrund einer damals schon bestehenden durch die Skoliose (und folglich Beckenschiefstand) verursachte funktionelle Beinlängendifferenz links erhielt ich dann auch noch eine Schuherhöhung, was aus heutiger Sicht auch Unsinn und noch mehr kontraproduktiv war.
Der "Orthopäde" verordnete mir dann lediglich stinknormale Physiotherapie, von Schroth, Korsett etc, hatten meine Eltern und ich damals nichts gehört und wurde auch nicht angesprochen. Tatsächlich hab ich mich dann wie du all die Jahre überhaupt nicht mehr mit meiner Skoliose befasst und es mehr oder weniger so hingenommen, da ich auch, wie oft üblich zunächst keine Schmerzen oder wirkliche Beschwerden hatte. Ich war als Pflegefachkraft in Altenheimen und auf einer Neurologischen Frühreha tätig (kein Witz), hab Patienten transferiert etc. Ich weiß, rückblickend gesagt, nicht die beste Berufsentscheidung, arbeite auch seit drei Jahren schon nicht mehr in der Pflege. Ich habe schwere Gegenstände getragen, bei Umzügen geholfen etc, ging alles. Ich habe die Skoliose und die Schuherhöhung einfach auch gar nicht mhr hinterfragt bzw. wusste auch einfach nahezu null über meine Erkrankung.
Dann im Sommer letzten Jahres jedoch gingen die Beschwerden erstmals los: Bei längerem Stehen oder Gehen Taubheitsgefühle im linken Oberschenkel und starke LWS-Schmerzen bei Belastung. Einmal sogar so akut, dass ich nachts wach wurde vor Schmerzen. Für mich damals absolutes Neuland.
Daraufhin bin ich dann erstmals seit Jahren wieder zu o.g "Orthopäden" gegangen, der ein MRT veranlasste. Dieses zeigte dann, ähnlich wie bei dir, bereits stark ausgeprägte Spondylarthrose, fortgeschrittene Bandscheibendegeneration, Osteochondrose und Bandscheibenprotusion (daher wohl die Taubheit). Der Orthopäde meinte daraufhin bei der Auswertung mit mir allen Ernstes: "Sie haben halt 'ne sch*** Wirbelsäule, die wird immer mal wieder Probleme machen". Eine OP mache man da "auf keinen Fall" und (Achtung!) "Physiotherapie bringe nichts, das sei rausgeschmissenes Geld."
Da mir das ganze sehr spanisch vorkam und ich ernsthaft an dieser "Einschätzung zweifelte" und mich oberflächlich mit 31 Jahren abgespeist vorkam, holte ich mir eine Zweitmeinung ein. Der neue Orthopäde schüttelte daraufhin nur den Kopf und fragte mich, warum denn nie eine OP in jungen Jahren erfolgt sei. Da er wenigstens so ehrlich war und direkt sagte, dass auch er kein Skoliose-Experte ist, überwies er mich weiter in eine Klinik hier in der Nähe in die Wirbelsäulenchirurgie. Die Orthopäden dort bestätigte die Fehleinschätzung des ersten Orthopäden nur und erstmals hörte ich die Begriffe "Schroth", "Reha" etc überhaupt. Sie empfohl mir dann auch eine Klinik, die von mir aus (Saarland) am erreichbarsten ist.
Ich stellte mich also im Februar 2026 im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach (Ba-Wü) vor, wo mir aufgrund der Schwere der Skoliose und der Progredienz dringend zur OP geraten wurde. Beide OPs wurden dann (s.o) durchgeführt und verliefen komplikationslos mit sehr gutem Ergebnis.
Die Wirbelsäule konnte soweit aufgerichtet werden, dass noch eine Restkrümmung von 30° besteht, der Beckenschiefstand von 1,7 cm links wurde auf 0,5 cm korrigiert. Es befinden sich nun Titanschrauben und Stäbe in der Wirbelsäule, ebenso wurde Th8-Lw5 versteift.
Ich bin natürlich jetzt erst vier WOchen post-op und alles weitere wird sich zeigen, jedoch sind zumindest die Taubheitsgefühle schon mal direkt weg! Schmerzen habe ich natürlich noch und bin noch nicht voll beweglich, was aber vier Wochen nach den OPs natürlich normal ist. Am 23.09.2026 habe ich nochmal einen Termin zur Nachkontrolle dort im Klinikum. Ich merke, wie jeden Tag ein bisschen mehr Bewegung zurückkehrt und die Schmerzen weniger werden. Keine Sprünge, täglich kleine Schritte. Durch die Versteifung, so Ärzte und Physios wird natürlich für immer ein wenig der Beweglichkeit einbüßen, was dann eben vom Rest der Wirbelsäule und durch Kompensationsbewegungen wie Hüftbeuger etc kompensiert werden muss.
Rückblickend schaue ich auf die ganze Sache ähnlich wie du eben auch mit einer Mischung aus Frust und Wut. Ich hätte mir wahrscheinlich vieles ersparen können und man hätte jetzt nicht nur Schadensbegrenzung betreiben können, wäre ich damals schon einen kompetenten Orthopäden geraten. Beinlängendifferenz mit Übungen und Physio beheben, indem man eben die Wirbelsäule behandelt und keine Schuherhöhung, ordentliche Physio bzw. Korsett, statt zuschauen. Aber nun ist es eben so und ich muss mit klar kommen. Ich bin sehr froh, dass die OP überhaupt möglich gewesen ist, ich hatte nämlich auch schon damit gerechnet, dass man mir sagt, ich sei vielleicht schon "zu alt" und man dies in jüngeren Jahren hätte machen sollen und der Zug vielleicht schon abgefahren sei.
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Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
ein Hinweis:
amira ist jetzt längere Zeit nicht mehr eingeloggt gewesen. Deswegen sollte man erst einmal abwarten, was denn aus der Suche nach einer konservativen Therapie geworden ist.
Gruß
Klaus
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Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
Hoffe, es kam zu keinem Missverständnis, ich wollte keinesfalls für eine OP "werben", sondern lediglich meine Erfahrungen teilen, da ihre und meine Geschichte mir in einigen Punkten recht ähnlich erschienen. Meine persönliche Meinung bzw. Vermutung ist, dass bei extrem Ausprägung von 80-90° eine konservative Therapie alleine wohl kaum den gewünschten Erfolg bringt, zumal die Begleiterscheinungen ja schon deutlich ausgeprägt sind. Natürlich ist der erste Weg immer der konservative, nur manchmal reicht der nicht mehr (ich habe vor meiner OP natürlich auch zuerst einige Zeit Physio gehabt, eben viel zu spät, aber es hat leider nicht mehr geholfen).
- Klaus
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Re: 80–90° und auf der Suche nach Orientierung
Hallo intothevoid,
alles gut. Ich wollte eigentlich nur allgemein darauf hinweisen, dass die Diskussion ziemlich einseitig werden kann, wenn amira nicht daran beteiligt ist (aus welchem Grund auch immer).
Wenn man gleichzeitig konkrete Informationen zu einer OP sammelt, kann man sich nach meiner Ansicht leicht verzetteln. Eine OP "rennt nicht weg".
Gruß
Klaus
alles gut. Ich wollte eigentlich nur allgemein darauf hinweisen, dass die Diskussion ziemlich einseitig werden kann, wenn amira nicht daran beteiligt ist (aus welchem Grund auch immer).
Genau deshalb der erste Weg, um das festzustellen. Und das sollte gezielter sein, als es bei Dir war.Natürlich ist der erste Weg immer der konservative, nur manchmal reicht der nicht mehr
Wenn man gleichzeitig konkrete Informationen zu einer OP sammelt, kann man sich nach meiner Ansicht leicht verzetteln. Eine OP "rennt nicht weg".
Gruß
Klaus
