Angefangen hatte die Sache ja auf dem Skoliose-Workshop im April in Bad Sobernheim. Bis zur Reha trug ich ja noch regelmäßig mein Rahmouni-Halsteil, und so natürlich auch auf dem Workshop.
Auf dem Workshop war auch Herr Kubin anwesend, der dort im Wesentlichen Reklame für seinen (Lenden-)Wirbelsäulenentlaster gemachjt hat, den Dr. Steffan ja gerne gerade älteren Patienten zur Schmerzreduzierung verschreibt.
Herr Kubin sprach mich während einer Pause auf mein Halsteil an und fragte, wegen was ich das Teil trage. Als ich ihm die Einzelheiten darüber erzählte (können auch hier nachgelesen werden) meinte er, dass er auch ein spezielles Teil für die Entlastung der Halswirbelsäule entwickelt habe, und dass dieses Teil seiner Ansicht nach besser zur Behandlung meiner Beschwerden geeignet sei, als das Teil, dass ich zu diesem Zeitpunkt trug.
Der wesentliche Unterschied zwischen meinem bisherigen Rahmouni-Halsteil und dem Halswirbelsäulenentlaster von Kubin ist, dass ich mich bei meinem Rahmouni-Halsteil selbst aktiv strecken muss, um eine Entlastung der HWS zu erreichen. Bei dem Kubin-Halsteil wird die Steckung (ähnlich wie bei der LWS-Orthese) passiv durch zwei Pneumatikzylinder erreicht, die man mit einer speziellen Luftpumpe aufpumpt.
Die Idee ist dann, dass man die Kubin-Orthese nicht den ganzen Tag, sondern nur ca. eine Stunde vor dem Schlafengehen trägt, und trotzdem die gleiche Streckung und damit Schmerzminderung erreicht, wie beim ganztägigen Tragen des Rahmouni-Halsteils.
Nachdem ich mein Rahmouni-Halsteil nun seit September letzten Jahres fast jeden Tag getragen habe, klang dieser Vorteil der reduzierten Tragezeit natürlich bestechend. Herr Kubin drückte mir einen ersten Prospekt in die Hand, in der der Halswirbelsäulenentlaster abgebildet war und versprach mir, mir noch mehr Infos zukommen lassen, ich solle mich doch wenn ich zuhause wäre bei ihm melden.
Dies habe ich dann auch getan und tatsächlich erhielt ich auch einige Tage später mit der Post eine ganze Menge Infomaterial.
Als ich dann im Juni in der Reha war hab ich im Rahmen meiner Korsettsprechstunde Dr. Steffan auch auf den Halswirbelsäulenentlaster angesprochen. Dr. Steffan hatte den Halswirbelsäulenentlaster zu diesem Zeitpunkt schon einmal verschrieben, und nachdem ich ihm meine vorliegenden Untersuchungsergebnisse und Diagnosen gezeigt hatte, war er auch der Auffassung, dass der HWS-Entlaster bei mir etwas bringen könnte.
Dr. Steffan schrieb ein Rezept raus, das noch am selben Tag zu der Fa. Sanomed in Bad Sobernheim ging, die erstellten einen Voranschlag und schickten ihn an die Kasse.
In weniger als einer Woche war die Kostenübernahme-Zusage von der Kasse da, und einen Tag später saß ich bereits bei Sanomed zur Anfertigen des Halswirbelsäulen-Entlasters.
Anders als bei der LWS-Kubin-Orthese muss beim HWS-Entlaster kein Gipsabdruck gefertigt werden. Die einzelnen Teile bestehen aus Metallstreifen, die direkt an den Körper angepasst (gebogen) werden. Das Ganze hat ca. zwei Stunden gedauert, dann war der ‚Rohling’ des Entlasters fertig, und am Nachmittag des selben Tages konnte ich mein neues Halsteil dann schon abholen, nachdem die endgültigen Anpassungen durchgeführt waren und ich eine kurze Einweisung erhalten hatte.
Wie sind nun meine ersten Erfahrungen mit dem HWS-Entlaster?
In der allerersten Zeit konnte ich nicht direkt den Erfolg der Orthese beurteilen, da während der Reha meine Schmerzen und Ausfall-Erscheinungen im Arm praktisch vollständig zurückgegangen waren. Das schiebe ich zum ersten auf die regelmäßige Schroth-Reha, aber auch darauf, dass ich während der Reha natürlich nicht jeden tag 8 bis 10 Stunden relativ unbeweglich m Schreibtisch sitze, was der HWS natürlich auch nicht gut tut.
Inzwischen treten die Schmerzen wieder gehäuft auf, und ich teste daher regelmäßig die neue Orthese. Was ich festgestellt habe ist, dass sie keinen direkten Schmerzverlust auslöst, wenn ich sie anziehe. Ich habe aber das Gefühl, dass die Schmerzen am nächsten Tag im Büro besser sind, wenn ich am Tag vorher das Halsteil getragen habe.
Ein Problem, das auch auf den Bildern sichtbar ist, ist, dass die Orthese am Hinterkopf sehr hoch hinaufreicht und ich das Gefühl habe, dass sie dort zu wenig abstützt. Ich habe versucht, das Problem damit zu lösen, dass ich die Lederbänder, die das hinter Teil der Halsstütze mit dem vorderen verbindet, verkürzt habe. Das hat aber dazu geführt, dass sich im Wesentlichen der Vordere Teil der Halsstütze mehr in meine Kehlkopf gedrückt hat (unangenehm) und ich am Hinterkopf trotzdem noch zu wenig Halt hatte.
Ich werde mal mit Herrn Kubin in Verbindung treten und ihn fragen, was er zu dem Problem meint oder ob es möglicherweise so sein müsse wie es ist.
Und wie trägt sich das Teil?
Länger als eine Stunde am Stück möchte ich den HWS-Entlaster nicht anhaben. Der Druck auf den Unterkiefer ist schon recht groß und mit der Zeit auch unangenehm (ich trage seit einer Zahnbehandlung vor ein paar Jahren nachts noch regelmäßig herausnehmbare Retainer zusammen mit einer Knirscher-Schiene, und die zieh ich jetzt auch an, wenn ich das Halsteil trage, da ich sonst Angst hätte, dass sich meine Zähne zu sehr verschieben). Außerdem ist der Kopf in dem Teil schon absolut unbeweglich festgehalten und erlaubt wirklich nur Bewegungen im Milimeterbereich. Dadurch bin ich wirklich froh, wenn ich das Teil dann nach einer Stunde wieder abnehmen kann. Aber länger soll ich das Teil ja auch nicht tragen.
So, das war ein erster Bericht zu meinem neuen Halsschmuck. Wenn noch Fragen aufkommen einfach fragen. Anschließend kommen noch ein paar Bilder, die Den Halswirbelsäulen-entlaster mit und ohne Inhalt zeigen
Viele Grüße
Thomas






