ZDF-Beitrag Morbus Scheuermann

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
Dr. F. Geiger

ZDF-Beitrag Morbus Scheuermann

Beitrag von Dr. F. Geiger »

Hallo,
nur für den Fall, dass es hier jemanden interessiert.
Das ZDF hat einen Kurzbericht zum Thema M. Scheuermann gemacht, der am
10 Februar zwischen 9:00 und 10:30 im Gesundheitsratgeber des Morgenmagazines ausgestrahl wird.
Später ist er unter: http://vollekanne.zdf.de
auch online abrufbar.
Es ist allerdings recht oberflächlich gehalten, eben als kurze Einführung. Ich habe ihn selbst noch nicht sehen können.
Viele Grüße
Dr. F. Geiger
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Na ja, in 5 Minuten kann man natürlich nicht ausführlich berichten.
Es würde mich allerdings konkret interessieren, warum Danny trotz Korsett dann doch operiert werden muss oder will?

Mit 15 ist der Anfang einer Korsett-Therapie sicherlich nicht mehr optimal, aber konnte da nicht mehr herausgeholt werden?
Ist möglicherweise die optische Komponente (Schwimmbad) ein Hauptkriterium gewesen?

Und zu dem OP Risiko ist nichts gesagt worden, was ein Chirurg verständlicherweise in einem solchen Bericht nicht in den Mittelpunkt rückt. :)

Gruss
Klaus
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Thomas
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Beitrag von Thomas »

Weiß jemand, ob der Beitrag irgendwo abrufbar ist? Ich habe ihn auf der ZDF-Seite nicht gefunden...

Thomas
Björn
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Beitrag von Björn »

Hallo,
ich wollte es eigentlich aufnehmen.
Es läuft jetzt nochmal auf ZDF-Infokanal. Ich hoffe der Beitrag war noch nicht. Wenn er noch nicht war stelle ich ihn gleich rein.

Sonst denke ich mal wird man ihn sich bald hier anschauen können:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/ ... Popup=true

Gruß
Björn
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Beitrag von Björn »

Geschafft. Beitrag aufgenommen, verkleinert, geschnitten und hochgeladen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr den Film auf dem Computer speichert und nicht direkt auf angucken geht. Ich habe nur begrenzt upload.
Also Rechtsklick auf den Link und dann speichern unter.
DOWNLOAD (23 MB)
Gleiches Video in besserer Qualität:
DOWNLOAD (54 MB)


Falls jemandem die Qualität zu schlecht ist kann ich es am Wochenende auch gerne noch in etwas besserer Qaulität reinstellen. EDIT: schon passiert s.o.


Was mich als Korsettneuling nun etwas erschrocken hat war das Korsett. Das ist mit meinem Rahmouni ja überhaupt nicht zu vergleichen. Kann so ein Korsett wirklich aufrichten?

Gruß
Björn
Zuletzt geändert von Björn am Di, 10.02.2009 - 17:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Thomas
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Beitrag von Thomas »

Hallo Björn,

vielen Dank für den Beitrag. Ich finde die Qualität ok, hab allerdings nur kurz (ohne Ton) reingeschaut. Wenn Du Lust hast kannst Du ja am Wochenende noch etwas experimentieren ;D

Das Korsett im Film scheint mir wesentlich instabiler und kleiner als unsere Rahmounis. Es scheint auch aus dünnerem Material zu bestehen, außerdem fehlen die Metall-Verstärkungen.

Insgesamt traue ich daher den Rahmouni-Korsetten deutlich mehr Korrektur zu als dem Korsett aus dem Filmbeitrag.

Thomas
Rose59
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Beitrag von Rose59 »

Danke Björn für Deine Mühe.

Vielen Dank Herr Dr. Geiger, auch wenn es nur ein kurzer Beitrag war - es besteht mit Sicherheit viel Informationsbedarf.
Hoffentlich sehen sich viele Eltern und Jugendliche den Film an, um früh genug etwas gegen die Kyphose zu tun.

Hätte ich in meiner Jugendzeit über mehr Wissen in Sachen Morbus Scheuermann verfügt, wäre mir vielleicht einiges erspart geblieben.

Lurchi ( Morbus Scheuermann, 94 Grad, 2004 in Neustadt operiert, TH2-L2, jetzt 54 Grad)
Björn
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Beitrag von Björn »

@Thomas
Metallverstärkungen sind bei genauerem Hinsehen zu erkennen.
Was mich jedoch am meisten wundert ist die Rückseite. Die ist bei meinem Korsett sowohl oben als auch unten gepolstert und es scheint mir, dass da auch viel größere Flächen sind die drücken können. Wenn so ein starke BWS-Kyphose aufgerichtet werden muss, dann reicht es doch sicher nicht nur eine Haltung vorzugeben, sondern da muss doch bestimmt auch richtig gedrückt werden. Ohne die Polster im Rücken an der BWS und an den Reklinationshörnern würde ich mein Korsett als untragbar bezeichnen. Deshalb schließe ich daraus, dass bei dem Korsett aus dem Beitrag da ein recht weicher Kunststoff sein muss der dann aber auch keinen vernünftigen Druck aufbauen kann. Das sieht man ja auch schon daran wie leicht er es ausziehen kann.
Das soll von mir jetzt keine Bewertung sein. ich kenne ja nur mein Korsett. Ich finde Korsette nur mittlerweile sehr interessant und möchte mehr darüber erfahren. Deshalb kann mir vielleicht jemand erklären wie dieses Korsett funktionieren soll. Insbesondere wenn ich mir die Röntgenbilder angucke würde ich auch sagen, dass das Korsett hinten deutlich höher sein müßte.

Ich habe das Video jetzt auch nochmal in besserer Qualität reingestellt. Der Aufwand ist gar nicht so groß, dass macht alles der Computer. :-)

Gruß
Björn
f.geiger
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Beitrag von f.geiger »

Hallo,
ich konnte den Beitrag selbst noch nicht sehen und hatte auch keinen Einfluß auf die Internet-seite. Ich denke aber das ZDF ist seriös.

Natürlich kann ein solcher Beitrag keinen Arztbesuch ersetzen, aber vielleicht dient es dazu, dass manche Eltern früher kommen. Daher ist Information auch auf dieser ebene wichtig.

Der Pat. selbst hatte ein gut korrigierendes Korsett, das er auch trug. Das sah man an den flächigen Hautveränderungen am Rücken. Mehr Druck wäre einfach nicht möglich gewesen.
Da es trotzdem zu einer Progredienz gekommen ist, hatte der Pat. den Wunsch einer Korrektur und ist jetzt sehr glücklich.

Ich denke, dass das Korsett nicht umsonst war, denn immerhin konnte ich ihm den Eingriff von vorne ersparen und habe ihn nur von hinten (mit mehreren Osteotomien) auf 26° korrigieren können. Selbst in den Umbiegungsaufnahmen über einen Bock kam er nicht unter 45° und das hat auch das Korsett erreicht.

Wie gesagt, der Beitrag soll nur die Eltern informieren, was möglich ist und ich hoffe, es ist rausgekommen, dass OPs nicht die erste Wahl sind, aber bei mehr als 70° ist der Druck im Korsett oft zu groß, dass es nicht mehr funktioniert. Das ist in Frankfurt nicht anders als in Stuttgart, denn auch von dort kommen ja einige Therapie-Abbrecher zu mir. Aber das ist dann auch nicht Dr. Hoffmanns Schuld , sonder das gibt es einfach.
Ob man dann mit dem krummen Rücken leben will oder nicht, muß jeder Pat. für sich entschieden. Dieser ist mit 26° und einer komplett frei beweglichen LWS sehr zufrieden.
(Die online Bilder sind von einem anderen Pat. mit mehr als 95°, denn er war ja, als das ZDF hier war noch nicht operiert).
Er hat bei der OP einen Schmerzkatheter bekommen, war damit sofort schmerzfrei und ist nach 10 Tagen ohne Korsett heim. Wichtig ist ja, dass er seinen Schritt nicht bereut. Währe ja schön, wenn das ZDF in ein paar Jahren mal eine Fortsetzung über ihn macht.

bis bald
F. Geiger
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Thomas hat geschrieben:Insgesamt traue ich daher den Rahmouni-Korsetten deutlich mehr Korrektur zu als dem Korsett aus dem Filmbeitrag.
f.geiger hat geschrieben:Der Pat. selbst hatte ein gut korrigierendes Korsett, das er auch trug. Das sah man an den flächigen Hautveränderungen am Rücken. Mehr Druck wäre einfach nicht möglich gewesen.
Da es trotzdem zu einer Progredienz gekommen ist, hatte der Pat. den Wunsch einer Korrektur und ist jetzt sehr glücklich.
Das sind jetzt unterschiedliche Aussagen, die man online unmöglich überprüfen kann. Mich würde nur interessieren, was eine Progredienz trotz Korsett bedeutet. Ist das von der Art des Korsetts abhängig oder von der Art der (hier) Hyperkyphose oder von beiden und in welchem Verhältnis?
Mal unabhängig davon, wie die Tragezeiten des Korsetts wirklich waren. Das kann eigentlich nur der Träger selbst beantworten, wenn er ehrlich ist.
f.geiger hat geschrieben:Wie gesagt, der Beitrag soll nur die Eltern informieren, was möglich ist und ich hoffe, es ist rausgekommen, dass OPs nicht die erste Wahl sind, aber bei mehr als 70° ist der Druck im Korsett oft zu groß, dass es nicht mehr funktioniert.......Ob man dann mit dem krummen Rücken leben will oder nicht, muß jeder Pat. für sich entschieden
.
Ich finde, das ist eine gute Einstellung, insbesondere für einen chirurgisch orientierten Orthopäden. :)

Gruss
Klaus
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chilli-pepper
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Beitrag von chilli-pepper »

Den Beitrag finde ich sehr gelungen. :)
Es ist schwer in diesem kurzen Zeitraum so viele Informationen zu packen, die dann letztendlich auch bei den Zuschauern hängenbleiben sollen.
Außerdem hat man meist keinen Einfluss, wie der Beitrag zusammengeschnitten wird, so kann es passieren, das manches dann fehlt, was nach Meinung des Arztes aber noch unbedingt hineingehört hätte...

Man kann sich nur wünschen, dass öfter über solche Themen berichtet wird, denn Aufklärung ist das A und O !

chilli-pepper
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Beitrag von Rose59 »

Klaus hat geschrieben: Mich würde nur interessieren, was eine Progredienz trotz Korsett bedeutet. Ist das von der Art des Korsetts abhängig oder von der Art der (hier) Hyperkyphose oder von beiden und in welchem Verhältnis?
Mal unabhängig davon, wie die Tragezeiten des Korsetts wirklich waren. Das kann eigentlich nur der Träger selbst beantworten, wenn er ehrlich ist.
Vielleicht muß man akzeptieren, daß es Ausnahmen gibt und ein Korsett nicht immer hilft.
Jeder Körper reagiert anders und die Begleitumstände sind andere.
Es wird auch nicht alles erforschbar und erklärbar sein.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Lurchi hat geschrieben:Es wird auch nicht alles erforschbar und erklärbar sein
Gerade bei der Hyperkyphose, ob nun Scheuermann oder nicht, gibt es nach Aussage von Dr. Steffan so gut wie keine wissenschaftlichen Untersuchungen, was auch mit der allgemeinen bisherigen Vernachlässigung zu tun hat. Im Gegensatz zur Skoliose.

Und bei der Progredienz trotz Korsett, egal ob Hyperkyphose oder/und Skoliose, wird man möglicherweise durch die Diskussionen hier im Forum vielleicht auch mal Hinweise bekommen, die wissenschaftlich (noch) nicht belegbar sind. Ich hoffe das jedenfalls.

Gruss
Klaus
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Toni
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Beitrag von Toni »

Ich habe in dem Beitrag auch deutlich gesehen, daß der Junge eine sehr gute Korsett-Compliance hatte. :respekt:

Unklar ist, ob er je eine intensive mehrwöchige Schroth-Reha gemacht hat.
Die Physiotherapie war nicht erwähnt.
Das Korsett selbst fand ich nicht gerade als Meisterstück.
Die Druckstelle auf dem Kyphosescheitel war im Vergleich zu meinem Kyphose-Rahmouni zu klein. Die darf und sollte fast doppelt so großflächig sein. Ich bin auch sehr davon überzeugt, daß das Korsett bei so hartnäckig und schwer korrigierbaren "Scheuermännern" eventuell und zumindest zeitweise eine elongierende Komponente haben sollte. z.B. abnehmbarer Milwaukee-Aufsatz.

Sehr schade finde ich, daß in so einem Beitrag die extreme Ausnahme (Progredienz trotz scheinbar gutem Korsett, Versteifungs-OP) also das "Versagen" der konservativen Therapie gezeigt wird, die effizienteste Physiotherapie aber nicht mit einer Silbe erwähnt wird.
Ich weis aber auch wie wenig Einfluss die beteiligten Personen auf das journalistische Ergebnis und den Schnitt bei solchen Kurzfilmen haben.
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
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Beitrag von Klaus »

Toni hat geschrieben:Ich weis aber auch wie wenig Einfluss die beteiligten Personen auf das journalistische Ergebnis und den Schnitt bei solchen Kurzfilmen haben...die effizienteste Physiotherapie aber nicht mit einer Silbe erwähnt wird
In dieser kurzen Sende-Zeit wird es einen Schwerpunkt geben müssen und wie der aussieht, ist auch von der Art abhängig, wie sich die befragten Fachleute äussern.
Hier weiß ich aus eigener Erfahrung von den beiden Veranstaltungen in Bad Salzungen, dass sich die Sichtweise von Schroth KG zumindest in der Formulierung der entsprechenden Vorträge positiv geändert hat. :)

Gruss
Klaus
f.geiger
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postoperative Bilder

Beitrag von f.geiger »

Nur der vollständigkeit halber wollte ich noch die wirklichen postoperativen Bilder des Pat. aus dem Fernsehbeitrag zeigen. Dort wurden Bilder von einem anderen Pat. gezeigt, der präoperativ 95° hatte und viel Älter war.

Natürlich ist das optische für den Patienten wichtig, aber was für mich wichtiger ist, ist, wie sich die LWS postoperativ einstellt, ohne dass sie versteift werden muß. Wir konnten hier auf eine Lösungsop. von vorne verzichten und haben stattdessen von hinten viele kleine Osteotomien gemacht. Bei 75° präop sind 26° postop und eine gut balancierte LWS sehr erfreulich.

Man sollte diese Möglichkeit als Patient zumindest kennen, bevor man sich für oder gegen eine OP entscheidet.

Gruß
F. Geiger
Dateianhänge
Man beachte die kurzbogige Kyphose mit den Keilwirbeln thrakolumbal und die kompensatorische Hyperlordose.
<br />Der Pat. hatte hier häufig Schmerzen.
Man beachte die kurzbogige Kyphose mit den Keilwirbeln thrakolumbal und die kompensatorische Hyperlordose.
Der Pat. hatte hier häufig Schmerzen.
Kyphose_präop.jpg (8.7 KiB) 21890 mal betrachtet
Durch die Ausgradung der BWS stellt sich die LWS automatisch physiologischer ein.
Durch die Ausgradung der BWS stellt sich die LWS automatisch physiologischer ein.
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Beitrag von Gerhard1963 »

Wenn man nur die Hyperkyphose begradigt hat man doch in der Regel noch die 2 Baustelle in Form einer Hyperlordose. Da sehe Ich ein Problem drin Operativ wenn die Hyperlordose bestehen bleibt. Davon mal abgesehen denke Ich das in einem Qualitativ hochwertigerem Korsett in der Regel wenn die Behandlung bis 60 Grad eingeleitet worden währe das ganze Konservativ gelungen währ auch wenn Mir klar ist das Es sehr ridige Fälle gibt wo auch ein Rahmouni nicht hilft oder Nahr Korsett.
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Beitrag von f.geiger »

Das ist ja gerade der Witz bei der Sache.
Die Kyphose ist rigide und strukturell, die Lordose aber nur kompensatorisch. Sonst würde er ja wie ein Bechterew-Patient auf den Boden gucken.
Wenn man die rigide Kyphose begradigt, dann gibt sich die kompensatorische Lordose von alleine(Siehe Bilder). Das ist ähnlich, wie bei den Skoliosen, wo man mittlereile auch nur noch die strukturellen Hauptkrümmungen versorgt, damit sich die Nebenkrümmungen selbst ausgraden können.

Natürlich ist es richtig, dass es schön wäre, wenn die Pat. früher kommen und man eine Korsett-Behandlung erfolgreich einleiten kann.
Deshalb gibt es solche Sendungen, damit die Eltern lernen, rechtzeitig zu einem Arzt zu gehen, der sich damit auskennt (von mir aus auch nach Stuttgart) und nicht 5 Jahre Gymnastik machen und dann mit 70-90° kommen und sich wundern, dass das Korsett soviel Druck aufbaut oder nicht mehr funktioniert.

Jede 70° Skoliose die ich operiere war auch mal eine 30° Skoliose, die man prima mit einem Korsett hätte versorgen können.

So ist das leider.
Gruß
F. Geiger
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Beitrag von Björn »

Gerhard1963 hat geschrieben:Wenn man nur die Hyperkyphose begradigt hat man doch in der Regel noch die 2 Baustelle in Form einer Hyperlordose. Da sehe Ich ein Problem drin Operativ wenn die Hyperlordose bestehen bleibt.
Das finde ich auch recht interessant. Aber man kann es auf dem Röntgenbild ja recht deutlich sehen,dass sich die Lordose tatsächlich verringert hat. Und es scheint das es, laut Herrn Dr. Geiger, ja auch zu einem Problem werden kann.
Hat der Körper hier automatisch reagiert und ist so im Lot geblieben? Also hat das Gehirn hier instinktiv für die Aufrichtung der Lordose gesorgt? Sehen sie das mögliche Problem darin, dass die Muskulatur und die Bänder dieses mittelfristig nicht schaffen oder eine Überkorrektur stattfinden kann? Oder wo liegen da die Bedenken?

Gruß
Björn
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Beitrag von f.geiger »

Der Körper versucht immer den Kopf gerade über dem Becken zu halten.
die Lordose entsteht nur, damit der Pat. geradeaus sehen kann und verschwindet sofort wieder, wenn man die Ursache (die BWS Kyphose) wegnimmt.
Das gelingt umso besser, je flexibler die Wirbelsäule noch ist.
Bei einer Skoliose kann man mit 15 die VErsteifungsstrecke auch sehr viel kleiner halten als mit 35 oder 30, weil man in der REgel nur eine und nicht zwei Krümmungen operativ begradigen muß. (anbei zwei Bilder)

Muskulatur und Bander passen sich sehr schnell an. eine solche geringere Lordose braucht ja eher weniger Muskelarbeit, daher werden ja auch die Schmerzen, die durch die Überlastung der Muskulatur bei einer Hyperlordose verursacht sind weniger.
Dateianhänge
Auch hier wurde nur die strukturelle Hauptkrümmung der BWS korigiert und ich glaube, dass ich dadurch die Beweglichkeit der LWS auf Dauer verbessert habe.
Auch hier wurde nur die strukturelle Hauptkrümmung der BWS korigiert und ich glaube, dass ich dadurch die Beweglichkeit der LWS auf Dauer verbessert habe.
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