Hallo,
edda hat geschrieben:2. Taubheitsgefühle, teilweise Kribbeln: erst im Arm, seitdem die Pelotten verstärkt wurden auch in beiden Beinen

Das ist nicht akzeptabel, da würde ich protestieren.
Mein (Rahmouni-)Korsett ging anfangs unter den Schultern auch zu weit hoch und drückte in die Oberschenkel. Beim 1. Kontrolltermin bat ich um eine Kürzung (bzw. Herr Rahmouni sah bereits selbst, daß es zu groß war); dem wurde Folge geleistet.
4. schiefe Körperhaltung, wenn Korsett an
Fühlst Du Dich einfach schief oder bist Du
tatsächlich schief (Blick in großen Spiegel werfen)?
:licht: Ich bin nämlich gerade zur Reha in Bad Salzungen, und da habe ich es oft mitbekommen, daß sich jemand
erst im Zustand der Korrektur schief fühlt – was aber ganz normal ist, denn der Körper hat sich ja an die falsche Haltung gewöhnt und hält die daher für richtig.
Thomas hat geschrieben:Allerdings hab ich keine Skoliose sondern eine Kyphose, bei Skoliosen scheint die Eingewöhnung schwieriger zu sein als bei Kyphosen!
Das ist mein Eindruck auch.
gauklerdavid hat geschrieben:Es gibt einige/mehrere/viele (müsste mal man systematisieren) Erwachsene Rahmouni User die
sich nie an das KOrsett gewöhnen (da es ihnen immer Starke schmerzen bereitet)
:licht: Aus meiner Sicht ist das ganz logisch, denn es ist ja nicht jede Wirbelsäule gleich gut beweglich. Ich denke, daß Rahmouni-Korsette nur geeignet sind, wenn die Wirbelsäule noch (einigermaßen) flexibel ist.
oder
sich einigermassen bis gut daran gewöhnen, aber nach einiger Zeit (oft mehreren Monaten, manchmal auch Jahren) Probleme mit Instabilitäten, anderen Fogeproblemen und damit Schmerzen bekommen.
Ohne die starken Schmerzen, die ich noch vor einem Jahr hatte (genau vor einem Jahr habe ich mich deswegen hier angemeldet), hätte ich mich nie für ein Rahmouni-Korsett entschieden. Ich würde ein solches Korsett nur Erwachsenen empfehlen, die starke Schmerzen haben (welche sich durch KG und Sport nicht beseitigen lassen) und deren Wirbelsäule noch relativ beweglich ist.
oder
denen von Dr. Hoffmann und Rahmoui unrealistischerweise Korrektur versprochen worden ist

Bei vielen Skoliosen und Kyphosen ist es doch bereits ein Erfolg, wenn es zu keiner weiteren Verschlechterung kommt. Eine krumme Wirbelsäule nach Abschluß des Wachstums wieder ganz gerade biegen zu wollen, halte ich für unrealistisch. Da ist es wohl besser, wenn nur so viel korrigiert wird, daß weitgehende Beschwerdefreiheit besteht.
Dr. Hoffmann und Herr Rahmouni sehen in meinen Augen die Korsett behadlung bei Erwachsenen mit korigierenden Korsetten deutlich zu positiv , erklären Vor- und Nachteile nicht differenziert und gehen teilweise nicht auf individuelle Probleme ein.
Das denke ich auch.

Hier in Bad Salzungen werden auch einigen Patienten Korsette empfohlen und verordnet (von Dr. Steffan), aber dabei handelt es sich nicht um Korrektur-, sondern um Rahmenstützkorsette (Kubin-Orthesen), und das macht wohl für viele einen Riesenunterschied (die Kubin-Korsette korrigieren zwar kaum und lassen sich auch nicht so leicht unter der Kleidung verstecken, sind aber wohl viel angenehmer zu tragen).
Ich habe hier auch mit 2 anderen erwachsenen Rahmouni-Korsetträgerinnen gesprochen (eine hat Skoliose, die andere Kyphose), und die waren beide nicht sehr begeistert (während
ich mein Klemmi schon nach relativ kurzer Zeit nachts tragen konnte und es mehr Stunden pro Tag trage, als ich eigentlich soll).
Ich halte die pauschale Versorgung von Erwachsenen mit korrigierenden Korsetten für einen Fehler. Daher bin ich der Meinung, dass man als Erwachsener , betreffend der Frage Korsett ja oder nein und betreffend eines Behandelplans mit KOrsett bei Rahmouni und Dr Hoffmann nicht sicher sein kann, die individuell richtige Behandlung zu bekommen.
Dito – aber
wo kann man sich schon sicher sein, die richtige Behandlung zu erhalten?!
Ein Kubin-Korsett ist sicher auch nicht für jeden das Richtige!
Ich würde empfehlen , wenn man als Erwachsener aus Schmerzgründen an ein KOrsett denkt
erst eine Schroth Reha zu machen und dann regelmäsig weiterzuüben
:licht: Hier wurde einigen Patienten zum Korsett geraten, weil sie erst dadurch in der Lage sein würden, die Schroth-Übungen effektiv auszuführen.
Und ich selber bin auch froh, daß ich das Korsett
vor der Reha bekommen habe; ich muß kaum Dehnungsübungen machen (verliere also keine Zeit damit und kann mich aufs Korrigieren konzentrieren), und falls doch, tun die längst nicht so weh wie bei vielen anderen.

Außerdem sollte die Reha bezüglich Schmerzfreiheit auch nicht überschätzt werden. Die Gleichung "Schroth = Schmerzfreiheit" geht offenbar in vielen Fällen nicht auf!
wenn dann noch starke Schmerzen bestehen würde ich verschiedene Meinungen (also neben dr Hoffmann auch Dr Steffan fragen oder vielleicht auch Klaus Nahr) zum Thema KOrsett anhören. Und dann eher mit einem stützendem, wenig bis mässig korrigierendem Modell beginnen.
Da muß ich allerdings anmerken:
1. Wer wirklich starke Schmerzen hat, kann – verständlicherweise – nicht die Geduld aufbringen, alle diese Termine abzuwarten!!
2.
Dr. Hoffmann wird zu einem Rahmouni-Korsett raten, Dr. Steffan zu einem Kubin-Korsett, einfach aus Prinzip. Bringt es dann was, sich die unterschiedlichen Meinungen anzuhören (was für die meisten ja auch bedeuten würde, gleich zweimal einen langen Weg zurückzulegen)??
3. Ich bin froh, daß mein Korsett stark korrigiert. Dank Schroth kann ich mich zwar deutlich aufrechter halten also ohne alles, aber die Schmerzen verschwinden dadurch nicht. Daher finde ich auch
nicht, daß von einem korrigierenden Korsett bei Erwachsenen generell
abgeraten werden sollte.
Das grundlegende Problem bei der ganzen Sache ist – zumindest aus meiner Sicht – dieses:
Es wird zu wenig auf die individuelle Situation eingegangen.
ABER zur Verteidigung der Ärzte muß man sagen, daß die, die sich auskennen, auch gar
keine Zeit dazu haben – weil es eben nur wenige sind und sie daher so viele Patienten haben!! Wer soll denn da noch den Überblick behalten.

Und dann wurde uns hier von Physiotherapeuten erzählt, daß die meisten Ärzte während ihres ganzen Studiums
nur eine einzige(!!) Vorlesung über Skoliose hatten und sich auf diesem Gebiet auch privat kaum oder gar nicht weiterbilden. Skoliose scheint bei vielen immer noch als exotisch zu gelten und Hyperkyphose als "normal".

Das Versagen liegt also nicht nur bei jedem einzelnen Arzt, sondern beim gesamten System!
VG, Anne