Bin neu hier, Hohlrundrücken: was ist möglich und sinnvoll?

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
Ulster
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Bin neu hier, Hohlrundrücken: was ist möglich und sinnvoll?

Beitrag von Ulster »

Hallo zusammen,

ich bin im Internet auf dieses Forum gestoßen, und wollte mich mal vorstellen.

Bin männlich, 23, Student, und mir ist vor kurzem irgendwie bewusst geworden, was für eine schlimme Haltung ich eigentlich hab.

Ich geh ins Fitnessstudio, wobei ich aber nie zur Verbesserung meiner Haltung trainiert hab, sondern vermutlich auch noch falsch.

Schmerzen hab ich eigentlich kaum, aber hin und wieder schon. Meine Mutter mit der gleichen Fehlhaltung (oder inzwischen eher schlimmer) hat öfter Schmerzen.

Nunja, war daraufhin beim Orthopäden mit folgender Diagnose:
- Hohlrunder Rücken
- pseudoradikuläres LWS-Syndrom mit Block
- Lumbalgie
- praravertebraler Muskelhartspann
- Pseudoradikuläres BWS-Syndrom mit Blockierungen
- BWS-Syndrom

Wenn ich ehrlich bin, kann ich mit diesen Fachbegriffen überhaupt nichts anfangen. Weiß da jemand mehr?

Auf jeden Fall hab ich für nächsten Freitag einen Termin zur 3D-Wirbelsäulenvermessung und Muskelfunktionsdiagnostik ausgemacht, dass mal genau festgestellt wird, wie meine Wirbelsäule verbogen ist, und was man dagegen machen kann.

Wollte mal eure Meinungen dazu hören, was in meinem Fall sinnvoll und möglich ist. Hab hierzu Bilder angehängt im einigermaßen entspannten Zustand und im Versuch, "gerade" dazustehen.

Wie schätzt ihr den Grad der Kyphose bzw. Lordose ein?

Ich würd dem Problem unbedingt so langfristig wie möglich entgegen wirken, auch mit viel Sport (Fitnessstudio etc.), und anderen Methoden.

Ist in meinem Fall Schroth-KG oder sogar Korsett nötig?

Vielen Dank schonmal für eure Beitrage! :hallo:

Ulster
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo ulster,

willkommen im Forum.
Wenn ich ehrlich bin, kann ich mit diesen Fachbegriffen überhaupt nichts anfangen. Weiß da jemand mehr?
Kurz gesagt für den Ansatz einer Therapie:
Hyperkyphose (Rundrücken) mit Hyperlordose (Hohlkreuz) und entsprechenden Muskelverspannungen.
Auf jeden Fall hab ich für nächsten Freitag einen Termin zur 3D-Wirbelsäulenvermessung und Muskelfunktionsdiagnostik ausgemacht, dass mal genau festgestellt wird, wie meine Wirbelsäule verbogen ist, und was man dagegen machen kann.
Den Termin würde ich schnell wieder absagen, weil diese Vermessung nur etwas über Deine Optik aussagt und nichts über den tatsächlichen Zustand Deiner Wirbelkörper! Abgesehen von dem hohen Preis dieser Aufnahme.
Zwischen dieser Messung und einem Röntgenbild können sehr grosse Differenzen auftreten, sodass eine optische Einschätzung auch Deiner Fotos mit grossen Fehlern behaftet sein kann!

Du brauchst unbedingt für eine kompetente Diagnose ein Röntgenbild, möglichst eine Ganz-Aufnahmen von vorn und von der Seite!

Auf jeden Fall ist eine Schroth REHA angesagt, die Du bei Deinem Interesse an Fitness Sport in Bad Salzungen machen solltest.
Ein Korsett im Erwachsenen-Alter muss genau überlegt sein, aber dazu ist auch ein Röntgenbild erforderlich, dass nicht nur Aufschluss über die Winkel gibt, sondern auch evtl. Fixierungen von Wirbeln feststellt. Dort ist nämlich nichts mehr zu korrigieren.
Ich geh ins Fitnessstudio, wobei ich aber nie zur Verbesserung meiner Haltung trainiert hab, sondern vermutlich auch noch falsch.
Die Gefahr ist sehr gross!

Gruss
Klaus
Ulster
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Beitrag von Ulster »

Hallo Klaus,

vielen Dank für deine Antwort!

Wieso meinst du, dass die 3D-Wirbelsäulenvermessung nicht so gut geeignet ist?

Die Beschreibung davon lautet:
- Vermessung von Wirbelsäule und Rückenmuskulatur, Muskelverspannungen, Muskelfehlbelastungen, Wirbel- und Beckenschiefstellungen

Der Orthopäde hat gemeint, dass die Daten, die man daraus gewinnt, aussagekräftiger sind als ein Röntgenbild. Also, wohl vor allem für das gezielte Entgegenwirken, weil man dann weiß, wo die Schwachstellen, Asymmetrien, Dysbalancen liegen usw.

Hm, bin etwas unsicher jetzt...
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nadine22
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Beitrag von nadine22 »

Auf jeden Fall hab ich für nächsten Freitag einen Termin zur 3D-Wirbelsäulenvermessung und Muskelfunktionsdiagnostik ausgemacht, dass mal genau festgestellt wird, wie meine Wirbelsäule verbogen ist, und was man dagegen machen kann.

also ich würd da hingehen,falsch machen kann man da ja nix im gegenteil,vielleicht sieht man da mehr als ohne diese vermessung.



kostet zwar etwa 95 euro,aber mir war es das auch wert.meine physiotherapeutin konnte diese gut für die schroth-behandlung gebrauchen....


ich würd auf jedenfall (wie ich) noch eine 2.meinung einholen....bei einem anderem orthopäden.falsch machen kannst du dabei nix....
Ist in meinem Fall Schroth-KG oder sogar Korsett nötig?
also nur mit diesen fotos kann man das nicht beurteilen.schroth ist denke ich nie verkehrt....
mit dem schmerz hab ich das gelernt,was ich ohne den schmerz nie hätte lernen können....
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

ulster hat geschrieben:Wieso meinst du, dass die 3D-Wirbelsäulenvermessung nicht so gut geeignet ist?
Dein Rücken wird optisch erfasst, so wie Du das auch mit dem Auge siehst. Eine Software ist allerdings in der Lage, diese Optik genau auszuwerten und man kann anhand von Zahlen eindrucksvoll etwas über Winkel und Verdrehungen sagen.
Muskelverspannungen anzuzeigen, kann ich mir nicht vorstellen.
Einen Beckenschiefstand kann man feststellen, muss ihn aber in einen richtigen Bezug bringen. Oft wird nämlich eine Beinlängendifferenz als Ursache gesehen, die es aber nur in seltenen Fällen gibt. Man verschreibt Einlagen und sieht nicht, dass eine Skoliose dahinter steckt.

Nocheinmal:
Für eine vernünftige erste kompetente Diagnose brauchst Du eine Röntgen-Ganz-Aufnahme, wo Du den tatsächlichen Zustand Deiner Wirbelkörper feststellen kannst, mit Angabe der Winkel, um die Situation genau einordnen zu können.
Dr. Steffan als Chefarzt der Klinik in Bad Salzungen hat uns im Sommer bei einem Symposium sehr eindrucksvoll bestätigt, dass man sich bei der Optik eines Rückens sehr täuschen kann und zwar in allen Richtungen.
Eine 3-D Aufnahme eignet sich sehr gut für Vergleiche, nämlich bei einer REHA als Therapiekontrolle.
Wenn Du die REHA machst, bekommst Du die sozusagen gratis.

Und man darf sich da auch nicht wundern, wenn die Winkel zwischen dieser 3 D Aufnahme und einem Röntgenbild stark abweichen können.

Leute mit einem optisch starken Rundrücken können in Wirklichkeit viel weniger Verkrümmung in den Wirbelkörpern haben und auch umgekehrt.
Das ist für eine Therapie ziemlich wichtig, wenn z.Bsp. der nur optisch starke Rundrücken aufgrund einer Fehlhaltung zustande gekommen ist und somit relativ gut in den Muskelstrukturen korrigiert werden kann.

Die 3 D Aufnahme kann nicht in Dich hineingucken! :)

Gruss
Klaus
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Thomas
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Diagnose: Kyphose anfangs 59 Grad, inzwischen nur noch 49 Grad, Neuroforamen-Stenose (Einengung der Nervenwurzeln) in der HWS.
Therapie: Rahmouni-Korsett seit Februar 2006, zeitweise mit Halsteil, Schroth-Reha Juni / Juli 2010
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Beitrag von Thomas »

Klaus hat geschrieben:Nocheinmal:
Für eine vernünftige erste kompetente Diagnose brauchst Du eine Röntgen-Ganz-Aufnahme, wo Du den tatsächlichen Zustand Deiner Wirbelkörper feststellen kannst, mit Angabe der Winkel, um die Situation genau einordnen zu können.
Hallo Ulster,

ich kann das, was Klaus da sagt nur voll und ganz bestätigen!

Die 3D-Aufnahme ist eine optische Methoden, die von den Außenkonturen des Körpers ausgeht und damit auf die Stellung der Wirbelsäule schließt. Was aber da im inneren wirklich vor sich geht kann nur eine Röntgenaufnahme liefern!

Gruß Thomas
Ulster
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Beitrag von Ulster »

Hm, klingt alles sehr logisch, was ihr sagt.

Die Vorteile einer 3D-Wirbelsäulenvermessung ggü. Röntgen sind ja (hab ich im Internet gefunden):
keine Röntgenstrahlenbelastung, objektive Ergebnisse, gesicherte Therapieverordnungen, hohe Erfolgsquote in der Therapieverordnung, Ergebniskontrollen beispielsweise während und nach krankengymnastischer Behandlung wegen der nicht vorhandenen Strahlenbelastung, hohe Reproduzierbarkeit.

Im Großen und ganzen nicht schlecht, bis auf die Tatsache, dass man damit, wie ihr schon richtig sagt, nicht in den Körper hineinschauen kann, was die Wirbel und die Bandscheiben wirklich machen.

Werd den Termin denk ich trotzdem wahrnehmen, weil ich unbedingt mal genaueres über meinen Rücken wissen will. Und dann werde ich ihn darauf ansprechen, ob es Sinn macht, stattdessen oder sogar zusätzlich nicht doch eine Röntgenaufnahme zu machen.

Ich denke Schroth-KG werd ich auch mal ansprechen. Scheint ja viel besser zu sein, als alles andere, was man hier so liest.

Mal eine objektive und ehrliche Meinung, ist die wirklich so viel besser, oder haben sich in diesem Forum lediglich die Leute zum Erfahrungsaustausch zusammengefunden, bei denen Schroth sehr viel bessere Erfolge erzielt hat?

Ist Schroth-KG auch bei einer Kyphose so vielversprechend oder nur bei einer Skoliose?
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

ulster hat geschrieben:Die Vorteile einer 3D-Wirbelsäulenvermessung ggü. Röntgen sind ja (hab ich im Internet gefunden):
keine Röntgenstrahlenbelastung...
ist vollkommen richtig.
.. objektive Ergebnisse,
objektive Ergebnisse der Optik ist auch richtig
.. gesicherte Therapieverordnungen, hohe Erfolgsquote in der Therapieverordnung
Das ist zu bezweifeln.
Wenn z.Bsp. Wirbel durch Knochenspangen fixiert sind, dann ist dort nichts mehr zu machen!
Und die Erfolgsquote ist bei Skoliose/Kyphose auch entscheidend davon abhängig, wie stark die Fehlstellung der Wirbelkörper wirklich ist oder ob die Optik durch die fehlerhafte Muskelstruktur was anderes vorgauckelt.

Beispiel:
Der normale Kyphosewinkel beträgt im Durchschnitt ca. 30 Grad.
Die optische Vermessung eines Patienten sagt 60 Grad, die Röntgenaufnahme sagt aber nur 40 Grad.
Die Rückenstruktur aus Muskeln, Bänder und Sehnen hat sich durch die tatsächlichen 40 Grad und massiven Haltungsfehlern auf optisch 60 Grad erhöht. Die Chance ist sehr hoch, durch entsprechende Muskelpflege in Form von Aufbau, Dehnung und Formung (Schroth) auf optische 40 Grad zu kommen und möglicherweise diese 40 Grad Wirbelkörper-Winkel noch weiter zu verbessern.

Umgekehrt bei 40 Grad optischer Winkel und 60 Grad tatsächlicher Wirbelkörper-Winkel wird es schwer, etwas zu verbessern. Hier besteht allerdings die grosse Gefahr, dass man aus der Optik heraus meint, nichts unternehmen zu müssen. Ein fataler Irrtum, denn solche Winkel neigen mit dem Alter zu einer Vergrößerung.
..Ergebniskontrollen beispielsweise während und nach krankengymnastischer Behandlung
Das ist wieder richtig, die Schroth REHA arbeitet damit, um einen Therapieerfolg zu zeigen. Und da sieht man jedes Grad an Verbesserung, was allerdings sehr von der eingenommenen Haltung abhängig ist!
Und dann werde ich ihn darauf ansprechen, ob es Sinn macht, stattdessen oder sogar zusätzlich nicht doch eine Röntgenaufnahme zu machen.
Um ein Bild von Deinem Wirbelkörper Zustand zu haben, ist auch aus oben gesagtem ein Röntgenbild (Ganz-Aufnahme von vorn und von der Seite) dringend erforderlich!!
Du solltest Dich nicht auf die Orthopäden bezüglich Skoliose/Kyphose verlassen. Die Kompetenz ist sehr oft mangelhaft.
Die Erfahrungsberichte hier im Forum sagen das eindeutig!!
Mal eine objektive und ehrliche Meinung, ist die wirklich so viel besser, oder haben sich in diesem Forum lediglich die Leute zum Erfahrungsaustausch zusammengefunden, bei denen Schroth sehr viel bessere Erfolge erzielt hat?
Also eine objektive Meinung wird es dazu nicht geben können.
Dazu müsste man ja einen Menschen haben, der für die verschiedensten Therapien immer in gleicher Ausgangslage ist. :)

Es gibt hier also nur den sehr regen Erfahrungsaustausch, der sich bezüglich Schroth sehr positiv ausdrückt.
Und wenn man bedenkt, dass sehr viele schon etliche andere Therapien erfolglos ausprobiert haben und in Hinblick auf die Statistik dieses Forums (ganz unten auf der Seite) kann man schon von einer optimalen Therapie sprechen. Dazu kommt, dass die beiden Schroth Kliniken in Bad Salzungen und in Bad Sobernheim sehr gut ausgelastet sind und zumindest in Bad Salzungen während meiner REHA ich von den meisten Leute gehört habe, dass sie dieses Forum gar nicht kennen!
Ist Schroth-KG auch bei einer Kyphose so vielversprechend oder nur bei einer Skoliose?
Schroth ist genauso bei Kyphose erfolgreich. Die Übungsabläufe sind etwas anders, nämlich symmetrisch ausgerichtet.
Die Übungen sind dadurch auch einfacher, allerdings braucht man auch hier 3-4 Wochen, um das wirklich zu verinnerlichen.

Gruss
Klaus
Maestro
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Beitrag von Maestro »

Es gab mal eine Möglichkeit Gratis an solch eine 3D Vermessung zu kommen glaub es wahr bei einer Tour Deutschland hält sich Fit der Barmer.
Da kostete die Aufnahme nix wenn Ich Mich nicht ihre.
Aber die hatt Ich verpast als Sie vor Ort wahr sonst hätt Ich das woll auch mal gemacht aber 100 Euros rum ist einfach zu Teuer für etwas was nicht wirklich notwendig und unabdingbar ist.
Das unabdingbare bleibt die Seitliche Ganz WS Aufnahme per Röbi da kanst lange suchen wenn es nicht direkt in den Süden geht nach Leonberg.

Gut da Optik und Realität oft (nicht immer) teils groß auseinander liegen lass Ich es Mir trozdem nicht nehmen mal 45 bis maximal 50 Grad Kyhose zu schätzen anhand der Optik und Tick mehr Lordose.
Mal sehn wieviel Ich daneben liegen werd ;)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Maestro hat geschrieben:Das unabdingbare bleibt die Seitliche Ganz WS Aufnahme per Röbi...
Und natürlich auch die frontale Ganz-WS-Aufnahme, um eine evtl. Skoliose mit zu erfassen!

Gruss
Klaus
Ulster
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Beitrag von Ulster »

Hallo, ich bins wieder :)

Vielen Dank für eure Antworten soweit!

Heut war ich beim Orthopäden, und hab die geplante Wirbelsäulenvermessung gemacht. Erschien mir nun aufgrund der nichtvorhandenen Strahlenbelastung vorerst ein guter Anfang.

Folgende Werte kmen dabei raus:

Kyphosewinkel ICT-ITL (max): 53,5°
Kyphosewinkel VP-T12: 53,6°
Lordosewinkel ITL-ILS (max): 39,4°
Lordosewinkel T12-DM: 37,1°
Rumpfneigung VP-DM: 31,1mm
Lotabweichung VP-DM: 9,9mm
Beckenhochstand DL-DR: -10,8mm
Beckentorsion DL-DR: 2,2°
Beckenneigung (Grübchen): 18,1°

Leider kamen grad dann, wo ich beim Arzt war, mehrere Notfälle rein, sodass die Besprechung der Ergbenisse auf in zwei Wochen verschoben werden musste.

Erster Kommentar von ihm:
Ausgeprägter Hohlrundrücken, aber gerade noch im Normalbereich, im "gelben" Bereich sozusagen.
Beckenschiefstellung vorhanden, die angeblich von einem verkürzten rechten Bein kommt.

Das rechte Bein wurde daraufhin ein bisschen (0,5cm) angehoben, was ich aber eher unangenehm empfand.

Was meint ihr zu diesen Ergebnissen? Behandlungsbedürftig?

Was hat die leichte Schiefstellung der Wirbelsäule und des Beckens zu bedeuten? Kann das von meinem jahrelangen einseitigen Tragen einer Schultertasche und dem Sitzen auf einem Geldbeutel in der hinteren Hosentasche kommen?
Ist das schon eine Skoliose?

Würd mich über ein paar Meinungen sehr freuen! :)

Viele Grüße,
Ulster

Ach, ja, hab ihn auch wegen Röntgenaufnahmen gefragt, und da hat er gemeint, dass bei ihm die Aufnahmen im Liegen gemacht werden, und deswegen die 3D-Wirbelsäulenvermessung (im Stehen) besser geeignet sei, um den "Ist-Zustand" festzustellen. Das hab ich auch eingesehen, ist aber schon ein wenig seltsam, dass das Röntgen im Liegen gemacht wird, oder?
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Maestro
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Beitrag von Maestro »

Nur 40 Lordose ??
Entspricht nicht grad der meist paralel auftretendem Hyperlordose aber zumindest (falls man der Messung trauen darf ist ja kein Ganzwirbelsäulen Röntgenbild) was die Hyperkyphose angeht lag Ich ja ganz "Gut :)
Jedenfalls halt Ich die 53 - 54 Grad Kyphose rum nicht mehr für noch "grade" im "normalen" Bereich.
Es gibt da ein schönes Säulendiagram nach dem Ich Mich richte und da sind für 15 - 25 Jahre 25 Grad nach Cobb der Normalwert der mit den Jahren auf 40-45 steigt mit 75, also 53-54 Grad ist eindeutig zu viel des "Guten".
Was auch intresant währe zu wissen ob das ganze einem Zustand nach Morbus Scheuermann entspricht oder ohne von staaten geht.
Ansonsten das Er die Röntgen Aufnahmen bei Kyphosen im Liegen machen will per Röbis spricht nich grad für die Kompetenz des Orthopäden auf dem Gebiet.
Wenn man seitlich liegt wird ja durch die Streckung/Aufrichtung wieder die Lordose und Kyphose ausgeglichen - den Eindruck hat Ich zumindest da der Depp von Orthopäde bei Mir damals auch eine gemacht hat seitlich im liegen :(
Ich würde eine Ganz WS Aufnahme Seitlich und von Hinten im stehen weiterhin per Röntgenbildern für erstrebenswert halten und eine Schroth Reha (eventuel Korsett paralel).
Beim Korsett muss man natürlich stark abwegen, klang für Mich anfangs auch Super Easy anziehn und Gut aber der Schein trügt.
Korsett (korrigierend) tragen erfordert harte Eingewöhnung und je nach Stadium muß man wirklich abwegen ob Es eine Verbesserung ist oder die Lebensqualität senken würde.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

ulster hat geschrieben:Kyphosewinkel ICT-ITL (max): 53,5°
Kyphosewinkel VP-T12: 53,6°

Ausgeprägter Hohlrundrücken, aber gerade noch im Normalbereich, im "gelben" Bereich sozusagen.
Das ist nicht im Normalbereich!

In Deinem Alter liegt der Kyphosewinkel bei 25 Grad!

Was hat die leichte Schiefstellung der Wirbelsäule und des Beckens zu bedeuten?
Das ist eine Skoliose, die bei Hyperkyphose (Rundrücken) als Begleitung in geringer Form häufig vorkommt.
Der Beckenschiefstand ist meistens von dieser Skoliose ausgelöst, eine echte Beinlängendifferenz als Auslöser dieses Schiefstandes kommt selten vor, dazu sollten die Beine mal ausgemessen werden.
Erst wenn das tatsächlich der Fall sein sollte, können z.Bsp. Einlagen verordnet werden, sonst sind diese unsinnig!
ist aber schon ein wenig seltsam, dass das Röntgen im Liegen gemacht wird, oder?
Ist ja wenigstens etwas, wenn der Orthopäde selbst einsieht, dass das keinen Sinn macht. Aber weshalb er nicht dafür sorgt, dass das im Stehen auch möglich ist, zeigt doch wohl eindrucksvoll seine Inkompetenz.

Du brauchst auf jeden Fall eine Schroth REHA!

Gruss
Klaus
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lego

Beitrag von lego »

An den Werten der obigen Graphik (wo stammt die eigentlich her?) darf man sich nicht dermaßen festhalten!

Der normale thorakale Kyphosewinkel bei Erwachsenen weist eine große physiologische (d.h. im Rahmen des Normalen liegende) Streubreite auf. Er liegt nach Stagnara et al. (1982) zwischen 30 und 50 Grad Cobb, nach Bernhardt und Bridwell (1989) zwischen 26 und 46 Grad Cobb.

Dann müßte man nach Gennari et al (1997) noch verschiedene Kyphose- Typen unterscheiden, je nachdem in welcher Höhe der Brustwirbelsäule die verstärkte Kyphose liegt.
Maestro
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Beitrag von Maestro »

Ich denke schon das in Westlichen 1 Welt Ländern die Kyphose übermäßig Hoch ist und daher auch oft 50 Grad als recht normal gelten.
Normal kann das nicht sein im Gesunden Bereich, es wird nur als"normal" betrachtet aufgrund der Häufigkeit.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

lego hat geschrieben:An den Werten der obigen Graphik (wo stammt die eigentlich her?) darf man sich nicht dermaßen festhalten!
Ich fände es fatal, aus einer 3D Analyse, die den tatsächlichen Wirbelkörper-Winkel gar nicht wiedergibt, nun so etwas wie Beruhigung abzuleiten.
Das führt nur dazu, dass man sich nicht mehr so grosse Gedanken macht und möglicherweise bis zum Einsetzen von wirklichen Schmerzen wartet.
Dann hat sich die Situation weiter verschlechtert und damit werden auch die Therapiemöglichkeiten vermindert.

Bei der eigentlichen Schroth KG Therapie spielt die Grösse des Winkels in der Tat keine so grosse Rolle, wenn es nicht weit in die OP Indikation hineingehen sollte.
Und der scheinbar weit streuende Normalwert einer Kyphose ist sicherlich auch unter dem Aspekt zu sehen, ob hier wohlmöglich eine reine Statistik dahintersteht, wie Maestro es angedeutet hat.
Wenn ich mir vorstelle, wie wenig Orthopäden die Hyperkyphose ernst nehmen, könnte ich mir gut vorstellen, dass da hohe Grade mit erfasst werden, ohne dass der Parameter Schmerzen mit eingeht.
Diese muss man ja sowieso ertragen oder es wird gleich mit Schmerzmittel gearbeitet, wenn man nicht einen Bandscheibenvorfall o.ä. findet.


Gruss
Klaus
lego

Beitrag von lego »

Sicher geht es bei der Festlegung des Kyphose-Normbereichs um Statistik; aber wie will man den Normbereich anders ermitteln als durch Auswertung einer großen Anzahl von beschwerdefreien und organisch unauffälligen Wirbelsäulen.
Jedenfalls ist es offensichtlich schwierig, für die Kyphose genaue Normwerte zu nennen, da es eine starke Streuung gibt. Das erklärt vielleicht, warum ein Großteil der Orthopäden bei Erwachsenen einen Kyphose-Winkel zwischen 40 und 50 Grad als grenzwertig und nicht per se behandlungsbedürftig ansieht.
Ob es Beschwerden gibt oder nicht, ist ja nicht vom Winkel allein abhängig.
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Beitrag von Klaus »

lego hat geschrieben:Jedenfalls ist es offensichtlich schwierig, für die Kyphose genaue Normwerte zu nennen
Mag in der Theorie so sein, aber für die Praxis würde ich von den "niedrigsten Normwerten" ausgehen.
Ob es Beschwerden gibt oder nicht, ist ja nicht vom Winkel allein abhängig.
Das ist richtig, nur wenn es Beschwerden gibt, sollte vom Orthopäden die Hyperkyphose auch als mögliche Ursache gesehen werden.
Und die Leute gehen doch in wenigsten Fällen zum Orthopäden, weil sie keine Beschwerden haben!

Die Erfahrungsberichte hier im Forum zeigen ganz deutlich, dass Beschwerden erst viel später kommen können, zu einem Zeitpunkt, wo eine optimale Therapie nicht mehr ganz so gut möglich ist.

Schon deshalb würde ich vorbeugend alles tun, um dies zu verhindern!
Auch wenn es Leute gibt, die bei Skoliose/Kyphose über die Jahre keine Beschwerden gehabt haben und es möglicherweise nie haben werden.

Gruss
Klaus
Marco74

Frage zu den Bildern

Beitrag von Marco74 »

Ich habe mal eine Frage zu den Bildern oben: Wieso sieht denn das so unnatürlich aus, wenn er versucht sich aufzurichten? Ich habe nämlich ein ähnliches Problem, auch bei mir sieht es total seltsam aus, wenn ich mich versuche gerade hinzustellen. Müssen wir denn - wenn wir gerade sein wollen - rumlaufen wie Orang-Utans? Oder hat das damit etwas zu tun, das wir die Wirbelsäule irgendwie nicht richtig bewegen können (nicht richtig "gegenhalten" könne) und sich somit beim Aufrichten auch der Oberkörper "unnatürlich" nach vorne bzw. oben bewegt? Die Frage beschäftigt mich schon seit längerem, weil auch ich bei der KG manchmal gar nicht in den Spiegel gucken will deswegen... Ich bin gespannt auch Eure Antworten!

Viele Grüße und schon mal vielen Dank, falls jemand antwortet!
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Beitrag von Klaus »

Marco74 hat geschrieben:Wieso sieht denn das so unnatürlich aus, wenn er versucht sich aufzurichten?
Also das sieht nach einem Glockenthorax aus, der sich durch das Herausschieben des Brustkorbes (Korrektur des Rundrückens) und das Reinziehen des Bauches (Korrektur des Hohlkreuzes) bildet.
Hier ist nach meiner Meinung sowieso Schroth KG in spezieller Form nötig, die auch die Streckung nach oben berücksichtigt, um da einen gewissen Ausgleich insgesamt zu haben.
Möglicherweise hilft auch ein entsprechendes Korsett.

Bei einem Rundrücken/Hohlkreuz kommt so etwas nicht automatisch vor.
Während meiner REHA habe ich nur einen gesehen, der auf mich auf den ersten Blick wie ein Bodybuilder aussah, aber auf dem zweiten Blick....
weil auch ich bei der KG manchmal gar nicht in den Spiegel gucken will deswegen...
Welche Art von KG?

Gruss
Klaus
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