Klaus hat geschrieben:Deswegen sollte nach meiner Meinung jede Hyperkyphose als nicht normal gesehen werden und bei Beschwerdefreiheit zumindest vorbeugend etwas getan werden.

OK, so sehe ich es auch. Wollte mit meiner von Dir zitierten Aussage eher folgendes ausdrücken: Ich denke, daß nicht jede Wirbelsäule "geradegebogen" werden muß.
Rainer hat geschrieben:Anne hat wahrscheinlich ohne es zu ahnen ein ethisch heißes Thema angeschnitten:

Denke ich eigentlich nicht, und fände eine derartige Ethikdiskussion in diesem Forum fehl am Platz.
Es gibt Krankheitsbilder, die solche Diskussionen viel eher rechtfertigen als Wirbelsäulendeformitäten. (Habe mich ausführlich mit dem Thema "Erbkrankheiten" beschäftigt, weil ich selber betroffen bin.)
Ich meinte nur das, was Maestro wie folgt beschrieben hat:
Ob durch die Tätigkeiten in unser Heutigen "Modernen" Zeit die Hyperkyphosen und Hyperlordosen % zu nehmen oder nicht ist eine intresante Frage die es zu beleuchten gilt.

Und da kann ich mir vorstellen, daß das gar nicht so einfach ist, u.a. weil es eben
sehr viele Tätigkeiten und Haltungen gibt, die eine Krümmung der Wirbelsäule verstärken können – und zwar auch schon
vor dem Schreibtisch-Zeitalter –, und weil früher nicht in dem Maße auf Wirbelsäulenverformungen geachtet wurde, wie es heute getan wird; zwar fielen immer mal wieder Leute auf, weil sie besonders "krumm" oder "verkrüppelt" waren, aber häufig wurde dies nicht als Krankheit betrachtet (sondern z.T. sogar mit schlechten Charaktereigenschaften in Verbindung gebracht).
Vielleicht läßt uns in Wirklichkeit nur die zunehmende
Sensibilisierung für solche Erkrankungen denken, daß sie zunehmen? Wäre auch möglich.
Rainer hat geschrieben:Das setzt die Effekte des Darwinismus mehr und mehr außer Kraft und führt langfristig in der Tat zu einem höheren Anteil von Wirbelsäulenerkrankungen in der Gesamtbevölkerung.

Das wäre erst noch nachzuweisen!!
Für mich ist eine solche Schlußfolgerung nicht selbstverständlich.
Gerade was die Partnerwahl (und die ist ja meist Voraussetzung dafür, daß es Nachwuchs gibt) angeht, läuft vieles im Unterbewußtsein ab. So ziehen z.B. auch in unserer Zeit viele Frauen solche Männer, die einen tollen Körperbau haben, anderen Männern vor – auch wenn sie dies nicht immer zugeben. Und Männer stehen i.A. eher auf "wohlgeformte" Frauen als auf solche, die deutlich "krumm" sind. Außerdem wirken Menschen, die in irgendeiner Form krank sind, oft unsicher oder sind sogar deutlich psychisch angeschlagen, und meist macht sie das für "andere Geschlecht" (egal welches) nicht gerade attraktiver. Selbst wenn eine Korrektur stattfindet – z.B. durch ein Korsett –, kann dies psychologische Auswirkungen haben (so werden z.B. Kinder und Jugendliche, die ein Korsett tragen, von anderen häufiger ausgegrenzt oder sogar gemobbt. ...
Zwar können sich die Kriterien, nach denen selektiert wird, ändern, aber es findet
immer in irgendeiner Weise eine Selektion statt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Darwinismus
Dieser Aspekt gilt jedoch fast überall in der Medizin und ist u.a. Grund dafür, daß wir ständig steigende Ausgaben für unseren gesundheitlichen Erhalt haben.

M.E. gibt es andere Gründe, die wesentlich stärker zu den steigenden Gesundheitsausgaben beitragen...!
BZebra hat geschrieben:Mensch und Technik sind Eins!
OK – solange das nicht heißt, daß ich mir einen Chip implantieren lassen muß.
VG, Anne