- Skolinale am 12.12.2007 -
„Konservative und operative Behandlung der juvenilen Skoliosen“ hieß der Vortrag von Dr. Holger Mellerowicz, Chefarzt der Skoliosesprechstunde Helios Klinikum Emil von Behring, Berlin während des Dezembertreffens unserer Selbsthilfegruppe.
Ich habe gerade nicht genug Zeit um einen ausführlichen Bericht von unserer Veranstaltung zu schreiben; so wie es doch Vielen hier gelingt. An dieser Stelle: alle Achtung den Berichterstattern, die den Zeitaufwand auf sich nehmen und sich in dieser Weise engagieren. Wer es schon mal gemacht hat, weiß was gemeint ist

Mir ist klar, dass ich es heute noch schaffen muss, direkt ein Tag nach der Veranstaltung, den Kurzbericht zu schreiben, sonst bleibt’s liegen; ganz hinten auf der Prio-Liste in der Abteilung „Das mach ich, wenn ich mal Zeit habe“. Da heute Abend eine Weihnachtsfeier ansteht, muss die heutige Mittagspause dafür ausreichen, d. h. ich habe nicht viel Zeit und der Kompromiss ist, dass ich nur in Ausschnitten berichten kann.
Ich versuche es in der Form, dass ich kurze Zitate von gestern einbringe:
„Das hätten wir sonst nicht so geschafft“,
sagten Eltern, über die stationäre Korsettanschulung ihre Kinder. „Es ist nun mal nicht so, dass man ein Korsett anzieht wie ein Kleidungsstück.“ Die Korsett-Eingewöhnung kann mit fachlicher und liebevoller Unterstützung und Betreuung, und vor allem mit stufenweise Korsettdruckeinstellung durch den Korsettbauer stationär sehr gut eingeführt werden. So ist die stationäre Korsettanschulung im Helios Klinikum Emil von Behring eine erfolgreiche und erprobte Variante zur Korsetteingewöhnung.
„Weil sie Ahnung haben“ ,
war die ganz schlichte Antwort von Klaus Nahr (Korsettbauer und Leiter der OT-Werkstatt im Helios Klinikum Emil von Behring) bezüglich der skolioseerfahrenen Orthopäden, die keine pauschale Korsettverordnung bei Erwachsenen Patienten vornehmen.
Seiner Meinung nach, die z. B. auch der Aussage von Dr. Steffan während des Symposiums 2007 in der Asklepios Klinik in Bad Salzungen gleicht, muss bei Erwachsenen bei der Korsettbehandlung differenziert werden. Es gibt durchaus erwachsene Patienten und Einzelfälle, die in bestimmten Fällen von einer Korsettbehandlung profitieren, eine pauschale Korsettverordnung bei Erwachsenen (nach dem Motto, wir probieren es aus) ist jedoch nicht angebracht.
Schade nur, dass Orthopäden (hier sind ja die Skolioseerfahrenen gemeint), die zu diesem Thema differenzieren und nicht pauschal bei erwachsenen und ausgewachsenen Skoliose-Patienten eine Korsettversorgung befürworten, teilweise von Laien als skoliose-unkompetent dargestellt werden.
„Dreidimensional“ ,
diesen Begriff hat Dr. Holger Mellerowicz während seines Vortrags immer wieder gebraucht. Dreidimensional ist die skoliotische Krümmung und genau so muss die Behandlung ausgerichtet werden. Hier ist selbstverständlich die Korsettbehandlung (kein Reinpressen, sondern aktive Korrektur – mit Druck & Ausweichräumen im Korsett lernt der/die Patient/in sich aus der Krümmung rauszubewegen) aber auch die Operation gemeint.
Unabhängig von dem Vortrag von Dr. Mellerowicz, haben wir in unserer SHG eine junge Mutter, die mit 18 J. „bolzengerade“ operiert wurde. Wg. Beschwerden musste nach ein Paar Jahren eine weitere OP durchgeführt werden, die die Wirbelsäule mehr in die natürliche Form gebracht hat; seit 6 Jahren ist die Patientin beschwerdenfrei und wenn man die Vorher/Nachher-Bilder sieht, ist der Unterschied in der Körperform gut zu sehen.
Anschließend möchte ich noch sagen, dass es ein sehr gelungener Abend war.
Die Erkenntnis, dass Fachvorträge in solchen Rahmen (SHG) nur dann einen Mehrwert haben, wenn sie mit einer anschließenden Fragerunde organisiert werden, hat sich wieder mal bestätigt. Auch die Tatsache, dass während des Vortrags Herr Dr. Mellerowicz kurze Zwischenfragen zum besseren verstehen zugelassen hat, ist sehr gut angekommen.