Hallo Diana,
Sorry für die Verspätung, aber das Forum bringt mich im Augenblick zum Nachdenken und zu entsprechenden Posts an anderen Stellen.
Diana hat geschrieben:Bis Du nun mit Korsi schmerzenfrei; und konntest Du schon eine Korrektur erreichen? Wie lange trägst Du schon das Korsett und wieviel Stunden am Tag?
Ich trage kein Korsett, nachdem ich eine ganze Weile mit mir selbst

und anderen darüber diskutiert habe.
Das liegt auch daran, dass ich nur geringe Schmerzen habe, die bezüglich Lebensqualität weniger stark zu bewerten sind, als ein Korsett, dass für mich doch einen erheblichen Eingriff bedeutet.
Ich habe übrigens 50 Grad!
Natürlich bin ich sehr interessiert daran, wie Du damit zurecht kommen wirst, zumal ja wohl nur ein "kurzes Korsett" nötig sein wird.
Bei mir haben sich Spangen zwischen verschiedenen Wirbelkörpern gebildet, die der Körper sozusagen als Nothilfe benutzt, um zu stabilisieren. Ich habe zwar noch eine hohe Beweglichkeit, aber es gab hier eine kontroverse Diskussion darüber, inwieweit ein Korsett durch Aufbrechen von Strukturen (bei mir eben diese Spangen) eher Schaden anrichten könnte, wenn man das Korsett mal nicht tragen kann oder will.
Das ganze hängt aber sicherlich auch sehr vom Alter eines Erwachsenen ab. Lass Dich bitte davon nicht irritieren!
Diana hat geschrieben:Welche Übungen nach Schroth kannst Du mir denn empfehlen?
Die Frage wird ständig gestellt und wir müssen immer wieder sagen, dass man so etwas nur in einer REHA lernen kann.
Speziell bei Kyphose und erst recht bei der seltenen Sitzkyphose sind die meisten ambulanten Schroth-Therapeuten überfordert.
Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ich vor der REHA so einige falsche Übungen bei meiner Therapeutin gezeigt bekommen habe. Es gibt dort zwar 3 Schroth-Therapeutinnen, aber viel zu wenig Kyphose Patienten, die dann auch speziell fordern können.
Nach der REHA hat sich die Therapeutin ganz schnell Kopien von meinen Übungen gemacht, ein Durchlauf zur Kontrolle und zu Detailklärungen und weiter habe ich alles zuhause gemacht.
Ist für eine Praxis sicherlich eine gute Möglichkeit, die Kompetenz zu erweitern, aber mir wurde ja von der Therapeutin gesagt, dass ich eigentlich keine REHA brauche. Schlimm!!
Du bist jetzt in einer besonderen Situation, die eine REHA erst mal nicht so schnell zulässt.
Grundsätzlich solltest Du darauf achten, dass Du die richtigen sogenannten Beckenkorrekturen erklärt bekommst.
Dann sollte alles nach dem Prinzip gehen, dass die Kyphose nach innen korrigiert wird und Hyperlordose nach aussen.
Da Schroth mit Reissäckchen als Unterlagerung arbeitet, diese aber wohl in den Praxen nicht angeboten werden(?), sind Übungen in Bauchlage mit Gurten besonders effektiv. Dabei wird der Körper insgesamt gestreckt, was gleichermassen auf Kyphose und Hyperlordose wirkt, ohne dass man dabei Fehler machen kann.
Kyphose und Hyperlordose auf so einer kurzen Strecke ist eine Herausforderung!
Ich möchte jetzt nichts weiter dazu schreiben, bevor Du nicht grundlegend informiert bist.
Das Ganze ist sehr auf Körpergefühl angelegt, was man erst mal erarbeiten muss. Deswegen brauchst Du mindestens 3x6 Behandlungen, um eine Vorstellung von Schroth zu bekommen. Gelernt hast das in der Zeit aber nicht! Der entsprechende Orthopäde sollte die Notwendigkeit "der Verordnung ausserhalb des Regelfalles" erkennen, sonst bringt Dich das nicht weiter.
Eine REHA ist aber dann, wenn es passt, dringend erforderlich.
Gruss
Klaus