ich habe heute von meiner Hausärztin die Diagnose Skoliose bekommen und war schockiert. Allerdings traf es mich nicht völlig unerwartet, gestern abend vor dem zu Bett gehen, habe ich selbst im Spiegel entdeckt, dass ich krum da stehe.
Aber nun von vorne
Ich bin 26 Jahre alt.
Ich habe gelesen, das einige der Leute hier, vorher Sichelfüsslein als Säuglinge hatten, nun die hatte ich angeblich auch und sie wurden nur mit Massage behandelt.
Als Kind und Jugendlicher hatte ich keinerlei orthopädische Probleme.
In der Oberstufe, also so mit um die 18 Jahre habe ich mir bei einem Nebenjob im Altenpflegeheim mal an einer locker 100kg Oma, die kein bisschen mitgeholfen hat und in den Rolli gehieft werden musste, ordentlich den Rücken verhoben. Ich hatte tagelang Schmerzen aber die gingen wieder weg. Ich nehme an, dass es was in Richtung Bandscheibenvorwölbung oder so war. Aber das ist so lange her, dass es nicht mehr nachvollziehbar ist.
Nun die letzten Jahre hatte ich eigentlich nur ganz selten mal leichte Rückenschmerzen, wenn ich lange sehr schwere Taschen getragen habe. Z.B. wenn ich doofe Nuss x-Bücher meinte zum Lernen mit in die Uni schleppen zu müssen.
Jetzt in der Schwangerschaft fingen allerdings richtige Rückenschmerzen an. Schon ganz früh. Ich glaube es war schon im 2. oder 3. Monat. Mein Frauenarzt meinte das wäre ganz normal. Die Bänder würden sich lockern und das würde irgendwie aufweichen/aufquellen oder so und wäre eine physiologisch völlig normale Vorbereitung des Körpers auf die Schwangerschaft und die Geburt. Na toll. War tierisch unangenehm. Ich hatte noch eine wichtige Prüfung vor mir und konnte kaum eine Stunde am Schreibtisch sitzen. Allerdings besserte sich das im Verlauf der Schwangerschaft hin- und wieder auch. Teilweise hatte ich auch Ischialgien während der Schwangerschaft und hatte dann Probleme zu laufen. Aber da das ja angeblich (laut Frauenarzt und Hebamme - unabhängig voneinander) ganz normal seie, habe ich gar keinen Orthopädenbesuch in Erwägung gezogen.
Die Geburt lief realtiv normal. Wehen ab 22:30 abends, nachts dann gegen 2 ins Krankenhaus. Diverse nicht wirklich potent wirkende Schmerzmittel (unter anderen Tramal - nie wieder - Höllenzeug) und dann um 7 Uhr morgens endlich die PDA - ich war völlig fertig, unterzuckert, hab kaum noch die Augen aufbekommen, nur noch, wenn die Wehen akut kamen und nach einer Zuckerlösung und der PDA und dem Wehentropf, ging dann alles schön schnell und um 9:30 war meine kleine Sonja da und ich um 3 tolle Dammrisse reicher geworden.
Naja, auf jeden Fall fühlte ich mich total fit und bin noch abends aufgestanden und schon 2 Tage später nach Hause gegangen. Dort habe ich mich geschont, mein Mann hatte Urlaub genommen und kümmerte sich um unsere Tochter und um mich.
Eigentlich hatte ich das Gefühl, das alles perfekt seie. Aber als dann die Rückbildungsgymnastik anfing stellte ich erstmal fest, dass da überhaupt keine Kraft mehr ist, nicht im Rücken, nicht im Bauch, auch in den Beinen nicht, ich war völlig unfähig mich auch nur einen Milimeter hochzudrücken bei den Liegestützen und auch sonst merkte ich, da ist null Körperspannung da. Trotzdem habe ich tapfer die Übungen so gut es ging gemacht und hatte jedes Mal tierische Rückenschmerzen schon während des Trainings. Nach 5 von 7 Terminen brach ich das Ganze vorerst ab. Die Schmerzen waren weg und ich doofe Nuss reduzierte meine sportlichen Aktivitäten auf das Spazierengehen mit der Kleinen im Kinderwagen. Das Tragetuch hatte ich nur die ersten Wochen benutzt, sie wurde mir dann doch zu schwer irgendwann.
Und jetzt kam der Hammer. Am Freitag mittag merkte ich Rückenschmerzen als ich meine Maus ein paar mal aus dem Laufstall hochgehoben hatte und hielt das erstmal aus. Ich dachte ich hätte mich nur etwas verhoben. Dann aber wurden die Schmerzen über das Wochenende stärker und gestern (Montag) habe ich mir einen Termin bei meiner Hausärztin für heute (Dienstag) geben lassen.
1) wegen der Rückenschmerzen
2) wegen dem mir doch nicht so normal vorkommenden Haarausfall (hatten zwei Freundinnen von mir auch nicht gehabt...und so extrem, dass man Geheimratsecken bekommt, das kam mir eher krankhaft vor)
Nun. Abends meinte mein Mann dann allerdings, dass mein Rücken komisch aussehen würde.
Ich guckte im Bad in den Spiegel - nackig natürlich. Und dann kam der Schock. Tatsächlich. Ich stand schief da. Die rechte Hüfte steht höher als die Linke, der Oberkörper scheint wie nach links verschoben, irgendwie ist mein Körper nicht mehr im Lot, sondern ich stehe merkwürdig verdreht da.
Ich habe meinen Mann gerufen und erbestätigte mir, was ich sah, ich würde schepp dastehen.
Also suchte ich schonmal Infos und wurde schnell fündig, Skoliose. Die halbe Nacht lag ich wach, zweifelnd, heulend mit einer riesigen Angst. Ich hatte nicht viele Infos gefunden und wusste nicht, was nun auf mich zukommen würde.
Ich weiss es noch immer nicht... .
Naja und heute die Hausärztin hat es auch sofort - ohne das ich das Wort Skoliose erwähnte - erkannt und mich erstmal gründlich untersucht. Ihr ist es ein Rätsel. Sie hat mich zum Orthopäden weiterverwiesen.
Ich habe mir für morgen (Mittwoch) einen Notfalltermin geben lassen.
Hat jemand so etwas schonmal mitbekommen. Die meisten Beiträge die ich hier beim Überfliegen gesehen habe, scheinen von Leuten zu sein, die das, so wie ich es auch gelesen hatte, schon in der Kindheit oder als Jugendlicher diagnostiziert bekommen haben.
Nun ich bin gespannt auf den Orthopäden, habe jetzt einfach irgendeinen genommen, der schnell Zeit für mich hatte und mir hoffentlich helfen kann und Krankengymnastik oder so verschreibt.
Welche Erfahrungen habt ihr mit Osteopathen gemacht?
Ich bei Google mit der Suche "Skoliose nach der Schwangerschaft" gleich diese Krankengeschichte hier gelesen: http://www.skoliose-op.info/meine_skoliose.html in dem die Patientin von ihrem Osteopathen schwärmt. Darin ist auch ein Link angegeben von einem Osteopathen, der bei mir um die Ecke seine Praxis hat: http://www.hirzig.de/10700.html.
Nun überlege ich mir, ob ich nicht gleich dort auch einen Termin ausmachen soll. Auch wenn es meine Kasse nicht zahlen sollte (sicherlich nicht) - ich will wieder gesund werden.


