P.S.: Das ultralange Posting braucht hier niemand zu lesen, ist an Bommenate gerichtet und wenn sie es nicht liest, ist es auch nicht schlimm.
Hallo Bommenate,
Ständig lese ich hier wie toll und schmerzlindernd die Korsette sein sollen...... wie viel Schmerzen muss man ertragen, um zu diesem Punkt zu kommen???????????


Quäle dich nicht bis aufs Blut. Es ist VÖLLIG normal, wenn du immer wieder schlechte Korsettphasen hast. Man schafft das unmöglich, dass man das Korsett an jedem Tag länger als am Vortag tragen kann. Sehr oft spielen auch andere Faktoren eine Rolle, z.B. Arbeiten, die man nebenher zu erledigen hat, Beruf, Kinder, Haushalt,... und wenn man seelisch angeschlagen ist oder in einem anderen Bereich Schmerzen hat (z.B. Kopfweh), wirkt sich das auch auf die Tragezeit aus. Selbst das Wetter (z.B. Fön, Schwüle) und schlechte Zimmertemeperaturen spielen eine Rolle. Ich habe auch hin und wieder schlechte Tage, die sind normal und gehören dazu.
Heute bekam ich Besuch von einer Freundin, fuhr mit ihr in die Stadt und danach wollte ich eigentlich wieder ins Korsett. Aber ich habe mich mit dem Essen etwas übernommen (dabei waren es nur eine Tasse Schokolade und ein Stück Käsekuchen), so dass ich mir das Korsett doch lieber nicht antun wollte, weil ich heute eine stressige Aufgabe zu erledigen habe. Ich gehe heute erst ins Korsett, wenn ich ins Bett gehe. Dafür trug ich es gestern fast nonstop.
Wie konntest du schon von Anfang an soooo lange Tragezeiten ertragen???
Und ich habe gestern in meinem Thread den Anfang gelesen und mich gewundert, dass ich am Anfang nicht länger als vier Stunden durchgehalten habe.

Für mich heute völlig unvorstellbar.

Ich habe ganze 18 Tage gebraucht, bis ich auf 23,5 Stunden kam.

Ich war gestern überrascht darüber, dass es doch "so lange" gedauert hat, obwohl ich weiß, dass das unheimlich schnell war.
Vielleicht bin ich ein anderer Schmerztyp als ihr und vielleicht sind meine Schmerzen nicht so stark wie eure? Ich habe Erfahrungen mit Schmerzen und habe es mir angewöhnt, sie in "erträglich" und "unerträglich" einzuteilen.
Die Schmerzen, die ich hatte (durch stetig wachsende Narbenkeloide an Zehen und Fußsohlen und in Folge dessen Blasen, die das Wachstum der Keloide weiter ankurbelten), lassen sich nicht wirklich behandeln und ich habe mir gesagt, bevor ich mein Leben von diesen Schmerzen versauen lasse, versuche ich, sie zu akzeptieren und mein Leben zu genießen.
Heute Nachmittag (ich habe extra auf´s Mittagessen verzichtet

) habe ich es super gut zumachen können. Nach einiger Zeit hatte ich das Gefühl, dass die Beckenknochen nicht richtig sitzen und nach 50 Minuten musste ich es ausziehen.
Liebe Bommenate, ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich in der Anfangsphase nicht von guten Phasen täuschen lassen soll. Wenn es dir die ersten 10 Minuten gut geht, heißt das noch lange nicht, dass es dir in einer halben Stunde auch noch gut geht. Deshalb würde ich das Korsett am Anfang wirklich lockerer einstellen bzw. die Tragezeit kürzer halten (bei Kyphose). Die Tragephasen würde ich mit dem Alltag irgendwie abstimmen.
Wenn ich an meinem Arbeitsort echten Stress hatte, schaffe ich es auch oft genug nicht, mir das Korsett nach der Arbeit sofort wieder anzuziehen.
Ich bin am Montag mit dem aufpelottierten Korsett heimgefahren, Einstellung bei den Strichen, und ich dachte, YEAH, super, ich bin nicht zurückgefallen. Ich ging abends ins Bett und 5 Stunden später wachte ich mit GRÄSSLICHEN JAHRHUNDERTSCHMERZEN auf. Das war bei mir noch die ersten Nächte so. Und auch heute hatte ich mit leichten Lendenschmerzen zu kämpfen, aber sie werden immer besser.
Als Korsett-Neuling musst du herausfinden, welche Fehler du nicht machen solltest, wann du am besten eine gute Tragezeit erreichst. Bei mir hat das lange gedauert, vielleicht 2 Monate. Kein Tag war wie der andere und das ist auch heute noch so. Aber heute kenne ich meinen Körper und ich weiß, wie mein Trageverhalten negativ oder positiv beeinflusst wird.
Mich ägert auch, dass hier so viel liegen bleibt, wenn ich das Korsi anhabe und die Hausarbeit nicht im Korsi erledigen kann.
Ja, das ist ein besonderes Problem, wenn man Haushalt zu erledigen hat, einen Beruf ausübt, Kinder hat... selbst das Gassigehen mit dem Hund wird zur Tortur. Ich habe es in der Anfangszeit sooo sehr vermisst, unsere Hunde einfach streicheln zu können, weil ich mich nicht bücken konnte. Das ist heute kein Thema mehr.
Hiermit bringe ich noch mal meine tiefste Bewunderung für alle Teenies zum Ausdruck, die mit Korsett in die Schule o.ä. müssen.
Das ist KEIN Problem, wenn man die Eingewöhnungsphase erst mal geschafft hat. Ich finde Sitzen, Zuhören, Schreiben als Korsettträgerin äußerst bequem. Da sind Hausfrauen viel mehr zu bewundern - Kochen, Geschirr abspülen und abtrocknen, einräumen, schwere Töpfe und Pfannen tragen, staubsaugen, Boden und Fenster putzen, Wäsche sortieren, aufhängen, bügeln...
Ich sage es mal brutal, korsetttragende Teenies haben es bei der Eingewöhnung objektiv betrachtet viel leichter als Mütter (abgesehen von der psychischen Belastung, ein Korsett tragen zu müssen). Anstrengend ist aber eventuell der Schulweg.
Ich habe als Führerscheinbesitzerin meine Klassenkameraden immer gedanklich gelyncht, wenn sie mir die Parkplätze direkt an der Schule wegnahmen.
Einen schönen Samstag noch
DIR AUCH!
Mein Posting ist lang geworden, als Trost für deine Qualen.
Dalia