erstmal hatte ich nicht das Gefühl mich in die Diskussion eingeklinkt zu haben.
Der Ursprung lag in dem Beitrag, der jetzt Ot Diskussion Rahmouni,Nahr Püttmann heißt.
Leider läßt es sich manchmal nicht vermeiden, das es in andere Beiträge überschwabt.
Grundsätzlich gebe ich Dir recht.
Selbstgemachte Erfahrungen sind die ,die man am besten nachvollziehen ,erkennen und überprüfen kann.
Aber Bücher und in den von mir angeführten ,zeigen eben ein Bild in dem es um viele Betroffene mit Skoliosen geht.
Das kann Hilfe sein für die Betroffenen,zu wissen das es vollkommen normal ist,was in den verschiedenen Phasen der Entwicklung abläuft.
Keiner ist passiv, auch nicht die Jugendlichen die mit der Skoliose und der Therapie konfrontiert werden.
Anfangs gelähmt und geschockt.
Läuft wie ein Film ab.
Ich bekomme eine Korsett,was kommt auf mich zu?
Diese Frage ist nicht nur hier im Forum sehr oft gestellt worden.
Die Schule und die MItschüler stellen ein Problem dar.
Keiner, weder die selbst Betroffenen oder die Eltern wissen was zukünftig
passiert.
Und das eben in einer Phase ,wo die Teens mit ganz anderen Dingen zu kämpfen haben.
Entwicklungmäßig vollkommen normales Verhalten.
Das kann man an seinem eigenen Kind ,an den Freunden und Klassenkameraden sehen .
Das hört man von anderen Eltern,wos genauso läuft und das kann man nachlesen.
Und ich kenne es aus meiner eigenen Pupertät,obwohl diese nun wirklich schon eine Weile her ist.
Die Pupertät ist die Zeit ,der enormen Veränderungen,körperlich wie seelisch.Die Reifezeit.Aber das ist ein langer Prozess.
Aber normaler Weise wenn alles" glatt" läuft hat man einige Jahre Zeit sich zu entwickeln.
Bei kranken Kinder und auch wie in dem Fall der korsettversorgten Skoli -Kids,werden sie gezwungen,ein Stück weit schneller erwachsen zu werden.
Und diese Einsicht der Notwendigkeit, die Behandlung straff durchzuziehen
fehlt in der Regel.
Weil sie noch garnicht gereift ist.Nicht weil sie dumm sind oder unintelligent.
Es ist ein Kummer für die Kids ,wenn die Jeans nicht richtig sitzt,wenn man dieses oder jenes Kleidungsstück nicht einfach beim Shopping mit der Freundin ,von der Stange kaufen kann.
Es ist ein Stück Leid ,wenn sie ausgerenzt werden,wenn sie Angst vor ihren Klassenkameraden haben.
Wenn sie im Sportunterricht ,unter Umständen nicht alles mitmachen können.Anders sind.
Wenn sie bei 35 Grad in ihr Korsett mit Korsetthemd "schlüpfen" und noch etwas drüber ziehen müßen.
Es sind so viele Dinge ,die das Leben der Betroffenen verändern.
Und das alles läuft ja neben der sowieso schon" schwierigen" Zeit ab.
Die Schule stellt hohe Anforderungen ,der Körper verändert sich, der Stimmbruch oder die Menses stellt sich ein.
Es ist nicht leicht.
Im günstigesten Fall,sehen die Betroffenen die Notwendigkeit ein.
Weil viele Menschen versuchen ,immer wieder zu erklären ,warum das so nun gemacht werden muß.Motivieren im besten Fall so ,das es bei den Kids auch ankommt.
Viele Eltern berichten ,nach einem Rehaufenthalt von einer tollen Motivation die ihre Kinder haben.
Sie berichten aber auch das diese ,wenn sie Glück haben nur ein halbes Jahr anhält.
Es ist eben keine Dauerversicherung,wenn diese "Einsicht Phasenweise auftritt.
Es kann sich täglich ändern.
Ich kenne eine Mädchen die ihr Korsett gut angenommen hat,ist eine Skoli so um die 45 Grad.
Hat 2 Jahre mit viel Unterstützung ,gut geklappt.
Dann haben die Eltern das Korsett einen Morgen im Geräteschuppen gefunden.
Was war passiert.
Das Mädel war inzwischen 16 1/2 Jahre und hatte jemanden kennengelernt,der nicht aus ihrer Schule kam und von dem Korsett wußte.
Sie hatte Angst das er sich nicht für sie interessiert ,wenn er das Korsett sieht.
Und zwei Jahre war alles relativ gut gelaufen.
Das sind eben Gefühle,die auf einmal alles wieder auf den Kopf stellen.
Und die ganze Arbeit fing wieder von vorne an.
Und doch ,das ist auch das Bild meiner Tochter,was ich gemeint habe.
Sie ist nicht anders ,als andere in dem Alter.
Und das ist auch wiederum ein gutes Gefühl für mich.
Wenn sie nicht so wäre ,würde ich mir ernsthaft Gedanken machen.
Es läuft" normal "ab trotz der Skoli,
Sie wird Ende des Monats 14 Jahre alt,hat aus meiner Sicht an ihrem Äußeren nichts auszusetzten.(Bis auf die Skolianzeichen)
Sie ist schlank ,hat eine süße Figur,hat dreimal soviele Haare auf dem Kopf wie ich.
Sie geht aus Gymansium,ab Montag sind ja die Ferien vorbei, in die achte Klasse.
War kein leichtes Jahr.
127 Fehlstunden ,war ein ganz schöner Kampf.
Hat nette Freunde ,gute Klassenkameraden.
Trotzdem stören sie die Pickel ,die ich als nicht so schlimm
empfinde,sind aber auch nicht meine ,die sich da auf einmal Morgens mitten auf der Nase zeigen.
(Ich weiß ja das es schlimmere Dinge gibt
Oder ihre Geweberisse auf dem Po und dem Rücken.Sie verblassen langsam ,manchmal vergißt sie diese Streifen ,aber an manchen Tagen
empfindet sie sie wieder als so störend.
Was an dem einen Tag in der Schule gut gelaufen ist,kann morgen schon wieder anders sein.
Da gibt es so viele Dinge,die unabhängig von der Skoli schon nicht einfach sind in dieser Entwicklungphase.
Sprich mit Eltern von pupertierenden Kids.
Es sind überall die gleichen "Probleme"
Ich wäre aus heutiger Sicht froh,wenn es " nur " diese gäbe.
Ich würde genauso wie viele Eltern,wenns möglich wäre, das Korsett für meine Tochter tragen, von mir aus Jahre.
Viele Eltern stossen an Ihre Grenzen ,bei der Motivationsarbeit,wie muss es dann unseren Kindern gehen, die dieses Teil tragen müßen.
Natürlich gibt es immer die Ausnahme von der Regel.
Aber das sind die Ausnahmen.
Wo die Eltern nicht gefragt werden:
Kann ich heute das Korsett auslassen,es ist so warm oder wir machen einen Ausflug,es gibt ja viele Gründe es mal auszulassen
Oder denke bitte an Deine KG und das Phasenweise mehrmals täglich.
Und heute müßen wir dahin oder dorthin ,Du kannst Dich nicht mit Deinen Freunden verabreden.Und das mehrmals die Woche.
Es sind viele Verpflichtungen.
Wenig ungezwungener Freiraum.
Wäre auf der einen Seite toll,wenn die Kids schon die Vernunft und Einsicht von Erwachsenkorsettträgern hätten.
Wäre ja vieles einfacher.
Auf der anderen Seite wäre ich als Mutter einer Jugendlichen ,schon sehr verunsichert und würde mir Gedanken machen,wenn sie sich wie ein "Erwachsener"verhalten würde.
Ohne Trotz /Auflehnung /Traurigkeit/Wut/Zorn ect.
Ist auch ein gewisser Trost ,das alles bei ihr "normal "abläuft.
auch wenns die Situation nicht leichter macht.
Es wird sehr viel Vernunft und Einsicht gefordert.
Von allen Beteiligten.
LG
Gruseline
Gaby



trotzdem gut derotiert werden können.