Kyphoskoliose und nü??

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magdalena
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Kyphoskoliose und nü??

Beitrag von magdalena »

Hallo,

ich war heute - aufgrund der vor einigen Wochen vom Orthopäden gestellten Skoliose-Diagnose - mit meinem Sohn (13J.) beim Röntgen.
Den schriftlichen Bericht hab ich noch nicht, aber nach einigen Blicken auf die Wirbelsäulenganz-und Seitenaufnahme meinte der Arzt, dass es sich um eine Skoliose unter 10° und eine Kyphose von ca.30-40° handelt. Genau gemessen hatte er allerdings noch nicht. Die genauen Gradzahlen hab ich daher wohl erst, wenn er mir den Bericht zuschickt.
Ich war natürlich erst mal erleichtert, dass nicht von 20 oder mehr Grad Skoliose die Rede war. Auf meine Nachfrage, ob die Kyphose denn mit KG zu verbessern wäre, sagte er, dass dem so sei, KG aber intensiv über längeren Zeitraum nötig sei -
Eine Verordnung über 6x KG hat er uns mitgegeben.
Nachdem ich das Gefühl hatte zuwenig gefragt zu haben (n. der Erleichterung über den geringen Skoligrad und 4 Stunden Wartezeit mangelte es mir an Aufmerksamkeit :/ ), hab ich im Forum noch mal alles über Kyphoskoliose und Kyphose gelesen, was ich finden konnte.
Und aus dem Gelesenen haben sich nun ein paar Fragen ergeben:

Sollte ich mich, auch bei geringem Skoliosegrad, aber nicht geringem Kyphosegrad auf die Suche nach einem Schroth-Therapeuten machen, oder gibt es auch andere KG-Therapien, die helfen ?
Wenn Schroth nötig ist, sollte Sohni dann in die Reha, weil es ambulant nicht zu erlernen ist?
Ab welcher Abweichung von dem altersgemäßen Kyphosegrad ist welche Maßnahme überhaupt angesagt, bzw. zu rechtfertigen?
Kann die weitere KG vom Kinderarzt verschrieben werden?

War jetzt vielleicht alles etwas wirr, aber ich hoffe doch, dass einigen hier dazu etwas einfällt.

Viele Grüße

Magda
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Toni
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Re: Kyphoskoliose und nü??

Beitrag von Toni »

magdalena hat geschrieben:Sollte ich mich, auch bei geringem Skoliosegrad, aber nicht geringem Kyphosegrad auf die Suche nach einem Schroth-Therapeuten machen, oder gibt es auch andere KG-Therapien, die helfen ?
Ichhabe noch nie was über Vojta gegen Kyphose gelesen oder gehört.
SCHROTH ist eindeutig von allen KG das effektivste!
magdalena hat geschrieben:Wenn Schroth nötig ist, sollte Sohni dann in die Reha, weil es ambulant nicht zu erlernen ist?
EINDEUTIG JAAAAAAA!!!!!!!!!
magdalena hat geschrieben:Ab welcher Abweichung von dem altersgemäßen Kyphosegrad ist welche Maßnahme überhaupt angesagt, bzw. zu rechtfertigen?

Schroth KG auf JEDEN Fall.
Was ist denn die Ursache? verdacht auf M. Scheuermann? Hat er Scheuermannzeichen im RöBi???
Oder "nur" Haltungsschwäche?
magdalena hat geschrieben:Kann die weitere KG vom Kinderarzt verschrieben werden?
ja. Aber lieber bald in einer reha Schroth lernen. Dann kann auch die Mama korrigieren wenns schön gerade und aufrecht aussieht. Mit KG versuchen, daß es nicht schlimmer wird. Aber bitte nicht das Korsett als Drohung verwenden, sondern als weitere Chance darstellen, die dann greift, wenn die KG nicht ausreichen sollte.
Aber zuerst muss er die aktive Selbstaufrichtung lernen und wie man die Kyphose ausgleicht ohne dabei ein Hohlkreuz zu machen oder den Brustkorb vorzustrecken.
magdalena hat geschrieben:War jetzt vielleicht alles etwas wirr, aber ich hoffe doch, dass einigen hier dazu etwas einfällt.

Viele Grüße

Magda
Nö gar nicht. Das waren sehr klare Fragen!
Gruß Toni
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Mit 13-15 Jahren sollte er "normalerweise" so um 25° Cobb Kyphosewinkel haben.  30 ist noch nicht berunruhigend, es sei denn er hat massive Scheuermannzeichen z.B. Keilwirbel oder Schmorlsche Knoten usw...
Mit 13-15 Jahren sollte er "normalerweise" so um 25° Cobb Kyphosewinkel haben. 30 ist noch nicht berunruhigend, es sei denn er hat massive Scheuermannzeichen z.B. Keilwirbel oder Schmorlsche Knoten usw...
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Chaney
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Beitrag von Chaney »

Hallo Magdalena,

ich würde auch zu einer Reha raten, auch wenn die Verschlechterungstendenz bei der Skoliose möglicherweise gar nicht so hoch ist.

Gruß
Chaney
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magdalena
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Beitrag von magdalena »

Hallo,

Danke für eure superschnellen Antworten.

@Toni

genau die graphische Darstellung der Kyphose in einem deiner Beiträge ließ mich stutzen - hatte gehofft, dass du antwortest ;D
Laut der Kurve sind 25° Grad o.k., aber auch nur, wenn sich der Winkel bis zum 25.Lebensjahr nicht vergrößert...40° wären aber alles andere, als "o.k".
Die Aussage 30-40° ist ja nicht sehr genau. Da ja anscheinend ein paar Grad einen erheblichen Unterschied machen, muss ich jetzt wohl erst mal den Bericht abwarten.
Was ist denn die Ursache? verdacht auf M. Scheuermann? Hat er Scheuermannzeichen im RöBi???
Oder "nur" Haltungsschwäche?
Das wüßte ich auch gern - :rolleyes:
Dazu hat der Arzt nichts gesagt. (Ich hab allerdings auch nicht gefragt :/ )

Ich werd jetzt mal den Bericht abwarten und mich auf die Suche nach einem erfahrenen Orthopäden sowie einem Schroth-Therapeuten machen.

Hier in der Nähe gibt es eine KG-Praxis, die damit wirbt, dass die Chefin vor 14 Jahren eine Schroth-Ausbildung gemacht hat...schaun mer mal
wie man die Kyphose ausgleicht ohne dabei ein Hohlkreuz zu machen oder den Brustkorb vorzustrecken.
Ja, er bemüht sich schon gerade zu stehen, aber streckt dabei den Brustkorb vor.
Aber bitte nicht das Korsett als Drohung verwenden, sondern als weitere Chance darstellen, die dann greift, wenn die KG nicht ausreichen sollte.
Ich werd mich bemühen ;)

Falls er zur Reha muss, wird er bestimmt nicht begeistert sein. Ich finde aber, nach allem, was ich hier so lese, dass er noch verdammt viel Glück gehabt hat und KG kein Grund zum Jammern ist -
Ich glaube auch, dass er das ähnlich sieht. Während wir aufs Röntgen warteten, waren dort auch einige Kinder, die aufgrund von mehrfachen Handycaps sicher nicht die Möglichkeit haben regelmäßig eigenständig KG zu machen... :(

Immerhin hat er seinem besten Kumpel schon empfohlen mal zum Orthopäden zu gehen, weil der 2-3 Stunden täglich beim Klavierspielen den Rücken krümmt...

Also, nochmals Danke und viele Grüße
Ich meld mich, wenn`s was neues gibt

Magda
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Toni
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Beitrag von Toni »

Also Magdalena, wenn es mit 13 Jahren "schon" an die 40° Cobb Kyphosewinkel sind und wenn deutliche Scheuermann-Zeichen zu sehen sind, dann würde ich aus meiner eigenen Lebensgeschichte heute rückblickend sagen: baldige Schroth-Reha und ein gutes Scheuermann-Anti-Kyphose-Korsett.
Das ist bei weitem nicht annähernd so schlimm wie ein Leben mit Buckel und Schmerzen.
das mit dem typisch vorstehenden Brustkorb klingt für mich schon sehr nach Scheuermann! Bitte lass das sorgfältig abklären! den Brustkorb zu raffen und dabei Lordose, Kyphose und das bischen Skoliose auszugleichen das ist SCHROTH für Fortgeschrittene!
Zur Schroth-Reha wollen sie zuerst alle nicht. Aber dann werden aber auch von den Jungs "Rotz und Wasser" geheult, wenn die 3-4 wundervollen Wochen vorbei sind.
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magdalena
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Beitrag von magdalena »

Hallo,

die Röntgenbilder und der Arztbericht sind inzwischen angekommen:

Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich ein Beckengeradstand, eine vermehrte Kyphose der BWS, ein tiefthorakaler Rippenbuckel links.

Die radiologische Untersuchung (Wirbelsäule p.a. im Stehen seitlich)zeigt eine vermehrte Kyphose der BWS (35°) mit teilweise leichtgradiger Keilwirbelbildung und mäßiggradig unregelmäßigen Grund-und Deckplatten.

In der p.a. Aufnahme zeigt sich eine linkskonvexe thorakolumbale Skoliose von 8° nach Cobb.

Diagnose: Kyphoskoliose
Therapievorschlag: Krankengym. Übungsbehandlung
Kontrolle in 6 Monaten

Was heißt denn in dem Zusammenhang "Beckengradstand"?
Irgendwie ausgemessen, ob eine Beinlängendifferenz besteht, wurde er während der Untersuchung nicht -

@Toni

Wofür ist es von Bedeutung,ob es ein Scheuermann ist oder nicht?
Scheint ja einer zu sein -
Auf den Infoseiten meiner KK wird der Ausdruck Adoleszentenkyphose gleichgesetzt mit Scheuermann?! Gibt es Kyphosen ohne Scheuermann?
Und macht das einen Unterschied in der notwendigen Behandlung?

Ich habe zwischenzeitlich Termine bei der Physiopraxis mit ausgebildeter Schroththerapeutin gemacht. Die aus - und fortgebildete Schroththerapeutin praktiziert allerdings nur vormittags, so das mein Sohn mit einer Kollegin Schroth-KG machen soll. Diese mache das aber auch schon seit Jahren und sei auch letztens zur Fortbildung in Sobernheim gewesen. Schaun wir mal, ich berichte ggf.

Ich hab die Praxisangestellte dann gefragt, ob sie wisse, welcher Orthopäde sich auf dem Gebiet auskenne und gegebenenfalls eine stationäre Reha nach Schroth befürworten würde.
Sie nannte mir einen, der viele der Skoliosepatienten zur Schroth KG an ihre Praxis überwiesen hat.
Der ist sogar in erreichbarer Nähe und ich werde dort einen Termin vereinbaren. Welche Fragen sollte ich dem wohl noch stellen?
(abgesehen von möglicher Beinlängendifferenz)


Gruß Magdalena
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