Vergangene Skoliose-OP und Bewerbung um eine Arbeitsstelle

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Antworten
Benutzeravatar
Damien
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 104
Registriert: Do, 26.06.2003 - 21:42
Wohnort: Fürth, Bayern
Kontaktdaten:

Vergangene Skoliose-OP und Bewerbung um eine Arbeitsstelle

Beitrag von Damien »

Hi,

da ich nun in ca. einem halben Jahr mit meiner Ausbildung fertig bin (mich aber laut den Lehrern bereits schon JETZT um eine Stelle bemühen soll) und dann natürlich eine gescheite Arbeit zu suchen gedenke, frage ich mich, ob ich die Skoliose-OP bei der Bewerbung angeben muss, bzw. ob ich meinem Arbeitgeber überhaupt etwas davon sagen muss? Einerseits wäre es vielleicht fair, da die Wahrscheinlichkeit das man öfter oder früher ausfällt als bei anderen doch recht hoch ist, andererseits ist eben genau dies ein Grund, jemanden nicht einzustellen.

Jetzt, da ich noch Jung bin :D geh ich natürlich davon aus, dass ich ohne große Probleme arbeiten kann, bis der Staat meine (bis dahin sicher nicht mehr existente) Rente zahlt, aber mal gesetzt dem Fall, ich bewerbe mich jetzt, erzähle nichts davon, bekomme die Stelle und Falle 10 Jahre später dauernd aus wegen den Folgen der OP oder aber kann garnicht mehr arbeiten, kann ich da dann irgendwelche Schwierigkeiten oder sonstwas bekommen, weil ich die OP bei meinem Arbeitgeber nicht angegeben habe? Ich hoffe, wenigstens die Älteren im Forum, verstehen, was ich meine.
Tu erst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst du das Unmögliche
Benutzeravatar
BZebra
Profi
Profi
Beiträge: 4915
Registriert: Mo, 20.05.2002 - 15:06

Beitrag von BZebra »

Es kann in der Tat so sein, daß Du die OP angeben musst. Aber die genaue Regelung kenne ich nicht:
D.h. bei welchen Tätigkeiten dies genau der Fall ist, an welcher Stelle Du es angeben musst (wahrscheinlich bei der ärztlichen Untersuchung), wann (z.B. auf welche Fragen Du es angeben musst oder von Dir aus) ect. ... ?

So weit ich weiß kann es versicherungstechnische Probleme geben die je nach dem dazu führen können, daß der Arbeitsvertrag als ungültig erklärt werden kann.
Das hätte wohl z.B. Deinen früheren Ausbildungsberuf als Fließenleger betroffen.

Von einer Freundin die operiert wurde, allerdings das schon vor fast 10 Jahren, habe ich gehört, daß sie es wohl angeben musste. Es ging bei ihr um einen Ausbildungsplatz zur Arzthelferin.

Genaueres kann ich Dir aber nicht sagen, würde Dir nur raten Dich genau zu informieren. Nicht wegen Fairness gegenüber Deines Arbeitgebers sondern wegen der Bürokratie.

Ansonsten würde ich sagen geht Deinen Arbeitgeber Deine OP nichts an. Du musst (zumindest in den nächsten Jahren) nicht damit rechnen öfter krank zu sein als andere und wenn, dürfte er Dich deswegen nicht benachteiligen, und daher würde ich sagen benötigt er dieses Wissen auch nicht.

Gruß,
BZebra
Benutzeravatar
SteffiH
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 175
Registriert: Mo, 23.09.2002 - 00:00
Wohnort: Südpfalz
Kontaktdaten:

Beitrag von SteffiH »

Also ich hab bei meinen Bewerbungen nur angegeben, dass ich aufgrund meiner Skoli-OP zu 50% schwerbehindert bin. Das alleine hat für viele Absagen ausgereicht.
Seit 18 Jahren bin ich im Staatsdienst, und wegen meiner Skoli hab ich genau 1 Tag und erst vor kurzem 3 Wochen ReHa gefehlt.
Meine OP war im Okt. 1982.

LG Steffi
Benutzeravatar
Damien
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 104
Registriert: Do, 26.06.2003 - 21:42
Wohnort: Fürth, Bayern
Kontaktdaten:

Beitrag von Damien »

Schwerbehindert bin ich eigentlich nicht, jedenfalls nicht offiziell. Nachdem bei mir soweit ich das weis sämtliche (oder jedenfalls der größte Teil) der LWS noch frei ist und meine bisher einzige Einschränkung halt darin besteht, dass ich keinen richtigen Buckel mehr machen kann (und natürlich auch ein weitaus fortschrittlicheres OP-Verfahren verwendet wurde als zu deiner Zeit), bezweifle ich sogar, dass ich einen Schwerbehinderten-Status überhaupt bekommen würde - davon, dass ich ihn garnicht haben will mal ganz abgesehen.

Ja, genau um die Absagen geht es mir. Ich meine, auf dem heutigen Arbeitsmarkt, wenn man angibt schwere Wirbelsäulen-OP und dass schon in dem jungen Alter, da wird man wohl gleich aussortiert ;(

Eine Ausbildung habe ich ja dann schon, die Untersuchung für Azubis fällt also weg (und der Arzt gibt das auch nicht an den Arbeitgeber weiter, er sagt lediglich geeignet für den Beruf oder nicht).

Zumal ich ja im Bereich Bürokommunikation (Kaufmann) tätig sein werde, jedenfalls wenn ich auch tatsächlich in meinem erlernten Beruf arbeiten werde, ich glaube nicht, dass die Angestellten eines Büros regelmäßig von einem Betriebsarzt untersucht werden, wäre mir neu.

Danke schonmal für die bisherigen Antworten, auch wenn sie mir noch nicht wirklich weitergeholfen haben :(
Tu erst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst du das Unmögliche
Benutzeravatar
BZebra
Profi
Profi
Beiträge: 4915
Registriert: Mo, 20.05.2002 - 15:06

Beitrag von BZebra »

Damien hat geschrieben:Eine Ausbildung habe ich ja dann schon, die Untersuchung für Azubis fällt also weg [...], ich glaube nicht, dass die Angestellten eines Büros regelmäßig von einem Betriebsarzt untersucht werden, wäre mir neu.
Das hängt von der Firma ab. Manche Großkonzerne untersuchen z.B. jeden. Die haben auch die nötigen Kapazitäten und entsprechende Einrichtungen dafür.
Bei Schreibtischtätern geht es denen wohl hauptsächlich um Alkohol, Drogenmissbrauch u.d.G.; um solche Leute von vorne herein auszusortieren.

Berichte hier mal wenn Du mehr weißt.

Gruß,
BZebra
Benutzeravatar
Sabi
Profi
Profi
Beiträge: 1084
Registriert: Fr, 17.01.2003 - 09:40
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Skoliose
Hypermobilität
Spondyloarthritis
Therapie: aktuell Nachtkorsett von Rahmouni
manuelle Therapie
Schroth-KG

Beitrag von Sabi »

Bei uns muss jeder Büroangestellte alle 5 Jahre zum Betriebsarzt.
Ist glaub in den meisten größeren Firmen so üblich.
In der Idee leben heißt,
das Unmögliche behandeln,
als wenn es möglich wäre.
Goethe
Benutzeravatar
SteffiH
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 175
Registriert: Mo, 23.09.2002 - 00:00
Wohnort: Südpfalz
Kontaktdaten:

Beitrag von SteffiH »

Unseren Betriebsarzt hab ich das letzte Mal vor 13 Jahren gesehen - das war vor der Übernahme ins Beamtenverhälnis. Regelmäßige Gesundheitschecks seitens des Arbeitsgebers bzw. Dienstherrn gibt's bei uns nicht.

LG Steffi
Antworten