HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

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SchwarzeSchnecke
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HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo! :halloatall:

Wegen meiner seit einiger Zeit immer wieder auftretenden Schmerzen (nicht von der Kyphose; diese bin ich durch das Korsett losgeworden) im Schulter-Nacken-Bereich sowie an einem Punkt neben der WS (schwache Seite) war ich heute mal wieder bei Dr. Hoffmann. Ich habe zwei neue Diagnosen bekommn:

– HWS-Syndrom
– Triggerpunkt-Neuralgie

Wegen ersterem habe ich nun ein Rezept für Manuelle Therapie bekommen (darf während der nächsten Wochen keine KG machen, auch nicht Schroth) und soll versuchen, meine Schultern nicht so hängen zu lassen.
(Das Korsett hätte diese Funktion zwar auch – aber alle neueren Versuche, es tagsüber wieder zu tragen, mußte ich abbrechen, da ich damit nicht arbeiten konnte.)

Wegen der anderen Sache (immer mal wieder auftretende Entzündungsreaktion wegen sich verkantender Dornfortsätze in der BWS) soll ich ohne Termin in der Praxis vorbeikommen, sobald ich wieder die Schmerzen habe (aktuell habe ich keine). Man würde mir dann etwas spritzen, und möglicherweise würde ich das Problem dann dauerhaft los sein.

:?: Hat von euch auch jemand eine dieser Diagnosen? Habe über die Forumssuche nichts Passendes gefunden.

...Eigentlich hatte ich vorgehabt, wieder um ein Rezept für KG nach Schroth zu bitten. Es hilft bei mir zwar nicht gegen Schmerzen, aber zur Stabilisierung. Dr. Hoffmann überrascht mich immer wieder.

VG, Anne
Ausgewachsen und trotzdem korrigierendes Korsett? - Na klar!

Letzter Korsett-Thread: viewtopic.php?t=20971 • Reha in Bad Salzungen: viewtopic.php?f=9&t=10543 • Hypermobilität: viewtopic.php?f=4&t=21414

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Alex_activitas
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo Anne,

der Begriff "HWS-Syndrom" ist ein Überbegriff für Beschwerden an der Halswirbelsäule. Im eigentlichen Sinne ist es keine Diagnose, denn es wird nicht gesagt, was das Problem tatsächlich ist. Das können z.B. Bewegungsstörungen in einem Segment sein oder auch muskuläre Dysbalancen an der HWS.
Mit dem Rezept für Manuelle Therapie kann der Therapeut dann schauen, was los ist und durch sanfte (!) Behandlungstechniken dem Problem zu Leibe rücken.

Triggerpunkt-Neuralgie
Triggerpunkte sind lokale Museklpunkte an definierten Stellen, die auftreten, wenn in diesem Bereich Störungen/Probleme auftauchen. Es gibt inaktive TrPs und aktive TrPs. Diese können schmerzhaft sein... Eine Neuralgie ist die Umschreibung für einen wörtlich Nervenschmerz (von griechisch neuron und algos). Dr. Hoffmann umschreibt damit wahrscheinlich die Schmerzhaftigkeit der Triggerpunkte.
Therapie der Wahl ist tatsächlich eine lokale Infiltration (Injektion) von bestimmten Substanzen. Dies können Lokalanästhetika sein oder auch - wenn der Arzt homöopathisch ausgerichtet ist - hoöopathische Mittel. Man spricht auch von einer sogenannten "Neuraltherapie".
Damit kann der TrP "beruhigt" werden, so dass die Symptome nachlassen bzw. verschwinden.

Wenn Du noch Fragen hast: einfach melden.

Gruß,
Alex
Alexander Heidrich - activitas - menschen, die bewegen
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SchwarzeSchnecke
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo Alex,

Danke für Deine Antwort.
Alex_activitas hat geschrieben:der Begriff "HWS-Syndrom" ist ein Überbegriff für Beschwerden an der Halswirbelsäule. Im eigentlichen Sinne ist es keine Diagnose, denn es wird nicht gesagt, was das Problem tatsächlich ist. Das können z.B. Bewegungsstörungen in einem Segment sein oder auch muskuläre Dysbalancen an der HWS.
Ich hätte vielleicht ergänzen sollen, daß es sich um Muskelverspannungen im Schulter-Nacken-Bereich handelt, die von meiner schlaffen Körperhaltung (hängende Schultern) herrühren. Mit der HWS an sich ist alles in Ordnung, knacken oder so tut da auch nichts, Beweglichkeit ist normal.
Zusätzlich steht auf dem Rezept noch "Mobilisation".
Ich werde wieder meine Schroth-Therapeutin aufsuchen (habe von ihr auch schon einen Termin bekommen, da sie damit gerechnet hat, daß ich wieder ein Rezept für KG kriegen würde). Sie kann ja dann später zusätzlich ein paar Schroth-Übungen mit dehnendem Charakter mit einbauen, wenn sie das für passend hält.
Therapie der Wahl ist tatsächlich eine lokale Infiltration (Injektion) von bestimmten Substanzen. Dies können Lokalanästhetika sein oder auch - wenn der Arzt homöopathisch ausgerichtet ist - hoöopathische Mittel. Man spricht auch von einer sogenannten "Neuraltherapie".
Dr. Hoffmann hat von einem entzündungshemmenden Medikament gesprochen. Er könne dieses aber nur spritzen, während die Schmerzen bestehen – denn andernfalls könne die genaue Stelle nicht lokalisiert werden, und an die falsche Stelle spritzen möchte er natürlich nicht. Sollte diese Therapie langfristig zu keinem Erfolg führen, empfiehlt er mir die operative Verkleinerung der betroffenen Dornfortsätze.
(Anscheinend kommt eine "kissing spine disease" normalerweise, wenn überhaupt, in der LWS und nicht in der BWS vor...)

VG, Anne
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von minimine »

Hallo Anne,

ich hatte mal Manuelle Therapie für die HWS, nach meinem Schleudertrauma. Dabei wurde die HWS sanft massiert und gelockert.

Ansonsten hilft mir gegen HWS-Beschwerden (hab auch ab und zu mal Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich), wenn ich die Aufwärmübungen von der Reha mache (also Reissäckchen schwingen usw.).

Wünsche dir eine gute Besserung.

LG
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SchwarzeSchnecke
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hm... Meine Physiotherapeutin und ich sind zu dem Schluß gekommen, daß die Verspannungen psychosomatisch bedingt sein müssen; ich habe zur Zeit sehr viel Streß. Ich bin bloß nicht gleich darauf gekommen, weil ich früher nie derartoge Beschwerden hatte (sondern andere psychosomatische Beschwerden) und das eigentlich nur von meiner Schwester her kannte (wobei es bei ihr vor den Prüfungen immer am schlimmsten ist).

Die erste Massage letzten Montag hat kaum etwas gebracht. Am nächsten Tag war ich dann im Thermalbad, was schon etwas besser war. Und dann habe ich beschlossen, abends wieder TETRAZEPAM zu nehmen. Das hatte ich 2007 schon mal und auch gut vertragen. Nun möchte ich es aber nicht wie damals jeden Tag nehmen, sondern nur bei Bedarf.
Auf die eigentliche Ursache (den Streß) kann ich leider nur zum Teil Einfluß nehmen.

VG, Anne
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Klaus
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von Klaus »

Hallo Anne,

wäre die sogenannte Triggerpunktherapie etwas für Dich ?
Da wird mit kräftigem Druck auf die aktiven Triggerpunkte so lange gedrückt, bis der Schmerz nachlässt und die Muskulatur sich reflexartig entspannt.

Gruss
Klaus
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SchwarzeSchnecke
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Wenn da auch noch draufgedrückt wird, während es wehtut, fange ich an zu schreien...

VG, Anne
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Silas
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von Silas »

Tetrazepam sollte keinesfalls über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da es ein hohes Abhängikeitspotential in sich trägt.

Besser wären da andere Muskelrelaxantien oder auch ein entspannendes Neuroleptikum.
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von Klaus »

SchwarzeSchnecke hat geschrieben:Wenn da auch noch draufgedrückt wird, während es wehtut, fange ich an zu schreien...
Du kannst es doch mal selbst vorsichtig versuchen, ob das funktioniert.

Gruss
Klaus
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SchwarzeSchnecke
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Silas hat geschrieben:Tetrazepam sollte keinesfalls über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da es ein hohes Abhängikeitspotential in sich trägt.
Daß dieser Standardsatz kommen würde, damit hatte ich schon fest gerechnet (vor allem, daß er von Dir kommen würde) und hätte glatt etwas vermißt, wenn er nicht gekommen wäre... (Wer Ironie findet, kann sie behalten.)

Fakt ist aber, daß ich mich mit Benzos gut auskenne, TAVOR nach mehrwöchiger täglicher Einnahme problemlos absetzen kann und auch TETRAZEPAM schon nach mehrmonatiger Einnahme und nur leichtem Wirkungsverlust problemlos absetzen konnte.

Eine Abhängigkeit tritt i.d.R. nur dann ein, wenn ein Benzo nach Wirkungsverlust weitergenommen anstatt abgesetzt/ mit etwas anderem ausgetauscht oder sogar die Dosis erhöht wird.

Und mit Abhängigkeit als solcher kenne ich mich auch aus, weil ich nämlich bis ca. 2005 opioidabhängig war.

Hinzu kommt noch, daß TETRAZEPAM wegen der geringeren psychotropen Wirkung ähnlich wie CLONAZEPAM ein geringeres Abhängigkeitspotential als die meisten anderen Benzodiazepine besitzt.

Besser wären da andere Muskelrelaxantien oder auch ein entspannendes Neuroleptikum.
Tatsächlich!?

Bei KATADOLON ist umstritten, ob es nicht doch zu Abhängigkeit führen kann... immerhin kann es euphorisieren. Und die Wirkungen auf die Leber sind auch nicht so toll. TOLPERISON hatte ich schon ohne Erfolg. LYRICA kann evtl. auch zu Abhängigkeit führen, hat z.T. ziemlich krasse Nebenwirkungen und ist darüber hinaus noch recht teuer.

Und Neuroleptika sind zur Behandlung von Muskelverspannungen aus gutem Grund nicht zugelassen: Auf Spatzen schießt man nicht mit Kanonen. Diese Medikamente haben auf jeden Fall ihre Berechtigung bei der Behandlung von Psychosen, Manien, manchen Persönlichkeitsstörungen und ausnahmsweise auch hartnäckigen Schlafstörungen. Aber daß sie gegen immer mehr Probleme verwendet werden, wofür sie nicht gedacht sind (Ruhigstellung von älteren Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen, Ruhigstellung von renitenten Jugendlichen, Ruhigstellung von allen möglichen irgendwie "schwierigen" Menschen – denn immerhin machen sie schön gleichgültig, spülen weicher als Weichspüler), das sehe ich als großes Problem, von den möglichen Komplikationen wie EPMS und Spätdyskinesien einmal ganz zu schweigen.
Und ja, auch aus dieser Gruppe von Medikamenten habe ich schon mehrere Vertreter mehr oder weniger freiwillig versucht und keinen davon vertragen.

Weiterer Diskussionsbedarf zu diesem Thema (Medikamente gegen Muskelverspannungen) besteht meinerseits nicht.

Anne
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von marieschen »

Hallo Anne

Also ich kann dir das mit den Triggerpunkten nur empfehlen. Du musst ja nur so draufdrücken, wie du es aushalten kannst. Das es weh tut ist völlig normal, aber dannach wird es echt besser. Ich mache bzw. lasse es auch öfter mal bei mir machen udn mir hilft es gut. Leide nämlich auch desöfteren an Verspannungen und dann tuts zwa sch*** weh, aber ist effektiv.

Liebe Grüße
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von Silas »

Hallo Schwarze Schnecke,

fühl Dich bitte von folgender Äußerung nicht persönlich angegriffen, das ganze ist rein informativ gemeint.

Mittlerweile gibt es zahlreiche moderne Neuroleptika, die die von Dir beschriebenen Nebenwirkungen nicht aufweisen. Aus eigener Erfahrung (neben entsprechendem Literaturstudium) kann ich auch sagen, dass nicht jedes Neuroleptikum gleich eine Hammerwirkung und am besten auch gleich eine Hammernebenwirkung mit sich bringt. Viele Patienten spüren keine negativen Beeinträchtigungen und das ist v.a. für die Psychiatrie ein Gewinn, aber auch für die Neurologie und Orthopädie, die ebenfalls von den positiven Wirkungen profitieren können.

Ich kenne viele Patienten, deren Lebensqualität sich durch Psychopharmaka (ja, der Begriff hat einen negativen Beigeschmack) drastisch verbessert hat.

Neben den Neuroleptika können z.B. auch einige Antidepressiva ganz deutliche Erfolge bei der Behandlung starker und v.a. auch chronischer Schmerzen bieten.

Antikonvulsiva gelten als nicht abhängigkeitserzeugend und sind bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen nicht mehr wegzudenken. Ich würde es an Deiner Stelle ausprobieren, wenn es hilft ist es gut, wenn nicht, hast Du es zumindest ausprobiert.

Viele Grüße,
Silas
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Silas hat geschrieben:Mittlerweile gibt es zahlreiche moderne Neuroleptika, die die von Dir beschriebenen Nebenwirkungen nicht aufweisen.
Das einzige Neuroleptikum ohne die Möglichkeit von EPMS ist LEPONEX, und ausgerechnet das ist ein Hammer. Bei den neueren Wirkstoffen kann man z.T. noch gar nicht sagen, wie die sich langfristig auswirken, ob da nicht auch Spätdyskinesien zu erwarten sind.

Übrigens habe ich selber ein halbes Regal an Fachliteratur dazu, und PubMed kenne ich auch. Davon abgesehen lese ich Erfahrungsberichte in Foren (habe mich bis Sommer 2007 auch selber in einem Forum beteiligt) und habe selber eine jahrelange "Psycho-Karriere" (auch Experimente mit sogenannten sanften Neuroleptika waren dabei) hinter mir.

Ich nehme bereits zwei Antidepressiva gegen meine depressive Erkrankung bzw. zum Schlafen, außerdem noch ein Corticoid wegen einer Stoffwechselerkrankung. Auf ein weiteres Dauermedikament habe ich keine Lust.

Du kannst mir zu diesem Thema nichts Neues erzählen, und meine Schmerzen sind weder chronisch noch neuropathisch. (In diesem Fall könnte man zu CYMBALTA oder etwas Trizyklischem raten oder zu MAPROTILIN, aber ein Neuroleptikum ist auch da nicht indiziert.)

Anne


@ Klaus bzw. marieschen:

Na ja, ich hab schon einige Male versucht, den Schmerz "wegzumassieren" – auch weil mir von einem Freund gesagt wurde, die Stelle sei "verdickt", da sei garantiert ein Muskel verspannt. Meine Physiotherapeutin hat sich auch daran versucht, aber da war mir dann schon zum Schreien, und nachträglich besser geworden ist es auch nicht.
Oder geht das bei der "Triggerpunkt-Therapie" irgendwie anders?

Momentan habe ich keine Schmerzen. Wenn die wiederkommen und ich nicht gleich zu Dr. Hoffmann fahren kann, soll ich mich mit der Stelle auf ein Cool Pack legen.


VG, Anne
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von Silas »

Ich hätte an Quetiapin gedacht, das insgesamt wesentlich weniger Nebenwirkungen hat als Clozapin und v.a. absolut kein Hammer ist.

Aber Du kennst Dich ja bestens in dem Bereich aus, so dass Du selbst am besten weißt, was Du willst.
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Silas hat geschrieben:Ich hätte an Quetiapin gedacht, das insgesamt wesentlich weniger Nebenwirkungen hat als Clozapin und v.a. absolut kein Hammer ist.
QUETIAPIN ist SEROQUEL oder auch SEROQUÄL, wie es manchmal in Foren genannt wird. Hat nach LEPONEX das zweitgeringste Risiko für EPMS, im Gegensatz zu diesem kein besonderes Agranulocytose-Risiko, weniger Risiko einer starken Gewichtszunahme und ist von der Wirkung her deutlich spezifischer, aber eigentlich ähnlich. Die antipsychotische Potenz ist als gering bis mittel einzustufen, die meisten Patienten werden sehr schläfrig (und gleichgültig, weshalb es ein ausgezeichneter Weichspüler ist) davon (mit normaler Berufstätigkeit oder auch nur Aufstehen zu normalen Zeiten verträgt sich das nur bedingt), wobei durch eine Gewöhnung an die antihistaminerge Komponente eine gewisse Anpassung erfolgen kann (die dann beim Absetzen zu Rebound-Schlaflosigkeit führt).
Wird das Medikament von einem Menschen eingenommen, der vorher keine psychotischen Symptome hatte, und nach längerer Zeit wieder abgesetzt, kann es insbesondere bei schnellem Absetzen zum Auftreten einer sogenannten Absetzpsychose kommen, d.h. es treten dann erstmals psychotische Symptome auf. Diesen Effekt gibt es auch bei anderen Neuroleptika - aber vor allem bei den moderneren Präparaten, da diese eben wesentlich häufiger als die älteren Neuroleptika auch an Menschen verschrieben werden, die eigentlich keine Psychose haben. Eine ausführliche Betrachtung dieses Phänomens seitens der Wissenschaft gibt es noch nicht, wohl aber zahlreiche Erfahrungsberichte. Die "Therapie" einer Absetzpsychose sieht bisher in den meisten Fällen so aus, daß das abgesetzte oder ein anderes Neuroleptikum (wieder) eingenommen werden muß und der Patient somit nicht von Neuroleptika loskommt. Da ist dann zwar keine Sucht, aber halt doch eine (nicht gerade angenehme) Form von Abhängigkeit.
Zusätzlich hat QUETIAPIN einen aktiven Metaboliten mit noradrenerger und anticholinerger Wirkung, woraus eine antidepressive Wirkung, aber eben auch zusätzliche Nebenwirkungen resultieren können.

Solange ich keine psychotischen Symptome habe, ziehe ich es vor, ohne Neuroleptika zu leben und meine Ecken, Kanten, Borsten und "Probleme mit Autoritäten" (wurde mir während meiner Umschulung mal so bescheinigt) zu behalten.

Anne
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von Klaus »

SchwarzeSchnecke hat geschrieben:Na ja, ich hab schon einige Male versucht, den Schmerz "wegzumassieren" – .......
Oder geht das bei der "Triggerpunkt-Therapie" irgendwie anders?
Massieren ist es tatsächlich nicht!
Man muss auf die verdickte Stelle (Muskelhartspann) längere Zeit drücken (ohne Massagebewegung). Dazu kannst Du ja mal versuchen, mit geringer Kraft anzufangen, bis der Schmerz nachlässt. Dann drückst Du weiter mit stärkerer Kraft, so intensiv, dass Du das noch gerade akzeptieren kannst, bis auch dieser Schmerz nachlässt. Das schaukelst Du so lange hoch, bis Du keine höhere Kraft mehr aufbringen kannst. :) Ist der Schmerz weg, lässt Du ganz los.

Die Triggerpunkttherapie arbeitet eigentlich mit einem sofortigen hohen Anfangsdruck, entweder mit einem speziellen Stab (Triggosan) oder mit einer spezifizierten Stoßwelle, die nicht so schmerzhaft wie die Stäbchen Therapie ist. Allerdings ziemlich teuer.

Das ganze ist dann eine temporäre Angelegenheit, wenn die Fehlstellungen der eigentliche Auslöser sind und sich nicht wesentlich verbessern lassen. Über die Stoßwelle konnte ich z.Bsp. für ca. 1 Woche deutliche Linderung verspüren. Bei "normalen" Rücken kann man wohl nach einigen Behandlungen einen Dauererfolg erzielen. Der Kabarettist Dieter Hildebrandt ist angeblich so seine Schmerzen losgeworden.

Hier gibt es einen sehr langen alten Thread dazu:
viewtopic.php?f=6&t=7005&hilit=Triggerpunkttherapie

Gruss
Klaus
marieschen
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von marieschen »

Wie Klaus schon geschrieben hat kannst du dich ja auch langsam dran arbeiten, was ich bei längeranhaltenden Schmerzen auch immer bevorzugen würde. Zu einem kannst du statisch oder auch mit Friktionen auf diesen Triggerpunkt "drücken"

Die Enstehung von Triggerpunkten kann viele Ursachen haben. Ein richtiger aktiver Triggerpunkt zeichnet sich zudem noch durch einen austrahlenden Schmerz aus. Meist kann man dann die vorhandenen Schmerzen fühlen. Um ihn aber langfristig wegzubekommen, muss die Ursache natürlich behoben werden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich dass es ziemlich schmerzhaft sein kann, aber wirklich hilft. Mir kann damit schon oft ein Teil der Schmerzen schon genommen werden ohne dass das Hauptproblem ( bei mir Blockierte HW) überhaupt angerührt wurde.

Liebe Grüße
Marieschen
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Danke an euch beide für die Antworten! :)
Klaus hat geschrieben:Massieren ist es tatsächlich nicht!
Man muss auf die verdickte Stelle (Muskelhartspann) längere Zeit drücken (ohne Massagebewegung). Dazu kannst Du ja mal versuchen, mit geringer Kraft anzufangen, bis der Schmerz nachlässt. Dann drückst Du weiter mit stärkerer Kraft, so intensiv, dass Du das noch gerade akzeptieren kannst, bis auch dieser Schmerz nachlässt. Das schaukelst Du so lange hoch, bis Du keine höhere Kraft mehr aufbringen kannst. :) Ist der Schmerz weg, lässt Du ganz los.
Bisher bin ich halt immer so vorgegangen, daß ich (nacheinander, um auszuprobieren) verschiedene Igelbälle zwischen meinen Rücken und die Wand bzw. den Boden gebracht und dann mit meinem Körpergewicht dagegengedrückt und mich gleichzeitig aber bewegt habe (eigentlich aus der Not heraus, weil ich niemanden habe, der mir mit einem Igelball oder auch sonstwie den Rücken massiert bzw. von dem ich das ertragen könnte.)
Nun werde ich mir mal so einen kleineren, glatten Ball (vielleicht habe ich irgendwo sogar noch einen harten Flummi in der Größe) nehmen und einfach nur mit der Stelle draufliegen oder dagegendrücken, wie es der Trainer in dem Thread beschreibt. Passieren kann da ja eigentlich nicht viel, und Hämatome habe ich bei meinem Körpergewicht eigentlich auch nicht zu befürchten.
Werde dann am Montag auch mal meine PT dazu befragen.
Die Triggerpunkttherapie arbeitet eigentlich mit einem sofortigen hohen Anfangsdruck, entweder mit einem speziellen Stab (Triggosan) oder mit einer spezifizierten Stoßwelle, die nicht so schmerzhaft wie die Stäbchen Therapie ist. Allerdings ziemlich teuer.
Ich habe vorhin die in Deinem Thread (den ich ganz durchgelesen habe) verlinkte Website aufgerufen und muß zugeben, daß das für mich nach Abzocke aussieht. (Mir reicht es momentan schon, daß ich ab sofort eines (und zwar ausgerechnet das teuerste) meiner Medikamente selber zahlen "darf", weil die KK es auf Betreiben irgendeines idiotischen politischen Ausschusses hin nicht mehr bezahlt.)
Das ganze ist dann eine temporäre Angelegenheit, wenn die Fehlstellungen der eigentliche Auslöser sind und sich nicht wesentlich verbessern lassen.
Wenn ich diese Schmerzen noch lange habe und die Symptombehandlung (incl. der von Dr. Hoffmann vorgeschlagenen Injektion eines Antiphlogistikums) zu keinem dauerhaften Erfolg führt, werde ich der operativen Verkürzung der betroffenen Dornfortsätze zustimmen (wenn auch nicht mit der Flügelschere, wie es Dr. Hoffmanns nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag war ;-) ).

@ marieschen:

Wenn die Schmerzen stärker werden, strahlen sie in der Tat auch aus. Ansonsten tut nur ein kleiner, relativ klar umgrenzter Bereich weh.

VG, Anne
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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von minimine »

Hallo Anne,

ich hatte die Triggerpunkt-Therapie während meiner ersten Reha in der Einzeltherapie. Dabei hat der Therapeut jeweils den Punkt gesucht, bei dem es bei Druck am meisten schmerzte und hat da dann ziemlich fest und lange drauf gedrückt. War nicht gerade angenehm und hat zunächst auch erst für einige Tage die Schmerzen schlimmer werden lassen. Aber es hat schon geholfen. Bei mir war es allerdings im LWS-Bereich.
Selbst in Eigentherapie würde ich da aber nicht ran gehen.

Mein alter Physiotherapeut hat das ganze eher auf sanfte Weise gemacht, keine Ahnung, wie, aber es war eigentlich nur wie "Hand auflegen". Hierbei ging es auch um Verspannungen im Nackenbereich und er hat auch bestimmte Punkte gesucht, hat aber seine Hand nur speziell unter meinem Kopf gelegt und dann für einige Minuten gehalten. Frag mich nicht wie und warum, aber es hat geholfen. Erstaunlich war auch immer, dass danach mein Beckenschiefstand weg war, aber das ist nun ein anderes Thema.

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Re: HWS-Syndrom / Triggerpunkt-Neuralgie

Beitrag von Klaus »

SchwarzeSchnecke hat geschrieben:Nun werde ich mir mal so einen kleineren, glatten Ball (vielleicht habe ich irgendwo sogar noch einen harten Flummi in der Größe) nehmen und einfach nur mit der Stelle draufliegen oder dagegendrücken, wie es der Trainer in dem Thread beschreibt
Ein Tennisball ist ganz gut, allerdings ist die Eigentherapie im Rückenbereich wirklich ein bischen schwierig, weil die Probleme oft an den selbst nicht erreichbaren Stellen sind und gezielt kleine Myogelosen mit dem Ball nicht effektiv angegangen werden können. Aber an anderen Stellen hantiere ich immer wieder mal mit dem Triggosan Schlüssel light aus dem vergriffenen Buch, was möglicherweise im Internet ab und zu mal auftaucht, zum doppelten Preis. :) Aber immer noch billiger, als der wirklich nicht unbedingt benötigte "vollständige" Triggosan.
Ich habe vorhin die in Deinem Thread (den ich ganz durchgelesen habe) verlinkte Website aufgerufen und muß zugeben, daß das für mich nach Abzocke aussieht
In dem Thread hat der User trainer es auf den Punkt gebracht, es ist eigenlich nichts anderes, als eine Drucktherapie.
Und da ist wohl Fantasie und auch Basteln :) gefragt, wie man das umsetzt. Bei meinen relativ geringen Beschwerden hat das bislang aber noch nicht gereicht, z.bsp. einen Nachbau des Schlüssels (ist ja eigenlich ein besonderer Stab) auf eine Platte zu montieren und diese an eine Wand zu befestigen.
Es ist aber auch etwas anderes, sich einseitig dagegen zu stellen oder auf dem Bauch zu liegen und sich therapieren zu lassen. Man verspannt sich in der Eigentherapie an diesen Stellen einfach mehr. Auch der Triggosan Stab in der Ausführung für die Selbstherapie führt mit Sicherheit zu Verspannungen. Das hat mir eine Therapeutin in meiner alten Praxis mal in einer Diskussion einleuchtend gesagt. Sie hatte einen normalen Triggosan Schlüssel, aber hat den leider nicht richtig eingesetzt. Das war auch eine Zeitfrage bei der Therapie.

Insofern könnte man sich vielleicht eine private KG leisten, wenn der Therapeut entweder so einen Schlüssel hat oder sich auf einen mitgebrachten Schlüssel einlässt. Das wäre dann bestimmt billiger, als eine "Original Therapie nach Bauermeister" durchführen zu lassen.

Gerade heute gab es in der örtlichen Presse eine Gesundheitsbeilage u.a. zur Stoßwellentherapie.
Da gab es auch einen kleinen Absatz ausserhalb der üblichen Anwendungen:
Erste Studien und Tierversuche haben darüber hinaus gezeigt, dass Schmerzsyndrome und Muskelfunktionsstörungen positiv beeinflusst sowie die Rehabilitationszeiten von Nervenverletzungen reduziert werden konnten.

Und mit der Wirkung und der Kassenleistung ist es ja leider so, dass erst solche Studien erfolgreich abgeschlossen sein müssen, auch wenn es Vorreiter gibt, die es nicht immer verstehen, sich so repräsentieren, dass es seriös aussieht. Aber private Leistungen muss jeder selbst beurteilen, in dem Artikel wird von 60 -100 € pro Sitzung gesprochen.

Gruss
Klaus
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