Silas hat geschrieben:Bei meinem letzten Arztbesuch hat sich der Arzt 30 min. Zeit genommen - ohne dafür extra etwas zu verlangen. Bei Dr. Hoffmann gibt es immer wieder Fälle, da hat er sich nicht einmal 10 min. Zeit genommen - trotz der 65€.
Dr. Hoffmann rechnet auch mit der Kasse das Beratungsgespräch ab - er kassiert also zweifach ab.
Ich habe ja nun versucht, eine Erklärung zu finden und bin als Grundvorrausetzung davon ausgegangen, dass eine erweiterte Beratungszeit stattfindet.
In dem Fall gäbe es die übliche Beratungszeit über die Kasse und dann
die zusätzliche Zeit als Privatleistung. Wir sind uns doch einig, dass bei diesem Konstrukt das völlig ok wäre oder??
Wenn ich allerdings 65 € für eine Privatleistung bezahle, möchte ich natürlich diese Zeit auch beraten werden, inclusive der üblichen Kassenleistungs-Zeit. Und das können nicht insgesamt die 10 Minuten sein, die Du da erwähnt hast. Das wäre in der Tat nicht in Ordnung, aber eigentlich auch eine Sache des Patienten, dieses zu fordern. Nur wer macht das in dieser Situation?
Außerdem ist es so, dass man gar nicht erst die Wahl hat, man kann nicht sagen, ich brauche nur eine kurze Beratung, machen Sie das bitte im Rahmen der Kassenleistung, die 65€ werden immer bei Erstberatung fällig.
Na ja, die Realität ist doch eher so, dass eine Erstberatung länger als üblich dauert.
Anderseits können wir natürlich froh sein, dass es einen so kompetenten Orthopäden wie Dr. Hoffmann gibt, nur finde ich es grenzwertig unseriös, diese Oligopoalstellung finanziell auszunutzen.
Natürlich und ich habe den Eindruck, dass seine Organisation da nicht ganz klappt.
Vor dieser Zeit mit den 65 € hat sich offenbar die finanzielle Situation so zugespitzt, dass er nicht anders konnte, als private Zusatzleistungen anzubieten. Nur dann muss er diese zusätzliche Zeit aus seinen Erfahrungen heraus auch richtig ansetzen, sowohl finanziell, als auch in der Anzahl der Patienten pro Tag.
Wenn es "normale" Patienten sind, dann hat er nun mal wenig Zeit, das ist leider so von der Kasse vorgegeben. Das muss er irgendwie durchhalten, was üblicherweise bei allen Ärzten ein Problem ist. Dann leiden natürlich alle anderen Patienten, die bei einer reinen Kassenleistung das oft als gegeben hinnehmen, weil sie es nicht direkt bezahlen. Spätestens bei einer Privatleistung sollte man das aber eigenlich nicht mehr tun.
Er könnte nun die Anzahl der Patienten pro Tag reduzieren, was möglicherweise eine Erhöhung der Privatleistung bedeuten kann, aber leider auch die Wartezeit auf einen Termin. Ferner könnte er an andere private Leistungen denken, wie sonst viele Ärzte auch, um mit einer Mischkalkulation über die Runden zu kommen. Das erhöht zusätzlich die Wartezeit. Wir wissen aber, wie hilfreich gerade die relativ kurzen Terminierungen für viele Verzweifelte sind.
alex1605 hat geschrieben:Es sollte zwar eigentlich selbstverständlich sein das ein Arzt, auch ohne Zusatzbeträge gute Hilfestellung leistet, aber wir wissen ja alle wie es bei denen meisten Orthopäden zugeht.
Das Problem liegt zusätzlich bei der Art der Erkrankung, die Skoliose/Hyperkyphose ist grundsätzlich aufwendiger in der Diagnose und Beratung und das erkennen die Krankenkassen nicht an!
Schon deshalb gibt es nur wenige Orthopäden, die sich damit beschäftigen wollen! Guckt man genauer hin, sind die meisten davon mit Kliniken verbandelt. Ganz abgesehen von den Heilmittelverordnungen, die in diesem Bereich alle auf Langfristigkeit angelegt sein sollten, zumindest vor einer REHA.
sternli8484 hat geschrieben:Also ich war ja vor zwei wochen dort, ich war aber auch etwas enttäuscht, da ich nur ca 15min bei ihm war und er stürzte rein, haben sie Schmerzen, was brauchen sie? Das gefiel mir nicht, er war fortan im Stress.
Als reiner Privatpatient würde mir das auch nicht gefallen.
.also wir haben hier schon noch ein wenig andere Verhältnisse in der Schweiz...hier bin ich manchmal bei den ärzten 1Stunde drinnen, und er verlangt auch nicht mehr.
Die Frage ist, wie der Arzt diese Zeit finanziert?
In Deutschland ist es auf jeden Fall ganz klar, dass die gesundheitliche Versorgung nicht ausreichend finanziert ist. Aber mehr Geld will auch keiner ausgeben.
Gruss
Klaus