Die Frage nach einem geeigneten Job

Schreibe deinen Erfahrungsbericht zur Skoliose, Schmerzbekämpfung etc. oder tausche Erfahrungen mit Leidensgenossen aus
minimine
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von minimine »

Hallo Verena,
Ich hab auch schon ein Praktikum in diesem Bereich gemacht, allerdings war ich doch nohc nicht versteift sondern trug nur ein Korsett. Außerdem war es die Säuglingsstation. Es hat mit wahnsinnig Spaß gemacht mit den kleinen Würmern zu arbeiten, aber nach den zwei Wochen hab ich dann doch manches mal gemerkt, was ich am Tage so gemacht habe. Wenn es zum Beispiel um das Hochheben der Kinder ging und auch das viele rumlaufen auf der Station.
wie wäre es denn dann mit Hebamme? Oder ein Studium der Sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt bei Kindern (ein solches Studium an einer Fachhochschule ist sehr praktisch ausgerichtet).
Manche Betriebe müssen ja solche Leute einstellen.
Naja, müssen tun sie gar nichts. Es gibt wohl mehr als genügend Unternehmen, die lieber eine Ausgleichszahlung leisten, damit sie die Quote nicht erfüllen müssen. Im Rahmen meines Studiums hat sogar ein Prof. in einer Personalmanagement-Vorlesung deutlich betont, dass er niemals jemanden mit einer Schwerbehinderung einstellen würde, weil einfach zu viel Missbrauch betrieben wird und ein Unternehmen dann immer drauf zahlt.
Aber es stimmt, öffentliche Unternehmen (z.B. Krankenhäuser, Behörden etc.) müssen Schwerbehinderte grundsätzlich zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Häufig steht dann bei solchen Stellenausschreibungen dabei, dass Schwerbehinderte bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt werden. Und die Betonung, liegt auf "bei gleicher Eignung", genau das ist nämlich Auslegungssache.
Aber ist es leichter auf dieser Grundlage einen Betrieb zu finden oder sollte man das lieber verheimlichen?
Da ich vor kurzem auch auf Jobsuche war, hab ich mich auch bei verschiedenen Stellen diesbezüglich befragt und die eindeutige Meinung ging dahin, dass man es nicht sagen sollte. Allerdings hab ich keine Schwerbehinderung, sondern "nur" 30%. Irgendwann wird es aber rauskommen, spätestens wenn man den Steuervorteil nutzt. Da dann wohl vom Finanzamt dem Unternehmen der höhere Steuerfreibetrag mitgeteilt wird.
Aber grundsätzlich musst du es nicht sagen, es darf auch nicht mehr danach gefragt werden!! Allerdings musst du Einschränkungen, die deinen gewählten Beruf betreffen angeben, das auch ohne festgestellten GdB.
Es ist auch nicht grundsätzlich so, dass du auf die Vorteile verzichten musst, wenn du es im Vorstellungsgespräch nicht erwähnst. Wenn gar nicht die Sprache darauf kommt (und idR dürfte das auch nicht der Fall sein), dann kannst du den GdB ja immer noch beim Personalbogen oder irgendwann später in der Personalabteilung mitteilen. Dann ist die Entscheidung für deine Einstellung ja schon gefallen und eigentlich dürfte man dir dann nichts mehr anhaben.
Ein Schwerbehindertenausweis gibt dir ferner den Vorteil, dass du zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden musst
Ich bin mir jetzt nicht sicher, aber ich meine, dass das nur bei öffentlichen/kommunalen Unternehmen zutrifft.

Falls du dich dennoch für ein Studium entscheidest, dann mach am Besten beim Behindertenbeauftragten der jeweiligen Uni/Hochschule einen Termin. Ich habe das damals gemacht, als die Studiengebühren eingeführt wurden, mit dem Ergebnis, dass dieser sich dermaßen für mich eingesetzt hat, dass ich ohne einen GdB (hatte ich damals noch nicht), sondern lediglich mit einem Attest vom Orthopäden von den Studiengebühren befreit wurde. Bei uns war es so, dass eigentlich ein GdB von 30 hierfür notwendig gewesen wäre.

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Thomas
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Thomas »

minimine hat geschrieben:Irgendwann wird es aber rauskommen, spätestens wenn man den Steuervorteil nutzt. Da dann wohl vom Finanzamt dem Unternehmen der höhere Steuerfreibetrag mitgeteilt wird.
Nee, das ist nicht so. Solange Du den Steuervorteil nur in der Einkommensteuererklärung geltend machst und nicht in die Lohnsteuerkarte eintragen lässt, erfährt Dein Arbeitgeber nichts davon.

Gruß Thomas
minimine
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von minimine »

Nee, das ist nicht so. Solange Du den Steuervorteil nur in der Einkommensteuererklärung geltend machst und nicht in die Lohnsteuerkarte eintragen lässt, erfährt Dein Arbeitgeber nichts davon.
Mir wurde das so erklärt, im Zusammenhang weil es eben seit 2010 keine Lohnsteuerkarten mehr gibt.

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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von verena*1992 »

Hey
Vielen Dank Minimine, das mit Studium soziale Arbeit mit Schwerpunkt Kindern ist mir auch gerade bei surfen im Internet aufgefallen und fand es ziemlich interessant. Wäre auf jedenfall etwas was mich sehr itneressieren würde und trotzdem auch für meinen Rücken kein Horror :D
Dafür muss ich aber wohl erstmal mein Abi schaffen. gibts sowas auch als Duales Studium? Ich weiß du bist keine Jobberaterin oder so aber vielleicht weißt dus zufällig ;)
Ob ein Bürojob/Bankjob das richtige ist, werd ich wohl mal durch eine Praktkum mal testen. Irgendwann muss ich ja mal wissen wohin die Reise gehen soll, da macht es mir die Skoliose jetzt nicht unbedingt leichter, war auch teilweise echt schon verzweifelt.

Den Behindertenausweise lass ich einer Bewerbung dann wohl erstmal unerwähnt, er hat ja auch keinen Einfluss auf die Arbeit, da ich soweit alles machen kann. Würde nur vielleicht im Vorstellungsgespräch was davon sagen einfach so nebenher, um dann mit offnene Karten zu spielen. Meine Eltern waren sich auch nicht einig, ob sie überhaupt einen beantragen sollen, aufgrund der schwierigen Situation des Arbeitsmarktes. Haben es aber wohl erstmal gemacht, wenn man ihn ja eh nicht unbedingt erwähnen muss, ist das ja dann auch nicht so schlimm.

Bin auch weiterhin für Vorschläge offen, die mir helfen Job und Rücken zu vereinbaren :)
Ganz lieben Gruß
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Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Raven »

Hallo minimine,
Aber grundsätzlich musst du es nicht sagen, es darf auch nicht mehr danach gefragt werden!!
seit wann gilt dies?
Ich habe im Dezember einen Arbeitsvertrag an einer Universität unterschrieben - im Personalfragebogen befand sich die Frage "Liegt eine Schwerbehinderung vor?" Den Arbeitsvertrag bekam man (ich genauso wie die anderen, die eingestellt wurden) übrigens nach Zurückschicken des Personalfragebogens.
Bei uns war es so, dass eigentlich ein GdB von 30 hierfür notwendig gewesen wäre.
Da sollte man sich unbedingt informieren, gebe ich dir ganz Recht!
Es ist je nach Uni sehr unterschiedlich.
An meiner Uni reicht ein noch so hoher GdB allein für eine Befreiung von Studiengebühren nicht aus. Die Behinderung muss sich ausdrücklich studienerschwerend auswirken. (Was bei Skoliose z.B. durch hohe Fehlzeiten, Praktika verschieben müssen o.ä. gegeben sein könnte - aber diese Dinge müssen dann auch bei genau dieser Person tatsächlich vorliegen, und nicht nur z.B. derart, dass sie allgemein bei Skoliose vorkommen können.)

Viele Grüße,
Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von minimine »

Hallo Raven,
seit wann gilt dies?
seit 2006, seit dem es das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gibt.
Habe oben noch vergessen zu erwähnen, dass auch eine regelmäßige oder wiederkehrende Abwesentheit als Einschränkung gilt. Ich habe damals im Studium auch einen Arbeitsrecht-Kurs besucht und den Dozenten gefragt, ob da auch regelmäßige Arztbesuche (wollte nicht sagen, dass es vielmehr OT-Besuche sind) darunter zählen und die Antwort war, wenn man für die Arztbesuche Urlaub nimmt - Nein; wenn man sich regelmäßig deswegen krankschreiben lassen muss, dann Ja.
Die Frage ist natürlich nun, wie es mit Reha-Aufenthalten in mehrjährigen Abständen aussieht...
Ich habe im Dezember einen Arbeitsvertrag an einer Universität unterschrieben - im Personalfragebogen befand sich die Frage "Liegt eine Schwerbehinderung vor?" Den Arbeitsvertrag bekam man (ich genauso wie die anderen, die eingestellt wurden) übrigens nach Zurückschicken des Personalfragebogens.
Ich weiß nur sicher, dass die Frage beim Vorstellungsgespräch nicht gestellt werden darf. Beim Personalfragebogen bin ich mir nicht ganz sicher, ich hatte Anfang des Jahres aber auch so einen Fragebogen vor mir liegen, bevor ich wusste, ob ein Vertrag zustande kommt.
Allerdings ist ne Uni ja aber eine öffentliche Einrichtung, die sicherlich diese Quote erfüllen müssen. Irgendwie müssen sie dann ja in Erfahrung bringen, wer eine Behinderung hat. :nixweiss: Manche Unternehmen nutzen auch solche Personalbögen, weil sie keine normale schriftliche Bewerbung wollen (ging mir auch mal so für nen Ferienjob).

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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Raven »

Hallo minimine,
minimine hat geschrieben:Habe oben noch vergessen zu erwähnen, dass auch eine regelmäßige oder wiederkehrende Abwesentheit als Einschränkung gilt.
finde ich sinnvoll, dass du das erwähnst - wennauch ich bislang das Glück hatte, nach OP keine Abwesenheitszeiten aufgrund der WS mehr gehabt zu haben.
Ist mir natürlich auch bewusst, dass das ganz anders aussehen kann...
minimine hat geschrieben:Ich weiß nur sicher, dass die Frage beim Vorstellungsgespräch nicht gestellt werden darf. Beim Personalfragebogen bin ich mir nicht ganz sicher, ich hatte Anfang des Jahres aber auch so einen Fragebogen vor mir liegen, bevor ich wusste, ob ein Vertrag zustande kommt.
bei mir gab es kein richtiges Vorstellungsgespräch.
Es handelt sich um eine Stelle als studentische Hilfskraft ("HiWi"); Bewerbung per Mail, dann Vorstellungs-/Einarbeitungsgespräch (kein richtiges Vorstellungsgespräch, sondern eher der Art "wir machen hier dieses und jenes, schau dir das mal an, paar Tage probearbeiten, und wenn du dir das als Tätigkeit vorstellen kannst, fülle den Personalfragebogen aus und schick ihn zurück".
minimine hat geschrieben:Allerdings ist ne Uni ja aber eine öffentliche Einrichtung, die sicherlich diese Quote erfüllen müssen. Irgendwie müssen sie dann ja in Erfahrung bringen, wer eine Behinderung hat.
Genau das; ich denke, sie wollen sich auch nicht darauf verlassen, dass genügend von sich aus ihre Behinderung angeben.
Gerade bei Behinderungen, die gut zu verstecken sind bzw. keine bis wenig deutlich erkennbare körperliche oder psychische Merkmale aufweisen, werden meiner Vermutung nach nicht so viele dies von sich aus (damit meine ich: ohne diese Nachfrage, bei der man die Behinderung aber auch verschweigen darf) zugeben.

Viele Grüße,
Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von fischotter »

Hallo,
hab im meinem vergangenen Berufsleben die erfahrung gemacht, dass bei manchen Firmen "wert" auf eine Behinderung legen, andere lehnen sie ab, wegen der ganzen " schwierigkeiten".
Früher sagte man mit einer angegebenen Behinderung wäre man Unkündbar. heute ist das, auch wenn manche es nicht so sehen, nicht unmöglich. Es gibt heute genug mittel und wege einen "unbequemen" Mitarbeiter loszuwerden.

Ciao
Peter
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von minimine »

Hallo Peter,
Früher sagte man mit einer angegebenen Behinderung wäre man Unkündbar. heute ist das, auch wenn manche es nicht so sehen, nicht unmöglich.
das ist leider wahr. Sowas wie "unkündbar" gibts nicht. Ich meine mich zu erinnern, wenn z.B. jemand durch regelmäßige Krankheit den Betriebsablauf wesentlich beeinflusst, dann kann dieser auch gekündigt weren, egal ob schwerbehindert oder nicht. Allerdings ist auch das immer Auslegungssache. Ein Schwerbehinderter in dieser Lage wird mit einer Klage sicherlich nicht immer verlieren. Aber ob er dann auch tatsächlich weiterhin in dieser Firma arbeiten möchte sei mal dahingestellt. :/
Und wie du schon schreibst, notfalls findet man halt einen anderen Grund.

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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von minimine »

Hallo Verena,
Dafür muss ich aber wohl erstmal mein Abi schaffen. gibts sowas auch als Duales Studium?
Weiß ich nicht genau, irgendwo bestimmt. Kommt vielleicht auch darauf an, ob du wohnortnah studieren möchtest, oder auch bereit bist irgendwohin zu ziehen. Ich würde an deiner Stelle einfach mal geeignete Fachhochschulen und Unis anschreiben und nachfragen. :)
Es gibt auch Abiturientenberater bei der Agentur für Arbeit, vielleicht kannst du dir dort mal nen Termin holen. Genauso gibt es an jeder Hochschule Studienberater, bei denen man sich noch während der Schulzeit nen Termin holen kann.

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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von verena*1992 »

Hallo Minimine
Also wo ich studiere ist mir ziemlich egal, aber am liebsten in Frankfurt :)
Was natürlich noch schöner wäre, wäre ein Studium oder ein Semester im Ausland, aber ich glaube das ist dann doch zuviel verlangt.
Werde sicher bei gelegenheit mal sowas in Anspruch nehmen, kann sicher nicht verkehrt sein. Wobei ich auch schonmal sowas ähnliches gemacht habe und nachher genau so schlau war wie vorher. Mein Problem ist einfach so richtig entscheiden kann ich mich nicht zwischen Bürojob/ Bank mit Dualem Studium oder doch lieber was soziales. dann noch die Entscheidung Ausbildung, Studieren oder beides zusammen. Und zusätzlich noch darauf zu achten geht das auch wirklich, würde ich das aus gesundheitlichen Gründen schaffen (da ich zusätzlich auch noch einen Herzfehler habe.)

Das man mit einem Behindertenausweis an einer Uni teilweise keine Studiengebühren bezahlen muss, war mir ganz neu, da würde ich dann an der jeweiligen Uni auf jeden fall nachfragen. Habt mir heir auf jedenfall schon helfen können. Vielen dank dafür. :ja:
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Silas »

Hallo Verena,

natürlich kann man die Augen nicht davor verschließen, dass man bestimmte Beschwerden hat und klar wäre Dachdeckerin wohl nicht ganz das Richtige, es ist aber andererseits schwer zu beurteilen, wie bestimmte Tätigkeiten sich individuell auswirken oder gar, welche Zipperlein in einigen Jahrzehnten auftreten.

Die Ausbildung zur Fachkrankenschwester Kinder- und Jugendpsychiatrie ist landespezifisch unterschiedlich geregelt, unterscheidet sich aber deutlich von anderen Arten Kinderkrankenschwester. In der Psychiatrie musst Du v.a. psychisch stabil sein, richtig Körpereinsatz gibt es nur dann, wenn z.B. randalierende Patienten aufgenommen und fixiert werden bzw. Pflegebedarf besteht.

Ich habe eine sehr nette Fachkrankenschwester Psychiatrie auf der Intensiv kennengelernt, die eine massive Skoliose hatte und nach Harrington operiert war (anhand des verbliebenen Rippenbuckels zu urteilen, sicher >100°). Sie war "aushilfsweise" auf der Intensiv und sagte mir, sie habe keinerlei Probleme mit der Tätigkeit dort und die Intensiv ist sicherlich sehr anstrengend für den Rücken.

Wenn ich so auf mein Leben, meine Krankheitsgeschichte, meine beruflichen Entscheidungen zurückblicke, würde ich im Nachhinein einiges anders machen.

Als ich mein Vernunftstudium angefangen habe, konnte ich kaum laufen und hatte große Rückenprobleme. Heute ist das anders, es sind aber andere Beschwerden da, die wahrscheinlich besser wären, hätte ich damals das Studium, an dem mein Herz hing durchgezogen.

Deshalb möchte ich Dir nahe legen, nochmal gründlich in Dich hineinzuhören, was Du wirklich willst. Außerdem ist es hilfreich, sich Pro- und Contralisten zu den verschiedenen Berufen zu erstellen, das erleichtert den Vergleich.

Meinen Arbeitsplatz habe ich mir optimal ausgestaltet, wobei die Rentenversicherung einen Großteil der Kosten übernommen hat.

"Den" Beruf bei Skoliose gibt es nicht, da man das individuell betrachten muss. Ich möchte aber die Empfehlung geben - wenn der Beruf nicht total rückenbelastend ist - das zu machen, was man wirklich will.

Viele Grüße,
Silas
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
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2013: BSV L5/S1; Osteochondrose L5/S1 > L4/5;
chronisches Schmerzsyndrom
Therapie: OP 08/2011 in Neustadt i.H.: Korrekturspondylodese TH4-L4
Reha 2012
jetzt: KG,MT,Schmerzmedis,Tapes,
Infiltrationen, 2014:Stufendiagnostik+Nervenverödung, 01/2015:Reha
Wohnort: Stuttgart

Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Ani88 »

Hey ihr!
Ich bin gerade in dem Thread über "Soziale Arbeit mit Schwerpunkt bei Kindern" gestolpert und dacht, ich muss unbedingt was dazu schreiben ;)
Also ich studier in Ba-Wü. In ganz Deutschland gibt es ja inzwischen die Frühpädagogik-Studiengänge (Frühe Bildung, Frühkindliche Bildung und Erziehung, Bildung und Erziehung in der Kindheit usw.). Ich studiere einen solchen. Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Kinder gibt es hier an der DHBW (Duale Hochschule früher BA). Das ist eigentlich genau das selbe wie mein Frühpädagogikstudium. Eine Bekannte von mir studiert Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt und ich dachte anfangs, sie ist vllt noch bissl allgemeiner als ich mit meinen 0-6 jährigen Kindenr, ist nun aber ncht so. Wieos ich das schreibe: ich bin gerade in meinem letzten Semester udn wir sind der 2. Jahrgang in Ba-Wü und was kann man mit dem Studium machen? In eine Krippe, einen Kindergarten oder in einen Hort gehen und als Erzieherin arbeiten! In den anderen Bundesländern ist es das gleiche. Stellen in dem Bereich in Richtung Beratung oder Amt bleiben einem mt dem Bachelor eigentlch verwehrt, außer man war davor schon Erzieherin und hat mehrjährige Berufserfahrung. Ich werde m August operiert und mache mir gerade viele Gedanken, wie es weiter gehen soll. Mit meinem Bachelor werde ich nichts anfangen. Ich wär gern in eine Krippe und hötte gern als Erzieherin gearbeitet, aber aufgrund der Versteifungsstrecke (TH3/4-TH4/5) wird das sicher schlecht gehen. Ich hab im Studium so viel in der Praxis gearbeitet und kann's mir nicht vorstellen, wie es funktionieren soll. Es hat mit meinem Rücken so schon kaum mehr funktioniert. Im Praxissemester im Winter nur unter täglich großen Schmerzen. Ich fange ab Oktober wahrscheinlich bei uns den Master an, auch wenn ich mir im Moment nicht so vorstellen kann, dass der mir so viel Spaß machen wird- Management & Leitung ist der Schwerpunkt. Man wird dann gar nicht mehr in Kitas sein (auch nicht dort als Leitung), sondern höhere Stellen, auch in Führungspositionen - was ich mir ja eigentlich überhaupt nicht vorstellen kann! Anderer Schwerpunkt wäre Forschung, aber ich wll nicht in die Forschung...
Ich überlege, nächstes Jahr was ganz anderes nochmal anzufangen, falls der Master wirklich so wird, wie ich ihn mir vorstell. Aber was ist die Frage...ich hatte mich so auf meins versteift.
Ich bin neulich über MTLA- Medizinisch-technische Laborassistentin gestolpert. Wäre was ganz anderes. Aber hab keine Ahnung, wie das so in der Realität aussieht...
Also Verena, finds echt gut, dass du dir davor Gedanken machst ;) Ich habe das gemacht, was ich mir vor 3 Jahren als einzigstes vorstellen konnte, aber ja, war nicht so optimal.
Liebe Grüße, Ani
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