Probleme beim Reiten durch Skoliose

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merline88
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Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von merline88 »

Hallo,
keine Ahnung ob ich in diesem Bereich richtig bin, tut mir leid falls nicht.

Ich reite seit etwa 9 Jahren, allerdings "nur zum Spaß", bedeutet: keine Turniere, kein Springen, kein großer Ehrgeiz irgendeine Meisterschaft zu gewinnen. Dafür bin ich auch nicht gut genug. ;)

Mein Problem (das mich in letzter Zeit immer mehr stört) ist mein schiefer Sitz. Ich ziehe eine Schulter (Paketseite) mehr nach vorne als die andere, es fällt mir schwer dauerhaft beide Schultern zurückzunehmen und "die Brust rauszustecken". Ich habe eine gute Reitlehrerin, die mich korrigiert. Sie setzt mich gerade hin - und ich fühle mich schief...
Mittlerweile bin ich schon total verkrampft, weil ich mir so Mühe gebe "richtig" zu sitzen. :rolleyes:

Ich gehe davon aus, dass an diesem Problem auch meine Skoliose schuld ist, auch wenn ich nicht viel Grad habe (genaue Zahlen weiß ich nur von einem Röntgenbild, bei dem ich 13 war: oben 21°, unten 18°. Für mich sieht es aber nicht so aus, als hätte sich da viel geändert).

Gibt es hier auch Reiter mit ähnlichen Problemen? Wie kommt ihr beim Reiten zurecht?

Ich werde erstmal Geld für 1-2 Wochen (tägliche) Sitzschulung sparen und hoffe so das richtige Gefühl für den richtigen Sitz zu bekommen.
Außerdem werde ich wieder mit Schroth-Übungen anfangen... allerdings erinnere ich mich, dass ich die Sitzprobleme auch hatte, als ich gerade frisch aus Sobernheim zurückkam. ;) Habe mir damals wahrscheinlich auch zu viel Mühe gegeben und verkrampft...

Liebe Grüße
Saphira
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Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von Saphira »

Hallo Merline,

ich reite auch seit etwa 13 Jahren, allerdings auch nur freizeitmäßig und sehr unregelmäßig (in letzter Zeit komme ich leider gar nicht mehr dazu). Ich habe auch eine leichte Skoliose, allerdings eher im lumbalen Bereich mit einem kurzen hochthorakalem Gegenschwung. Irgendwie habe ich schon auch immer das Gefühl, nicht so ganz gerade zu sitzen. Aber eher im Hüftbereich. Das fängt schon damit an, dass wenn ich das Gefühl habe, meine Steigbügel sind gleich lang, der rechte Steigbügel in Wahrheit ein Loch kürzer ist. Aber anders sitze ich erst recht schief :D . Das hat bei mir aber wohl sicherlich mit meinem Beckenschiefstand und meiner Hüftfehlstellung zu tun. Ansonsten wäre mir nie aufgefallen, dass ich extrem schief sitze. Mein Reitlehrer hat mich bisher auch nie wirklich darauf angesprochen :confused: . Von den Schultern her passt's bei mir eigentlich, nur vom Becken her halt nicht.

Was mir aber in letzter Zeit gehäuft Probleme beim Reiten macht ist das Hufe auskratzen. Wenn ich mich dafür bücke um die Hufe auszukratzen, komme ich anschließend fast nicht mehr hoch und habe erstmal höllische Schmerzen im Lendenbereich (ähnlich wie bei einem Hexenschuss) und es dauert erstmal eine Weile und ein paar Schritte laufen, bis es wieder geht. Hast du dieses Problem auch? Früher hatte ich damit keine Probleme, aber seit ein paar Jahren recht massiv :( .

Ich müsste mal wieder zum Reiten gehen. Aber momentan geht's ja nicht, da ich am Knie verletzt bin. Aber wenn das wieder fit ist, will ich mal wieder zum Reiten gehen. Dann war ich schon fast ein Jahr nicht mehr beim Reiten.

Grüßle,

Saphira
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Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von mainy »

Bei der Skoliose an sich kann ich nicht wirklich mitreden aber ich hätte vieleicht ein Tipp der Beiden etwas helfen könnte. Um ein Gefühl für einen geraden und unverkrampften Sitz zu erlangen könnt ihr mal probieren im Springsitz zu Reiten. Also der Sitz mit etwas kürzeren Steigbügeln, im leichten Sitz im Galopp (Sprich den Hinterm ausm Sattel bringen). Versucht dabei das Gewicht wirklich mit den Knien und Oberschenkeln abzufangen und nicht nur in den Steigbügeln zu stehen. Ansonsten glaube ich das ihr nicht unbedingt optisch gerade auf dem Pferd sitzen müsst wenn das nicht eurem natrülichem Schwerpunkt entspricht. Versucht einfach mal bewusst auf beiden Sitzbeinhöckern zu sitzen so das ihr sie wirklich beide gleichmäßig spürt. Wenn ihr dann Beide Seiten gleichmäßig belastet kommen auch eure Gewichtshilfen auch gleichmäßig beim Pferd an. Und ich denke gerade dieser Punkt ist wichtiger als die Optik. Wenn es euch beruhigt, gerade in den höheren Klassen der Dressur achten die Richter eh nicht auf den Sitz des Reiters, sie schauen zu 98% nur noch auf die Beine des Pferdes.

Und die Sache mit dem Huf aufnehmen. Saphira lass dir einfach mal von nem Schmied oder einem der sich damit auskennt den korrektem Umgang mit nem Aufhalteriemen erklären. Er wird zwar nicht von jedem Schmied benutzt aber umgehen können damit alle, und in deinem Fall hat er durchaus seine Berichtigung. Unabhängig davon kann man die Hufe auch mit nem geraden Rücken auskratzen wenn man die korrekte Technik anwendet (ich geh jetzt mal davon aus das wir nicht von nem Shetland-Pony sprechen :) )

LG Michael
merline88
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Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von merline88 »

Danke für eure Antworten. :)

Also Probleme mit dem Becken habe ich eigentlich nicht (obwohl mein Becken auch etwas schief steht). Aber "unten" stimmt der Sitz ganz gut, beim Reiten kann ich das irgendwie ausgleichen. Die Probleme hab ich dann wirklich im oberen Bereich, vor allem mit den Schultern. In Wendungen muss ich mich dann z.B. extrem konzentrieren, dass ich die innere Schulter ein Stück nach hinten drehe und die äußere nach vorne... dass ich also meinen Oberkörper mit in die Wendung nehme. Geht auf einer Seite viel besser als auf der anderen.

Ich selbst habe eigentlich immer das Gefühl gerade zu sitzen, aber Reitlehrerin UND Spiegel :cool: sagen mir: ich sitz einfach schief...

Danke für den Tipp mit dem leichten Sitz, ich übe das öfter mal und kriege es ganz gut hin. Vielleicht habe ich auch deshalb weniger Probleme mit dem Becken, aber an meinem Schulterproblem hat es bisher leider nicht viel geändert. :/

Probleme beim Hufe auskratzen hab ich auch manchmal, da fällt es mir dann schwer mich wieder aufzurichten. Allerdings hampelt meine Reitbeteiligung auch gerne rum, Hufeauskratzen ist oft reinste Tortur für uns beide und dauert auch recht lange. (Wenn sie das Bein weg zieht, muss sie es mir nochmal geben usw...). :juggle:
Saphira
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Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von Saphira »

Ja, das mit dem leichten Sitz habe ich auch schon öfter ausprobiert, da ich auch häufig Ausritte mache :D . Und da reite ich im Galopp prinzipiell im leichten Sitz. Das ist für mich wesentlich angenehmer. Probleme habe ich hauptsächlich beim Dressurreiten, wenn es wirklich stärker auf den Sitz und korrekte Hilfegebung ankommt. Ich tu mir auch schwer, den Trab auszusitzen. Da brauche ich dann schon ein Pferd mit einem wirklich butterweichen Trab :D . Aber das haben leider die wenigsten Schulpferde :( . Auch beim Aussitzen des Galopps tu ich mir schwer, außer das Pferd hat einen wirklich weichen Galopp. Aber das geht noch eher, als den Trab auszusitzen. Generell versuche ich schon auch eher, dass ich einigermaßen im Gleichgewicht sitze und versuche nicht krampfhaft, gerade zu sitzen. Durch meine Hüftfehlstellung sitze ich nur leider auch dann schief, wenn ich beide Sitzbeinhöcker gleichmäßig belaste. Aber das fällt glücklicherweise kaum auf.

Und das mit dem Hufeauskratzen bei zappeligen Pferden, das kenne ich auch nur zu gut :D . Aber die meisten halten glücklicherweise eingermaßen still (zumindest, wenn man nicht allzu lange dafür braucht :D ). Aber was auch schwierig ist, sind Pferde, die dann meinen, sich regelrecht an einem anlehnen zu müssen :D . So einen habe ich als Pflegepferd (Haflinger) :D . Leider tut mir mein Rücken auch dann weh, wenn ich mich mit geradem Rücken bücke, da man ja doch irgendwo "abknicken" muss.

Grüßle,

Saphira
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Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von mainy »

Also wie ich sehe habt ihr beide ähnliche Probleme. Mal ganz Generell. Ohne euch zu kennen unterstelle ich euch jetzt einfach mal das ihr halt beide von Natur aus etwas schiefer seit, dadran wird sich dann wohl auf dem Pferd auch nicht zu viel ändern. Jetzt aber zu versuchen optisch gerade zu werden und dafür nicht mehr ausbalnaciert zu sitzen wird aber von der Reitlehre her nach hinten losgehen.
--Wie gesagt ich kenn mich mit Skoliose nicht wirklich aus, wenn ich jetzt Quatsch erzähle dürfen sich auch gerne Nichtreiter einmischen.-- Aufgrund eurer seitlichen Krümmung der Wirbelsäule wird ja wahrscheinlich auch eure Körpermasse etwas mehr zu dieser oder jener Seite verteilt sein. Wenn ihr jetzt beim Reiten versucht euch optisch gerade hinzusetzten, Schultern auf gleicher Höhe oder halt den Rücken im Lot zu haben, dann gelingt es euch auch nicht mehr beide...ähm... Arschbacken gleichmäßig zu belasten und ihr könnt eurem Pferd keine ordentlichen Gewichtshilfen mehr geben. Eure Schnittstelle zwischen euch und dem Pferd ist nunmal der Hintern. Und alles was dadrüber (optisch) passiert ist dem Pferd wahrscheinlich total egal.
Wenn jetzt also eine Schulter tiefer ist als die andere weil das sonst auch so ist, dann ist das so. Erklärt eurem Reitlehrer die Problematik und dann ist gut. Wenn ihr eh keine Dressur reitet wird es auch keinen geben der sich darüber beschwert.
merline88 hat geschrieben:
[...]In Wendungen muss ich mich dann z.B. extrem konzentrieren, dass ich die innere Schulter ein Stück nach hinten drehe und die äußere nach vorne... dass ich also meinen Oberkörper mit in die Wendung nehme. Geht auf einer Seite viel besser als auf der anderen.[...]
Das ist total normal. Auch jeder Reiter mit einem "geraden" Rücken hat dieses Problem. Dadurch das es bei Menschen Rechts- und Linkshänder gibt es eine Seite immer stärker oder beweglicher als die Andere. Dadran muss man in jeder Reitstunde verstärkt arbeiten. Man muss auf der Seite wo es schlechter geht einfach deutlich mehr trainieren. Das Ganze gilt übrigens nicht nur für die Menschen sondern natürlich auch für die Pferde und alle andern Wirbeltiere. Achtet mal dadrauf wenn eure Hunde oder Katzen Gallopieren, die haben auch eine Lieblingshand. Mein Hund läuft zum Beispiel fast immer im Linksgalopp.

Saphira hat geschrieben: [...]Ich tu mir auch schwer, den Trab auszusitzen. [...]
[...]Auch beim Aussitzen des Galopps tu ich mir schwer, außer das Pferd hat einen wirklich weichen Galopp. Aber das geht noch eher, als den Trab auszusitzen. [...]
Auch ein ganz normales Reiterproblem. Versuch mal im Schritt schon übertrieben in der Hüfte mitzugehen. Das ganze gleicht einer rythmischen Bewugung in der Hüfte wie man sie auch bei anderen schönen Dingen des Lebens vollführt. Dadurch lockerst du schon in der Lösungsphase, die ja nicht nur deinem Pferd gilt, deine Lendenwirbelsäule und dann fällt es dir auch in den anderen Gangarten leichter der Bewegung des Pferdes zu folgen.

So...
Und mit dem Aufheben der Hufe könnte man auch Bücher füllen. Grundsätzlich: Gebt dem Pferd eine Feste Anlehnung, legt das Bein auf eurem Oberschenkel ab und haltet es nicht nur iwie in der Hand fest. Wenn ihr dadurch anfangt zu wackeln(und das muss nicht mal doll sein) fühlt das Pferd sich unsicher und fängt halt an zu zappeln.
Und wenn sich dein kleiner gelber Freund immer so richtig schön bei dir anlehnt dann lass ihn doch einfach mal behutsam "fallen" er wird schon nicht umkippen. Du darfst ihm nur nicht vermitteln das du ihn trägst.

LG Michael
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Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von merline88 »

Sicher sind wir "von Natur aus" schief - wir haben Skoliose. ;)

Kann auch sein, dass dadurch das Gewicht mehr auf eine Seite verlagert wird - bei meiner Krümmung (fast kein Paket, nur Lendenwulst) halte ich das zumindest für möglich (ich denke wenn beide Bögen ausgeglichen sind gibt sich das gewichtsmäßig nichts...). Allerdings belastet man ja auch beim normalen Sitzen immer die Lendenwulst-Seite etwas mehr, weil die Muskeln dort eben stärker sind.
Und daran ändert sich ja nichts, auch wenn ich die Schultern zurücknehme und "grade" sitze - die Krümmung ist halt da und dann müsste ich ja immer noch mehr auf einer Pobacke sitzen als auf der anderen, ob im Oberkörper gerade oder nicht... deshalb denke ich, dass es nicht nur sehr schwierig ist mit Skoliose optisch gerade, sondern auch ausbalanciert zu sitzen.

Ist ja auch egal, ich wollte ja bloß mal hören wie andere so mit Skoliose & Reiten zurecht kommen. :)

Was das Hufe auskratzen angeht, da reite ich einfach ein zickiges Stütchen... der Dame dauert es oft einfach zu lange. Da sie sehr anfällig für Strahlfäule ist kommen wir um extrem gründliches Hufeauskratzen aber nicht rum.

Saphira,
das mit dem Huf (vorsichtig, nicht total plötzlich) los lassen mache ich auch, wenn ein Pferd anfängt sich so schwer auf mich zu stützen. Mach es 1-2 mal auf weichem Untergrund (Stroh in der Box) und Hafilein trägt sein Gewicht in Zukunft wieder selber. ;D
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Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von Saphira »

Ja, mit Skoliose ist man schon irgendwie "schief", auch beim Sitzen :D . Vor allem, wenn man so wie ich auch noch ne deutliche Lotabweichung hat, da es bei mir keinen "richtigen" Gegenschwung gibt, sondern nur einen hochthorakalen Knick zu meiner lumbalen Verbiegung :D . Da sitzt man praktisch "neben sich" :D . Aber ich finde, das fällt bei mir beim Reiten kaum auf, beim Stehen eher. Ich versuch dann schon irgendwie, mein Gleichgewicht zu finden und zu halten, merke aber deutlich, dass es eben zu einer Seite hin besser geht als auf der anderen (was sicher bei mir durch die Rotation mit verstärkt wird, als eben die "normale Schokoladenseite", die ja jeder Mensch hat :D ). Aber ich reite eben auch zu unregelmäßig, um wirklich gut zu sein. Und da hat man allgemein eher mehr Probleme.

Ja, mein Hafilein ist schon so ein besonderes Exemplar :D . Der ist eh immer für eine Überraschung gut, da gucken selbst viele pferderfahrene Leute dumm, auf welche "Ideen" der manchmal kommt :D . Aber das liegt wohl daran, dass er bis zu seinem 6. Lebensjahr praktisch "roh" war und sich kaum einer um ihn gekümmert hat und er nahezu "wild" einfach vor sich hingelebt hat und Mensch kam nur zum Füttern. Wir haben ihn und seinen damals 2-jährigen Halbbruder dann gekauft, weil die beiden sonst beim Schlachter gelandet wären. Und hatten eben die ganze Mühe, ihnen all das beizubringen, was für jedes andere Pferd in diesem Alter selbstverständlich wäre. Das ist inzwischen auch schon 10 Jahre her, aber mit dem einen oder anderen Problemchen kämpfen wir halt doch immer noch, aber es ist schon einiges besser geworden (außer eben die Sache mit dem Hufe auskratzen beim älteren der beiden) ;) .

Grüßle,

Saphira
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Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von Manzi »

Ich reite seit 4 Jahren - nun ja - ein wenig rechtslastig...
Letztes Jahr habe ich mit Schroth angefangen. Nun habe ich zwar weniger Schmerzen, aber nach einem halben Jahr Schroth, hatte ich enorme Probleme mit dem Sitz. Musste irgendwie wieder von vorne anfangen...

Seitdem frage ich mich immer mehr, ob man das, was man beim Schroth lernt, nicht irgendwie sinnvoll auf dem Pferd umsetzen kann. Ich versuche beispielsweise, mein linkes Bein ein wenig auszudrehen, dann kommt die Hüfte grader. Oder mal rechts 'nen Schultergegenzug (die Zügel beide in der linken Hand). Und natürlich strecken ohne Ende.

Aber ich würde gerne wissen, ob Andere ähnliche Tricks kennen und ob sie was bringen.
Oder gibt es gar jemanden, der einem so was beruflich macht und einem damit weiter helfen kann?
Gruß, Manzi
Daisy82
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Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von Daisy82 »

Hallo,

ich reite seit meinem 6 Lebensjahr, also nun 22 Jahre und auch ich hatte lange Zeit das Problem, dass ich immer "nach vorn" gekippt bin und "lange Arme" gemacht habe. Ich hab es in den Griff bekommen mit einer simplen Übung. Mein Reitlehrer hat mir damals einfach eine Gerte in den Rücken gesteckt - also quer unter die Arme. Dies hatte zur Folge, dass ich gezwungen war aufrecht zu sitzen und die Arme blieben dabei automatisch an der richtigen Position. Ist anfangs sehr mühsam aber man kann sich schnell daran gewöhnen.

Ach hilfreich - auf dem Pferd sitzend visualisieren an einer unsichtbaren Schnur an der Hallendecke fixiert zu sein.

Vielleicht helfen dir die Tips weiter, viel Erfolg :)
Vogelstrauss
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Diagnose: progrediente,idiopathische re-konvexe Thorakalskoliose 55°Cobb mit Rippenbuckel 15° (Skoliometerwert),Arthrose der Rippengelenke
Therapie: als Kind/Teenager "normale"KG,1997 Reha in Bad Sobernheim,danach Schroth-KG, manuelle Therapie,OP am 04.04.2011 in Neustadt/i.H.,Fusionsstrecke Th5-L2,Restkrümmung 19Grad Cobb
Wohnort: Nähe Ludwigshafen

Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von Vogelstrauss »

Hallo Merline88,

die Probleme die Du beschreibst bzgl.des Sitzes kenne ich auch. Bei noch geringerer Krümmung und ausreichend Flexibilität in der Wirbelsäule,konnte ich das im jugendlichen Alter auch beim Aussitzen im Trab noch recht gut ausgleichen.Im fortgeschrittenen Alter,sowie zunehmender Krümmung und Steifigkeit, konnte ich diese Defizite in Bewegung nicht mehr ausgleichen,was zur Folge hatte,das ich kein Pferd mehr-schon gar kein junges,welches selbst noch nicht ausbalanciert war-richtig arbeiten konnte.Einfach deshalb weil die Gewichtshilfen nicht mehr stimmten.Bis zu einer Krümmung von ca.30 Grad ging das noch.Aber darüber hinaus war es mir in der Bewegung einfach nicht mehr möglich,ausbalanciert zu sitzen. Mein Tip,wie Maini schon schrieb,öfter mal leichter Sitz und lieber ordentlich leichttraben als auszusitzen ohne korrekte Einwirkung!Und,dem Reitlehrer die Problematik schildern.Lieber zu Lasten der Optik "falsch/krumm" sitzen,dafür korrekt auf das Pferd einwirken.
Bzgl.der Probleme beim Auskratzen kann ich mich auch nur Maini anschließen:Rücken gerade halten(Beckenkorrektur)!Lieber ähnlich wie ein Gewichtheber mit geradem Rücken in die Hocke gehen und in der Hüfte abknicken! Gibt gute Beinmuckis :D !

Ich bin mal gespannt,ob und wie ich mal wieder reiten werde,da meine OP ja erst 1Monat her ist und ich noch 1Jahr warten muss,bis ich mal wieder aufs Pferd kann.

Ich selbst habe übrigens genau an dieser Problematik des nicht mehr ausbalanciert sitzen könnens,die Verschlechterung meiner Skoli zuerst bemerkt.

Schöne Grüße

Vogelstrauss
Ein Mensch, entschlusslos und verträumt,
hat wiederholt sein Glück versäumt.
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man kann sein Unglück auch versäumen!
(Kant)
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Silas
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Re: Probleme beim Reiten durch Skoliose

Beitrag von Silas »

Die Erfahrungen beim Reiten dürften sehr unterschiedlich ausfallen.

Den einen hilft es, sich gerade zu halten und ein intensives Körpergefühl zu entwickeln, den anderen bereitet das Reiten Probleme.

Es hängt sicherlich auch sehr davon ab, ob die Skoliose im Lot steht oder nicht und wie stark der Beckenschiefstand ist.

Meiner Haltung hat früher Reiten gut getan, das war aber auch hauptsächlich Ausreiten des Spaßes wegen und nichts mit höheren Ambitionen.
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
(Stephen Hawking)
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