Kopfgelenktherapie

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
doremifasol
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Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von doremifasol »

gauklerdavid hat geschrieben: So bekommt man zum Beispiel einen blauen Daumen wenn man versehentlich mit dem Hammer drauf haut. Kann ich nun daraus schließen dass jeder Mensch mit einem blauen Daumen sich mit dem Hammer drauf gehauen hat? Natürlich nicht, wahrscheinlich waren auch viele dabei die sich den Daumen in der Tür eingeklemmt haben...
Matters of great concern should be treated lightly, matters of small concern should be treated seriously.
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Nichts geschieht ohne Grund, das Ende ist wichtig in allen Dingen. :loldev:


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sloopy
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Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von sloopy »

Ob man mit solchen Beiträgen hier weiterkommt, wenn einem die Argumente augehen, ist jetzt aber auch sehr fraglich... :rolleyes:

doremifasol, so wird das nichts. Belasse es beim aktuellen Stand der Dinge, dann kann sich jeder Leser sein eigenes Bild von der Diskussion und deinem Angebot machen.

Gruß, sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

"Bewahre mich vor dem naiven Glauben,es müsse im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen." (Antoine de Saint-Exupéry)
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Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von doremifasol »

sloopy hat geschrieben:Ob man mit solchen Beiträgen hier weiterkommt, wenn einem die Argumente ausgehen, ist jetzt aber auch sehr fraglich... :rolleyes:
Du hattest mich nach dem Preis einer medizinischen Dienstleistung gefragt, ich hatte geantwortet. So weit so gut. Ich kann ja nichts dafür, wenn dieser oder jener Preis auf dem flyer steht. Und die Reaktion danach:
mamaratlos hat geschrieben:Wer soll sich bitte schön sowas leisten können :eek:
minimine hat geschrieben:Jetzt mal ernsthaft, das ist ein Witz, oder??? :eek: 180 Euro!!!
Silas hat geschrieben:... ich bin immer wieder sprachlos, auf welch abartige "Therapieideen" findige Geschäftsleute so kommen.
CH-heftig hat geschrieben:Es ist gut so, so eine Abzokerseite soll man nicht besuchen
gauklerdavid hat geschrieben:Bis dahin kann ich nur empfehlen dass Geld besser nicht in diese Behandlung zu stecken.
Der Letzt-Zitierte, der den langenText geschrieben hat, reiht sich nahtlos in die Reihe der übrigen mit dem Scharlatan-und-Abzocker-Argument ein. Ich habe auch den Eindruck, dass dieser wie ein Tintenfisch eine dunkle Wolke produziert hat, damit man desorientiert wird. Es strengt einen an, dem übertrieben langen Text zu folgen - die Kohärenz fehlt einigermaßen, um es schonend zu sagen -, also läßt man es. Und genau das ist die Absicht: Sich Autorität allein durch die Textmenge zuschreiben zu lassen und den Eindruck zu erwecken, dass stellvertretend viel gedacht wurde. Da empfinde ich meine Reaktion als angemessen.

Es tut mir leid, wenn mein Angebot quacksalberisch oder als unseriöses Werbeangebot anmutet, aber so ist es nicht gemeint. Wenn ich Geld verdienen wollte, sollte ich etwas anderes tun, als ein auf jahrelanger Entwicklungsarbeit beruhendes Therapiesystem monatelang in mühevoller Bildschirmarbeit detailgenau zu publizieren. Ich versichere, dass ich keinerlei kommerzielle Interessen habe, vielmehr war ich schon immer für das Geldverdienen vollkommen ungeeignet. :/ Ich verlange nicht, dass man mit mir einer Meinung ist. Gerne respektiere ich die Meinung des anderen, aber ständig diese mir vollkommen fremde Motivation – ich sei betrügerisch (Vorwurf der Scharlatanerie) und geldgierig (Abzocke mit unlauteren Methoden) – nachgesagt zu bekommen, das akzeptiere ich nicht.

:respekt:

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mamaratlos
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Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von mamaratlos »

:hallo: Hallo
Belasse es beim aktuellen Stand der Dinge, dann kann sich jeder Leser sein eigenes Bild von der Diskussion und deinem Angebot machen.

:bindafür:
Kann ich mich nur anschließen :D

Viele liebe grüße aus den Ruhrpott


Mamaratlos
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Unsere Skoliosegeschichte findet ihr hier: Berlin -Herr Nahr und Kletti
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Ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken und warten bis mich ein Strauß besucht
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Klaus
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Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von Klaus »

sloopy hat geschrieben:doremifasol, so wird das nichts. Belasse es beim aktuellen Stand der Dinge, dann kann sich jeder Leser sein eigenes Bild von der Diskussion und deinem Angebot machen.
Genau das hatte ich in ähnlicher Form bereits am Freitag geschrieben.
Wenn die Muskelumlagerung schon nicht nachvollziehbar geklärt werden kann, dann machen die entsprechenden Indikationen für diese Diskussion auch keinen Sinn.

Es ist, wie mit allen anderen Methoden auch, eine Sache der praktischen Erfahrungswerte, die ich nachvollziehbar von Usern hier lesen möchte. Und dann würde ich natürlich auch nachfragen, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand nur tempörär eine Besserung spürt, was oft schon durch den angesprochenen Placeboeffekt ausgelöst wird. Hier im Forum wurden schon genügend andere Methoden durchgesprochen, in denen die Kraft der Suggestion eine grosse Rolle spielt. Einen nachhaltigen Effekt hatte das eigentlich nie, radiologische oder wenigstens optische (3D Aufnahme) Argumente kamen nach meinem Wissen in den Erfahrungsberichten nicht vor bzw. wurden auf Nachfrage nicht beantwortet.

Insofern sollte diese Diskussion wirklich beendet werden.
Die Plattform für diese neue Methode ist wirklich so ausführlich besprochen, dass jeder sein eigenes Fazit daraus ziehen kann.
doremifasol hat geschrieben:Du hattest mich nach dem Preis einer medizinischen Dienstleistung gefragt, ich hatte geantwortet. So weit so gut. Ich kann ja nichts dafür, wenn dieser oder jener Preis auf dem flyer steht
Das passt wohl nicht so ganz zu Deinen Aussagen oder sind sind das nur unvermeidbare Nebenkosten?
Für denjenigen, der dafür zahlen muss, ist es egal, wer denn nun das Geld bekommt!

Gruss
Klaus
doremifasol
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Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von doremifasol »

Klaus hat geschrieben:Und dann würde ich natürlich auch nachfragen, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand nur tempörär eine Besserung spürt, was oft schon durch den angesprochenen Placeboeffekt ausgelöst wird.
Geschätzter Klaus,
es stimmt nicht, dass ich nur Suggestionsanfälliges abliefere. Vielleicht ist es Dir entgangen, dass eine Statistische Auswertung von Kopfdrehungsmessungen vorliegt, die sich über mehrere hundert Personen erstreckt: http://www.kopfgelenktherapie.de/upload ... cht_10.pdf In dieser Studie ist auch die Frage nach der Langfristigkeit des Therapieergbnisses gestellt worden. Die erhöhte und symmetrisierte Drehfähigkeit des Kopfes bleibt erhalten:
4.3 Dauerhaftigkeit des Therapieerfolgs am Beispiel der Drehung
Es erweist sich aufgrund eines später statt findenden zweiten Termins die Konstanz des
Therapieergebnisses hinsichtlich Symmetrie und Erweiterung der Rotationsfähigkeit. Es stellt sich eine
strenge Rotationssymmetrie ein. Der Tonus der der Kurze-Nacken-Muskulatur egalisiert sich (rechts/links,
oben/unten). Die lordotischen Wirbelsäulenbereiche nehmen an Tonus zu, die kyphotischen ab. Somit ist
davon auszugehen, daß der Therapieerfolg von Dauer ist und die einmal aufgrund der Th. erworbene
Funktionalität des Kopfgelenks nicht mehr verloren geht. (Seite 7)
Die Methode ist hier kurz beschrieben: http://www.kopfgelenktherapie.de/de/kop ... ssung.html
Die Offizialisierung der Forschungsergebnisse steht zwar noch aus, sie ist aber in mehrfacher Hinsicht bereits vorhanden.
Du hast in der Weise recht, dass sich kopfgelenktherapierte Personen mit Skolioseschmerzen hier manifestieren müssten, worauf wir nun hier gemeinsam warten.
Freundliche Grüße, doremifasol
Gast

Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von Gast »

doremifasol hat geschrieben:
4.3 Dauerhaftigkeit des Therapieerfolgs am Beispiel der Drehung
Es erweist sich aufgrund eines später statt findenden zweiten Termins die Konstanz des
Therapieergebnisses hinsichtlich Symmetrie und Erweiterung der Rotationsfähigkeit. Es stellt sich eine
strenge Rotationssymmetrie ein. Der Tonus der der Kurze-Nacken-Muskulatur egalisiert sich (rechts/links,
oben/unten). Die lordotischen Wirbelsäulenbereiche nehmen an Tonus zu, die kyphotischen ab. Somit ist
davon auszugehen, daß der Therapieerfolg von Dauer ist und die einmal aufgrund der Th. erworbene
Funktionalität des Kopfgelenks nicht mehr verloren geht. (Seite 7)
Nur zum besseren Verständnis:
Wie viele Probanden wurden ein zweites Mal untersucht?
Wie viel Zeit lag zwischen den beiden Untersuchungsterminen?
Wurde die zweite Untersuchung vor oder nach einer erneuten "Therapie" durchgeführt?

An welcher Stelle dieser Studie ist der exakte Zusammenhang zwischen der postulierten Muskelverlagerung und der besseren Beweglichkeit nachgewiesen?

Eine bessere Beweglichkeit habe ich z.B. auch nach kurzen Dehnungsübungen.
Wenn also die Messung der Beweglichkeit erst nach einer kurzen aktiven Demonstration, welche Bewegungen gemeint sind, stattfindet, werden die Ergebnisse automatisch besser sein.

Du siehst, es bleiben viele offene Fragen.
Gast

Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von Gast »

doremifasol hat geschrieben: Der Tonus der der Kurze-Nacken-Muskulatur egalisiert sich (rechts/links,
oben/unten). Die lordotischen Wirbelsäulenbereiche nehmen an Tonus zu, die kyphotischen ab. doremifasol
Wie wurde das nun wieder festgestellt und was soll uns das sagen?

Und vor allem vermisse ich immer noch den Hinweis darauf, dass bei einer skoliostischen Wirbelsäule der Effekt Deiner Intervention sich von jeder anderen unspezifischen Maßnahme (wie Massage, Wärmekissen, Dehnübungen, Handauflegen, Wellnessmaßnahmen) unterscheidet :/ :/
doremifasol
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Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von doremifasol »

Vielen Dank für das Interesse...
Gast hat geschrieben:
  • (1) Wie viele Probanden wurden ein zweites Mal untersucht?
    (2) Wie viel Zeit lag zwischen den beiden Untersuchungsterminen?
    (3) Wurde die zweite Untersuchung vor oder nach einer erneuten "Therapie" durchgeführt?
    (4) An welcher Stelle dieser Studie ist der exakte Zusammenhang zwischen der postulierten Muskelverlagerung und der besseren Beweglichkeit nachgewiesen?
    (5) ...vermisse ich immer noch den Hinweis darauf, dass bei einer skoliostischen Wirbelsäule der Effekt Deiner Intervention sich von jeder anderen unspezifischen Maßnahme (wie Massage, Wärmekissen, Dehnübungen, Handauflegen, Wellnessmaßnahmen) unterscheidet.
ad (1) 213, steht in der Tabelle unter N
ad (2) In der Regel 2-3 Wochen, bei der zweiten Einbestellung
ad (3) Der therapeutische Eingriff (die Digastricus-Muskelumlagerung) geschieht beim 1. Termin, beim 2. und allen folgenden Terminen ist nur die Muskulatur vibratorisch zu behandeln.
ad (4) zum Beispiel auf Seite 4 oben, aufgrund der um 10 Prozent erweiterten Drehung, aber auch bei jeder Bewegungsrichtung läßt sich der Drehwinkelzuwachs und seine Qualität in der jeweiligen Tabelle ablesen.
ad (5)
Oben: Anamnese, mitte: Drehwinkelmessungen des Kopfes, unten: Selbstaussage des 17jährigen, mit Juveniler Skoliose diagnostizierten Mädchens gleich nach Therapie: "Der Kopf fühlt sich frei an und man kann ihn besser bewegen. Im Sitzen ist der Rücken gerade und fühlt sich nicht mehr schief an."
Oben: Anamnese, mitte: Drehwinkelmessungen des Kopfes, unten: Selbstaussage des 17jährigen, mit Juveniler Skoliose diagnostizierten Mädchens gleich nach Therapie: "Der Kopf fühlt sich frei an und man kann ihn besser bewegen. Im Sitzen ist der Rücken gerade und fühlt sich nicht mehr schief an."
17.jpg (20.87 KiB) 6670 mal betrachtet
Es ist vollkommen unmöglich, solch hohe Drehwinkelzuwächse und Symmetrisierung derselben durch die zitierten unspezifischen Maßnahmen zu erlangen, die sind charakteristisch für die Digastricus-Muskelumlagerung, die sofort einsetzende Besserung der Befindlichkeit auch.



@alle
Ich verabschiede mich von Eurem Forum für ca. 1 Woche, bedanke mich für das lebhafte Interesse.... :) Falls später noch Fragen bestehen, gehe ich gerne auf diese ein...

.
Gast

Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von Gast »

Es bleibt festzuhalten:

Weder hast Du bewiesen, dass die postulierte Muskelumlagerung überhaupt stattfindet, noch dass sie von Dauer ist. Das ist aber die Grundlage Deiner Theorie.

Du sagst, "Wer heilt, hat recht", aber auch die Heilung kannst Du nicht nachweisen.

Waren eigentlich Therapeut und Untersucher des Bewegungsumfangs identisch?

Was die Eignung der Methode bei Skoliosepatienten angeht: Subjektive Eindrücke von Patienten sind keine Beweise.

Auch wenn ich versuche, Dir Deine "gute Absicht" zu glauben -- die "Studie" ist nicht geeignet, irgendeine Deiner Theorien zu beweisen, da sie in dieser Form wissenschaftlichen Ansprüchen nicht genügt.
David hat das allgemeinverständlich erklärt. Bravo.
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Klaus
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Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von Klaus »

doremifasol hat geschrieben:
Klaus hat geschrieben:Und dann würde ich natürlich auch nachfragen, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand nur tempörär eine Besserung spürt, was oft schon durch den angesprochenen Placeboeffekt ausgelöst wird.
Geschätzter Klaus,
es stimmt nicht, dass ich nur Suggestionsanfälliges abliefere.
Da hast Du mich mißverstanden.
Es geht mir nur um die entsprechenden Erfahrungsberichte von Usern hier im Forum, die ich immer hinterfrage, wenn eine neue Methode dahinter steht. Ich habe ja nun schon mehrfach betont, dass dieses Forum in erster Linie von den Berichten der User lebt. Die widerum sind natürlich an Informationen über mögliche Behandlungsarten interessiert und können selbst entscheiden, was sie davon annehmen und dann entsprechend berichten.
Ich verabschiede mich von Eurem Forum für ca. 1 Woche, bedanke mich für das lebhafte Interesse.... Falls später noch Fragen bestehen, gehe ich gerne auf diese ein...
Ich denke mal, die Diskussion sollte damit beendet sein, wir warten auf Erfahrungsberichte von den Usern, die das unbedingt ausprobieren wollen. Das ist ganz eigennützig gemeint, weil ich glaube, das wir nur in der Praxis in der Beurteilung weiterkommen. Da es immer Neugierige gibt, die jede neue Methode ausprobieren wollen, (ganz unabhängig von den Kosten) möchte ich auch nur die ansprechen. Viele andere sind bei Skoliose/Hyperkyphose leider in einer Situation, die eine objektive Beurteilung von Methoden sehr erschwert und eine viel zu grosse Erwartungshaltung produziert. Denen würde ich das auf keinen Fall empfehlen!

Gruss
Klaus
Gast

Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von Gast »

Anmerkung:
Der Herr, der hier unter dem Pseudonym doremifasol auftritt, tummelt sich zur Zeit in einem Forum über Kopfschmerz und versucht dort die exakt gleiche Masche. Mit den gleichen Worten wie hier preist er seine bahnbrechende Neuentdeckung an. Nur soll sie diesmal gegen Clusterkopfschmerz helfen :nein: :nein:
Dort hat man ihn allerdings umgehend in die Schranken gewiesen und seinen realen Namen (den er penetrant veröffentlichen wollte, ebenso wie seine Praxisanschrift) und alle Links zu seiner Homepage gelöscht.
Dies würde ich diesem Forum auch empfehlen. (Sonst wurde das mit Posts, die Werbung für ungeprüfte, unbewiesene Therapieangebote beinhalteten, auch immer so gemacht. Manchmal ist Zensur halt richtig, um Patienteninteressen zu verteidigen.)
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Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von Klaus »

Gast hat geschrieben:Manchmal ist Zensur halt richtig, um Patienteninteressen zu verteidigen
Die eigene Kompetenz ist bei Skoliose/Hyperkyphose schon sehr wichtig und deshalb werden die Diskussionen hier so geführt, dass man selbst erkennen kann, ob die verschiedensten Methoden weiterbringen oder nicht.
Sonst wurde das mit Posts, die Werbung für ungeprüfte, unbewiesene Therapieangebote beinhalteten, auch immer so gemacht.
Da hat es aber nie so ausführliche Diskussionen gegeben, in denen Mediziner direkt zu Wort gekommen sind.

Im übrigen müssten wir bezüglich Patienteninteressen und Zensur bei den Gästen Einschränkungen machen, wie sie auch in anderen Foren üblich sind. Das ist sicherlich nicht in Deinem Interesse oder? :)

Gruss
Klaus
gauklerdavid
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Registriert: Di, 18.02.2003 - 09:40

Re: Kopfgelenktherapie

Beitrag von gauklerdavid »

Hallo an alle,

Ich möchte in diesem Beitrag noch ein paar Abschließende Dinge zur Diskussion zur Kopfgelenkstherapie schreiben. Leider ging’s aus verschiedenen Gründen nicht früher. Der erste Teil des Beitrags enthält eine direkte Antwort an Doremifasol. Der zweite eine Auseinandersetzung mit Doremifasols Daten bezüglich der erhöhten Kopfbeweglichkeit. Dabei gehe ich auf Doremifasols Aussage ein, dass die erhöhte Kopfbeweglichkeit , die er gefunden hat, nicht erklärt werden kann durch andere Effekte als die der Muskelumlagerung. Dieser Teil ist sicher von allgemeinem Interesse.

Zuerst @ Doremifasol, falls du hier noch mitliest
Ich unterstelle dir nicht, dass du die Absicht hast anderen Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen. Das kann ich nicht beurteilen, ich kenne deine Motivation ja nicht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du davon überzeugt bist, dass deine Therapie besser ist als eine Placebo Behandlung und du Menschen helfen willst.
Allerdings stellst du Thesen über den Wirkmechanismus und über den spezifischen Behandlungseffekt auf, die empirisch ungenügend unterbaut und logisch nicht schlüssig sind. Dies habe ich ausführlich dargestellt.
Ich hatte mir erhofft, dass du inhaltlich auf meinen Beitrag reagieren würdest, schließlich hast du einen akademischen Diskurs angeregt. Aber statt dessen sahst du plötzlich Tintenfische. Das finde ich schade. Ich nehme mal an, die Ursache liegt darin, dass du dich durch meinen Beitrag angegriffen gefühlt hast und nur meinen Letzten Satz gelesen hast. Solltest du aber meinen Beitrag wirklich nicht inhaltlich verstanden haben, so solltest du noch mal darüber nachdenken wie du deine Methode denn dann wissenschaftlich etablieren möchtest. Du kannst nämlich davon ausgehen, dass du von jedem methodologisch einigermaßen versierten Epidemiologen oder Mediziner ähnliche Kritiken zu hören bekommst.
Es freut mich daher um so mehr, dass du im weiteren Verlauf einen Kritikpunkt aufgegriffen hast und ein paar Daten geliefert hast.

@ alle
Zur Erinnerung: Ein Diskussionspunkt war, ob die gemessenen Erhöhung der Kopfbewegung durch einen anderen Effekt als den der "Muskelumlagerung" erklärt werden kann. Also zum Beispiel durch den natürlichen Verlauf, durch eine allgemeine Entspannung, durch die Massageelemente, durch die Erwartungshaltung des Patienten oder durch einen systematischen Messfehler.

Doremifasol verweist auf die von ihm erhobenen Daten, aus denen ersichtlich ist, dass in der erfassten Stichprobe die gemessene Kopfbewegung direkt nach der Behandlung, sowie zwei Wochen nach der Behandlung um ca 10 % höher war im Vergleich zu vor der Behandlung (ich hoffe ich habe das korrekt wiedergegeben).

Soweit so gut. Im Hinblick auf die Ursache der veränderten Messwerte nach der Intervention behauptet Doremifasol:
“Es ist vollkommen unmöglich, solch hohe Drehwinkelzuwächse und Symmetrisierung derselben durch die zitierten unspezifischen Maßnahmen zu erlangen, die sind charakteristisch für die Digastricus-Muskelumlagerung, die sofort einsetzende Besserung der Befindlichkeit auch”
Da stellt sich nun die Frage: Woher weis Doremifasol das? Auf welchen Quellen basierst er diese sehr weit reichende Behauptung? Hat er den Einfluss von anderen unspezifischen Maßnahmen (Glauben, Entspannung, etc.) auf die Kopfbeweglichkeit schon untersucht?

Zum Glück haben andere Wissenschaftler dies getan. Kopfbeweglichkeit ist nämlich eine oft gemessene abhängige Variable in Studien, die den Effekt von verschiedenen Nackenbehandlungen untersuchen. In einer randomisierten Studie der Universität München, (deren Zusammenfassung am Ende diese Posts nachzulesen ist) wurde die Beweglichkeitszunahme des Kopfes nach drei verschiedenen Behandlungen gemessen. Akupunktur, Massage und Schein-Laserakupunktur (d.h. Behandlung mit einem AUSGESCHALTETEN Laser). Für diese Diskussion von Belang ist, dass eine deutlich höhere Kopfbeweglichkeit auch nach einer unspezifischen Schein-Behandlung mit einem Laser gemessen wurde. Weiterhin war die Bewegungszunahme nach der Schein-Laserbehandlung ungefähr gleich groß wie nach der Akupunktur und größer als nach der Massage. Kopfbewegung ist also durchaus beeinflussbar durch unspezifische Maßnahmen, in diesem Fall vielleicht war vielleicht der Glauben der Patienten wichtig. Dies ist auch nicht überraschend, schließlich hängt die Kopfbeweglichkeit ab von der Muskelansteuerung ab und diese wird wiederum vom Gehirn beeinflusst.

Weiterhin argumentiert Doremifasol, dass die sofortige und zeitgleiche Besserung der Befindlichkeit nach der Behandlung nur durch die Muskelumlagerung zu erklären sei. Dieses Argument scheint mir nicht schlüssig. Bei Massage oder durch ermutigende Worte ändert sich die Befindlichkeit schließlich auch sofort und zeitgleich mit der Behandlung.
Ich halte es also für sehr wahrscheinlich, dass Kopfbeweglichkeit eine Variable ist, die durch unspezifische Maßnahmen (wie die Erwartungshaltung des Behandlers , der Glauben des Patienten, eine entspannende Atmosphäre, etc) deutlich zu beeinflussen ist.

Wenn Doremifalsol nun zeigen will, dass seine Behandlung einen spezifischen Effekt hat, so wird er nicht darum herum kommen eine placebokontrolliertes Experiment mit Randomisierung durchzuführen, um so zu sehen ob die Kopfgelenkbehandlung einen größeren Effekt hat als eine Placebobehandlung (das heisst als eine Behandlung ohne den postulierten Wirkmechanismus). Die Placebobehandlung könnte zum Beispiel darin bestehen, dass die Patienten die gleiche Erklärung und Behandlung bekommen, mit dem einzigen Unterschied dass die Vibration an eine andere Stelle des Nackens angesetzt wird (oder dass das Gerät ausgeschaltet ist) und der Kopf dabei nicht gedreht wird. Dabei sollte Doremifasol auch daran denken, dass die Kopfbewegung von jemandem gemessen wir, der nicht weis ob die entsprechende Person eine Placebobehandlung oder die Kopfgelenksbehandlung bekommen hat. Dies um unbewuste Verfälschung der Messung durch die Erwartung der messenden Person auszuschließen. Wahrscheinlich gibt es auch präzisere und weniger fehleranfällige Messmethoden als die von Doremifasol angewendete neutral null Methode, dies ist jedoch nicht mein Wissensgebiet.

Auch warte ich noch auf die Daten, die mithilfe anatomischer Präparate oder mithilfe geeigneter Bildgebender verfahren zeigen, dass der Muskel bei den meisten Menschen tatsächlich asymmetrisch verläuft und durch die Behandlung verlagert werden kann. Dies ist nämlich der zentrale Baustein der Theorie Doremifasols, den er noch nicht nachgewiesen hat.
Sofern Doremifasol keine der obengenannten Studien anfertigt, oder zumindest logisch und methodologisch schlüssig begründet warum diese Studien nicht nötig sind, solange bin ich mir ziemlich sicher dass die Effekte der Kopfgelenkstherapie erklärt werden können durch Dinge wie die Erwartung des Patienten und die Massage. Weiterhin nehme ich an, dass die behauptet Muskelasymetrie nicht existent ist, da Doremifasol keine Daten liefert die diese belegen. Sollte Doremifasol mit besseren Daten kommen so werde ich meine Meinung mit Freuden ändern.

Hier ist die Zusammenfassung der obengenannten Studie:
Studienziel: Ziel der Studie war, Wirkungen der Akupunktur auf die aktive Beweglichkeit der HWS beim chronischen HWS-Syndrom im Vergleich zur Massage als konventionellem Therapieverfahren und zu einer Scheintherapie zu untersuchen. Material und Methode: 177 Patienten mit einem chronischen HWS-Syndrom wurden in diese prospektive, randomisierte, plazebokontrollierte Therapiestudie an zwei Universitätskliniken aufgenommen. Die Studie wurde durch die Ethikkomissionen genehmigt. Die Patienten wurden durch externe Randomisation in die drei Therapiearme Akupunktur, Massage und Schein-Laserakupunktur mit je 5 Therapieeinheiten eingeteilt. Die Erhebung der HWS-Beweglichkeit erfolgte durch ein ultraschallgestütztes 3D-Messsystem zu 5 Messzeitpunkten. Ergebnisse: In der Gesamtbeweglichkeit, berechnet als Score, zeigte sich eine signifikante Überlegenheit der Akupunktur unmittelbar (p = 0,03) bzw. eine Woche (p = 0,03) nach Therapie gegenüber der Massage. Im Vergleich zur Schein-Laserakupunktur berechnete sich kein signifikanter Unterschied (p = 0,38 bzw. p = 0,12). In der Analyse der drei Bewegungsebenen zeigte sich eine Woche nach Behandlung die größte Bewegungszunahme nach Akupunktur. Schlussfolgerung: Die vorgelegten Studienergebnisse zeigen eine verbesserte aktive Beweglichkeit nach Akupunktur im Vergleich zur Massage bei Patienten mit einem chronischen HWS-Syndrom (non-specific neck pain). Angesichts dieser positiven Hinweise, den nur geringen Nebenwirkungen der Akupunktur und der hohen Patientenakzeptanz, kann die Akupunktur als Therapieverfahren in der Behandlung von Patienten mit chronischen HWS-Beschwerden empfohlen werden, obwohl sich die Ergebnisse der Verumakupunktur nicht signifikant von denen der Scheinakupunktur unterschieden.


Die deutsche Zusammenfassung kann hier gelesen werden:
https://www.thieme-connect.com/DOI/DOI? ... 2003-41566
Die gesamte Studie kann hier auf englisch gelesen werden, da kann man auch sehen wie stark die Beweglichkeit erhoeht wurde:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC33515/

Viele Gruesse und frohe Festtage
David
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