Bad Salzungen Januar 2008 – Mein Bericht :-)

Fragen und Antworten zu den SCHROTH-Rehabilitationszentren für Wirbelsäulendeformitäten
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SchwarzeSchnecke
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Bad Salzungen Januar 2008 – Mein Bericht :-)

Beitrag von SchwarzeSchnecke » So, 16.03.2008 - 23:03

Seeklinik Bad Salzungen, Januar 2008 – Mein Bericht


Aus Gründen der Übersichtlichkeit habe ich keinen zusammenhängenden Text geschrieben, sondern mehr eine Aufzählung.
Kein Anspruch auf Neutralität!



1. Tag – Mittwoch, 2. 1. 2008

Ankunft im Bahnhof von Bad Salzungen um 11:40, Suchen des Busses der Klinik, Fahrt zur Klinik;
Platzzuweisung durch Küchenpersonal, Mittagessen (Spinat, Kartoffelbrei, Tofu-Wurst; schmeckte gräßlich), Warten auf den Zimmerschlüssel;
– danach Einschätzung (trotz Scheuermann-Diagnose als 4Bre) durch den Physiotherapeuten anhand von dessen Augenmaß und mitgebrachten Röntgenbildern;
Aufnahmegespräch bei einer Schwester (umfangreicher Fragenkatalog);
Aufnahmegespräch bei der Stationsärztin Frau Dr. univ. Mladenov-Brandner (Röntgenbild verblieb dort bis zum Ende der Reha);
Beziehen des Zimmers, leider erst gegen 16:00 möglich, Heizung aufdrehen, Auspacken;
– 17:30 Abendessen am Tisch 12, Gespräche mit den anderen Patienten dort;
Abholen des Therapieplans an der Rezeption (gegen 22:00, vor dem Frühstück hätte auch noch genügt). Manche mußten noch ihre Reissäckchen kaufen.

Anmerkungen:
– Zum Platz im Speisesaal: Bekommt man vom Küchenpersonal zugewiesen. Man kann aber auch an einen anderen Tisch wechseln, wenn dort ein Platz frei ist.
– Zum Essen: 7:30 Frühstück (Buffet mit Obst, verschiedenen Müslis, verschiedenen Brotsorten), 10:00 Müsli-Pause, 12:00 Mittagessen (Salatbuffet (Blattsalate und andere, wobei das Dressing deutlich zu süß ist), Hauptgericht, Dessert (meist Joghurt oder irgendwas Künstliches), 17:30 Abendessen (viel zu früh). Zum Frühstück und zum Abendessen gibt es jeden Tag fast das gleiche. Beim Mittagessen kann man jeweils am Vortag zwischen 4 verschiedenen Gerichten (Vollkost, leichte Vollkost, Diät, vegetarisch) wählen. Vergißt man sich in der Liste am Eingang einzutragen, bekommt man Vollkost. Nach 3 Wochen wiederholt sich das komplette Programm.
– Zur Einschätzung: Man wird eingestuft als 3B (dreibogige Skoliose), 3BH (dreibogige Skoliose mit Hüftprominenz), 4B oder Symmetrisch (Rundrücken und Hohlkreuz oder Flachrücken ohne nennenswerte Skoliose), mit dem Zusatz "re" oder "li", was die Seite bezeichnet, auf der der größte Bogen ("Paket") ist. Dann bekommt man einen DIN-A5-Plastikordner (in dem schon einige Zettel mit Übungen incl. Foto und Beschreibung eingeordnet sind) und ein DIN-A5-Blatt, auf dem der Physiotherapeut die Art der Skoliose notiert und Pfeile einzeichnet (Atemrichtung) sowie Unterlagerung (mit Reissäckchen) in Bauch-, Seiten- und Rückenlage, damit man weiß, was man bei den Übungen individuell beachten muß. Das Ergebnis der Einschätzung kann sich durchaus noch ändern – bei manchen Patienten bereits nach einem Tag, bei manchen erst nach einer Woche oder noch länger. Die Entscheidung, was letztendlich gilt, wird vom Stationsarzt und Dr. Steffan getroffen. In meinem Fall entschieden die Ärzte, die Einschätzung als 4Bre zu ignorieren und mich als symmetrisch einzustufen.
– Zum Zimmer: Ich bekam ein riesiges Zimmer im 2. Stock, in dem zwei Betten standen, die man aber leider nicht verrücken konnte. Somit stand mein Bett mit dem Kopfende zur Wand, und an den Seiten war nichts. Ich mußte also immer auf dem Bauch liegen, weil ich im Korsett nicht auf der Seite liegen kann, ohne mich irgendwo anzulehnen. Die einzige Steckdose am Bett war durch das Bett zugestellt, und alle anderen mindestens 2 Meter weit weg. Auf dem Schreibtisch stand zwar ein Fernsehapparat samt Fernsehzeitung, aber ein Licht gab es dort nicht. Den Sessel am Schreibtisch würde ich ebensowenig als rückengerecht bezeichnen wie das Sofa (samt Glastisch). Das Badezimmer war mit Granitfliesen ausgelegt und größer als meines zu Hause, aber der Wasserdruck in der Dusche war nicht so besonders groß. Da ich über 18 war, war ich gezwungen, in diesem großen Zimmer ganz alleine zu sein. Der einzige Trost: W-LAN. Das funktionierte immer. :-) Insgesamt dreimal schloß ich mich aus dem Zimmer aus, weil ich versehentlich meine Karte drinnen steckenließ (ohne die hat man ja keinen Strom).
– Zum Gebäude allgemein: Die Klinik sieht nicht aus wie eine Klinik, sondern eher wie ein 4-Sterne-Hotel. Wenn man Hotels mag, wird man sich mit großer Wahrscheinlichkeit darin wohlfühlen. Wenn man – so wie ich – nicht besonders viel mit der Hotelatmosphäre anfangen kann, wird man sich deplaziert fühlen. Was mir auch ziemlich aufs Gemüt schlug, waren die dunklen Flure (keine Fenster und schwache Beleuchtung), das dunkle Holz überall und der allgegenwärtige dunkelgraugrüne Teppichboden.
– Zu den Reissäckchen: An der Rezeption kann man dunkelgraugrüne (dieselbe Farbe wie das große Handtuch, das man zu den Therapien mitbringen muß) Reissäckchen zum Preis von 1,50 Euro kaufen. Jedem, der lieber bunte oder helle Farben mag, kann ich nur empfehlen, sich selber welche anzufertigen nach der Anleitung, die in dem Brief mit dem Aufnahmetermin mitgeschickt wird. Da steht übrigens auch etwas von 5 Stück. Bei den meisten genügen allerdings 3. (Ich habe nie mehr als 3 benötigt.)


Untersuchungen, die durchgeführt wurden:

– Fotodokumentation und Vermessung von Armspannweige und Sitzhöhe (zu Beginn und am Ende der Reha),
– 3D-Wirbelsäulenvermessung (zu Beginn der Reha),
– Spirometrie (zu Beginn und am Ende der Reha),
– Wiegen (1x pro Woche),
– Blutdruckmessung (1x pro Woche),
– Korsettsprechstunde (mit Dr. Steffan),
– Chefarztvisite (mit Stationsärztin und Dr. Steffan),
– Untersuchung durch eine Internistin in der Parkklinik wegen meiner starken Erkältung zu Beginn der Reha.

Anmerkungen:
– Die Fotodokumentation empfand ich als sehr unangenehm, weil ich mich bis auf die Unterhose komplett ausziehen mußte. Warum man nicht wenigstens den BH anbehalten darf, verstehe ich nicht. Warum sie unbedingt den Kopf mit drauf haben wollen, auch nicht. :-|
– Bei der 3D-Wirbelsäulenvermessung hat man auf meinem Ausdruck kaum was gesehen, und letztendlich war es umsonst. Anstatt dieses teuren Verfahrens fände ich eine genauere Einschätzung durch einen Physiotherapeuten (siehe weiter unten) sinnvoller. Von mir aus hätten sie auch ein weiteres Röntgenbild machen können, hätte mich nicht gestört.
– Bei der Spirometrie hatte ich anfangs (während ich die Erkältung hatte) 130%, bei der letzten Messung 145% (100% wären schon sehr gut gewesen).
– Beim Wiegen kann man schummeln, wenn man möchte, die Waage steht nämlich außerhalb vom Schwesternzimmer auf dem Teppichboden. ;-) Mußte ich nicht, denn ich hatte zu Beginn der Reha etwa 52 kg und am Ende 51 kg (war aber schwer, das zu halten, mußte dafür wesentlich mehr essen als sonst).
– Die Korsettsprechstunde dauerte bei mir weniger als 5 Minuten, Dr. Steffan sah sich lediglich meinen Rücken und mein Korsett an und schrieb dann etwas in meine Akte. Als ich drüben in der Parkklinik war und die Akte dort offen vor mir auf dem Tisch lag, las ich die Notiz. Dr. Steffan hatte geschrieben, daß es sich um eine Reklinationsorthese handelte, mit dem Zusatz "nicht indiziert!!".
– Die Chefarztvisite war nichts Besonderes und dauerte bei mir nur 2 Minuten.


Einführungsgruppe – Donnerstag, 3. bis Mittwoch, 9. 1. 2008

Physiotherapeut: Ronny
Teilnehmer: 10 Patienten mit unterschiedlichsten Skoliosen, Kyphosen, Lordosen und Flachrücken
Häufigkeit und Dauer: Montag bis Freitag 2x pro Tag für je 45-60 min, Beginn unterschiedlich
Inhalt: Theoretische Grundkenntnisse (was passiert bei einer Skoliose, wie und warum funktioniert Schroth-KG), Geordnete Rückenlage, Seitlage und Bauchlage (wo müssen die Reissäckchen plaziert werden), Basiskorrekturen (wie stellt man das Becken richtig ein), Erlernen der Ausatmung mit Lippenbremse, Ausführen von Übungen unter Kontrolle
Übungsauswahl: Schroth-Übungen gegen Skoliose, Hyperkyphose/-lordose und Flachrücken im Liegen, Sitzen und Stehen, z.B. Raupe, Hocker über dem Kopf, Kopf-Spann-Beuge, 50-Mal-Übung, Taillenstreckübung, Muskelzylinder im Liegen/Kniestand/Stand, Hüftholz-Übung...

Anmerkungen:
– Ich kann mich noch gut an die erste Gruppenstunde erinnern: Ich kam rein, alle anderen waren schon da. Ich sagte: "Sorry, ich bin zu spät." Daraufhin Ronny trocken: "Und erkältet bist du auch." Ich dachte: Was ist das für ein trockener, verschlafener Typ – mußte diesen ersten Eindruck dann aber sehr schnell korrigieren. :-)
– Die Atmosphäre war zumeist entspannt und konstruktiv, fast in jeder Stunde gab es auch etwas zum Lachen.
– Ronny zeigte sehr viel Einfühlungsvermögen mit einem älteren Patienten, der leider nicht so konnte, wie er wollte. (Dieser Patient zeigte später dann enorme Verbesserungen, die keiner der Mitpatienten erwartet hätte.)


Symmetrische Gruppe – Donnerstag, 10. bis Dienstag, 29. 1. 2008

Physiotherapeuten: Ulli (bis 18. 1.), dann Ronny
Teilnehmer: 6-11 Patienten mit Hyperkyphosen, Hyperlordosen, Flachrücken und Sitzkyphosen
Häufigkeit und Dauer: Montag bis Freitag 2x pro Tag für je 45-60 min, Beginn je um 8:00 und um 15:15
Inhalt: Ausführen von zur Korrektur von Hyperkyphose usw. sowie zur Stabilisierung geeigneten Übungen, und zwar sowohl einzeln als auch zu zweit als auch in der Gruppe
Übungsauswahl: neben Schroth KG (u.a. mit Deuserbändern) kommen auch Übungen mit dem Pezziball nach Kleinvogelbach, Ball- und Luftballonspiele, Lockerungsübungen ("Klopfen") sowie Übungen gegen Spreizfüße ("Kurzer Fuß") zum Einsatz; einmal Nordic Walking

Anmerkungen:
– Die Symmetrische Gruppe bestand aus 7-11 Personen, etwa zwei Drittel davon Männer. Zu dem Zeitpunkt, als Ronny die Gruppe übernahm, konnte man auch sagen: zwei Drittel davon Schwaben. ;-)
– Die meisten der Patienten, die sich in der Einführungswoche nicht genügend gefordert gefühlt hatten, wurden bei Ulli sehr schnell leise. Die anderen natürlich auch. Fortan hatte nur noch eine was zu sagen – bzw. zu brüllen –, und das war Ulli. Von dem Drill hatten die meisten schnell genug. Und wenn es mal keine Anweisungen waren, dann sexistische (männerfeindliche) oder andere z.T. sehr giftige Bemerkungen. Wenn es Gelächter gab, dann nur ab und zu, und zwar hauptsächlich dann, wenn ein Witz auf Kosten eines Mitpatienten gemacht wurde. :-|
– Da ich psychisch nicht sehr stabil war, fürchtete ich mich zunächst vor Ulli (siehe auch viewtopic.php?t=9647), was sich nach einigen Tagen jedoch besserte. Bei den Übungen mit den Deuserbändern brauchte ich als Einzige in der Gruppe meist eines der hellblauen – schwächeren – Bänder, welches Ulli als "Weichei-Band" bezeichnete (und mich als "Weichei"). Die Übungen mit dem Pezziball hingegen machten mir Spaß und sind etwas, was ich auch wirklich gut kann. :-) Leider konnten da einige Patienten nicht mitmachen.
– Ich schätze Ulli zwar als sehr kompetent ein, aber sie läßt einem kaum Zeit zum Atmen – und dabei hatten sowohl mein Physiotherapeut zu Hause als auch Ronny gesagt, daß man möglichst lange ausatmen soll. Ich bin mir auch sicher, daß Ulli es nicht böse meint, aber irgendwie war mir (und einigen anderen auch) ihre aggressive Art weitgehend suspekt. Die meisten waren daher erleichtert, als sie in Skiurlaub ging. Es hieß dann zunächst, wir würden Jens als Therapeuten bekommen.
– Wir bekamen dann aber Ronny. Einen stärkeren Kontrast kann es kaum geben. Die Atmosphäre bei Ronny habe ich oben bereits beschrieben. In den kurzen Gesprächen während der Pausen ging es neben Schroth auch manchmal um Kinofilme oder Politik. ;-) Von Übungen mit dem Pezziball nach Kleinvogelbach scheint er allerdings nicht allzu viel zu halten, und: "Ich mache nur das mit euch, was ich selber auch kann." ;-) Anstatt den "Kurzen Fuß" zu machen, durften wir einen Filzstift zwischen die Zehen nehmen und auf seine Anweisung hin bestimmte Dinge malen (wobei er auch mitmalte). Hier brauchte ich deutlich mehr Papier als die anderen. ;-) Am Schluß mußten wir das Papier mit den Füßen zerreißen, zusammenknüllen und herumreichen. Das war in der letzten Gruppenstunde. Da am nächsten Tag fast alle Gruppenmitglieder abreisten, wurde die Symmetrische Gruppe erst mal aufgelöst.


Freies Üben – Montag, 7. bis Dienstag, 29. I. 2008

Physiotherapeuten: meistens 2, ansonsten eine(r)
Teilnehmer: alle, die das auf ihrem Plan eingetragen haben ;-)
Häufigkeit und Dauer: Während der Einführungsphase Montag bis Samstag 1x 50-60 min pro Tag, danach Montag bis Freitag 2x 50-60 min pro Tag, Samstag 1x 45 min
Inhalt: Ausführungen von Übungen, welche man vorhat zu Hause weiterzuführen, wobei die Physiotherapeuten bei jedem Einzelnen die richtige Ausführung kontrollieren
Extra: Wird von Patienten rechtzeitig der entsprechende Wunsch geäußert, kann auch geklettert werden (meistens Freitag Nachmittag; in den Räumlichkeiten fürs Freie Üben befindet sich auch eine Kletterwand)

Anmerkungen:
– Die Teilnahme am "Freien Üben" ist nicht freiwillig, sondern Pflicht und im Behandlungsplan eingetragen;
– Man muß nicht unbedingt zu der Stunde kommen, die im Plan eingetragen ist, sondern kann ggf. auch tauschen;
– Wer sich trotzdem noch nicht genügend ausgelastet fühlt, kann montags, dienstags und donnerstags außerdem – freiwillig – am "Freien Üben Spezial" teilnehmen (jeweils 16:15-17:15);
– Nicht selten wurde von den Therapeuten (insbesondere von Ulli) beanstandet, daß fast alle so lange vor- und nachspürten und ständig die Beinrückseitendehnung machten. ;-) Meine persönlichen Lieblingsübungen sind neben der Beinrückseitendehnung (die ich eigentlich gar nicht zu machen brauche, weil bei mir eh fast alles überdehnt ist) die Hüftlockerung, die Raupe, der "Hocker über dem Kopf", die Kopf-Spann-Beuge und die Taillenstreckübung (bei der Ronny mich so lange korrigierte, bis sie saß).
– Während des Freien Übens hatte ich auch Gelegenheit, den Physiotherapeuten (und Mitpatienten) zu demonstrieren, daß es möglich ist, mehr als eine Minute lang ohne Halt – also frei – auf einem Pezziball zu stehen (keine Schroth-Übung kann ich so gut wie das!), wobei ich offenbar die einzige Patientin war, die das fertigbrachte. :D
– Im Freien Üben Spezial meinte ich einmal, mich ganz besonders ins Zeug legen zu müssen, und machte freiwillig Übungen mit dem (roten) Deuserband. Dabei zog ich mir eine Zerrung zu; mein Rücken wurde an einer Stelle seltsam warm und hart, und sobald ich weiterübte, tat es weh, auch noch am nächsten Tag (wo dann Jens von mir verlangte, beim Sequenztraining trotzdem das ganze Programm zu machen). Die Schmerzen gingen zwar wieder weg, aber insgesamt hatte mich das zurückgeworfen. Ich kann daher jedem nur davon abraten, sich zu überanstrengen; es bringt nichts, sondern ist kontraproduktiv. :-|
– Geklettert werden kann auch in den Gruppenstunden, wenn der Wunsch dazu geäußert wird. Während alle anderen Turnschuhe anhatten, kletterte ich barfuß (in Schuhen habe ich nicht genügend Gefühl). Nach oben zu kommen und von dort herunterzugrinsen war kein Problem – aber dann wollte ich aus lauter Ehrgeiz auch wieder herunterklettern, was leider schiefging, da ich wegen meiner verschwitzten Finger abrutschte. Ronny ließ mich trotzdem nochmals hochklettern. :-) Tip: Magnesiumoxid oder Puder mitbringen!


Weitere Therapien, die ich hatte:

Sequenztraining (2x pro Woche je 45-60 min): Muskelaufbautraining an Geräten, im Kraftraum;
Kardiotraining (2x pro Woche je 10-30 min): Ausdauertraining auf Laufband, Cross-Trainer oder Fahrradergometer;
Wassergymnastik (1x pro Woche je 30 min, in der 300 m von der Seeklinik entfernten Parkklinik);
Hydro-Jet (2x pro Woche je 30 min): eine Art Wasserbett, von dem man mittels Düsen massiert wird;
Atemtherapie (2x pro Woche je 45 min): Übungen in der Gruppe, die meist zu zweit gemacht werden und bei denen man lernt, bewußt in die schwachen Stellen hineinzuatmen und damit der Krümmung entgegenzuwirken;
Rückenschule (insgesamt 2-3x, je 45 min): Vorträge, in denen man lernt, sich bei der Arbeit und in der Freizeit rückengerecht zu bewegen – mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen;
Schmerzseminar (2x 60 min): Vorträge von Frau Otto zum Thema Schmerz und Schmerzbewältigung, 1. Teil Theorie, 2. Teil Praxis;
Progressive Muskelentspannung (2x pro Woche je 45 min) bei der Psychologin Frau Otto;
Psychologische Einzelgespräche (1x pro Woche, 60 min) bei Frau Otto;
Therapeutisches Reiten (samstags oder sonntags um 13:00, Anmeldung spätestens am Freitag Mittag): Fahrt mit dem Klinikbus zum Reiterhof nach Bad Liebenstein, es können jeweils bis zu 8 Personen mitkommen.

Anmerkungen:
– Zum Sequenztraining: Beim ersten Mal (Sequenztest) wird einem von einem Physiotherapeuten gezeigt, an welchen Geräten man üben soll, was man dort beachten muß (Einstellung Sitzhöhe, Gewicht,...) und wie man dann die Zahl der Wiederholungen und das Gewicht (wird erst erhöht, wenn man 3 x 30 Wiederholungen schafft) in eine Liste einträgt (die übrigens von Therapeuten und Ärzten nicht beachtet wird und somit nur zur Selbstkontrolle dient). Manche (insbesondere männliche Teilnehmer) mögen's und hängen mit jedem Mal mehr Gewicht dran und trainieren so lange, bis sie einen roten Kopf kriegen. Mir hingegen war's zu monoton; war die einzige Therapie, die ich gehaßt habe. :< Dazu kommt noch, daß die im Kraftraum laufende Musik manchmal auch sehr zu wünschen übrig ließ... (Einmal gab's Volksmusik, weil die Therapeutin gemeint hatte, sie wolle den älteren Damen einen Gefallen tun.)
– Zum Kardiotraining: Auch da bekommt man eine Liste, in die man einträgt, wieviel Minuten man bei welcher Durchschnittsgeschwindigkeit gelaufen ist bzw. bei welcher Durchschnittswattzahl (beim Fahrrad). Das sollte man nach Möglichkeit steigern. Fahrrad und Cross-Trainer waren nicht so mein Ding, aber nach dem Laufband bin ich beinahe süchtig geworden. ;-) Angefangen habe ich mit 10 Minuten und 5 km/h, am Schluß schaffte ich 30 Minuten (länger durfte ich nicht, weil ja auch noch andere Leute wollen) bei 7,5 km/h (und zwar nicht laufend, sondern gehend, was eine Mitpatientin sehr verwunderte). Dabei habe ich auch die Grenze überschritten, ab der die Endorphine rauskommen und man keinen Schmerz und keine Anstrengung mehr spürt und z.T. sogar vergißt, wo man sich befindet. :D
– Zur Wassergymnastik: Das Schwimmbecken der Parkklinik ist schon ziemlich klein, aber die Umkleide ist noch schlimmer (besonders wenn sich alle gleichzeitig umziehen wollen...). Das Wasser im Schwimmbecken hat 30° (also nicht besonders warm) und sieht ein bißchen aus wie Urin (vermutlich wegen der gelben Fliesen). ;-) Für ein Nichtschwimmerbecken ist es relativ tief (Menschen mit 1,60 m Körperlänge oder weniger müssen auf den Zehenspitzen oder Treppenstufen stehen). Die Gymnastik besteht mal aus Aqua-Jogging, mal aus Übungen mit Nudeln, mal aus Wasserball,..., und ist nicht skoliosespezifisch. Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer hatte nach dem ersten Mal keine Lust mehr drauf und hat es sich daher von den Ärzten absetzen lassen.
– Zum Hydro-Jet: Das war die Therapie, die mir am besten gefallen hat; da hab ich immer meinen iPod geholt und mich einfach ganz faul draufgelegt (manchmal gab's auch noch 'ne Decke). :D Ab dem 3. Mal war die höchste Stufe eingestellt. Leider waren die 20-25 Minuten immer viel zu schnell um.
– Zur Atemtherapie: Leider war der Raum (Raum B), in dem das gewöhnlich stattfindet, meist zu kalt (manchmal kam es deshalb fast zu einem Streik der Patienten). Die Gruppeneinteilung entspricht der Einteilung in 3B, 4B und Symmetrisch, allerdings mit anderen Therapeuten. Manchmal werden Igelbälle benutzt, um die Durchblutung und Atmung in die schwache(n) Stelle(n) anzuregen, manchmal legt der Übungspartner die Hände auf die schwache(n) Stelle(n), und ab und zu darf man sich auch mit Fangostückchen bewerfen. ;-) Letzteres durfte ich leider nicht miterleben, da sich bei mir die Atemtherapie mit der Progressiven Muskelentspannung überschnitt. :/
– Zur Rückenschule: Ähnelt etwas den Kursen, die von manchen Krankenkassen angeboten werden. Wir lernten z.B. im ersten Teil, wie man etwas anhebt (indem man nämlich dabei in die Hocke geht), trägt (möglichst nahe am Körper), daß Skoliotikerinnen ihre Handtasche auf der Paketseite tragen sollen, und im zweiten Teil, welche Sportarten geeingnet sind (z.B. Rückenschwimmen, Nordic Walking, Tanzen) und welche völlig ungeeignet sind (z.B. Bungee-Jumping, Pilates, Aerobic). Die, die auch noch den dritten Teil hatten, lernten etwas über die rückengerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes.
– Schmerzseminar: Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Vorträge mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen. Im ersten Teil geht es um Ursachen für Schmerzen, im zweiten Teil um Schmerzbewältigung. Zur Veranschaulichung gibt es Overhead-Folien mit Textbruchstücken oder zuviel Text, ohne veranschaulichende Graphiken und ohne Farben. Die meisten von uns lernten nichts Neues und fanden die Vorträge demensprechend ziemlich schwach und langweilig. Außerdem wird kein Bezug hergestellt zu den Therapien.
– Progressive Muskelentspannung: Kannte ich schon von einem Kurs meiner Krankenkasse und vom Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik her und konnte bereits dort nicht allzu viel damit anfangen (war mir einfach zu langweilig). Man legt sich dabei in Rückenlage (ohne Reissäckchen ;-) ) auf die Gymnatikmatten – je nach Bedarf mit Kopfkissen, Unterlagerung der Knie und Decke – und spannt nacheinander der Anleitung der Therapeutin folgend verschiedene Muskelgruppen (Hände, Arme, Gesicht, Bauch,...) an. Dank der sanften Stimme von Frau Otto und der beruhigenden Musik schafften es die meisten auch ganz gut, sich zu entspannen – manche sogar so gut, daß sie einschlafen und schnarchen. ;-)
– Zu den psychologischen Einzelgesprächen: Wenn man im Aufnahmegespräch mit dem Stationsarzt psychische Probleme angibt, bekommt man diese angeboten. Die Teilnahme ist freiwillig. Natürlich hat man nicht wie in einer Psychotherapie die Möglichkeit, ein Problem intensiv zu bearbeiten. Dennoch können sie hilfreich sein (in meinem Fall zumindest).
– Zum Therapeutischen Reiten: Die Teilnahme ist freiwillig. Die Möglichkeit der Teilnahme wird im Aufnahmegespräch beim Stationsarzt erwähnt. Wer interessiert ist, bekommt einen Zettel bezüglich der Risiken, der unterschrieben werden muß. Wer noch nie zuvor auf einem Pferd gesessen ist, kann trotzdem teilnehmen; die Pferde sind Therapiepferde (zumeist Haflinger) und werden von den Leuten des Reiterhofs geführt. Man sitzt ohne Sattel – sondern auf einer Decke – auf dem Pferd, festhalten kann man sich an Griffen. Eine Frau vom Reiterhof gibt Anweisungen, was man tun soll, z.B. den linken Arm und das rechte Bein ausstrecken, die Arme ausstrecken und den Oberkörper drehen, sich nach vorne oder hinten auf das Pferd legen, rückwärts auf dem Pferd sitzen (haben sich nur wenige – darunter ich :D – getraut. Mir hat's sehr viel Spaß gemacht – nicht nur das Reiten, sondern auch die Beschäftigung mit der Katze (Angela). :-)


Weitere Therapien, die man sich verordnen lassen kann (an denen ich nicht teilgenommen habe):

– Sole-Inhalationen (für Patienten, die Probleme mit den Atemwegen, insbesondere der Lunge haben);
– Bäder (je nach Badezusatz riecht man das dann im halben Untergeschoß ;-) );
– Elektrotherapie (Reizstrom, zur Schmerzbekämpfung und Entspannung);
– Fango (für alle, die's heiß mögen);
– Klassische Massagen (man kann sich entscheiden zwischen 2x Hydrojet oder 1 Massage pro Woche);
– Atemmassagen (die sind laut Berichten von Mitpatienten ein paar Nummern härter als normale Massagen ;-) );
– Ergotherapie (da darf man z.B. Fensterbildchen herstellen, Servietten falten oder mit Knetmasse arbeiten). Da kann man auch ohne Verordnung teilnehmen, man muß sich halt in die an der Rezeption aufgeklebten Listen eintragen und ggf. eine kleine Teilnahmegebühr entrichten.

Wer möchte, kann außerdem in die Sauna (getrennt oder gemischt). Ein Solarium gibt's auch (gegen Gebühr).


Einschätzung durch angehende Schroth-Therapeuten:

In Bad Salzungen werden auch angehende ambulante Schroth-Therapeuten ausgebildet und geprüft. Für die Prüfung werden Patienten benötigt, die sich freiwillig untersuchen lassen. Beliebige Patienten konnten sich melden. Dafür lag unten in der Physiotherapie-Abteilung eine Liste aus. Ich trug mich dort ebenfalls ein, als 4. von 5.
Das Ganze fand an einem Samstag Nachmittag statt und dauerte etwa 2 Stunden. Die Physiotherapeutinnen (es waren keine Männer darunter) kamen aus den verschiedensten Ecken Deutschlands. Mich teilte Andrea derjenigen zu, die schwanger war ("Du bekommst jemand, der zierlich ist"). Allerdings scheine ich eine harte Nuß gewesen zu sein. :D Obwohl ich angab (zu Beginn der Untersuchung wurden einige persönliche Daten aufgenommen, u.a. die Diagnose auf dem Reha-Antrag), wegen meines M. Scheuermann da zu sein, suchte sie immer nach Anzeichen einer Skoliose. Dafür maß sie Sitzhöhe, Armspannweite, Beinlänge (meine Beine sind exakt gleich lang) u.v.m. mit einem Maßband aus und testete, inwieweit die jeweiligen Gelenke beweglich waren, wie weit ich den Kopf zur Seite neigen konnte (mehr nach links als nach rechts), wie stark die Bauch- und Rückenmuskulatur war, wie mein Gangbild war usw. Bei den Gelenken bekam ich fast überall eine "0", d.h. sehr gut beweglich bis überbeweglich. Bauch- und Rückenmuskulatur waren (obwohl ich da schon mehr als 2 Wochen Reha hinter mir hatte) eher schwach, mein Gang steif. Die Physiotherapeutin schätzte mich schließlich ein als 3BHre.
Das Ergebnis wunderte mich, war ich doch am Anfang als 4Bre eingestuft worden und dann als symmetrisch mit geringer skoliotischer Verbiegung und Verdrehung. Demnach hatte ich einmal links und einmal rechts eine Hüftprominenz. Ich schloß daraus, daß ich gar keine habe. :D Auch den dritten und vierten Bogen suchte ich vergebens, habe ich doch nur einen schwachen und einen noch schwächeren. Außerdem fragte ich mich die ganze Zeit, ob es nicht auch ein- und zwei- und fünfbogige Skoliosen gäbe und warum es nur Gruppen für drei- und vierbogige gibt. Diese Frage stellte ich am Ende meines Aufenthalts Frau Dr. Mladenov, die sie mir wie folgt beantwortete: "Die Einteilung in drei- oder vierbogig sagt in Wirklichkeit nichts darüber aus, wie viele Bögen man hat, sondern nur, ob man eine ungerade oder gerade Anzahl an Bögen hat. Das entscheidet nämlich darüber, auf welcher Seite die Hüftprominenz ist. Bei einer ungeraden Anzahl an Bögen ist die Hüftprominenz auf der Seite des Pakets, bei einer geraden Anzahl auf der schwachen Seite."
Es wurde uns von den Physiotherapeutinnen auch zugesagt, daß wir Kopien der von ihnen ausgefüllten Bögen bekommen würden. Dann jedoch wurde es den Physiotherapeutinnen untersagt, die Bögen in der Klinik zu kopieren (da die Prüfung nicht relevant für unsere Behandlung sei). Ein paar kopierten sie dann in der Stadt oder schrieben sie ab, aber meine machte sich diese Mühe nicht. Dabei hätte ich wirklich gern Kopien gehabt, um sie hier ins Forum stellen zu können.


Freizeit:

In der Klinik selber gibt es einen Aufenthaltsraum im Untergeschoß. Man kann dort Filme ansehen, Tischtennis spielen, Billard spielen oder eines der Gesellschaftsspiele, die man an der Rezeption ausleihen kann. (Leider wurde wenige Tage nach meiner Ankunft mit dem Renovieren des Aufenthaltsraums begonnen.) Man kann in Bad Salzungen z.B. das Gradierwerk und das dazugehörige Keltenbad (ein Thermalbad mit salzigem Wasser, Strudeln usw.) besuchen oder mit dem Zug in die durchaus sehenswerte Barockstadt Eisenach fahren. Außerdem gibt es in Bad Salzungen einiges an Einkaufsmöglichkeiten und ein Kino. Weiteres auf der Website von Bad Salzungen.

Natürlich kann man seine Freizeit auch dazu nutzen, Wäsche zu waschen. ;-) Es gibt einen Wäscheraum mit zwei Waschmaschinen und zwei Trocknern. Waschmittel ist vorhanden (meines Wissens Vollwaschmittel), aber das Waschen an sich muß man bezahlen. 42 Minuten kosten 50 Cent, wobei man je nach Waschprogramm 2-3 Münzen braucht (falls man keine 50-Cent-Stücke hat, kann man an der Rezeption Geld wechseln) und für den Trockner 2. Man kann seine Wäsche aber auch an dem (einzigen!) kleinen Wäscheständer aufhängen. Nur muß man dann schnell genug sein und sie am nächsten Tag wieder abhängen (sie ist dann normalerweise auch trocken); ansonsten macht das (verständlicherweise) jemand anders. (Ich mußte das mehrfach tun, weil manche Patienten anscheinend gemeint haben, sie könnten den Wäscheständer für sich allein beanspruchen und könnten jedes zweite Seil auslassen.)


Das Therapieziel und die Wirklichkeit:

(Ich schreibe hier nur von mir selber.)
Im Gespräch mit Frau Dr. Mladenov wurde als Therapieziel festgelegt, in die Lage zu kommen, das Korsett nur noch nachts tragen zu müssen und es tagsüber ganz auslassen zu können. Dr. Steffan ging sogar noch weiter und meinte, ich würde das Korsett nach der Reha überhaupt nicht mehr brauchen und abschulen können. Er wollte, daß ich es tagsüber nicht mehr trug.
Das, was Frau Dr. Mladenov gesagt hatte, schien mir einigermaßen realistisch, und so arbeitete ich darauf hin. Nach einigen Tagen allerdings kamen wieder die alten Schmerzen, sodaß ich mein Korsett nun auch wieder tagsüber trug. Ich wurde zwar durch das Schrothen auch außerhalb des Korsetts gerader (ich konnte mich ja immer im Spiegel anschauen) und schließlich auch fast so, wie es für mein Alter üblich ist, aber für die Schmerzbekämpfung genügt das offenbar nicht. Deshalb folgte nach der ersten Hälfte des Aufenthalts eine gewisse Ernüchterung. Ich strengte mich zwar trotzdem noch ziemlich an, wußte dabei aber, daß es irgendwie nur darum gehen konnte, den Status quo zu erhalten. Es ging/geht nun nicht mehr darum, das Korsett weniger zu tragen, sondern außerhalb des Korsetts länger gerade zu bleiben. Kinder und Jugendliche, die noch eine Aussicht auf dauerhafte Begradigung haben und denen bewußt ist, welchen Anteil sie selber daran haben, sind da leichter zu motivieren.
Trotzdem denke ich, daß mir der Aufenthalt viel gebracht hat. Ich fühlte mich dort mit meiner WS-Erkrankung ernstgenommen und hatte zahlreiche Gelegenheiten, mich mit anderen zu unterhalten, die in einer ähnlichen Lage sind. Und schließlich machte es manchmal auch einfach Spaß! :D

Da uns Ausgewachsenen dazu geraten wurde, die Reha in 3-5 Jahren zu wiederholen (dann allerdings ohne Einführungswoche), denke ich, daß ich das tun und dann auch wieder nach Bad Salzungen gehen werde. :-)



Wer sich nun bis hier durchgebissen hat, dem wünsche ich viel Erfolg bei der Schroth-Reha! :-)


Und bevor ich nun (endlich) abschließe, möchte ich mich an dieser Stelle noch ganz herzlich bedanken bei
Dr. Hoffmann, der mir das Korsett verpassen ließ und mich in die Reha geschickt hat, :-)
Den Physiotherapeuten, vor allem Ronny, der sehr viel Geduld mit mir hatte, :-)
Den drei Leuten von meinem Tisch, insbesondere Sandman77. :-)



LG, Anne
Dateianhänge
Anne klettert 3 (kompr.).jpg
Hoch war kein Problem...
Anne klettert 3 (kompr.).jpg (20.35 KiB) 19836 mal betrachtet
Mauer am See 5 (kompr.).jpg
Hinten im Bild ist ein Teil der Seeklinik zu sehen.
Mauer am See 5 (kompr.).jpg (25.36 KiB) 19836 mal betrachtet
Burgsee 1a (kompr.).jpg
vom Fenster meines Zimmers aus fotografiert, nach links schauend
Burgsee 1a (kompr.).jpg (19.92 KiB) 19836 mal betrachtet
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Beitrag von SchwarzeSchnecke » So, 16.03.2008 - 23:09

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Re: Bad Salzungen Januar 2008 – Mein Bericht :-)

Beitrag von Dalia » Mo, 17.03.2008 - 00:14

Hallo Anne,

das war ein sehr schöner, interessanter und herrlich ehrlicher Bericht, er wirkte durch die klare Gliederung und die schönen Farben sehr klar strukturiert und war angenehm zu lesen. Hat richtig Spaß gemacht zu lesen, ich habe dafür 20 Minuten (inkl. Antworten) gebraucht. :D

Die Fotos finde ich auch toll, vor allem das erste Bild, sieht wie ein Gemälde aus. Und das letzte Foto ist ja wohl mehr als beeindruckend. :eek:
SchwarzeSchnecke hat geschrieben:Die Fotodokumentation empfand ich als sehr unangenehm, weil ich mich bis auf die Unterhose komplett ausziehen mußte. Warum man nicht wenigstens den BH anbehalten darf, verstehe ich nicht.
Das liegt daran, dass eine Skoliose/Kyphose auch an dere Form der Brust zu sehen ist, z.B. wirken die Brüste gleichmäßiger, wenn man eine korrigierte Haltung einnimmt. Der Kopf ist auch wichtig, weil eine Korrektur sich auch auf die Kopfhaltung auswirkt.
Von mir aus hätten sie auch ein weiteres Röntgenbild machen können, hätte mich nicht gestört.
Ich denke, ein Röntgenbild hätte nicht viel Sinn gemacht, zumindest nicht bei schweren oder starren Skoliosen, da ist die optische Korrektur wesentlich besser zu erkennen (jedenfalls bei den meisten).

Ich könnte mir vorstellen, dass gerade Ulli für manche ein Anreiz ist, nach BaSa zu fahren ist, weil die Berichte auf sie neugierig machen. ;)

Die Übungen, die du beschreibst, wären teilweise für mich der blanke Horror. Ich habe deformierte Füße und würde sie nie nackt ausziehen. Ich finde es auch sehr intim, wenn man einen Papierknäuel mit den Füßen weiterreicht.
Nicht selten wurde von den Therapeuten (insbesondere von Ulli) beanstandet, daß fast alle so lange vor- und nachspürten und ständig die Beinrückseitendehnung machten.
Verstehe ich nicht, das Wort "vor- und nachspüren".

Was ist ein Hydro-Jet?

Dass psychologische Gespräche angeboten werden, finde ich auch gut. Geht es da nur um die Wirbelsäule oder "darf" man über "alles" reden?

Über die schnarchenden Patienten bei der progressiven Muskelentspannung habe ich gelacht. :D

Die Katze hat Angela geheißen? :eek: Interessanter Name für eine Katze. Oder war damit eine Therapeutin gemeint?

Wie fühltest du dich eigentlich im Hinblick auf die Altersverteilung?
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)

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Beitrag von Emily » Mo, 17.03.2008 - 01:20

Sehr toller Bericht, es hat grossen Spass gemacht ihn zu lesen und damit kann man sich sehr gut vorstelen wie es ist Basa ist. Toll! Freut mich, dass es Dir letztlich so gut gefallen hat und es Dich auch weiter gebracht hat.
Grüssle
--Emily

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Beitrag von Klaus » Mo, 17.03.2008 - 10:54

Hallo Anne,

das ist wirklich ein toller ausführlicher Bericht mit sehr vielen Informationen, die selbst ich erst mal verdauen muss. :)

Vieles habe ich nach meiner REHA in 2005 wieder erkannt, so z.Bsp. auch die Tatsache, dass offenbar Stationsärzte wenigstens bei den russisch klingenden Namen eine gewisse Kontinuität zeigen. :D
...aber der Wasserdruck in der Dusche war nicht so besonders groß
Wenigstens kam noch Wasser heraus :) , in 2005 war das morgens manchmal gar nicht mehr der Fall. Und offenbar ist dann doch keine stärkere Pumpe eingebaut worden, wie es damals aus "informierten Kreisen" hieß. :)
– 3D-Wirbelsäulenvermessung (zu Beginn der Reha)
Soweit ich mich erinnern kann, gab es auch in 2005 schon Probleme mit der 3 D Aufnahme nach der REHA. Zumindest bei Kyphosen wurde diese Aufnahme gemacht. Es wundert mich aber, warum diese wichtige Kontrollaufnahme (REHA Erfolg) bei Dir nicht mehr gemacht wurde.

Lag das evtl. an Deiner ursprünglich falschen Einstufung? Wie sah das bei anderen Kyphose-Patienten aus?
– Teilnehmer: 6-11 Patienten mit Hyperkyphosen, Hyperlordosen, Flachrücken und Sitzkyphosen
Hast Du mitbekommen, ob und welche Schwierigkeiten es bei den Sitzkyphosen gegeben hat? Ich habe ja eine der eigentlich seltenen Sitzkyphose.
Weitere Therapien, die ich hatte: ....
Da kommt ja eine Menge zusammen, ging das eigentlich zu Lasten von Schroth? Oder war das so organsiert, dass der Tag absolut voll gefüllt war?
– Zum Sequenztraining: Beim ersten Mal (Sequenztest) wird einem von einem Physiotherapeuten gezeigt, an welchen Geräten man üben soll, was man dort beachten muß (Einstellung Sitzhöhe, Gewicht,...)
Hat Dir jemand etwas von korrigierter Haltung erzählt oder hast Du Du das selbst beachtet?
Beim Bauchmuskeltraining am AB Roller musste ich schon selbst eingreifen, weil der eigentlich bei jeder Kyphose Art sehr ungünstig ist.
– Zur Wassergymnastik:.....
Schön zu hören, dass mehr als die Hälfte das dann abgelehnt haben. :)
In Bad Salzungen werden auch angehende ambulante Schroth-Therapeuten ausgebildet und geprüft...
Schon interessant, das die Kyphose in den Köpfen immer noch nicht so richtig verankert ist. Leider!

Gruss
Klaus

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Re: Bad Salzungen Januar 2008 – Mein Bericht :-)

Beitrag von SchwarzeSchnecke » Mo, 17.03.2008 - 10:56

Danke für die Komplimente! :-)

Dalia hat geschrieben:Hat richtig Spaß gemacht zu lesen, ich habe dafür 20 Minuten (inkl. Antworten) gebraucht. :D
Das Schreiben hat wesentlich länger gedauert (deshalb konnte ich den Bericht auch erst jetzt veröffentlichen). :D
Von mir aus hätten sie auch ein weiteres Röntgenbild machen können, hätte mich nicht gestört.
Ich denke, ein Röntgenbild hätte nicht viel Sinn gemacht, zumindest nicht bei schweren oder starren Skoliosen, da ist die optische Korrektur wesentlich besser zu erkennen (jedenfalls bei den meisten).
Skoliose habe ich ja nicht wirklich, und meine Kyphose sieht man auf dem Röntgenbild deutlich besser.
Die Übungen, die du beschreibst, wären teilweise für mich der blanke Horror. Ich habe deformierte Füße und würde sie nie nackt ausziehen. Ich finde es auch sehr intim, wenn man einen Papierknäuel mit den Füßen weiterreicht.
Man berührt einander dabei nicht, sondern der eine legt das Papierknäuel vor dem anderen ab, und der greift es wieder auf.
Verstehe ich nicht, das Wort "vor- und nachspüren".
Das bedeutet, daß man sich eine Weile ohne Unterlagerung und mit angestellten Beinen auf den Rücken legt, beim Vorspüren vor der Übung und beim Nachspüren nach der Übung. Das soll dazu dienen, daß man sich durch den Vergleich der Veränderungen bewußt wird, die eine solche Übung bewirkt.
Was ist ein Hydro-Jet?
Siehe viewtopic.php?t=9647
Dass psychologische Gespräche angeboten werden, finde ich auch gut. Geht es da nur um die Wirbelsäule oder "darf" man über "alles" reden?
Man darf über alles reden. :-)
Die Katze hat Angela geheißen? :eek: Interessanter Name für eine Katze. Oder war damit eine Therapeutin gemeint?
Angela war der Name der Katze.
Wie fühltest du dich eigentlich im Hinblick auf die Altersverteilung?
Die meisten Patienten waren Erwachsene, aber insgesamt waren vom Kind bis zum Rentner alle Altersgruppen vertreten. Ich empfand das als Bereicherung. :-)


Hier noch der Link zu Sandman's Tagebuch: viewtopic.php?t=9837

Klaus hat geschrieben:us"]Soweit ich mich erinnern kann, gab es auch in 2005 schon Probleme mit der 3 D Aufnahme nach der REHA. Zumindest bei Kyphosen wurde diese Aufnahme gemacht. Es wundert mich aber, warum diese wichtige Kontrollaufnahme (REHA Erfolg) bei Dir nicht mehr gemacht wurde.

Lag das evtl. an Deiner ursprünglich falschen Einstufung? Wie sah das bei anderen Kyphose-Patienten aus?
Bei den meisten Patienten wurde am Ende der Reha keine zweite Aufnahme gemacht.
Hast Du mitbekommen, ob und welche Schwierigkeiten es bei den Sitzkyphosen gegeben hat? Ich habe ja eine der eigentlich seltenen Sitzkyphose.
Das Hauptproblem war wohl die Einstufung. Einer wurde nämlich als Rundrücken eingestuft, obwohl er einen Flachrücken mit Kyphose im LWS-Bereich hat. Der mußte dann die Übungen so machen wie Leute mit Rundrücken. Wenige Tage vor seiner Entlassung bekam er dann eine andere Einschätzung und mußte ab da von vielen Übungen sozusagen das Gegenteil machen.
Da kommt ja eine Menge zusammen, ging das eigentlich zu Lasten von Schroth? Oder war das so organsiert, dass der Tag absolut voll gefüllt war?
Ab der zweiten Woche hatte ich pro Tag 2x Gruppe und 2x Freies Üben, so wie alle anderen auch. Mein Stundenplan war ziemlich voll, aber auch nicht voller als die Stundenpläne der meisten anderen Patienten.
– Zum Sequenztraining: Beim ersten Mal (Sequenztest) wird einem von einem Physiotherapeuten gezeigt, an welchen Geräten man üben soll, was man dort beachten muß (Einstellung Sitzhöhe, Gewicht,...)
Hat Dir jemand etwas von korrigierter Haltung erzählt oder hast Du Du das selbst beachtet?
Beim Bauchmuskeltraining am AB Roller musste ich schon selbst eingreifen, weil der eigentlich bei jeder Kyphose Art sehr ungünstig ist.
Das war abhängig vom Therapeuten, der gerade da war.
Das Bauchmuskeltraining mit dem Roller mußte ich nicht machen. Durfte statt dessen Bauchmuskeltraining mit dem Pezziball machen. (Man liegt auf dem Rücken, die Beine liegen so auf dem Pezziball, daß am Knie ein rechter Winkel ist. Die Handflächen liegen knapp unterhalb der Knie auf, die Arme sind dabei gestreckt. Nun drückt man gleichzeitig mit den Unterschenkeln gegen den Ball und mit den Händen gegen die Oberschenkel und hält dies mindestens 5 Sekunden. Idealerweise atmet man dabei aus.)]


LG, Anne
Zuletzt geändert von SchwarzeSchnecke am Mo, 17.03.2008 - 22:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von minimine » Mo, 17.03.2008 - 21:08

Hallo Anne,
dein Bericht ist wirklich spitzenklasse. Er hat sofort Erinnerungen an meine Reha vor ca. einem Jahr ausgelöst und sogar so manches Vergessene wieder hervorgeholt.
Wassergymnastik: ...Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer hatte nach dem ersten Mal keine Lust mehr drauf und hat es sich daher von den Ärzten absetzen lassen.
Kann ich absolut verstehen, wusste auch nicht so genau, was das bringen sollte. Ich hatte sie auch nur einmal und glücklicherweise stand sie aus irgendeinem Grund auch nicht mehr auf meinem Plan. Beschwert hab ich mich aber nicht. :D
– Atemmassagen (die sind laut Berichten von Mitpatienten ein paar Nummern härter als normale Massagen );
Das kann ich nur bestätigen, hatte danach so einige blaue Flecken auf dem Rücken, die ich, glaub ich sogar Ronny zu verdanken hatte.
Bei einer ungeraden Anzahl an Bögen ist die Hüftprominenz auf der Seite des Pakets, bei einer geraden Anzahl auf der schwachen Seite."
Sorry für die kleine Korrektur, aber das ist genau andersherum.

Nochmal ein großes Kompliment an deinen Bericht, ich hätte das nicht alles so gut zusammenfassen können. Hast du den Bericht eigentlich schon während der Reha geschrieben oder erst danach. Wenn erst danach, dann hast du echt ein gutes Gedächtnis, ich hätte mich nicht so an die Details erinnern können. :)

Minimine
LG
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@ minimine

Beitrag von SchwarzeSchnecke » Mo, 17.03.2008 - 22:20

minimine hat geschrieben:Nochmal ein großes Kompliment an deinen Bericht, ich hätte das nicht alles so gut zusammenfassen können. Hast du den Bericht eigentlich schon während der Reha geschrieben oder erst danach. Wenn erst danach, dann hast du echt ein gutes Gedächtnis, ich hätte mich nicht so an die Details erinnern können. :)
Auch Dir danke für das Kompliment! :-)

Der Bericht entstand erst nach der Reha. Während der Reha habe ich nur Notizen gemacht, zum Schreiben eines so langen Berichts hätte ich da keine Zeit gehabt bzw. wäre zu müde gewesen. Daneben ist es so, daß ich bevorzugt erst dann über Erlebtes schreibe, wenn ich einen gewissen Abstand dazu bekommen habe.

LG, Anne

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Beitrag von Klaus » Di, 18.03.2008 - 09:54

Anne hat geschrieben:Das Hauptproblem war wohl die Einstufung. Einer wurde nämlich als Rundrücken eingestuft, obwohl er einen Flachrücken mit Kyphose im LWS-Bereich hat. Der mußte dann die Übungen so machen wie Leute mit Rundrücken. Wenige Tage vor seiner Entlassung bekam er dann eine andere Einschätzung und mußte ab da von vielen Übungen sozusagen das Gegenteil machen.
Das ist ja unglaublich.!
So etwas darf nicht passieren, Herr Dr. Steffan :nein:

Gruss
Klaus

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Beitrag von Dr. Steffan » Di, 18.03.2008 - 10:33

Ganz so war es nicht. Bei Pat. mit nicht fixierter, haltungsbedingter Hyperkyphose der unteren BWS und Flachrücken der oberen BWS ist es typisch, dass sich die WS während des Aufenthaltes dermaßen aufrichtet, dass wir die Einteilung ändern müssen, da wir sonst in den Flachrücken üben würden. Wenn solche Änderungen vorgenommen werden wird das ausführlich, wie auch in diesem Fall, mit dem Pat. besprochen.

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Beitrag von nadine22 » Di, 18.03.2008 - 10:54

danke schwarze schnecke für deinen ausführlichen bericht....
ich hoffe es klappt nächstes jahr mit bad salzungen.....
mit dem schmerz hab ich das gelernt,was ich ohne den schmerz nie hätte lernen können....

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Beitrag von Sandman77 » Di, 18.03.2008 - 22:00

Ah bringt sehr gute herhinnnerungen hoch :)

Ich habe sogar der Progessive Muskelentspannung streichen lassen und meine Fango. Dafür habe ich mehr Sekvens training gefordert, SOLE für meine Lunge und 2 mal hydro jet der Woche und bis 2 mal massage! :)

Klaus: Ich weis bei mir würde beim Sekvens einstufing gezagt wie ich stehen sollte und mich belasten sollte und ein und ausatemen trotzdem fand ich beim sekvens trainieren das man da therapeutisch besser aufhoben werden könnten aber ich habe gehört das Sekvens training nicht unbedingt standteil des Kurplan ist...

Ich hatte übrigens nie problemen mit der Wasserdrück :)

PS! Tisch 13 forever! :)
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Beitrag von Klaus » Mi, 19.03.2008 - 11:11

sandman hat geschrieben:aber ich habe gehört das Sekvens training nicht unbedingt standteil des Kurplan ist...
Na ja, ich weiß nicht, inwieweit noch die Philosophie vom "wahren" Schroth im Raum steht, die von meiner Schroth Therapeuten vor Ort mit den Worten kommentiert wurde, da will man von Geräte-Training nichts wissen.
Möglicherweise steckt da noch das alte Denken vom stöhnenden Bodybuilder dahinter :). Ich war jedenfalls sehr froh, dass man in Bad Salzungen dieses Denken offensichtlich nicht hat, nur müsste das Sequenztraining im Detail konkreter eingebaut werden.
Nach meiner Ansicht ist das die Frage nach der einmaligen richtigen Einweisung der Trainer.

Gruss
Klaus
Zuletzt geändert von Klaus am Mi, 19.03.2008 - 11:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Klaus » Mi, 19.03.2008 - 11:14

DrSteffan hat geschrieben:Bei Pat. mit nicht fixierter, haltungsbedingter Hyperkyphose der unteren BWS und Flachrücken der oberen BWS ist es typisch, dass sich die WS während des Aufenthaltes dermaßen aufrichtet, dass wir die Einteilung ändern müssen, da wir sonst in den Flachrücken üben würden
.
Verstehe ich nicht so ganz, vielleicht haben wir Gelegenheit beim Workshop.

Gruss
Klaus

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Beitrag von Lady S » Mi, 19.03.2008 - 13:29

Hallo zusammen,
ich bin gerade (zum 2. Mal) in Bad Salzungen. Beide Trainer, die ich beim Sequenztraining nach dem "Skoliosespezifischen" gefragt habe, haben folgendes gesagt:
- Geräte, die für Skoliosen schädlich sind, gibt es in BaSa nicht
- Rund- oder Flachrücken sollen bestimmte Übungen nicht machen
- Skoliosepatienten sollten bei Übungen im Stand die Beckenkorrekturen einstellen.

Ansonsten sei nichts besonderes zu beachten. Die Übungen seien zur Kräftigung gedacht und unabhängig von der Schroth-KG zu sehen.

Grüsse, Lady S (wieder voll motiviert :D )

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Beitrag von Klaus » Mi, 19.03.2008 - 16:55

Hallo Lady_S,

prima, dass Du die Antworten in BaSa hier gepostet hast.
- Geräte, die für Skoliosen schädlich sind, gibt es in BaSa nicht
Nach meiner Ansicht kommt es auch eher auf die Bewegungsausführung an. Wenn bei den Übungen im Sitzen oder Liegen der Rücken tatsächlich symmetrisch ausgerichtet ist, kein Problem.
Wie an anderer Stelle schon gesagt, ich werde mal versuchen, das beim Workshop zu klären. Für mich ist das ja bislang eher theoretisch.
- Rund- oder Flachrücken sollen bestimmte Übungen nicht machen
Das ist klar und man kann das als Betroffener auch schnell selbst nachvollziehen.
- Skoliosepatienten sollten bei Übungen im Stand die Beckenkorrekturen einstellen.
Auch klar, gerade der (doppelte) Seilzug ist so eine Übung.
Das trifft aber für Kyphose Patienten genauso zu.
Die Übungen seien zur Kräftigung gedacht und unabhängig von der Schroth-KG zu sehen.
Diese Aussage wundert mich allerdings. Gerade die Möglichkeit Schroth Kenntnisse auf das Fitness Training zuhause zu übertragen, ist für mich ein grosser Vorteil.

Gruss
Klaus

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Beitrag von benipat » Mi, 19.03.2008 - 19:46

Erst einmal - ich bin begeistert von diesem tollen ausführlichen Bericht ! das ist genau das gewesen, was mir an Info´s gefehlt hat. So kann ich mir ein super Bild davon machen, ob eine Reha dort für mich ein Thema wäre und ob ich das durchhalten könnte.

Eine Frage habe ich noch zum Thema Rückenschule: du hast geschrieben, dass Pilates nicht förderlich wäre. Ähnliches hat Dr. Hoffmann zu mir auch schon gesagt. Kannst du mir die Begründung darstellen ? Geht es da im einzelne Bewegungen ?

Vielen Dank auf jeden Fall für den Bericht und eventuell für eine Antwort !

Grüßle

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Beitrag von Lady S » Mi, 19.03.2008 - 20:11

Hallo Schwarze Schnecke,
Respekt für den Bericht! Da hast Du ja eine Menge Arbeit fürs Forum geleistet.
Eine Anmerkung noch: ich habe zwar eigentlich kein so gutes Gefühl dabei, wenn das Verhalten einzelner (identifizierbarer) Therapeuten im Forum kommentiert wird, aber jetzt muss ich doch mal eine Lanze für Ulli brechen:
Lautstärke und Tonfall sind vielleicht für manche gewöhnungsbedürftig, ABER:
da ist Zug dahinter, die Anweisungen sind exakt und präzise, die Erklärungen (z.B. zur Atemlenkung) schön bildhaft und anschaulich.
Eigentlich fühle ich mich da noch besser "bedient" als mit meiner sanften Therapeutin vom letzten Mal.
Grüsse, Lady S

PS: musste den Beitrag schon zum 2. Mal editieren - zuerst war der Anfang verlorengegangen und dann musste ich einen Tippfehler korrigieren.

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Beitrag von SchwarzeSchnecke » Do, 20.03.2008 - 13:59

benipat hat geschrieben:Eine Frage habe ich noch zum Thema Rückenschule: du hast geschrieben, dass Pilates nicht förderlich wäre. Ähnliches hat Dr. Hoffmann zu mir auch schon gesagt. Kannst du mir die Begründung darstellen ? Geht es da im einzelne Bewegungen ?
Weil viele der Übungen zur stärkeren Ausprägung von Kyphose oder Lordose führen und Dehnungen und Bewegungen beinhalten, die zur Instabilität der Wirbelsäule beitragen.

Lady S hat geschrieben:Ansonsten sei nichts besonderes zu beachten. Die Übungen seien zur Kräftigung gedacht und unabhängig von der Schroth-KG zu sehen.
Die Teilnahme am Sequenztraining ist allerdings trotzdem verpflichtend (2x pro Woche), wurde zumindest mir so gesagt.
jetzt muss ich doch mal eine Lanze für Ulli brechen:
Lautstärke und Tonfall sind vielleicht für manche gewöhnungsbedürftig, ABER:
da ist Zug dahinter, die Anweisungen sind exakt und präzise, die Erklärungen (z.B. zur Atemlenkung) schön bildhaft und anschaulich.
Also bei uns in der Symmetrischen Gruppe hat sie aufs Atmen nicht viel gegeben. Wer sich (wie zuvor bei Ronny gelernt) mit dem Ausatmen Zeit ließ, sollte gefälligst schneller machen. Überhaupt mußte alles ganz schnell gehen.

VG, Anne

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Hyperkyphose wird in REHA zum Flachrücken?

Beitrag von Rainer » Do, 10.04.2008 - 11:01

Hallo Klaus,
DrSteffan hat geschrieben:Bei Pat. mit nicht fixierter, haltungsbedingter Hyperkyphose der unteren BWS und Flachrücken der oberen BWS ist es typisch, dass sich die WS während des Aufenthaltes dermaßen aufrichtet, dass wir die Einteilung ändern müssen, da wir sonst in den Flachrücken üben würden.
Klaus hat geschrieben:Verstehe ich nicht so ganz, vielleicht haben wir Gelegenheit beim Workshop.
Hattest Du Gelegenheit? :cool:

Viele Grüße
Rainer

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