Korrekturwerte im Rahmouni-Korsett

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
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Luise
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Korrekturwerte im Rahmouni-Korsett

Beitrag von Luise »

Hallo zusammen,

ich muss hier bezüglich der Korrekturwerte mal etwas loswerden, das bei einigen von Euch sicherlich nicht gut ankommen wird. Im Forum habe ich immer wieder gelesen, dass Rahmouni-Korsetts (auch bei Erwachsenen) deutlich besser korrigieren als Korsetts anderer OTs. Ich selbst trage seit etwa sieben Wochen ein Rahmouni, bin allerdings nicht zufrieden, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Schmerzen, die nach kurzer Zeit kaum auszuhalten sind
2. Taubheitsgefühle, teilweise Kribbeln: erst im Arm, seitdem die Pelotten verstärkt wurden auch in beiden Beinen
3. Tragezeiten sind dementsprechend kurz
4. schiefe Körperhaltung, wenn Korsett an
5. kurz vor dem ersten Röntgen wurden die Pelotten verstärkt (ich hatte darum gebeten, die obere etwas abzuschleifen!?), ich wurde so fest eingeschnürt, dass ich fast umfiel

Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass die Korrekturwerte mit Gewalt erzielt werden. Sie entsprechen ja nicht denen, die ich beim "normalen" Tragen habe... Vielleicht handhaben andere OTs das nicht so - und dann haben die keine so guten Werte, aber realistischere.

So, bitte seid trotz der Kritik gnädig mit mir. ;D

Gruß Edda
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Thomas
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Beitrag von Thomas »

Hallo Edda,

ich glaube Dir und Deinen Erfahrungen, aber verallgemeinern kann man sie glaube ich nicht.

Ich habe nach dem Kontrollröntgen letztes Jahr das Korsett auch in der Folgezeit in der gleichen Einstellung wie beim Röntgen getragen und konnte auch in dieser Einstellung meine Tragezeiten weiter steigern.

Allerdings hab ich keine Skoliose sondern eine Kyphose, bei Skoliosen scheint die Eingewöhnung schwieriger zu sein als bei Kyphosen!

Viele Grüße

Thomas
Luise
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Beitrag von Luise »

Hallo Thomas,

ja, ich habe hier im Forum bisher auch den Eindruck gewonnen, dass die Akzeptanz bei Kyphosen sehr viel besser ist. Und im Gegensatz zu starken Skoliosen sind hier auch nennenswerte Erfolge im Erwachsenenalter zu erwarten.

Ich verstehe auch nicht, warum man sich nicht langsam steigern soll, gerade als erwachsener Korsett-Träger - es eilt ja nicht... Hatte diesbezüglich mit Herrn Rahmouni nervenaufreibende Diskussionen.

Gruß

Edda
Lopi
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Beitrag von Lopi »

(Lopi) Hallo Edda, ich bin rein gefühlsmäßig deiner Meinung, dass beim Erwachsenen eine langsame Korrektur schonender und damit besser ist. Wenn du mit Rahmouni diskutiert hast, dann nenne doch mal seine Argumente. Würde mich interessieren.
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Hallo Edda,

ich finde es sehr wichtig dass du von deinen negativen Erfahrungen mit dem Rahmouni berichtest. Niemand wird dich deswegen angreifen oder kritisieren, hier kann jeder seine Erfahung und Meinung schreiben. Es ist sogar sehr wichtig dass dies getan wird, so dass einausgeglichenes Bild bezüglich der durchschnittlichen Erfolge der Adult Rahmoui Versorgung entsteht.

Es gibt einige/mehrere/viele (müsste mal man systematisieren) Erwachsene Rahmouni User die

sich nie an das KOrsett gewöhnen (da es ihnen immer Starke schmerzen bereitet)

oder

sich einigermassen bis gut daran gewöhnen, aber nach einiger Zeit (oft mehreren Monaten, manchmal auch Jahren) Probleme mit Instabilitäten, anderen Fogeproblemen und damit Schmerzen bekommen.

oder

denen von Dr. Hoffmann und Rahmoui unrealistischerweise Korrektur versprochen worden ist

oder

deren individuelle Bedenken oder Anregungen von Rahmouni oder Dr Hoffmann nicht angenommen wurden und denen stattdessen (einzelne?) Erfolgsbeispiele als Norm dargeboten wurden. (Mir zum beispiel mehrmals so passiert)

Es kommt also durchaus vor dass ein korrigierendes Rahmouni KOrsett bei Erwachsenen nichts nützt (im HInblick auf langfristige schmerzfreiheit und stabilisierung des Gesamtzustandes) oder selbst schadet.

Das nimmt nicht weg das es auch Berichte gibt von Menschen denen es hilft, zumindest so lange es regelmässig getragen werden kann.
Fast nicht wissen wir jedoch daüber warum es manchen hilft und manchen schadet oder nicht hilft. Auch existieren keine (nicht das ich wüsste zumindest) Berichte einer dauerhaften KOrrektur nach Abschulung nach intensiver TRagezeit.


Dr. Hoffmann und Herr Rahmouni sehen in meinen Augen die Korsett behadlung bei Erwachsenen mit korigierenden Korsetten deutlich zu positiv , erklären Vor- und Nachteile nicht differenziert und gehen teilweise nicht auf individuelle Probleme ein. Über die Gründe darüber kann ich nur spekulieren, vielleicht bekommen die beiden nur selektiv rückmeldung (die denen es Probleme macht kommen einfach nicht mehr) oder verarbeiten die Rückmeldung selektiv, oder sind zu sehr im Stress.

Ich halte die pauschale Versorgung von Erwachsenen mit korrigierenden Korsetten für einen Fehler. Daher bin ich der Meinung, dass man als Erwachsener , betreffend der Frage Korsett ja oder nein und betreffend eines Behandelplans mit KOrsett bei Rahmouni und Dr Hoffmann nicht sicher sein kann, die individuell richtige Behandlung zu bekommen.

Ich würde empfehlen , wenn man als Erwachsener aus Schmerzgründen an ein KOrsett denkt

erst eine Schroth Reha zu machen und dann regelmäsig weiterzuüben
sowie alle anderen im indidviduellen Fall angebrachten Möglichkeiten der Rückenpflege auszuprobieren

wenn dann noch starke Schmerzen bestehen würde ich verschiedene Meinungen (also neben dr Hoffmann auch Dr Steffan fragen oder vielleicht auch Klaus Nahr) zum Thema KOrsett anhören. Und dann eher mit einem stützendem, wenig bis mässig korrigierendem Modell beginnen. Das kann man ohne grosse Sorgen bezüglich Lockerung Stundenweise tragen. (nicht vergessen zu trainieren!) .Wenn das ausreicht um Schmerzen zu stillen und die Progression aufzuhalten, dann ist schon viel, oft sogar alles was zu erreichen ist , erreicht. Es sind hier natürlich auch Berichte von erwachsenen Menschen denen erst ein korrigierendes Rahmouni geholfen hat und die damit sehr gute Ergebnisse haben, ob das die Mehrheit ist, wage ich zu bezweifeln, habe aber dazu keine Zahlen.
Eine langfristige und deutliche radiologische Krümmungsverbesserung scheint mir eher Wunsch den Wirklichkeit und bleibt wohl eher Ausnamefällen vorbehalten. (Klappt vielleicht bei eher bei Kyphosen ohne Keilwirbel und bei guter adaptionsähigkeit des muskulären und ligamentaren systems und lebeslangem Training, aber das ist noch alles recht spekulativ)


Gruss David
Zuletzt geändert von gauklerdavid am Di, 22.01.2008 - 17:10, insgesamt 2-mal geändert.
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Edda,

das, was du beschreibst, beschreiben sehr viele Rahmouni-Träger und ist für mich gar nicht überraschend. Das hatten wir vorher schon mit dir diskutiert: viewtopic.php?t=9512 Insofern empfinde ich dein Posting nicht als Kritik, aber du klingst jetzt so, als würde es dich wundern.

Die Eingewöhnung ist immer sehr hart und bedeutet ein ständiges Ausloten: Wann ziehe ich das Korsett an, wann mache ich eine Pause, wann kann ich es am besten tragen, in welcher Position ist es am bequemsten, wie eng stelle ich es ein, wie lange halte ich durch usw.? In meinem Thread kann man recht gut mitverfolgen, wie ich versucht habe, die Tragezeiten zu steigern. Jetzt bin ich beim Nachtkorsett hängengeblieben und dabei werde ich auch bleiben.

Das Kribbeln sollte möglichst bald verschwinden, bessert es sich nicht je nach Bewegung/Position? Wenn nein, kannst du das Korsett lockerer einstellen (geht nur bei Skoliose)? Ansonsten musst du von Rahmouni Druck wegnehmen lassen. Ein Kribbeln am Anfang ist normal, sollte aber nicht stark und nicht dauerhaft sein, es sollte bald verschwinden.

Rahmouni hat gerade deshalb Erfolg, weil die Korsetts so konsequent korrigieren und bei Erwachsenen ist es ohnehin schwieriger als bei Jugendlichen.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Beitrag von Eumel »

hallo

also ich trage jez auch siet 10 monaten mein rahmouni korsi..bin aber erst 13 ;)

1. Schmerzen, die nach kurzer Zeit kaum auszuhalten sind
..das ist bei mir am anfang echt genauso gewesen..und manchmal jez immer noch so...aber wenn man wirklich versuth immer die tragezeiten zu steigern...kommen die schemrzen i-wann später...und irgendwann..bleiben sie ganz weg....

2. Taubheitsgefühle, teilweise Kribbeln: erst im Arm, seitdem die Pelotten verstärkt wurden auch in beiden Beinen
versuch mal die arme nach hinten zu nehmen..und dich nicht so im korsett hängen zu lassen...dann geht das besser.....und in den beinen....öfters aufstehn..mal n bisschen laufen...und wenn man auf nem stuhl sitzt..mit dem hintern ein bisschen nach vorne auf die stuhlkante rutschen..damit man nicht so im 90°winkel oder so sitzt....´dann müsste es einigermaßen auszuhalten sein

4. schiefe Körperhaltung, wenn Korsett an
ich denken mal das die schultern nicht gleichhoch sind??...dann wiedder..beide schultern nach hinten oben nehmen und die andere schulter runterdrücken....

5. kurz vor dem ersten Röntgen wurden die Pelotten verstärkt (ich hatte darum gebeten, die obere etwas abzuschleifen!?), ich wurde so fest eingeschnürt, dass ich fast umfiel

ich denk mal das war einfach damit die ergebnisse auf den röntkenbildern gut sind...beim nächsten mal sag ihm deutlich das er an den pelotten wieder was runtermachen sol....beiu mir macht er das auch nicht gern...das muss man ihm vorher erst richtig eintrichtern^^;)

naja viel glück...bye alexandra

_-------------------------------------
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Beitrag von Eumel »

ich bins nochma

hab noch vergessen...rahmouni hat zu mir gesagt :

das korsett muss nicht dem körper nachgeben...sondern der körper muss dem korsett nachgeben^^ ;)...

diese teile sind halt nicht bequem...aber wie soll man auch mit einem bequemen korsett die wirbelsäule gerade kriegen..wenns nich drückt;)

lg alexandra
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Beitrag von BZebra »

edda hat geschrieben:Ich verstehe auch nicht, warum man sich nicht langsam steigern soll, gerade als erwachsener Korsett-Träger - es eilt ja nicht... Hatte diesbezüglich mit Herrn Rahmouni nervenaufreibende Diskussionen.
Und mit welchen Argumenten von Rahmounis Seite her?

Bei Jugendlichen natürlich absolut verständlich, wenn die in der Eingewöhnungszeit nicht jede Woche zum Nachpolstern auf der Matte stehen wollen, damit der notwendige Korrekturwert dann auch schnell genug erreicht werden kann, wenn einem aber als Erwachsenen häufigere Kontrollen und Korsettänderungen nicht stören...

Hat Rahmouni Angst, dass die Erwachsenen dann einfach nicht mehr kommen und ihr Korsett von einem Korrektur- in ein Stützkorsett verwandeln?
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Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo,

edda hat geschrieben:2. Taubheitsgefühle, teilweise Kribbeln: erst im Arm, seitdem die Pelotten verstärkt wurden auch in beiden Beinen
:arrow: Das ist nicht akzeptabel, da würde ich protestieren.
Mein (Rahmouni-)Korsett ging anfangs unter den Schultern auch zu weit hoch und drückte in die Oberschenkel. Beim 1. Kontrolltermin bat ich um eine Kürzung (bzw. Herr Rahmouni sah bereits selbst, daß es zu groß war); dem wurde Folge geleistet. :-)
4. schiefe Körperhaltung, wenn Korsett an
Fühlst Du Dich einfach schief oder bist Du tatsächlich schief (Blick in großen Spiegel werfen)?
:licht: Ich bin nämlich gerade zur Reha in Bad Salzungen, und da habe ich es oft mitbekommen, daß sich jemand erst im Zustand der Korrektur schief fühlt – was aber ganz normal ist, denn der Körper hat sich ja an die falsche Haltung gewöhnt und hält die daher für richtig.

Thomas hat geschrieben:Allerdings hab ich keine Skoliose sondern eine Kyphose, bei Skoliosen scheint die Eingewöhnung schwieriger zu sein als bei Kyphosen!
Das ist mein Eindruck auch.
gauklerdavid hat geschrieben:Es gibt einige/mehrere/viele (müsste mal man systematisieren) Erwachsene Rahmouni User die

sich nie an das KOrsett gewöhnen (da es ihnen immer Starke schmerzen bereitet)
:licht: Aus meiner Sicht ist das ganz logisch, denn es ist ja nicht jede Wirbelsäule gleich gut beweglich. Ich denke, daß Rahmouni-Korsette nur geeignet sind, wenn die Wirbelsäule noch (einigermaßen) flexibel ist.
oder

sich einigermassen bis gut daran gewöhnen, aber nach einiger Zeit (oft mehreren Monaten, manchmal auch Jahren) Probleme mit Instabilitäten, anderen Fogeproblemen und damit Schmerzen bekommen.
Ohne die starken Schmerzen, die ich noch vor einem Jahr hatte (genau vor einem Jahr habe ich mich deswegen hier angemeldet), hätte ich mich nie für ein Rahmouni-Korsett entschieden. Ich würde ein solches Korsett nur Erwachsenen empfehlen, die starke Schmerzen haben (welche sich durch KG und Sport nicht beseitigen lassen) und deren Wirbelsäule noch relativ beweglich ist.
oder

denen von Dr. Hoffmann und Rahmoui unrealistischerweise Korrektur versprochen worden ist
:arrow: Bei vielen Skoliosen und Kyphosen ist es doch bereits ein Erfolg, wenn es zu keiner weiteren Verschlechterung kommt. Eine krumme Wirbelsäule nach Abschluß des Wachstums wieder ganz gerade biegen zu wollen, halte ich für unrealistisch. Da ist es wohl besser, wenn nur so viel korrigiert wird, daß weitgehende Beschwerdefreiheit besteht.
Dr. Hoffmann und Herr Rahmouni sehen in meinen Augen die Korsett behadlung bei Erwachsenen mit korigierenden Korsetten deutlich zu positiv , erklären Vor- und Nachteile nicht differenziert und gehen teilweise nicht auf individuelle Probleme ein.
Das denke ich auch.
:!: Hier in Bad Salzungen werden auch einigen Patienten Korsette empfohlen und verordnet (von Dr. Steffan), aber dabei handelt es sich nicht um Korrektur-, sondern um Rahmenstützkorsette (Kubin-Orthesen), und das macht wohl für viele einen Riesenunterschied (die Kubin-Korsette korrigieren zwar kaum und lassen sich auch nicht so leicht unter der Kleidung verstecken, sind aber wohl viel angenehmer zu tragen).
Ich habe hier auch mit 2 anderen erwachsenen Rahmouni-Korsetträgerinnen gesprochen (eine hat Skoliose, die andere Kyphose), und die waren beide nicht sehr begeistert (während ich mein Klemmi schon nach relativ kurzer Zeit nachts tragen konnte und es mehr Stunden pro Tag trage, als ich eigentlich soll).
Ich halte die pauschale Versorgung von Erwachsenen mit korrigierenden Korsetten für einen Fehler. Daher bin ich der Meinung, dass man als Erwachsener , betreffend der Frage Korsett ja oder nein und betreffend eines Behandelplans mit KOrsett bei Rahmouni und Dr Hoffmann nicht sicher sein kann, die individuell richtige Behandlung zu bekommen.
Dito – aber wo kann man sich schon sicher sein, die richtige Behandlung zu erhalten?!
Ein Kubin-Korsett ist sicher auch nicht für jeden das Richtige!
Ich würde empfehlen , wenn man als Erwachsener aus Schmerzgründen an ein KOrsett denkt

erst eine Schroth Reha zu machen und dann regelmäsig weiterzuüben
:licht: Hier wurde einigen Patienten zum Korsett geraten, weil sie erst dadurch in der Lage sein würden, die Schroth-Übungen effektiv auszuführen.
Und ich selber bin auch froh, daß ich das Korsett vor der Reha bekommen habe; ich muß kaum Dehnungsübungen machen (verliere also keine Zeit damit und kann mich aufs Korrigieren konzentrieren), und falls doch, tun die längst nicht so weh wie bei vielen anderen. :-)
Außerdem sollte die Reha bezüglich Schmerzfreiheit auch nicht überschätzt werden. Die Gleichung "Schroth = Schmerzfreiheit" geht offenbar in vielen Fällen nicht auf!
wenn dann noch starke Schmerzen bestehen würde ich verschiedene Meinungen (also neben dr Hoffmann auch Dr Steffan fragen oder vielleicht auch Klaus Nahr) zum Thema KOrsett anhören. Und dann eher mit einem stützendem, wenig bis mässig korrigierendem Modell beginnen.
Da muß ich allerdings anmerken:
1. Wer wirklich starke Schmerzen hat, kann – verständlicherweise – nicht die Geduld aufbringen, alle diese Termine abzuwarten!!
2. Dr. Hoffmann wird zu einem Rahmouni-Korsett raten, Dr. Steffan zu einem Kubin-Korsett, einfach aus Prinzip. Bringt es dann was, sich die unterschiedlichen Meinungen anzuhören (was für die meisten ja auch bedeuten würde, gleich zweimal einen langen Weg zurückzulegen)??
3. Ich bin froh, daß mein Korsett stark korrigiert. Dank Schroth kann ich mich zwar deutlich aufrechter halten also ohne alles, aber die Schmerzen verschwinden dadurch nicht. Daher finde ich auch nicht, daß von einem korrigierenden Korsett bei Erwachsenen generell abgeraten werden sollte. :-)

Das grundlegende Problem bei der ganzen Sache ist – zumindest aus meiner Sicht – dieses:
Es wird zu wenig auf die individuelle Situation eingegangen.
ABER zur Verteidigung der Ärzte muß man sagen, daß die, die sich auskennen, auch gar keine Zeit dazu haben – weil es eben nur wenige sind und sie daher so viele Patienten haben!! Wer soll denn da noch den Überblick behalten.
:!: Und dann wurde uns hier von Physiotherapeuten erzählt, daß die meisten Ärzte während ihres ganzen Studiums nur eine einzige(!!) Vorlesung über Skoliose hatten und sich auf diesem Gebiet auch privat kaum oder gar nicht weiterbilden. Skoliose scheint bei vielen immer noch als exotisch zu gelten und Hyperkyphose als "normal". :|
Das Versagen liegt also nicht nur bei jedem einzelnen Arzt, sondern beim gesamten System!


VG, Anne
Luise
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Beitrag von Luise »

Hallo zusammen,

danke erst einmal für Eure Ratschläge und Infos! Mir war natürlich von Anfang an klar, dass ein Rahmouni-Korsett keine Garantie für eine Stagnation ist, erst recht nicht für eine Verbesserung... Und über die "Qualen", die anfänglich auszuhalten sind, hatte ich hier im Forum gelesen. Trotzdem bin ich jetzt ziemlich erschlagen. :tot:

Eines von Rahmounis Argumenten war, dass sich die Bandscheiben dort, wo sie sonst durch die Skoliose stark belastet werden, während des Tragens "auffüllen" können. Dies führe dauerhaft zu einer Aufrichtung der Wirbelsäule - vorausgesetzt, man trägt es ausreichend & regelmäßig. (Ich hoffe, das war halbwegs verständlich ausgedrückt!?)

Vom Kribbeln im Arm habe ich Herrn Rahmouni berichtet. Daraufhin hat er das Korsett unter dem betreffenden Arm gekürzt. Tatsächlich ist es nun weitaus angenehmer geworden. Das Problem mit den tauben, empfindungslosen Beinen bekam ich erst nach dem Aufpelottieren.

Seitdem ich das Korsett trage, ist das Gefühl der Instabilität stärker geworden. Auch die "Rippenbuckel" treten meiner Meinung nach stärker hervor. Dr. Hoffmann meinte, das könne nicht sein...

Von einem etwas "humaneren" Korsett hätte ich mir längere Tragezeiten erhofft. Mir erscheint die sanftere Methode sinnvoller, aber Herr Rahmouni hält nichts von einer langsamen Herangehensweise.

Gruß Edda
Luise
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Beitrag von Luise »

Ich bin's noch mal... habe was vergessen:

@ SchwarzeSchnecke: Was die schiefe Körperhaltung betrifft: Ich stehe tatsächlich schief, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ich im LWS-Bereich sehr viel besser korrigiert werde als in der BWS.

Gruß Edda
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Hallo Schwarze Schnecke,

Ein schönes Post von dir mit vielen guten Anmerkungen. Ich hatte mit meinem Post die Intention anzumutigen die ganze Breite der Erfahrungen die man mit Korsett machen kann darzustellen. Auch möchte ich eine differenzierte kritische Sichtweise zu Adult Rahmounis fördern, den es gibt viele Aspekte zu beachten und nocht nur die radiologische messbare Korrektur entscheidet.
Das macht es zwar komplizierter sich für oder gegen ein Korsett zu entscheiden, aber dafür weis man was auf einen zukommen kann und findet auch Erfahrungberichte mit denen man sich identifizieren und orientieren kann wenn es nicht gut läuft mit dem Korsett. Sonst kann ja passieren dass man die eigene Wahrnehmung (es drückt zu stark, tut mir nicht gut, ich fühle mich instabiler) zugunsten dem Glaube an Rahmounis und Dr . Hoffmanns Autorität (Der hat gesagt das kann nicht sein dass sich was lockert, wenn ich durchhalte werde ich gerader sein...) ignoriert wird.
Ich werde auch nochmal den Verlauf bei mir kurz beschreiben, der ja nicht rein schlecht sondern eher ambivalent ist.

Ansonsten bin mit dir ziemlich einer Meinung
Vor allem da mit
Es wird zu wenig auf die individuelle Situation eingegangen.
Was mir sonst noch eingefallen ist:
Ein Kubin-Korsett ist sicher auch nicht für jeden das Richtige!
Das stimmt sicherlich. Allerdings nehme ich an (wissen tue ich es nicht) dass eine Kubin Orthese weiniger Nebenwirkungen hat , da sie weniger in das Gesamtsystem eingreift als ein Rahmouni. Grundsätzlich ist meiner Meinung nach eine Behandlung vorzuziehen/zuerst auszuprobieren die wenigsten Nebenwirkungen hat. Deswegen operiert man ja auch erst wenn es nicht anders geht.
Aus meiner Sicht ist das ganz logisch, denn es ist ja nicht jede Wirbelsäule gleich gut beweglich. Ich denke, daß Rahmouni-Korsette nur geeignet sind, wenn die Wirbelsäule noch (einigermaßen) flexibel ist.
JAIN. Wenn die Wirbelsäule eh schon beweglich ist kann das auch ein HInweis darauf sein dass wir es mit einem Körper zu tun haben der eher lockere Bindegewebestrukturen und Bänder hat.

Auf der einen Seite könnte man da vielleicht argumentieren, dass man da nicht noch mehr aufdehnen sollte. Die Freude darüber dass man da noch soviel korrigieren kann und die Wirbelsäule immer noch flexibler wird kann dann vielleicht nach hinten losgehen.

Auf der anderen Seite kann ja ein Korsett auch stabilisierend wirken wenn man sich mal mit regelmässigem tragen und Schroth auf eine bestimmte Haltung eingepegelt hat und nicht dauernd zwischen mehreren Extremen hin und herpendelt. Es kommt wohl auch drauf an wie man das KOrsett trägt. Also ich habe mich Anfangs mit Korsett , auch in Korsettpausen stabiler gefühlt. Probleme traten dann auf als ich das
KOrsett unregelmässig bis nicht getragen habe.

Ein anderer Punkt: wie bestimmt man die noch mögliche maximal die gesundheit förderliche, nicht schädliche KOrrektur beim Erwachsenen? Rahmoun scheint ja die Taktik zu haben soviel zu drücken wie mit seinem KOrsett möglich bevor der Patient ohnmächtig umfällt. Finde ich im allgemeinen nicht die Richtige Strategie. Vielleicht sollte man beim Erwachsenen den Körper bestimmem lassen und nicht nur das Korsett und Ehrgeiz des OTs, und verschiedene strukturelle und funktionellen Grenzen beachten.

Was die schiefe Körperhaltung betrifft: Ich stehe tatsächlich schief, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ich im LWS-Bereich sehr viel besser korrigiert werde als in der BWS.
Macht das Sinn? Vielleicht wenn das KOrsett so gebaut ist, dass sich der Oberkörper von selbst mit der Zeit aufrichten kann und anpassen kann. Aber macht es Sinn bei einem Erwachsenen den flexibleren Teil der SKoliose so stark zu korrigieren wenn der versteifete Teil sich nicht mehr aufrichten kann? Stört man dadurch nicht die Gesamtstatik und Haltung ? Bringt die Muskuläre ansteuerung durcheinander? Das Lot ist an denk ich schon wichtig.
Edda hat geschrieben:Seitdem ich das Korsett trage, ist das Gefühl der Instabilität stärker geworden. Auch die "Rippenbuckel" treten meiner Meinung nach stärker hervor. Dr. Hoffmann meinte, das könne nicht sein...
Kann sehr wohl sein. Berichten ja manche Leute. Und selbst wenn es nur bei dir so ist das eben so. Dr Hoffmann sollte nicht die Eigenwahrnehmung der Patienten ignorieren mit dem Spruch "das kann nicht sein", er verpasst dadurch wichtige information und der PAtient fühlt sich nicht ernst genommen. Wohl kann man in Dialog treten mit dem Patient über die Interpretation der Eigenwahrnehmung.
Edda hat geschrieben:Eines von Rahmounis Argumenten war, dass sich die Bandscheiben dort, wo sie sonst durch die Skoliose stark belastet werden, während des Tragens "auffüllen" können. Dies führe dauerhaft zu einer Aufrichtung der Wirbelsäule - vorausgesetzt, man trägt es ausreichend & regelmäßig. (Ich hoffe, das war halbwegs verständlich ausgedrückt!?)
Hmmm. So aus dem hohlen Bauch gesagt: Im Röbi im KOrsett erscheinen die Bandscheiben schon voller in einem Rahmoui KOrsett. Und ich kann mir auch vorsetellen dass eine Axial belastete Bandschiebe mehr "auftrieb" gibt. Allerdings besteht ein Bewegungssegment nicht nur aus Wirbelkörpern und Bandscheiben sondern auch aus Bändern, Musklen, Rezeptoren und Nerven und das alles hängt mit anderen Bewegungssegmenten zusammen. Also nur auf die Bandscheiben zu gucken find ich einseitig. Hat man nix davon wenn die im KOrsett schön auseinandergezogen sind und sonst ist die aAche durcheinander. ABER entlasten der Bandscheiben kann vielleicht schon ein positiver Effekt eines Korsettes sein. Allerdings: Mag die Bandscheibe dauerhafte ruhigstellung??


Von einem etwas "humaneren" Korsett hätte ich mir längere Tragezeiten erhofft. Mir erscheint die sanftere Methode sinnvoller, aber Herr Rahmouni hält nichts von einer langsamen Herangehensweise.
HIer kann ich Rahmouni nicht folgen. Klar ein Jugendlicher, den man aus der OP indikitaion herausholen will, der noch viel wächst und den man motivieren kann: da kann zugunsten des Endergebnisses eine aggressive korrektur sehr sinnvoll sein. Aber als pauschalprinzip beim Erwachsenen? Rahmouni sollte sich an den Bedürfnissen der individuellen PAtienten orientieren. Nicht bei jedem klappt es wie bei Toni. (Allerdings nichts gegen dich TONI! Deine Compliance und Ergebnisse Wissen und Einsatz sind hervorragend).

David
Zuletzt geändert von gauklerdavid am Mi, 23.01.2008 - 20:46, insgesamt 2-mal geändert.
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Aufdehnung im Korsett

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

edda hat geschrieben:Seitdem ich das Korsett trage, ist das Gefühl der Instabilität stärker geworden. Auch die "Rippenbuckel" treten meiner Meinung nach stärker hervor. Dr. Hoffmann meinte, das könne nicht sein...
Ich kann mir das schon vorstellen.
Man kann das vielleicht mit einer elastischen Spirale vergleichen, die auseinandergezogen und dann wieder losgelassen wird. Nach dem Loslassen zieht sich die Spirale wieder zusammen, und zwar zunächst stärker als vor dem Auseinanderziehen.
@ SchwarzeSchnecke: Was die schiefe Körperhaltung betrifft: Ich stehe tatsächlich schief, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ich im LWS-Bereich sehr viel besser korrigiert werde als in der BWS.
OK, das würde mich auch nerven.

gauklerdavid hat geschrieben:Hallo Schwarze Schnecke,

Ein schönes Post von dir mit vielen guten Anmerkungen.
Danke! :-)
JAIN. Wenn die Wirbelsäule eh schon beweglich ist kann das auch ein HInweis darauf sein dass wir es mit einem Körper zu tun haben der eher lockere Bindegewebestrukturen und Bänder hat und den man deswegen nicht noch allzu stark aufdehnen sollte.
:arrow: M.E. ist es bei Korsetten ähnlich wie mit Medikamenten: Die, die helfen, haben i.d.R. auch Nebenwirkungen – und das sollte den Patienten auch nicht vorenthalten werden.

Ich habe eine Bindegewebsschwäche, und die wird vom Verharren in der Hyperkyphose und -lordose auch nicht besser, zumal ich da Schmerzen habe. Also nehme ich die noch größere Aufdehnung in Kauf.
(Manche der Physiotherapeuten und Mitpatienten hier finden es bewundernswert, daß ich fast alles überstrecken kann. Ich selbst weiß nicht recht, was ich davon halten soll.)
Ich strenge mich hier an, fühle mich stärker, stehe auch ohne Korsett aufrechter (trotz Keilwirbeln). Vielleicht komme ich sogar auf die Kyphose-Gradzahl, die für mein Alter normal wäre. Aber von meinem Ziel, mein Korsett nur noch nachts tragen zu müssen (Dr. Steffan meinte sogar, ich könne es irgendwann ganz weglassen, meine Ärztin ist da skeptischer), bin ich weit weg. Inzwischen darf ich es auch tagsüber wieder für ein paar Stunden tragen, weil das Tragen während der Nacht zur Schmerzbekämpfung einfach nicht genügt.
Offenbar braucht es bei mir eine Überkorrektur (im Korsett bin ich stark überkorrigiert, da habe ich einen Flachrücken), um schmerzfrei zu sein. Warum, verstehe ich (noch) nicht (muß allerdings zugeben, daß ich mir da auch noch nicht groß den Kopf drüber zerbrochen habe). Jedenfalls kann ich nie so viel Muskelaufbau machen, um die Überkorrektur halten zu können.
Ich habe mich schon vor einer ganzen Weile damit abgefunden, daß ich wohl mein Leben lang ein Korsett (vielleicht nicht immer dieses, aber eben irgendeines) tragen muß. Mit diesem Gedanken und den Konsequenzen kann ich wesentlich besser leben als mit den Schmerzen, die ich vor dem Korsett hatte. :-)
Man sollte beim Erwachsenen den Körper bestimmem lassen und nicht nur das KOrsett und Ehrgeiz des OTs, und verschiedene strukturelle und funktionellen Grenzen beachten.

[...]

ABer beim Erwachsenen? Rahmouni sollte sich an den Bedürfnissen der individuellen PAtienten orientieren.
Hm... Im Fall katrin16 hat er das offenbar getan.

Ist vielleicht eine verwegene Idee, aber:
Vielleicht sollte eine Gruppe hier aus dem Forum (bestehend Erwachsenen mit ganz unterschiedlichen Korsett-Erfahrungen) mal mit Dr. Hoffmann und Herrn Rahmouni zusammensetzen mit dem Ziel eines konstruktiven Austauschs? :-)

VG, Anne
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chilli-pepper
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Beitrag von chilli-pepper »

Hallo Edda,Schwarze Schnecke und gauklerdavid,

eure Posts sind wirklich interessant geschrieben!

Seit dem ich mich hier angemeldet habe verfolge ich immer wieder die Diskussionen über Korsettbehandlungen bei Erwachsenen ganz interessiert.
Von Korrektur-Korsetten bei Erwachsenen-Skoliosen halte ich nach wie vor nicht viel, wobei ich von meiner Person ausgehe!

Meine Korsett-Zeit im Alter von ca 14-17 Jahren ist mir so schmerzhaft in Erinnerung, dass mich diese Erfahrung nach jahrelanger Verdrängung echt eingeholt hat, als ich hier vor einem Jahr die Berichte der Korsettpatienten gelesen habe... Schlagartig waren mir die schlimmen Schmerzen in den Armen, an den Rippen und im Bauchbereich in Erinnerung, auch die aufgescheurte Druckstelle am Rippenbuckel fiel mir plötzlich wieder ein...
Auf Grund dieser nicht schönen Erfahrungswerte, war für mich klar- nie wieder ein (Korrektur)Korsett! Wenn es damals nicht viel gebracht hat, was sollte es jetzt bringen?
Patienten, die bis jetzt diese schmerzhafte Erfahrung nicht hatten, wissen gar nicht, was sie erwartet. Dass das viele nicht aushalten, kann ich gut verstehen... Es ist nunmal eine wirkliche Herausforderung- der ich definitiv nicht standhalten würde!!!
Was mich aber in euren Berichten zum grübeln gebracht hat, ist zum Beispiel das:
Edda hat geschrieben:Eines von Rahmounis Argumenten war, dass sich die Bandscheiben dort, wo sie sonst durch die Skoliose stark belastet werden, während des Tragens "auffüllen" können.
Das hört sich interessant an. Hab ich so auch noch nicht gesehen.
Edda hat geschrieben:Seitdem ich das Korsett trage, ist das Gefühl der Instabilität stärker geworden. Auch die "Rippenbuckel" treten meiner Meinung nach stärker hervor. Dr. Hoffmann meinte, das könne nicht sein...
Das wär meine allergröße Angst! Bitte nicht noch instabiler als jetzt schon. Den Rippenbuckel zu minimieren wär der einzigste Grund, überhaupt ein Korsett auch nur Ansatzweise in Betracht zu ziehen...
gauklerdavid hat geschrieben:Wenn die Wirbelsäule eh schon beweglich ist kann das auch ein HInweis darauf sein dass wir es mit einem Körper zu tun haben der eher lockere Bindegewebestrukturen und Bänder hat.
Ich glaube die Bindegwebsschwäche habe ich bis jetzt gar nicht beachtet...
mein Gott, auf was man alles achten muss... :lach:
Meine WS ist ja noch super flexibel, also wäre ich doch ein Kandidat für ein Korsett???
Ein Chirurg würde sich aber auch freuen, so eine flexible WS auf dem Tisch zu haben, dann könnte er nämlich eine Super-Korrektur erreichen ;).

Sollte ich irgendwann große Schmerzen haben, was ich nicht hoffe, würde ich natürlich einer Kubin-Orthese ganz offen gegenüberstehen. Da sie aber vor allem die LWS stützt wär sie wohl doch nichts für mich, da meine schlimmste Schmerzstelle in der BWS zwischen den Schulterblättern liegt...
Also es ist wirklich ein Krimi für jeden das Passende herauszufinden...

LG chilli-pepper
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