Morbus Scheuermann, Behandlungsmöglichkeiten mit Erfolg?

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Thomas W

Morbus Scheuermann, Behandlungsmöglichkeiten mit Erfolg?

Beitrag von Thomas W »

Hallo zusammen,
ich bin schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Arzt / Orthopäden, der mir hilft meinen diagnostizierten Morbus Scheuermann zu behandelt...

Hier kurz meine Geschichte:
Bin 23 Jahre alt und habe schon seit Jahren "einen Krummen rücken". Mit 15 oder so war ich bei einem Orthopäden in der Stadt, der aufgrund von Röntgenbildern "Morbus Scheuermann" diagnostiziert hat. Einen Expander hat er mir empfohlen, der wurde auch schön brav gekauft - aber wie das in dem alter nun mal so ist - nicht benutzt.

Schmerzen habe ich nur bei längerem Stehen oder sitzen (vorallem im Auto, im Büro gehts ganz gut - sitze berüflich bedingt den ganzen Tag am PC).
Am meisten stört mich aber mein krummer Rücken, die Schultern fallen nach vorne, die Brust steht weit nach innen - einfach Krumm halt. Gerade bei längerem Stehen kann ich eig gar nicht gerade bleiben, weil ich gar nicht weiß wie ich meine Schultern und den Rücken zu halten habe - zumal das auch sehr anstrengend ist!

Ein Besuch beim Hausarzt war enttäuschend: "Kann man nix machen, MS kommt und geht, Sport machen aber auch nicht zu viel, wird sie ihr ganzes Leben begleiten...."

Sport mache ich sehr viel, Joggen, Fussball, Skateboard fahren regelmäßig; im Winter noch Snowboarden und was sonst noch alles anfällt: Schwimmen, Wakeboardfahren, Volleyball..etc!

Ich würde mich über Kommentare freuen, hoffe es gibt Behandlungsmöglichkeiten! Vielen Dank schon mal,

Grüße aus Wermelskirchen
Thomas
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chilli-pepper
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Beitrag von chilli-pepper »

Hallo Thomas,

willkommen hier im Forum. Es wäre schön wenn du dich hier anmeldest, dass wir genauere Tipps geben können und wir sicher gehen können , das du ernsthaft an Antworten interessiert bist :)
Am meisten stört mich aber mein krummer Rücken, die Schultern fallen nach vorne, die Brust steht weit nach innen - einfach Krumm halt. Gerade bei längerem Stehen kann ich eig gar nicht gerade bleiben, weil ich gar nicht weiß wie ich meine Schultern und den Rücken zu halten habe - zumal das auch sehr anstrengend ist
Ja das ist ein Teufelskreis, man sitzt krumm und die Muskeln vorne werden immer kürzer, dass es einem auch immer wehtut, wenn man dann mal versucht sich gerade zu halten.
Man mus dann leider feststellen- dass man es überhauptnicht schafft/schaffen kann.
Die Idee mit dem Expander ist ja nett gemeint -wurde meinem Sohn auch empfohlen :eek: - ich bin allerdings der Meinung, dass es garnichts bringen kann! Mein Sohn hat auch Scheuermann, einen schwachen Rundrücken und eine kleine Skoliose und somit auch gelegentlich Schmerzen.

Wichtig wäre meiner Meinung zuerst eine manuelle Behandlung, bei der die Muskeln mal ordentlich bearbeitet werden und anschließend ein richtiges Rückentraining.

Skaten ist übrigends Gift für den Rücken- mein Sohn ist auch jahrelang gefahren (und natürlich viel gesprungen :< )

Wenn du noch Fragen hast - nur zu !

LG chilli-pepper
t0mmes
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Beitrag von t0mmes »

so, jetzt bin ich auch angemeldet...

in erster Linie bin ich halt an Behandlungsmöglichkeiten interessiert. Was kann ich machen um wieder eine (einigermaßen) normale Körperhaltung zu bekommen und meine Beschwerden in der Zukunft zu lindern?

Wo finde ich kompetente Ansprechpartner, die meine Krümmung richtig diagnostizieren und daraus Behandlungsmöglichkeiten ableiten?

Ich habe das Gefühl das mir die lokalen Ärzte aufgrund mangelnder Erfahrung oder Kenntnis einfach nicht grundlegend weiterhelfen können.
War (hauptsächlich wg dem Rücken) auch ne zeitlang in einem Fitnessstudio, habe allerdings auch keine Verbesserung verspürt und wurde bei den einzelnen Übungen recht wenig eingewiesen!

Zum Skaten: Bin schon seit einiger Zeit auch lang nicht mehr so aktiv wie noch vor einigen Jahren und denke auch das ich in den nächsten Jahren weiterhin weniger fahren werde (andere Interessen / Zeitmangel)

Würde mich über Antworten freuen.
Danke schonmal
Gruß
Thomas
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

tommes hat geschrieben:so, jetzt bin ich auch angemeldet...
Willkommen im Forum.
Es wäre noch hilfreich, wenn Du Deinen Wohnort in Dein Profil einträgst, dann muss man nicht in Deinen Posts danach suchen.
Ich habe das Gefühl das mir die lokalen Ärzte aufgrund mangelnder Erfahrung oder Kenntnis einfach nicht grundlegend weiterhelfen können.
Das ist leider meistens der Fall und deswegen sollte man sich wenigstens einmal auf einen weiteren Weg einstellen, um endlich eine gute Voraussetzung für eine komptente Behandlung zu bekommen.
Wo finde ich kompetente Ansprechpartner, die meine Krümmung richtig diagnostizieren und daraus Behandlungsmöglichkeiten ableiten?
Für Dich bietet sich zunächst mal die Uniklinik Essen an, siehe auch Rubrik Gesucht/Gefunden Sammlung Essen.
Bei Erwachsenen wird es aber möglicherweise so sein, dass die eigentliche Behandlung dann über einen "normalen" Orthopäden erfolgen muss.
Was kann ich machen um wieder eine (einigermaßen) normale Körperhaltung zu bekommen und meine Beschwerden in der Zukunft zu lindern?
Die Möglichkeiten der Behandlung sind:
1. spezielle KG nach Katharina Schroth, lernt man am besten in einer REHA in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim und muss von einem Arzt in einem Antrag unterstützt werden.
Deshalb der Hinweis, dass die Uni-Klinik zwar so etwas im Bericht befürwortet, aber wahrscheinlich nicht selbst in die Wege leitet.
2. evtl. ein korrigierendes Korsett, was bei Erwachsenen allerdings immer ein Versuch ist und möglicherweise nicht von der Uniklinik unterstützt wird.

Wenn Du eine Versorgung haben möchtest, bei der alles in einer Hand liegt, solltest Du an einen Besuch bei Dr. Hoffmann in Stuttgart denken.
Er macht die erforderlichen Röntgen-Ganz-Aufnahmen (in strahlenschonender Digitaltechnik) und unterstützt die Schroth REHA und bei entsprechender Diagnose den Versuch mit einem korrigierenden Korsett.
War (hauptsächlich wg dem Rücken) auch ne zeitlang in einem Fitnessstudio, habe allerdings auch keine Verbesserung verspürt und wurde bei den einzelnen Übungen recht wenig eingewiesen!
Hier muss man gezielt auf die Art der Bewegungsausführung achten, was sehr von dem individuell richtigen Körpergefühl abhängig ist. Dieses richtige Gefühl lernst Du in einer Schroth REHA.

Gruss
Klaus
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Hallo Thomas,

Es gibt keine Behandlungsmöglichkei die die Residuen (Keilwirbel) des ausgewachsenen M.Scheuermann verschwinden lässt. Auch die eventuell zugrunde liegenden Störungen (schlechtes Bindegewebe o.ä.?)
können nicht so einfach wegtherapiert werden. Zu einem Teil wirst du also den M.Scheuermsnn akzeptieren lernen wie alles andere was unveränderlich ist im Leben.

Aber: Mit Schroth Therapie kann deine Muskulatur und dein Bewegungsbewustsein vollständig umprogrammiert und derart trainiert werden, dass oft eine hohe Lebensqualität , Beherschung der Schmerzen und eine optisch gut erkennbare Haltungsverbesserung möglich ist. Absolute konservative korrektur der krümmung beim Erwachsenen , die ohne Kraftanstrengung gehalten werden kann ist nicht dokumentiert.

mit Korsetts werden bei Erwachsenen hier sehr negative bis hin zu sehr positiven Erfahrungen gemacht. Aus meiner Erfahrung rate ich: Erst eine Schroth Reha, zurückhaltung bei der Indikation des Korsetts, lieber ein mässig korrigierendes, Schritt für Schritt angewöhntes und eventuell nach und nach aufpellotiertes Korsett, als sehr starke sofort-Korrektur, wie sie Rahmouni oft, nicht immer auch bei Erwachsenen eingesetzt wird. Instabilitäten können unter bestimmten Umständen entstehen durch stark korrigierende Korsetts.

Scheuermann ops sind komplex, riskant und unumkehrbar. Man tauscht eine krumme Wirbelsäule gegen eine geradere, aber verschraubte Wirbelsäule.

David
t0mmes
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Beitrag von t0mmes »

Vielen Dank für eure Infos, damit kann ich doch schonmal was anfangen.

Brauche ich eine Überweisung vom Hausarzt oder kann ich mich auch direkt an die Uniklinik wenden?

Wie würde die weitere Behandlung vorraussichtlich aussehen? Habe halt keine Lust nach einer Diagnose in Essen bei meinem lokalen Ortopäden zu landen und im Anschluss daran einige Übungen Krankengymnastik zu absolvieren und damit das Thema abzuhaken! So wie ich das verstanden habe sind die Behandlungsmethoden i.d.R. ja wesentlich komplexer!

Eine Reha klingt zwar interessant, allerdings weiß ich nicht wie ich das in nächster Zeit unterbringen sollte, da ich ab Oktober ein duales Studium beginne und ohne weiteres nicht mehr so lange frei habe...
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

tOmmes hat geschrieben:Brauche ich eine Überweisung vom Hausarzt oder kann ich mich auch direkt an die Uniklinik wenden?
Klaus hat geschrieben:Für Dich bietet sich zunächst mal die Uniklinik Essen an, siehe auch Rubrik Gesucht/Gefunden Sammlung Essen.
Also bitte mal nachlesen bzw. im Zweifelsfall auch mal selber dort anrufen.
tOmmes hat geschrieben:Eine Reha klingt zwar interessant, allerdings weiß ich nicht wie ich das in nächster Zeit unterbringen sollte,
So wie ich das verstanden habe sind die Behandlungsmethoden i.d.R. ja wesentlich komplexer!
Eben deshalb ist der Aufwand schon etwas höher oder wie soll das Deiner Meinung nach gehen, wenn Du selbst schreibst:
Habe halt keine Lust nach einer Diagnose in Essen bei meinem lokalen Ortopäden zu landen und im Anschluss daran einige Übungen Krankengymnastik zu absolvieren und damit das Thema abzuhaken!
Gruss
Klaus
Thomas_W

Beitrag von Thomas_W »

Hallo,
seit meinem letzten Beitrag ist zwar einiges an Zeit vergangen und ich war ua. durch mein Studium sehr beschäftigt, allerdings habe ich am 26.02. einen Termin in der Uni Klinik in Essen.
Im vorhinein hab ich mir eine Poliklinik-Überweisung vom Hausarzt ausstellen lassen. Leider teilte mir die Uniklinik mit, das dies nicht ausreicht und ich eine Überweisung vom ortsansässigen Ortopäden brauche...

Termin hier hab ich am 19.02.! Ich habe nur bedenken das mich der Ortopäde nicht überweisen will, da er vllt meint mit solchen Wirbelsäulenverkrümmungen selber klar zu kommen. Gerne möchte ich aber ja eine professioneller und vorallem endlich mal wirkungsvolle Behandlung in Anspruch nehmen. Mein alter Hausarzt hat meine Rückenprobleme immer als "unbehandelbar" abgetan...

Habt ihr noch überzeugende Argumente parat, warum ein Besuch der Uniklinik empfehlenswert ist? (Vllt ist es ja auch gar kein Problem, möchte nur entsprechend vorbereitet sein).

Vielen Dank und Grüße aus Wermelskirchen
Thomas
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Beitrag von Klaus »

Hallo Thomas,

Vorweg, Du irritierst etwas mit Deinem mal angemeldeten und mal nicht angemeldeten Status und unterschiedlicher Nick Namen.
Im vorhinein hab ich mir eine Poliklinik-Überweisung vom Hausarzt ausstellen lassen. Leider teilte mir die Uniklinik mit, das dies nicht ausreicht und ich eine Überweisung vom ortsansässigen Ortopäden brauche...
In der Sammlung Essen steht ganz eindeutig
Man benötigt eine Überweisung.
Für Kinder bis 18 Jahre, kann das entweder der Kinderarzt oder ein Orthopäde machen.
Es sollte wenn möglich, eine Poli-Berechtigungüberweisung sein.
Sollte so auf der Überweisung stehen.

Erwachsene benötigen die Überweisung von einem Orthopäden. Privat Versicherte können ohne Überweisung kommen.
Vielleicht fragst Du mal beim Korsettbauer Püttmann nach, welcher Orthopäde so etwas ohne Probleme macht.
Im übrigen sind die Wirbelsäulensprechstunden in den Kliniken ja extra da, um die Orthopäden von den speziellen Problemen zu "entlasten" :) .
Das muss man dem Orthopäden auch ein bischen geschickt klar machen, wenn er meint, dass er alles kann.
Wirbelsäulen-Ganz-Aufnahmen kann er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht!!

Gruss
Klaus
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