wer kann mir etwas über Skoliose und Vererbung sagen

Alles zu Schwangerschaft und Geburt mit Skoliose oder einer anderen Wirbelsäulenverkrümmung
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BarbaraH

wer kann mir etwas über Skoliose und Vererbung sagen

Beitrag von BarbaraH »

bei mir wurde gerade Skoliose festgestellt - bin 60 Jahre alt - und dass ich diese nur an die Mädchen vererbe. Wie gehe ich damit um und was kann ich tun. Herzliche Grüße Barbara
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Willkommen im Forum!

[equote="aus dem Lichtbilck Ausgabe 2.2002 - Seite 10"]Wynne-Davies hat in langjährigen Studien die Skoliosevererbung erforscht. In mehreren Publikationen (1968, 1972, 1977) hat sie das Erkrankungsrisiko der idiopathischen Skoliose dargestellt. Besteht eine idiopathische Skoliose bei einem Verwandten 1. Grades, ist das Erkrankungsrisiko 7%, bei einem Verwandten 2. Grades 3,7%, bei einem Verwandten 3. Grades 1,6%. Das Erkrankungsrisiko für Geschwister eines Skoliotikers beträgt 2-42%, und zwar in Abhängigkeit der zu erwartenden Krümmungsgröße, dem Geschlecht und einer eventuellen elterlichen Skoliose. Zusammengefasst besteht ein Vererbungsrisiko für Skoliose, das für den engeren Verwandschaftsgrad größer ist. Für ein weiteres geschwister eines Skoliotikers ist das Skolioserisiko größer, wenn man kleinere Krümmungsn berücksichtigt, wenn das Geschlecht weiblich ist und wenn ein Elternteil eine Skoliose hat.

Erkrankungsrisko für Geschwister eines Skoliotikers:
10-20° und bd. Eltern normal: Bruder 2%, Schwester 7%
10-20° und Skoliose bei einem Elternteil: Bruder 7%, Schwester 42%
>20° und bd. Eltern normal: <2%
>20% und Skoliose bei einem Elternteil: Bruder 3%, Schwester 11%[/equote]

Was meinst Du mit "wie gehe ich damit um"? Möchtest Du noch Kinder bekommen?! ;)

Du gehst damit so um, daß Du Deine Kinder und Enkel über das erhöhte Erkrankungsrisiko aufklärst, über die Diagnose und ganz wichtig über eine frühzeitige effektive Behandlung als auch wie und wo diese überhaupt erfolgen kann.

Dazu reicht zunächst einmal das Wissen, daß eine ausführliche Diagnose und Behandlung einer Skoliose in der Ausbildung eines Orthopäden so gut wie garnicht enthalten ist, dazu nur sehr wenige Ärzte befähigt sind, und sinnvolle und erfolgreiche Behandlungen nur in wenigen Zentren durchführbar sind.
Um die letztendliche Frage nach dem "was und wo" zu klären, ist das Internet (z.B. dieses Forum) dann der beste Weg.

Dianose Skoliose heißt: "Informiere Dich selbst und übernehme Eigenverantwortung."

Gruß,
BZebra
Lucy&Sophie
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Beitrag von Lucy&Sophie »

Hallo,
mein Mann hat auch Skoliose und die Schwiegermutter auch!
Meine erste Tochter hat keine Skoliose aber meine beiden jüngsten Töchter 4 und 2 Jahre haben beide Skoliose!Bei der Mittleren wurde diese erstmit 16 Monaten festgestellt und bei meiner jüngsten schon vorgeburtlich!Durch Votja ist sie aber ziehmlich gerade geworden!Die Mittlere muß operiert werden!
Wir habe gedacht es ist alles ok nach dem ersten und zweitem Kind aber wie man sieht ist es immer ein Risiko!
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Lucy&Sophie hat geschrieben:Bei der Mittleren wurde diese erstmit 16 Monaten festgestellt und bei meiner jüngsten schon vorgeburtlich! Durch Votja ist sie aber ziehmlich gerade geworden!
Hallo,

mich würde das Ergebnis der Vojta-Therapie sehr interessieren. Gibt es vergleichsröntgenbilder und Gradzahlen?

Gruß,
BZebra
Lucy&Sophie
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Beitrag von Lucy&Sophie »

Hallo,
ich werde mich mal schlau machen die nächst Kontrolle steht bald an!Meine jüngste war bei der Geburt ganz schief!!!Die ganze Wirbelsäule und der Kopf ging zur rechten Seite und die Ärzte habe nur mit den Schultern gezuckt!Sie konnte den Kopf nicht nach links drehen!Mit 5 Wochen haben wir mit der KG nach Votja angefangen und machen diese drei mal täglich und einmal in der Woche in der KG-Praxis!Sie brauchte auch kein Korsett!Heut ist sie super beweglich und wenn man nicht weis das sie eine Skoliose hat merkt es kein Mensch!Sobald ich die Ergebnisse habe sag ich bescheid!
LG Tanja
Tialine
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Skoliose vererbt?

Beitrag von Tialine »

Hallo Barbara,

ich habe nur mal eine Frage. Wieso wurde Deine Skoliose erst mit 60 J festgestellt? Dann kann es sich doch eigentlich nur um eine ganz geringe Skoliose handeln, sonst hätte man sie doch viel früher gesehen und festgestellt.
Hast Du denn Töchter oder Enkeltöchter, die es evtl. erben könnten?

LG Tialine
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Lucy&Sophie hat geschrieben:Sobald ich die Ergebnisse habe sag ich bescheid!
Das wäre super, damit man auch mal sehen kann was so bei Babys und Kleinkinder mit Vojta möglich ist, wenn man es intensiv macht.
scheuermann

Beitrag von scheuermann »

Hallo,

hat jemand vielleicht auch Daten bzgl. Kyphose/Scheuermann und Vererbung?

Danke im Voraus.
Rex
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Beitrag von Rex »

Hallo zusammen,

also mir ist so einiges bekannt daß Skoliose auf alle Fälle vererbbar ist. Es ist eigentlich ein Wunder oder ist selten wenn eine Skolioseerkrankte ein Kind zur Welt bringt das keine Skoliose hat, dann besteht aber die Gefahr daß das Enkelkind eine Skoliose hat. Ich habe mich darüber schon seit Jahren befasst und kenne viele Betroffene.
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Lynn
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Beitrag von Lynn »

Mein Onkel wurde wegen Skoliose ausgemustert. Meine Oma hat wegen dem dazugehörigen Beckenschiefstand jetzt Hüftarthrose. Meinen Vater scheint das Gen ausgelassen zu haben. Er hat es wohl einfach an mich weitergegeben. An meinen Bruder aber nicht. Bei allen aus meiner Familie scheint die Skoliose recht gering zu sein.
~ ehemals Ulaschatz ~
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Alana
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Beitrag von Alana »

Hallo Rex,
wie kommst du darauf, dass das so ist? Also ich hab selber über 40° und meine drei sind kerzengerade. Bei mir ist das wirklich zwanghaft, ich kontrolliere die dauernd, Beckenschiefstand, Schulter gleich hoch, Vorbeugetest. Aber da IST nichts, die drei sind wirklich grade, auch die beiden Mädchen. Oder meinst du, ich muss sie zur Sicherheit röntgen lassen?
Rex
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Beitrag von Rex »

Hallo Alana,
ich befasse mich seit 15 Jahren damit, Skoliose und Schwangerschaft gerade was die Vererbung betrifft. Natürlich reicht es wenn Du deine Kinder mit den Augen beobachtest. Röntgen ist nur notwendig wenn Du Auffälligkeiten bemerkst !!! Da ich selbst vor 19 Jahren operiert wurde und ich ja immer zur Kontrolluntersuchungen in die Klinik fahre habe cih viel Kontakt zu operierten. Ich frage immer nach wie es ist und ob Sie mitlerweile Kinder haben. Erstaunlich viele berichten daß auch die Kinder Skoliose haben. Natürlich nicht alle. Oft geht es auch erst in die nächste Generation über, es können auch die Enkel sein !! Als ich als kleines Kind immer in die Krankengymnastik ging da waren auch noch 2 Mädchen mit Skoliose, beide haben heute Kinder und jedes hat die Skoliose geerbt. Neulich in der Klinik habe ich eine Mutter getroffen deren kind hat sehr starke Skoliose und die Oma auch. Also es kann Generationen weit gehen !! Also Augen auf, auch wenn Deine Kinder gesund sind ! Grüße Rex
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Alana
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Beitrag von Alana »

Hallo Rex,
super, dass du da noch so viel Kontakt hast. Ich habe höchstens hin und wieder mal Kontakt zu meiner alten KG. Ein sehr interessantes Thema, was die Vererbung der Skoliosen angeht. In meiner Familie bin ich die einzige, die das hat. Ich weiß auch nicht, woher ich das habe. Frau Lehnert hat das ja auch nicht und ist die Tochter von Frau Schroth. Oder hat sie so viel geturnt, bis es weggegangen ist?
Ich persönlich würde aber deshalb unter gar keinen Umständen auf Kinder verzichten. Die Augen werde ich natürlich weiter offen halten, auch bei den Enkeln. Mit den Enkeln dauerts noch was, meine Kinder sind 12, 9 und 7 Jahre. Gruß Alana
Rex
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Beitrag von Rex »

Hallo Alana,
ich möchte Dir auch noch sagen wenn jemand unbedingt Kinder haben möchte, warum soll man dann darauf verzichten !! Ich finde eine Skoliose ist ja keine Geisteskrankheit und man kann heute bei Kindern schon viel tun dafür, so schlimm wie früher ist es nicht mehr. Ich habe mich Jahre damit befasst was das Kinderkriegen betrifft, ich bin übrigens 38 Jahre alt, deswegen habe ich Jahrelang nachgefragt. Auch bei mir ist nicht bekannt wo die Skoliose herkam und das 4 Generationen zurück, manchmal kann man es einfach nicht erklären. Aber halte weiter die Augen auf bei Deiner Familie, es muß ja nicht sein daß es wieder kommt. Ich für mich habe mich allerdings gegen Kinder entschieden, weil ich so viele schlechte Erfahrungen früher gemacht habe und die Angst zu groß ist mein Kind könnte es auch haben. Ich möchte meinem Kind das nicht zumuten was mir widerfahren ist. Deswegen habe ich jetzt verzichtet. Viele Grüße an Deine Familie, Gruß Petra
Clawi

Beitrag von Clawi »

Hallo!

Ich finde es echt interessant, wie die Menschen mit Skoliose zu Schwangerschaft betroffen!

Wenn da Angst haben, muss mit der Arzt besprechen. Es macht doch eine Test und abwarten wie schwanger eine baby aussieht!

Ich bin sehr spannend, wenn die Leuten mit Kind mal Skoliose betroffen!

Danke BZebra - eine gute Erklärung über Verebung! :D

Gruß Anna
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Alana
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Beitrag von Alana »

Hallo Clawi!
In der Schwangerschaft kann man das noch nicht feststellen, ob das Baby die Skoliose hat, meistens entwickelt sich das erst später, so mit dem Wachstum. Teste gibt es dafür nicht. Manchmal kommen die Babys natürlich schon so auf die Welt und dann kann man das möglicherweise vorher mit dem Ultraschall feststellen.
Aber du hast Recht, es ist sehr interessant und spannend zu beobachten, wie die Kinder sich entwickeln und ob sie von der Skoliose betroffen sind.

Hallo Rex!
Ich denke, es steckt tatsächlich in einem drin. Einmal war ich in Sobernheim, da waren auch eineiige Zwillinge, die hatten fast identische Krümmungen.
Woher das im einzelnen kommt weiß meistens wirklich niemand, auch wenn man Generationen zurückfragt. In meiner Familie war das auch noch nie aufgetreten. Risiken gibt es immer und meistens tritt ja genau das ein, womit man selber am allerwenigsten rechnet. Und selbst wenn meine Kinder das hätten, so dramatisch würde ich das auch nicht finden. Ich werde sie natürlich weiter beobachten und wenn ich dazu Gelegenheit habe, checke ich auch die Freundinnen durch. Man weiß ja nie! Wie gesagt, es kann ja ganz plötzlich und unvermutet auftreten und wenn man schon mal den geschulten Blick dafür hat, muss man auch seine Umwelt beobachten. Nicht dass ich da jetzt penetrant oder so wäre, eher ein bischen prüfend.
Bei mir hat das auch die Krankengymnastin mit ihrem geschulten Blick durch Zufall entdeckt. Ich war selber gar nicht zur Gymnastik da, sondern meine kleinere Schwester hatte Termine bei der KG zur Nachbehandlung ihrer komplizierten Ellenbogenfraktur. Ich begleitete meine Schwester und meine Mutter, als der KG was an meiner Haltung auffiel. Sie hatte halt tagtäglich Kinder mit Skoliose in ihrer Praxis, da achtet man auf so etwas eben genauer als andere. Und im Röntgenbild waren es da schon 20grad. Gruß Alana
Agrimon
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Diagnose: hochthorakale Kyphoskoliose bws 24 Grad, lws 29 Grad, 4bre mit Hyperlordose
Therapie: Korsett von Rahmouni, laufen mit MBT Schuhen, Reha 30.10. bis 26.11.2013 Bad Salzungen, wegen Peritonitis Op 2017 Korsett abgesetzt, jetzt Lumbo Train Bandage, nächste Reha 2019 geplant
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Beitrag von Agrimon »

Hallo,
ich habe da auch noch eine Frage zur Schwangerschaft und evtl. Sterilisation. Ist es möglich, dass man sich mit Skoliose von der Krankenkasse die Sterilisation zahlen lassen kann? Natürlich muss auch der Arzt mitspielen. Wer darüber etwas weiß, kann mir ja schreiben. Sorry, hat zwar nichts mit der Vererbung zu tun, aber ihr könnt mir trotzdem schreiben.

Gruß Agrimon
bin eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und noch Interesse für andere Dinge hat

Meine Skoliose-Geschichte: Meine Skoliose
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