Ich lebe in Norwegen und habe heute einen Brief bekommen, dass man bereits am 09. Juli (in knapp drei Wochen!!!) im Rikshospital in Oslo meine idiopathische Skoliose (63 Grad) operieren will. Meine Krümmung ist scheinbar sehr operationsfreundlich, man könne vermutlich 30 Grad korrigieren. Die Ärzte stellen die Operation als einen Klacks dar, nach kaum einer Woche wäre ich wieder zu Hause, nach 4-6 Wochen voll arbeitsfähig. Nun sitze ich hier mit der Entscheidung – Kann das denn so easy sein? OP-Termin aus Zweifel absagen – oder sofort Hurra schreien?
Ich habe mit mehreren Ärzten und Physioterapeuten in Norwegen und Deutschland gesprochen, alle sind entweder 100% für oder 100% gegen eine Operation in meinem Fall. Schwierig, da auf seine innere Stimme zu hören! Die deutsche Seite meint, wenn operieren – dann in keinem Fall in Norwegen, wo es „doch so wenig Menschen und daher wenig Erfahrung mit Skoliose-Operationen gebe…“ Die Norweger hingegen sind absolut positiv eingestellt und sagen, diese Operation sei eine reine Routinesache, sie würden sich ohne zu zögern operieren lassen.
Ich bin 30 Jahre alt, toppfit und absolut beschwerdefrei. Psychisch „leiden“ tue ich schon, denn so ein krummer Rücken ist rein optisch gesehen natürlich nicht der Hit. Aber so ein Eingriff - obwohl man keine Schmerzen hat? Die norwegischen Ärzte sagen, es sei gut jetzt zu operieren, wo ich so fit und munter bin, denn das wäre die beste Voraussetzung für eine Operation und die Krümmung würde weiter fortschreiten. Ein deutscher Arzt meinte, das wäre wohl wahr, aber die Chance, dass ich jemals Rückenschmerzen bekomme, sei mit oder ohne OP gleich gross/gering.
Scheinbar können mir nur „Betroffene“ bei meiner Entscheidung helfen. Grundsätzlich: JA – ich bin eine OP betreffend positiv gestimmt - ich gebe zu - schon allein der Schönheit wegen, den immer Rücken kaschieren ist auch ein blödes Spiel. Aber jetzt so auf die Schnelle in Norwegen? Das hört sich so unwirklich problemfrei an. Oder doch lieber Termin absagen und Kliniken in Deutschland abklappern. Wo sich wieder die Frage der Finanzierung stellt - jetzt, wo ich in Norwegen krankenversichert bin. Fragen über Fragen. Ich hoffe, es ist eine Antwort für mich dabei...


