Hallo Jana,
jana665 hat geschrieben:
Wie lange hat eure Operation gedauert? (Mir wurde gesagt 9-10h kommt das hin?)
Wie lange musstet ihr im Krankenhaus bleiben?
Die OP-Zeiten kommen in etwa so hin.
Heutzutage ist eine Klinikaufenthaltsdauer von 1 - 3 Wochen üblich.
Wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr wieder aufstehen konntet/sitzen/laufen (generell wirklich bewegen)?
Meine OP ist schon fast 20 Jahre her, die damalige Technik war eine andere.
Bei heutiger OP-Technik kann man üblicherweise wenige Tage nach OP aufstehen, sitzen, laufen. Das alles natürlich noch vorsichtig, mit Hilfe und erstmal nur kurze Zeit. Werden viele Wirbel der LWS versteift, ist das Sitzen umso mühsamer. Bei der heutigen OP-Technik ist aber auch damit noch in Krankenhaus kurzes Sitzen - z.B. für die Toilette oder die Mahlzeiten - möglich.
Wann konntet ihr wieder sozusagen "normal" leben?
Hängt davon ab, was man selbst zu einem "normalen Leben" zählt. Ein annährend endgültiger Zustand ist nach ca. einem Dreivierteljahr bis Jahr erreicht. Verbesserungen, v.a. Muskelaufbau und weitere Gewöhnung an die zwangsläufig nach einer Versteifung bestehenden Bewegungseinschränkungen, finden auch danach noch statt.
Ein Jahr ist aber ein guter Richtwert, um z.B. ohne Hilfe im Alltag zurechtzukommen, einen geeigneten Beruf auszuüben, zuvor ausgeübte Sportarten wieder ausprobieren zu dürfen, auf andere relativ unauffällig zu wirken.
Also wann habt ihr euch so daran gewöhnt gehabt, das ihr keine Beschwerden mehr hattet? Oder geht es nie ohne?
Bestimmte Einschränkungen bleiben durch eine versteifte Wirbelsäule zwangsläufig.
Einiges am eigenen Beispiel:
Meine OP verlief sehr gut, sehr guter Heilungserfolg anschließend, nie irgendwelche Komplikationen. Schmerzmittel konnte ich früh absetzen und habe auch nie mehr welche benötigt. Ich besitze keine Schmerzmittel und war bislang außer der direkt an die OP anschließende Krankschreibung noch nie wieder wegen "Rücken" krankgeschrieben. Also wirklich alles tiptop verlaufen.
Trotzdem gibt es Dinge, bei denen ich einfach nicht mit Gleichaltrigen mithalten kann. Dazu gehört z.B. langes Sitzen, eher unbequeme/jugendtypische Arten des Reisens (ich verreise gerne... aber nicht stundenlang im Billigflieger hocken oder mit dem Bus nach Italien fahren

), unergonomisch verrichtete körperliche Arbeiten (betrifft z.B. viele technisch-handwerkliche Berufe, technische Praktika, Aushilfsjobs... habe dergleichen bei Praktika und im Studium festgestellt), mangelnde Ergonomie bei Arbeiten zu Hause oder in der Freizeit (ich mache z.B. im Haushalt vieles eher so wie ältere Leute).
Den Unterschied merke ich v.a., wenn ich in einer Gruppe dabei bin, bei der die anderen Teilnehmer typische junge Erwachsene ohne gesundheitliche Einschränkungen sind.
Die Beschwerden, die sich dann einstellen, sind Schmerzen, zunehmende Ungeschicklichkeit in Bewegungen, teils Kribbeln in Rücken und Beinen.
Verhalte ich mich rückengerecht, habe ich diese Probleme nicht.
Das ist bei mir so, seit ich diese Dinge überhaupt wieder mitmachen kann.
Sind die Schmerzen wirklich so unerträglich?
Es gibt sehr starke Schmerzmittel. Es kann allerdings vorkommen, dass diese nicht ausreichend wirken. Daher bei Schmerzen in der Klinik immer: jammern, mehr Schmerzmittel verlangen! Unbedingt etwas sagen!
Hat jemand mit der Uni Klinik in Frankfurt Erfahrung gemacht was die Op anbelangt?
Ob hier im Forum jemand damit Erfahrung hat, weiß ich nicht. Es müsste aber OP-Berichte und weitere Informationen in einem Forum geben, in dem man leider nicht mehr schreiben kann:
http://www.skoliose-op.info
Bei mir wird nur die Brustwirbelsäule versteift. Ist die Bewegung dann weniger eingeschränkt?
Die Einschränkungen sind dadurch typischerweise geringer. Leute mit langer LWS-Versteifung (was auf mich zutrifft) haben viel mehr Schwierigkeiten mit langem und unergonomischem Sitzen als Leute mit nur BWS-Versteifung. Beispielsweise kann ich gar nicht niedrig (auf dem Boden, auf einem Sitzsack, auf einer Treppenstufe etc.) sitzen, während das mit nur BWS-Versteifung geht.
Hat jemand Erfahrung damit gemacht, das nur eine Kurve begradigt wird und die andere das von alleine machen soll?
Dieses Verfahren ist üblich; bei mir wurde das aber nicht so gemacht.
Wie ist das mit selber Auto fahren, kann man da wirklich einen schulter blick machen usw.? Muss ich das irgendwo angeben, das ich das im Rücken habe?
Der Schulterblick kann eingeschränkt sein, wenn die BWS sehr hoch und gleichzeitig die LWS sehr tief versteift wurde. Ich schaffe mit einer Versteifung von Th3-L5 keinen ordnungsgemäßen Schulterblick.
Angeben muss man es nicht.
Fürs eigene Auto kann man Zusatzspiegel verwenden, die auch nirgendwo eingetragen werden müssen (gelten als Komfort, kann sich jeder besorgen).
Hast du bereits den Führerschein?
Ich habe den Führerschein erst einige Jahre nach OP gemacht (klar, war bei OP erst 13

), und habe einen "ganz normalen" Autoführerschein, d.h., keine Eintragungen, Beschränkungen etc. Ich bin auch einige Jahre viel gefahren (jetzt nicht mehr, aber nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil ich aktuell kein Auto brauche).
Wenn ich sie alle gegen Kunststoffpiercings austausche (komplett ohne metall/ edelstahl was auch immer), kann ich sie dann drinnen behalten? oder müssen sie trotzallem raus?
Dazu fragst du am besten den Arzt. Dürfte auch davon abhängen, wo sich die Piercings befinden. Ein Zungen- oder Lippenpiercing etwa könnte wegen Beatmung grundsätzlich nicht erlaubt sein.
Viele Grüße
Raven