Hallo Bayri,
Bayri hat geschrieben:Ich wundere mich etwas darüber, warum hier nicht konkret über Übungen und Übungsprogramme geredet wird, entweder weil jede/r seinen Spezialisten hat, oder ich habe noch viel zu wenig gelesen hier. Mit Fragen habe ich mich bisher zurück gehalten, weil ich weiß, dass die ersten Ratschläge sind:
a) Lasse eine Diagnose vom Spezialisten erstellen
b) gehe zu einem Physiotherapeuten
Du hast schon recht, dass hier wenig Anleitungen o.ä. für konkrete Rückenübungen zu finden sind. Manchmal wird schon über einzelne Übungen diskutiert (so wie Klaus auch schon sagte), dabei handelt es sich meist um solche aus der Krankengymnastik nach Katharina Schroth, die die meisten hier machen.
Der Grund ist: Hier sind viele Leute unterwegs, die anfangs unspezifische, allgemeine Kräftigungsübungen für den Rücken bzw. Gerätetraining/Kraftsport gemacht haben und damit schlecht gefahren sind. Entweder es hat gar nicht geholfen oder die Situation hat sich sogar noch verschlimmert, weil wegen fehlender Kenntnisse falsche Übungen gewählt oder die Übungen nicht richtig durchgeführt wurden. Das betrifft insbesondere Rundrücken-Patienten, die leider auch oft von Ärzten mit "Machen sie mehr (Kraft)Sport, bauen Sie Muskulatur auf" abgespeist werden.
Mal als Beispiel: Wenn man Rundrücken hat und versucht, sich bei der Übungsausführung zu strecken, besteht die große Gefahr, dass man ins Hohlkreuz fällt. Es kann auch passieren, dass man beispielsweise Bauchmuskelübungen gegen das Hohlkreuz machen will, dabei z.B. auf klassische Situps zurückgreift und dann voll in den Rundrücken hineintrainiert.
Vielen hier ging es erst bedeutend besser, als sie eine kompetente Diagnose beim Spezialisten erhalten haben und dann beispielsweise Krankengymnastik nach Katharina Schroth oder auch andere Therapien, z.B. individuelle Übungsprogramme gelernt hatten. Zu einer Diagnose kann z.B. auch gehören, wie die Stellung der Halswirbelsäule ist, der Schultern oder wie das Becken steht. Auf Übungen können sich auch weitere Besonderheiten auswirken, z.B. wenn der Rundrücken besonders weit oben/unten an der Wirbelsäule die stärkste Krümmung hat. Ggf. sind auch starke Verkürzungen da, die erste gedehnt werden sollten, bevor man Kräftigung beginnen kann. Noch komplexer wird es, wenn eine Skoliose als dreidimensionale Krümmung noch dazu kommt (also Krümmung zur Seite und Rotation, die dann zusätzlich zur Rundrückenproblematik besteht). Alle diese Dinge wirken sich darauf aus, welche Übungen man machen sollte oder wie man sie ausführen sollte.
Das lernt man nur bei einem Therapeuten, idealerweise in einer Reha. Daher die beiden Ratschläge, die Du ganz richtig beobachtet hast. Niemand hier will, dass andere Personen ebenfalls (schmerzlich) lernen müssen, dass man alleine ohne die genaue Kenntnis der individuellen Problematik und der entsprechenden Trainingsansätze (sei es nun dehnen/weiten/kräftigen, bestimmte Bewegungen o.ä.) die Situation kaum bessern kann. Wenn Du Dich schon etwas eingelesen hast, müsstest Du aber ja sehen, ob Du hier Themen und Tipps findest, mit denen Du etwas anfangen kannst.
Bayri hat geschrieben:aber ja, ich denke schon, dass ich mir in erster Linie auch selbst helfen darf.
Ich könnte ja auch gut so weiter leben, soll heissen dass man mein Rundrücken nicht unbedingt als Krankheit sehen muss.
Selbstverständlich darfst Du Dir selbst helfen, wenn Du das kannst. Die meisten hier nehmen Hilfe von Fachleuten in Anspruch, weil sie alleine nicht so weit gekommen sind und die Hilfe gebraucht haben, um ihren Weg zu finden. Ich kann Deine persönliche Situation nicht beurteilen. Vielleicht ist Dein Rundrücken nicht besonders ausgeprägt, vielleicht hast Du keine Schmerzen hast, vielleicht ist die Situation noch nicht so verfestigt und Du kannst Dich noch gut selbst korrigieren/strecken.... Du hättest mehr Klarheit für Dich, wenn Du eine Diagnose einholen würdest und könntest gezielter mit einem Physiotherapeuten arbeiten.
Ehrlich gesagt - und das ist gar nicht böse gemeint - wird Dir dieses Forum nicht viel bringen, wenn Du einfach auf der Suche nach allgemeinen Rückenübungen bist. Denn die meisten hier machen entweder spezielle Formen der Krankengymnastik (nach Katharina Schroth oder beispielsweise Spiraldynamik) oder passen "allgemeine" Rückenübungen eben gezielt an ihre Situation an.
Und zuletzt zu Deiner Frage nach der Inversionsbank: Ich persönlich kenne diese nicht und nutze sie nicht. Kann mich auch nicht daran erinnern, dass sie hier jemand mal empfohlen oder zumindest getestet hätte, von daher ist es nicht überraschend, dass Du mit der Suchfunktion nichts findest. Ich glaube auch nicht, dass sie mir viel bringen würde, denn selbst wenn sie meine Verspannungen lösen würde (dann wären da noch meine Blockaden, gegen die das Gerät vermutlich nichts hilft), kommen Verspannungen wegen der Grundproblematik der Skoliose immer wieder. Es macht daher für mich mehr Sinn, diese anzugehen und durch die Streckung der Krümmungen Entlastung zu schaffen.
Viele Grüße,
mick