Stabilisationsübungen - Übungsanleitung
Verfasst: Mi, 17.11.2004 - 00:08
Stabilisationsübungen - Übungsanleitung
Die Stabilisationsübungen werden in Bad Sobernheim jeden Morgen von 8:00 bis 8:30 vor den Übungsstunden bzw. der freien Übungszeit angeboten, wobei die Teilnahme freiwillig ist. Es handelt sich hierbei um Elemente aus der Physiotherapie-Methode Brunkow, die den Schroth’schen Grundprinzipien angepasst wurden.
Wie der Name schon sagt, geht es um die Stabilisation der (skoliotischen) Wirbelsäule, also besonders geeignet bei Instabilitäten wie Drehgleiten, häufigem Ausrenken von Wirbeln, häufigen Blockaden, Hypermobilität der Wirbelsäule, Progredienz sowie zur Stabilisierung von Korsett-Korrekturen (die Übungen werden jedoch ohne Korsett durchgeführt, da intensiver).
Der unten abgedruckte Text entspricht exakt dem in Sobernheim für Patienten erhältlichen Merkblatt (dort für 50 Cent, hier um sonst
) zu den Stabilisationsübungen und ist nur als Erinnerungshilfe für Patienten gedacht, die schon einmal dort waren und diese Übungen bereits kennen.
Für das autodidaktische Erlernen sind diese Anweisungen (wie eigentlich alles was Schroth betrifft) ungeeignet!! Da die Übungen jedoch recht einfach sind, sollte es auch möglich sein, sich diese Übungen mit Hilfe des Merkblattes bei seinem Schroth-Therapeuten vor Ort erklären zu lassen.
In Sobernheim sieht es derzeit so aus, dass die erste Übung (die Grundspannungsübung) zwischen den darauf folgenden Übungen erneut ausgeführt wird (als „Refrain“
sozusagen). Die Grundspannungsübung wird also zu Beginn, zwischen Übung 2 und 3, zwischen Übung 3 und 4 und zwischen Übung 4 und 5 ausgeführt; zwischen Übung 5 und 6 (da beides Übungen im Kniestand) jedoch nicht. Punkt 7 (Abschluss) wird gar nicht mehr durchgeführt, Grund ist jetzt nicht bekannt.
[equote=""]Stabilisationsübungen
Vorbemerkung:
Für die Ausgangsstellung verwenden sie zunächst ihre gewohnte geordnete Position mit entsprechend eingestellten Körperblöcken und Korrekturkissen. Fortgeschrittene steigern die Schwierigkeit der Übungen durch Weglassen der Korrekturkissen, sofern dies nicht zu einer extrem stark verdrehten Position führt.
Der grundsätzliche Übungsauftrag ist in starkem Maße an die Schroth-Übungen angelehnt: Korrigierte Ausgangstellung, Rekeln, Drehwinkelatmung, während der Ausatmung: Halten der Länge und Weite, Raffen, dabei Paket und Lendenwulst nach vorne, kopfwärts und zur Mitte vom Korrekturkissen abheben. Zur Unterstützung drückt dabei die Gesäßhälfte der Paketseite und die Schulterkuppe der Paketseite vermehrt auf den Boden.
Die Besonderheit bei den Stabilisationsübungen liegt nun darin die gezielt aufgebaute Korrekturspannung mit geringer bis mittlerer Intensität über einen längeren Zeitraum und mit deutlicher Körperstreckung zu halten. Dies bedeutet am Ende der Ausatmung Spannung und Körperlänge beibehalten.
Die Spannung sollte dabei weder die Atmung behindern noch dem Modellieren einer inneren Idealform im Wege stehen, viel mehr einen muskulären stabilen Rahmen bieten, in dem sich diese gestreckte Form durch konzentrierte Wahrnehmung und bewusstes Hineinspüren verwirklichen kann.
Der Vorteil der Übungen besteht in ihrer Ruhe und ihrer Sicherheit durch die liegende Position. Lassen sie sich genügend Zeit, um auf die innere Bewegungen zu achten die sie wohlwollend lenken und fließen lassen.
Nehmen sie das Bild von einem Pudding, der noch genügend erwärmt in eine Form gegossen wird, dort bei zunehmender Abkühlung diese Form annimmt.
Letztlich soll sich ihr Umgang mit diesen "inneren Baumaßnahmen" stabilisieren, soll ihnen von innen her Sicherheit zuwachsen, die sie zunehmend in die Lage versetzt auch in ganz alltäglichen Situationen sich nach dieser inneren Form zu richten.
Dies erfordert Geduld, Gelassenheit und wenig Kraft. Verbissene Anstrengung, selbstquälendes, rücksichtsloses und verkrampftes Üben machen ein Erreichen unmöglich.
1. Grundspannungsübungen
Geordnete Rückenlage (Fortgeschrittene wahlweise ohne Korrekturkissen), Beine angestellt, Arme in Vorhalte, Handgelenke gestreckt, Finger locker (als ob sie einen Ball umfassen würden), Handflächen zeigen fußwärts.
Spannungsaufbau. Folgen sie schrittweise der Anweisung.
Füße anheben, Zehen heranziehen, Ferse stemmt in die Unterlage, Unterschenkelmuskulatur, Oberschenkelmuskulatur, Gesäß- und Bauchmuskulatur ruhig und sanft aktivieren. Spannung von den Füßen bis zum Bauchnabel wahrnehmen und halten. Handgelenke leicht überstrecken, Finger bleiben locker, Handwurzel stemmt gegen einen gedachten Widerstand in Richtung Füße, Ellbogen schieben nach außen, Unterarmmuskulatur, Oberarmmuskulatur, Brustmuskulatur, obere Rückenmuskulatur, Bauchmuskulatur ruhig und sanft aktivieren.
Kopf und Hals werden nicht in die Spannung einbezogen. Leichte Drehbewegungen sind ohne Widerstand möglich. Bitte testen!!
Nehmen sie nun die Grundspannung wahr, wie sie sich über den ganzen Körper ausbreitet. Achten sie im Besonderen auf die Streckung ihres Körpers. Ergänzen sie dieses Spannungsmuster nun durch ihre typischen, einseitigen, skoliosespezifischen Korrekturspannungsaufträge (s.o. Vorbemerkung).
Rekeln, dabei ruhig weiter atmen, Drehwinkelatmung, Ausatmung: Erreichte Korrekturbewegung in die Grundspannung einfließen lassen und halten, dabei braucht die Intensität der Spannung nicht gesteigert werden.
(Dieser Ablauf ist eine Wiederholung)
Wiederholungen: Anfänger 3-5x, Fortgeschrittene 5-10x
2. Übung
Geordnete Rückenlage (Fortgeschrittene wahlweise ohne Korrekturkissen). Bein der schwachen Seite angestellt, Bein der Paketseite angebeugt, Unterschenkel waagrecht. Hand der Paketseite am Oberschenkel der Paketseite, der Handrücken der schwachen Seite liegt unter dem Gesäß der schwachen Seite, Ellbogen liegt zunächst auf der Unterlage.
Spannungsaufbau: Fuß der schwachen Seite drückt auf die Unterlage, die Hand der schwachen Seite drückt gegen das Gesäß. Gesäß der Paketseite drückt vermehrt auf die Unterlage, Fuß der Paketseite: Zehen heranziehen. Bein drückt gegen die eigene Hand, dabei entsteht keine Bewegung. Schulter der Paketseite bleibt in Bodenkontakt. Bei vorhandener schwacher Seite wird der Ellenbogen der schwachen Seite leicht von der Unterlage abgehoben, wobei die Schulter der schwachen Seite diese Bewegung begleitet.
Spannung wahrnehmen, Lage und Einstellung der Körperabschnitte wahrnehmen, Länge überprüfen.
Rekeln, dabei ruhig weiteratmen, Drehwinkelatmung, Ausatmung: Gleichmäßige Spannung halten, konzentriert das Entdrehen der Lendenwirbelsäule und der Brustwirbelsäule erspüren.
Wiederholungen (s. Üb. 1): Anfänger 3-5x, Fortgeschrittene 5-10x.
3. Übung "Erste Hilfe Übung"
Geordnete Rückenlage (Fortgeschrittene wahlweise ohne Korrekturkissen), beide Beine gestreckt, Vorfuß der schwachen Seite liegt auf dem Vorfuß der Paketseite, Knie der schwachen Seite leicht gebeugt.
Hand der schwachen Seite liegt unter dem Gesäß der schwachen Seite, Ellbogen hat zunächst Kontakt auf der Unterlage. Arm der Paketseite liegt gestreckt neben dem Körper auf dem Boden, oder angewinkelt in Schultergegenzugposition.
Spannungsaufbau: Füße drücken gegeneinander, Ferse, Bein und Gesäß der Paketseite drücken auf die Unterlage. Arm der Paketseite drückt gegen die Unterlage. Hand der schwachen Seite drückt gegen das Gesäß. Bei vorhandener Atemstelle schwache Seite, wird der Ellenbogen leicht abgehoben und schwache Seite in Richtung Unterlage nach hinten (bodenwärts) abgesenkt.
Rekeln, dabei ruhig weiteratmen, Drehwinkelatmung, Ausatmung: Spannung halten, Länge und Weite in der schwachen Stelle erspüren und einprägen.
Wiederholungen (s. Üb. 1): Anfänger 3-5x, Fortgeschrittene 5-10x.
4. Übung "Seitlage"
Geordnete Seitlage ohne Hocker, beide Beine zunächst angebeugt aufeinander liegend. Aus dieser Position wird nun das Bein der Paketseite im Hüftgelenk gestreckt, im Kniegelenk angebeugt hüfthoch eingestellt, dabei darf die Fußsohle mit der rückwärtigen Wand (falls vorhanden) Kontakt aufnehmen. Die Hand der Paketseite kontrolliert den Beckenrand, dieser darf keinesfalls kopfwärts angehoben werden.
Spannungsaufbau: Das Bein der schwachen Seite wird gegen die Unterlage gedrückt. Der Fuß der Paketseite stemmt mit der Ferse nach hinten. Körperlänge beachten.
Rekeln, dabei mit dem Arm der schwachen Seite lang herausschieben und ruhig weiteratmen, Drehwinkelatmung, Ausatmung: Spannung halten, besonders die Korrektur für den Lendenwulst erspüren, den Lendenwulst auf dem Polster leicht machen, die Lendenwirbelsäule bewegt sich dabei zur Mitte.
Achtung: Das Becken darf durch den Druck gegen die Wand auf keinen Fall nach vorn ausweichen!!!
Wiederholungen: Anfänger 3-5x, Fortgeschrittene 5-10x
5. Übung Kniestand 1
Geordneter Kniestand. Arme in Hüftstützposition.
Rekeln, dabei ruhig weiteratmen, Drehwinkelatmung, Ausatmung: Das Gesäß in Richtung Fersen nach hinten schieben, der Oberkörper bleibt dabei nach vorn geneigt, und zurück in die Ausgangsstellung (während einer Ausatemphase).
Ziel: Überprüfung der Fähigkeit die eingestellten Korrekturen und das durch die vorangegangenen Übungen erworbene Körpergefühl während einer langsamen Bewegung und gegen die einwirkende Schwerkraft halten zu können.
Wiederholungen (s. Üb. 1): 3x. Bei Knieproblemen Übung streichen!!!!
6. Übung Kniestand 2
Geordneter Kniestand. Arme in Hüftstützposition.
Rekeln, dabei ruhig weiteratmen. Drehwinkelatmung, Ausatmung: Korrekturen halten und nach hinten pendeln und wieder zurück in die Ausgangsstellung (während einer Ausatemphase).
Wiederholungen (s. Üb. 1): 3x
Vorsicht: Keine schnelle Bewegung und nicht zu weit nach hinten pendeln. Verletzungsgefahr für die Knie!!!
7. Abschluss
Stellen sie sich zum Abschluss ruhig und gelassen auf beide Füße. Schließen sie die Augen und hören in ihren Körper hinein. Achten sie auf die Spannungen, auf Größe und Weite, nehmen sie Temperatur und Atemrhythmus wahr, ohne zu bewerten, ohne direkte Korrekturabsichten.
Schauen sie das was jetzt ist.
Dann öffnen sie die Augen, nehmen sie ihre Korrekturposition geordneter Stand mit allen notwendigen Korrekturen ein, die Arme in Hüftposition und entwickeln von den Füßen aus ansteigend nach oben ihre maximale Korrekturspannung. Ballen sie dabei zusätzlich die Hände zu Fäusten. Alles in ihnen ist nun angespannt, die Atmung deutlich eingeschränkt, sie sind zu einem langen Stein erstarrt.
Nun lösen sie die Spannung sehr langsam und bewusst in umgekehrter Reihenfolge, also beginnend an den Händen, Arme, Schultergürtel, so weit bis sie freie Drehbewegungen mit Kopf und freie Pendelbewegungen mit den Armen ausführen können. Verringern sie nun die Spannung von Bauch-, Gesäß- und Beinmuskulatur bis sie freie Gehbewegungen auf der Stelle machen können.
Nehmen sie die Spannung und die Einstellung der Körperabschnitte wahr, während sie weiter die Bewegungen Kopf drehen, Arme pendeln und Gehen ausführen.
Diese Körperhaltung wäre für eine bewusste Alltagshaltung geeignet und wünschenswert.
Nehmen sie sich vor diese Körperhaltung immer wieder in Alltagssituationen zu verwirklichen, oder an besondere Gegebenheiten neu anzupassen.
Viel Spaß wünscht Ihnen ihr "Stabiteam":
Fr. Gläser, Fr. Kutzen, Hr. Roevenich, Hr. Hennes.
[/equote]
Die Stabilisationsübungen werden in Bad Sobernheim jeden Morgen von 8:00 bis 8:30 vor den Übungsstunden bzw. der freien Übungszeit angeboten, wobei die Teilnahme freiwillig ist. Es handelt sich hierbei um Elemente aus der Physiotherapie-Methode Brunkow, die den Schroth’schen Grundprinzipien angepasst wurden.
Wie der Name schon sagt, geht es um die Stabilisation der (skoliotischen) Wirbelsäule, also besonders geeignet bei Instabilitäten wie Drehgleiten, häufigem Ausrenken von Wirbeln, häufigen Blockaden, Hypermobilität der Wirbelsäule, Progredienz sowie zur Stabilisierung von Korsett-Korrekturen (die Übungen werden jedoch ohne Korsett durchgeführt, da intensiver).
Der unten abgedruckte Text entspricht exakt dem in Sobernheim für Patienten erhältlichen Merkblatt (dort für 50 Cent, hier um sonst
Für das autodidaktische Erlernen sind diese Anweisungen (wie eigentlich alles was Schroth betrifft) ungeeignet!! Da die Übungen jedoch recht einfach sind, sollte es auch möglich sein, sich diese Übungen mit Hilfe des Merkblattes bei seinem Schroth-Therapeuten vor Ort erklären zu lassen.
In Sobernheim sieht es derzeit so aus, dass die erste Übung (die Grundspannungsübung) zwischen den darauf folgenden Übungen erneut ausgeführt wird (als „Refrain“
[equote=""]Stabilisationsübungen
Vorbemerkung:
Für die Ausgangsstellung verwenden sie zunächst ihre gewohnte geordnete Position mit entsprechend eingestellten Körperblöcken und Korrekturkissen. Fortgeschrittene steigern die Schwierigkeit der Übungen durch Weglassen der Korrekturkissen, sofern dies nicht zu einer extrem stark verdrehten Position führt.
Der grundsätzliche Übungsauftrag ist in starkem Maße an die Schroth-Übungen angelehnt: Korrigierte Ausgangstellung, Rekeln, Drehwinkelatmung, während der Ausatmung: Halten der Länge und Weite, Raffen, dabei Paket und Lendenwulst nach vorne, kopfwärts und zur Mitte vom Korrekturkissen abheben. Zur Unterstützung drückt dabei die Gesäßhälfte der Paketseite und die Schulterkuppe der Paketseite vermehrt auf den Boden.
Die Besonderheit bei den Stabilisationsübungen liegt nun darin die gezielt aufgebaute Korrekturspannung mit geringer bis mittlerer Intensität über einen längeren Zeitraum und mit deutlicher Körperstreckung zu halten. Dies bedeutet am Ende der Ausatmung Spannung und Körperlänge beibehalten.
Die Spannung sollte dabei weder die Atmung behindern noch dem Modellieren einer inneren Idealform im Wege stehen, viel mehr einen muskulären stabilen Rahmen bieten, in dem sich diese gestreckte Form durch konzentrierte Wahrnehmung und bewusstes Hineinspüren verwirklichen kann.
Der Vorteil der Übungen besteht in ihrer Ruhe und ihrer Sicherheit durch die liegende Position. Lassen sie sich genügend Zeit, um auf die innere Bewegungen zu achten die sie wohlwollend lenken und fließen lassen.
Nehmen sie das Bild von einem Pudding, der noch genügend erwärmt in eine Form gegossen wird, dort bei zunehmender Abkühlung diese Form annimmt.
Letztlich soll sich ihr Umgang mit diesen "inneren Baumaßnahmen" stabilisieren, soll ihnen von innen her Sicherheit zuwachsen, die sie zunehmend in die Lage versetzt auch in ganz alltäglichen Situationen sich nach dieser inneren Form zu richten.
Dies erfordert Geduld, Gelassenheit und wenig Kraft. Verbissene Anstrengung, selbstquälendes, rücksichtsloses und verkrampftes Üben machen ein Erreichen unmöglich.
1. Grundspannungsübungen
Geordnete Rückenlage (Fortgeschrittene wahlweise ohne Korrekturkissen), Beine angestellt, Arme in Vorhalte, Handgelenke gestreckt, Finger locker (als ob sie einen Ball umfassen würden), Handflächen zeigen fußwärts.
Spannungsaufbau. Folgen sie schrittweise der Anweisung.
Füße anheben, Zehen heranziehen, Ferse stemmt in die Unterlage, Unterschenkelmuskulatur, Oberschenkelmuskulatur, Gesäß- und Bauchmuskulatur ruhig und sanft aktivieren. Spannung von den Füßen bis zum Bauchnabel wahrnehmen und halten. Handgelenke leicht überstrecken, Finger bleiben locker, Handwurzel stemmt gegen einen gedachten Widerstand in Richtung Füße, Ellbogen schieben nach außen, Unterarmmuskulatur, Oberarmmuskulatur, Brustmuskulatur, obere Rückenmuskulatur, Bauchmuskulatur ruhig und sanft aktivieren.
Kopf und Hals werden nicht in die Spannung einbezogen. Leichte Drehbewegungen sind ohne Widerstand möglich. Bitte testen!!
Nehmen sie nun die Grundspannung wahr, wie sie sich über den ganzen Körper ausbreitet. Achten sie im Besonderen auf die Streckung ihres Körpers. Ergänzen sie dieses Spannungsmuster nun durch ihre typischen, einseitigen, skoliosespezifischen Korrekturspannungsaufträge (s.o. Vorbemerkung).
Rekeln, dabei ruhig weiter atmen, Drehwinkelatmung, Ausatmung: Erreichte Korrekturbewegung in die Grundspannung einfließen lassen und halten, dabei braucht die Intensität der Spannung nicht gesteigert werden.
(Dieser Ablauf ist eine Wiederholung)
Wiederholungen: Anfänger 3-5x, Fortgeschrittene 5-10x
2. Übung
Geordnete Rückenlage (Fortgeschrittene wahlweise ohne Korrekturkissen). Bein der schwachen Seite angestellt, Bein der Paketseite angebeugt, Unterschenkel waagrecht. Hand der Paketseite am Oberschenkel der Paketseite, der Handrücken der schwachen Seite liegt unter dem Gesäß der schwachen Seite, Ellbogen liegt zunächst auf der Unterlage.
Spannungsaufbau: Fuß der schwachen Seite drückt auf die Unterlage, die Hand der schwachen Seite drückt gegen das Gesäß. Gesäß der Paketseite drückt vermehrt auf die Unterlage, Fuß der Paketseite: Zehen heranziehen. Bein drückt gegen die eigene Hand, dabei entsteht keine Bewegung. Schulter der Paketseite bleibt in Bodenkontakt. Bei vorhandener schwacher Seite wird der Ellenbogen der schwachen Seite leicht von der Unterlage abgehoben, wobei die Schulter der schwachen Seite diese Bewegung begleitet.
Spannung wahrnehmen, Lage und Einstellung der Körperabschnitte wahrnehmen, Länge überprüfen.
Rekeln, dabei ruhig weiteratmen, Drehwinkelatmung, Ausatmung: Gleichmäßige Spannung halten, konzentriert das Entdrehen der Lendenwirbelsäule und der Brustwirbelsäule erspüren.
Wiederholungen (s. Üb. 1): Anfänger 3-5x, Fortgeschrittene 5-10x.
3. Übung "Erste Hilfe Übung"
Geordnete Rückenlage (Fortgeschrittene wahlweise ohne Korrekturkissen), beide Beine gestreckt, Vorfuß der schwachen Seite liegt auf dem Vorfuß der Paketseite, Knie der schwachen Seite leicht gebeugt.
Hand der schwachen Seite liegt unter dem Gesäß der schwachen Seite, Ellbogen hat zunächst Kontakt auf der Unterlage. Arm der Paketseite liegt gestreckt neben dem Körper auf dem Boden, oder angewinkelt in Schultergegenzugposition.
Spannungsaufbau: Füße drücken gegeneinander, Ferse, Bein und Gesäß der Paketseite drücken auf die Unterlage. Arm der Paketseite drückt gegen die Unterlage. Hand der schwachen Seite drückt gegen das Gesäß. Bei vorhandener Atemstelle schwache Seite, wird der Ellenbogen leicht abgehoben und schwache Seite in Richtung Unterlage nach hinten (bodenwärts) abgesenkt.
Rekeln, dabei ruhig weiteratmen, Drehwinkelatmung, Ausatmung: Spannung halten, Länge und Weite in der schwachen Stelle erspüren und einprägen.
Wiederholungen (s. Üb. 1): Anfänger 3-5x, Fortgeschrittene 5-10x.
4. Übung "Seitlage"
Geordnete Seitlage ohne Hocker, beide Beine zunächst angebeugt aufeinander liegend. Aus dieser Position wird nun das Bein der Paketseite im Hüftgelenk gestreckt, im Kniegelenk angebeugt hüfthoch eingestellt, dabei darf die Fußsohle mit der rückwärtigen Wand (falls vorhanden) Kontakt aufnehmen. Die Hand der Paketseite kontrolliert den Beckenrand, dieser darf keinesfalls kopfwärts angehoben werden.
Spannungsaufbau: Das Bein der schwachen Seite wird gegen die Unterlage gedrückt. Der Fuß der Paketseite stemmt mit der Ferse nach hinten. Körperlänge beachten.
Rekeln, dabei mit dem Arm der schwachen Seite lang herausschieben und ruhig weiteratmen, Drehwinkelatmung, Ausatmung: Spannung halten, besonders die Korrektur für den Lendenwulst erspüren, den Lendenwulst auf dem Polster leicht machen, die Lendenwirbelsäule bewegt sich dabei zur Mitte.
Achtung: Das Becken darf durch den Druck gegen die Wand auf keinen Fall nach vorn ausweichen!!!
Wiederholungen: Anfänger 3-5x, Fortgeschrittene 5-10x
5. Übung Kniestand 1
Geordneter Kniestand. Arme in Hüftstützposition.
Rekeln, dabei ruhig weiteratmen, Drehwinkelatmung, Ausatmung: Das Gesäß in Richtung Fersen nach hinten schieben, der Oberkörper bleibt dabei nach vorn geneigt, und zurück in die Ausgangsstellung (während einer Ausatemphase).
Ziel: Überprüfung der Fähigkeit die eingestellten Korrekturen und das durch die vorangegangenen Übungen erworbene Körpergefühl während einer langsamen Bewegung und gegen die einwirkende Schwerkraft halten zu können.
Wiederholungen (s. Üb. 1): 3x. Bei Knieproblemen Übung streichen!!!!
6. Übung Kniestand 2
Geordneter Kniestand. Arme in Hüftstützposition.
Rekeln, dabei ruhig weiteratmen. Drehwinkelatmung, Ausatmung: Korrekturen halten und nach hinten pendeln und wieder zurück in die Ausgangsstellung (während einer Ausatemphase).
Wiederholungen (s. Üb. 1): 3x
Vorsicht: Keine schnelle Bewegung und nicht zu weit nach hinten pendeln. Verletzungsgefahr für die Knie!!!
7. Abschluss
Stellen sie sich zum Abschluss ruhig und gelassen auf beide Füße. Schließen sie die Augen und hören in ihren Körper hinein. Achten sie auf die Spannungen, auf Größe und Weite, nehmen sie Temperatur und Atemrhythmus wahr, ohne zu bewerten, ohne direkte Korrekturabsichten.
Schauen sie das was jetzt ist.
Dann öffnen sie die Augen, nehmen sie ihre Korrekturposition geordneter Stand mit allen notwendigen Korrekturen ein, die Arme in Hüftposition und entwickeln von den Füßen aus ansteigend nach oben ihre maximale Korrekturspannung. Ballen sie dabei zusätzlich die Hände zu Fäusten. Alles in ihnen ist nun angespannt, die Atmung deutlich eingeschränkt, sie sind zu einem langen Stein erstarrt.
Nun lösen sie die Spannung sehr langsam und bewusst in umgekehrter Reihenfolge, also beginnend an den Händen, Arme, Schultergürtel, so weit bis sie freie Drehbewegungen mit Kopf und freie Pendelbewegungen mit den Armen ausführen können. Verringern sie nun die Spannung von Bauch-, Gesäß- und Beinmuskulatur bis sie freie Gehbewegungen auf der Stelle machen können.
Nehmen sie die Spannung und die Einstellung der Körperabschnitte wahr, während sie weiter die Bewegungen Kopf drehen, Arme pendeln und Gehen ausführen.
Diese Körperhaltung wäre für eine bewusste Alltagshaltung geeignet und wünschenswert.
Nehmen sie sich vor diese Körperhaltung immer wieder in Alltagssituationen zu verwirklichen, oder an besondere Gegebenheiten neu anzupassen.
Viel Spaß wünscht Ihnen ihr "Stabiteam":
Fr. Gläser, Fr. Kutzen, Hr. Roevenich, Hr. Hennes.
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