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Vitamin E- nicht nur für Schmerzpatienten interessant!

Verfasst: Di, 30.09.2003 - 12:03
von Toni
Hallo an (fast) Alle
Früher habe ich häufig auf die Einnahme von hochdosiertem Vitamin E hingewiesen- vor allem bei Schmerzen in Wirbelsäule und Gelenken.
Ich hab in der September-APOTHEKEN-RUNDSCHAU einen interessanten Artikel gelesen, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:
AUF DEM PRÜFSTAND
Vitamin E im Experten-Check

Es kann die Gelenkzerstörung bremsen und den Arteriosklerose-Prozess verlangsamen. Ein Rheuma- und ein Herzspezialist sagen, wie sie Vitamin E in Therapie und Vorbeugung einsetzen.
Ein Wirkstoff der schmerzende Gelenke schützt, die Gefäßalterung bremst und auch noch die Haut geschmeidig hält?
Bei einer solchen Häufung gesundheitsfördernder Eigenschaften werden Arzneimittelforscher misstrauisch- doch dem Vitamin E gestehen sie diese Vielseitigkeit zu.

Grund der breiten Wirkpalette:
Egal ob sich Ablagerungen in der Gefäßwand bilden, sich ein abgenutztes Gelenk entzündet oder die Haut altert- immer spielen aggressive Moleküle eine Rolle-man bezeichnet sie auch als "freie Radikale". Diese verändern die Hülle der Zellen, die Erbsubstanz im Zellkern sowie Eiweiße die den Zellstoffwechsel und die Zellerneuerung steuern. Das führt zu Zellschäden, verlangsamter Zellerneuerung und Entzündungen.

Das Vitamin E macht freie Radikale unschädlich und kann daher Entzündungsprossse und Zellalzerung günstig beeinflussen.
Ein Allheilmiitel, das die ärztliche Behandlung überflüssig macht, ist es aber nicht. Es eignet sich nur zu unterstützenden Behandlung.
Sprechen sie also mit Ihrem Arzt, wenn sie ergänzend ein Vitamin E-Präparat einnehmen. Er kann Sie hinsichtlich der Dosierung beraten.


Um einen Überblick zu geben, haben wir 2 Experten befragt, welche Rolle dieses Vitain in der Therapie spielt:

Der Rheumatologe Prof. Dr. Johann D. Ringe

1. Was kann Vitamin E für Rheumapatienten leisten?

Vitamin E verringert die Bildung gewebeschädigender freier Radikale. In der Rheumatherapie kann auf diese Weise bei konsequenter hoher Dosierung von Vitamin E die fortschreitende Gelenkzerstörung verzögert werden.
Dieser positive effekt zeigt sich vor allem bei beginnenden Abbauprozessen im Gelenk, den sogenannten Osteoarthrosen. In etwas geringerem Grad gilt das auch für die chronisch entzündlichen rheumatischen Erkrankunggen wie die chronische Polyarthritis.

2. Was kann Vitamin E nicht?

Vitamin E wirkt vor allem im Frühstadium von rheumatischen Erkrankungen. Bei ausgeprägtem Gelenkabbau oder Gelenkentzündungen reicht Vitamin E als alleinige Therapie nicht aus, um die Symptome zum zum Verschwinden zu bringen. Der Arzt muss hier viel mehr ein dem Patienten angepasstes Therapiekonzept entwickeln.

3. Wie wird Vitamin E bei rheumatischen Erkrankungen richtig dosiert?

Ich empfehle die langzeitige konsequente Anwendung von 600 bis 1000 intern. Einheiten pro Tag.

Der Kardiologe Priv.Doz.Dr.Friedhelm Späh

1. Wie kann Vitamin E vor Arteriosklerose schützen?

Arteriosklerose ist ein lebenslanger Alterungsprozess der Gefäße, der durch LDL-Cholesterin, hohe Blutdruck- und Blutzuckerwerte und Nikotin beschleunigt wird. Vitamin E verhindert die gefährliche Umwandlung zum
LDL-Cholesterin, vermindert gerinnungshemmende Stoffe und Entzündungsfaktoren. Somit reduziert es die Gefahr für die Gefäßwand, denn erste Veränderungen sind der Beginn der Arteriosklerose. Gesunder Gefäßbereiche lassen sich durch Vitamin E dauerhaft schützen.

2. Was kann Vitamin E nicht?
Wie eine US-amerikanische Studie bei Patienten mit bereits bestehender koronarer Herzkrankheit zeigt, hat Vitamin E KEINEN Einfluss auf die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle in dieser Patientengruppe.

3. Wie wird Vitamin E zum Schutz vor Arteriosklerose richtig dosiert?
Natürliches Vitamin E ( RRR-Alpha-Tocopherol) ist etwa doppelt so wirksam wie das synthetische Gemisch. Ich empfehle morgens 400 IE einzunehmen und 400 IE vor der Hauptmahlzeit.

Ergänzender Hinweis: Fast alle Leistungssportler nehmen auch Vitamin E gegen Trainingsschmerzen ( Tipp für alle Intensiv-Schrother z.B. in der REHA!!!!) gegen die Micro-Entzündungen der Muskeln (sog. "Muskelkater", von dem man heute weiss, daß es nicht die Milchsäure ist, die die Muskelschmerzen verursachen, da diese sehr schnell wieder abgebaut ist!)

Mir hat das V.E in den Schmerzphasen deutlich geholfen und es ist das einzige Medikament ( eher Nahrungsergänzung) das ich heute trotzdem noch konsequent nehme.
Bei ALDI übrigens am günstigsten im Preis-Leistungs-Verhältniss: 200 IE pro Kapsel bei Aldi Süd und 400 IE bei ALDI Nord!

Vitamin E ist übrigens ein natürlicher Bestandteil wertvoller pflanzlicher Öle, z.B. Rapsöl oder Olivenöl.
Das TTT-Alpha Tocopherol wird schonend herausextrahiert und das entvitaminisierte Öl ist dann immer noch gut für die Herstellung von Biodiesel ( Sonnenenergie für Landys). Um auf die empfohlene Tagesdosis 600 - 1000 IE zu kommen müsste man täglich 2 Liter kaltgepresstes Rapsöl zu sich nehmen.

Gruß Toni

Verfasst: Di, 30.09.2003 - 13:13
von Toni
Übrigens im gleichen Heft APOTHEKEN-RUNDSCHAU vom 15.September auf Seite 62- 63 ein sehr guter Artikel über Bauchmuskel-Training unter anderem gegen Lordose und lumbale Rückenschmerzen!
Gruß Toni

Verfasst: Mi, 01.10.2003 - 14:17
von Soj_83
Hallo Toni,

wie ist die Erfahrung mit Vitamin E, wenn es Kids oder Jugendliche nehmen? Dürfte da ja auch positiv wirken.

Gruß Letizia

Verfasst: Mi, 01.10.2003 - 14:37
von Toni
Nach dem keine Risiken oder Nebenwirkungen von hochdosiertem V.E bekannt sind, und die Dosis entsprechend dem geringeren Körpergewicht angepasst werden kann, fällt mir nichts ein, was dagegen sprechen würde?
Biologisch altern die menschen erst ab ca. 20 Jahren. Aber Trainingsschmerzen können logischerweise auch Kinder und Jugendliche haben. Für Kinder und Jugendliche mit Allergien und Hautunreinheiten/neurodermitis und Immunschwächen usw. würde ich eventuell eher Nachtkerzenöl/Borretschsamenöl, Johannisbeerenkernöl usw... bevorzugen oder mit V.E kombinieren.
Aber auch hier gilt: "Im Zweifel fragen sie die Frau ihres Arztes oder die Apothekerin!" :D
Gruß Toni

Verfasst: Mi, 01.10.2003 - 21:15
von Soj_83
OK. Toni soweit alles klar. Aber für meine Zweifel werd ich mir jemand anderes suchen müssen. :D
Die Frau meines Arztes ist meine Arbeitgeberin und dreht mir sozusagen auch nur das an, was aus ihrer Überzeugung gut ist oder was sie gerade noch so in ihrem Med.-koffer findet und die Apothekerin findet alles gut, nur um wiedermal einen Deal machen zu können. :eek:

Aber solange wie Fine noch keine Schroth-trainingsschmerzen hat, werd ich ihr das Zeug nicht geben, es ist aber gut zu wissen, dass es da was dagegen gibt ohne Nebenwirkungen zu erzeugen.

Gruß, Letizia