Ninchen hat geschrieben:Zuerst wird dort eine Art Profil der Wirbelsäule erstellt d.h. welche seite der lws, hws und bws ist muskulär stärker, welche schwächer ausgeprägt.Aufgrund dieses tests wird ein spezielles trainingsprogramm erstellt.Wie stark ist der rechts/links Unterschied.Es werden verschiedenste Bewegungsrichtungen trainiert: rotation, seitneigung, streckung....
Ich wollte auch einmal FPZ machen, bin aber nach dem man mir die Methode etwas näher erklärt hatte gaaaaanz schnell wieder davon abgekommen.
Das dort verwendete Test-System ist nämlich wirklich ungeeignet für Skoliose. Bei diesen Tests wird die Seitneige- und Drehfähigkeit des Oberkörpers getestet (wenn Du Schroth kannst, dann weißt Du ja, daß solche Bewegungen für einen Skoliotiker niemals korrekt ausführbar sind und mehr schaden als nutzen).
Das Trainingsprogramm wird dann von einem Computerprogramm anhand dieses Tests erstellt. Dreh und Neigebewegungen sind da bei einem Skoliotiker auf alle Fälle dabei, weil hier Muskelungleichgewichte bestehen. Diese Übungen müssten dann gleich schon mal gestrichen werden.
Ziel von FPZ ist auch eine Erhöhung der Mobilität. Das widerspricht auch den Grundsätzen von Schroth. Dort wird in Korrektur stabilisiert. Eine mobile WS neigt stärker zur Verschlechterung.
Hinzu kommt auch noch, daß für FPZ bei Skoliosen über 30° im Wachstumsalter laut eigenen Angaben eine
absolute Kontraindikation vorliegt. Skoliosen können sich aber auch im Erwachsenenalter weiter verschlchtern. Das sollte schon zu denken geben.
Der FPZ-Trainer, mit dem ich gesprochen habe, hat mir dann auch gesteckt, daß sie dort zwar sehr viele Skoliose-Patienten haben, diejenigen die jedoch schon einmal in Bad Sobernheim gewesen sind (die Klinik war ihm bekannt), wären mit dem was dort an Übungen durchgeführt wird nicht einverstanden; da gäbe es immer Diskrepanzen.
Natürlich kann man mit den Geräten, die dort zur Verfügung stehen auch ein skoliosegerchtes Trainingsprogramm zusammenstellen, aber ganz sicher nicht per Computer. Das, wofür Du dort das meiste Geld bezahlst, die computergestützte Trainingsplanaufstellung, ist für uns Skoliotiker vollkommen sinnlos. Für den Papierkorb.
Als Zwischen- und Endergebnis wird bei FPZ dann auch wieder der anfängliche Test herangezogen. An diesen Ergebnissen wird der Erfolg der Behandlung dann auch gemessen, egal welche Übungen Du letztendlich durchgeführt hast (Abweichungen von dem computergestützen Trainingsplan sind ja nicht vorgesehen, der ist ja perfekt

).
Und Erfolg bedeuted dort definitionsgemäß Steigerung der Mobilität und nicht Steigerung der Stabilität, also genau das Gegenteil von dem, was Du eigentlich erreichen möchtest.
Das Herzstück dieses Konzepts ist halt die computergestüzte Erstellung des Trainingsplans, aber die Computersoftware berücksichtigt nunmal keine Skoliotiker, das ist das ganze Problem.
Wie kommt denn eigentlich Deine Schroth-KG zu so etwas?
Also wenn die allen Ernstes einen Skoliotiker Rotation und Seitneigung (bis auf Muskelzylinder) durchführen lassen will, dann hat die in Sobernheim aber überhauptnichts gelernt.
Gruß,
BZebra