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Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Mo, 12.12.2011 - 10:35
von Romeo
Ich habe bisher viele Informationen über die Behandlungsmöglickkeiten bei Kypthose insbesondere über Schroth und Korsett gelesen. Für meinen anstehenden Termin bei Dr. Hoffmann möchte ich wissen, ob auch Massagen und manuelle Therapie (MT) verschrieben werden? Ist das bei Rückenschmerzen im Muskelbereich auch üblich oder eher die falsche Behandlungsmöglichkeit? Wie sind hierbei Eure Erfahrungen?
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Mo, 12.12.2011 - 13:50
von Silas
Klar wird das auch therapeutisch genutzt. Du kannst Dr. Hoffmann ja darauf ansprechen, allerdings ist er gerade zum Quartalsende etwas knausrig mit Verordnungen wegen der Richtgröße.
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Mo, 12.12.2011 - 15:05
von Klaus
Hallo romeo,
nachdem Du Dich nach 2,5 Jahren Forums-Pause nun endlich zu einem Besuch bei Dr. Hoffmann entschlossen hast, solltest Du Dich wirklich noch mal mit den hier empfohlenen Behandlungsmaßnahmen beschäftigen.
Massagen und Manuelle Therapie sind zwar sehr angenehm, aber wirklich nicht der Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Therapie!! Dr. Hoffmann wird Dir bestenfalls zunächst mal die ambulante Schroth Therapie empfehlen, wofür man nur ein normales KG Rezept braucht. Als Spezialist hat er natürlich das von Silas angesprochene Problem mit der Richtgrösse (Budget), weil er hauptsächlich nur solche Patienten hat. Erwarte da nicht zuviel.
Ansonsten ist ja erst mal eine vernünftige Diagnose notwendig und es kann auch durchaus sein, dass eine Extra Dehnung von verkürzten Strukturen angesagt ist.
Gruss
Klaus
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Mo, 12.12.2011 - 15:34
von marieschen
Hallo romeo
Ich kann mich den anderen nur anschließen. Grade Massage ist oft einfach nur zur Schmerzlinderung heißt Verspannte Muskulatr lösen, jedoch wird damit meist nicht die Ursache für diese Verspannungen gelöst. Wie schon von Klaus erwähnt wäre erstmal eine vernünftige Diagnose wichtig um daraus dann entsprechende Therapiemaßnahmen zu ziehen. Ohne diese macht Massage, MT wenig Sinn.
Liebe Grüße
Marieschen
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Mo, 12.12.2011 - 18:34
von SchwarzeSchnecke
Hallo,
Ich habe letzte Woche von Dr. Hoffmann bereits das zweite Rezept für Manuelle Therapie erhalten - und kann überhaupt nicht bestätigen, daß er knauserig sein soll. (Bisher wurde mir jedesmal, wenn ich ein Rezept wollte, eines in die Hand gedrückt, egal zu welcher Zeit. Manchmal bekomme ich sogar eines, wenn ich gar nicht danach gefragt habe.)
Er hat mir nun auch schon zum zweiten Mal gesagt, daß ich kein Schroth machen soll. Es ist nämlich durchaus nicht so, daß er jedem Patienten mit einer WS-Deformität und Aussicht auf Besserung durch konservative Maßnahmen automatisch und ausschließlich Schroth empfiehlt. (Er empfiehlt auch nicht jedem ein Korsett; vielmehr wollen manche unbedingt eines haben, denen er ansonsten gar keines verschrieben hätte...)

Es kann sinnvoll sein, zunächst mit Massagen oder Manueller Therapie zu beginnen, um Muskeln zu lockern und zu entspannen, und erst nach einigen Wochen oder Monaten mit KG anzufangen. Wenn man nämlich völlig verkrampft ist, bringt KG nicht besonders viel bzw. kann das sogar noch verstärken.
Massage ist übrigens eigentlich nicht dasselbe wie Manuelle Therapie... Aber viele Physiotherapeuten manchen da halt keinen Unterschied. Meine letzte Physiotherapeutin (eine Schroth-Therapeutin) hatte das leider auch nicht drauf. Deshalb habe ich nun bei zwei Physiotherapeuten angerufen, die auch Osteopathen sind, aber die haben erst im nächsten Jahr wieder freie Termine.
VG, Anne
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Mo, 12.12.2011 - 19:02
von Alex_activitas
Zum Verordnungsverhalten: es gibt sogenannte "Praxisbesonderheiten", die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein können. In BaWü (und dort liegt auch die Praxis von Dr. Hoffmann) gehört z.B. die Skoliose/Kyphose dazu. Das bedeutet, dass die Rezepte mit dieser Diagnose nicht in das "Budget" des veordnenden Arztes gerechnet werden.
In anderen Bundesländern gehört die Skoliose/Kyphose leider nicht dazu.
Es wird an bundeseinheitlichen Praxisbesonderheiten gearbeitet. Welche Diagnosegruppen dann darin enthalten sein werden, steht noch nicht fest.
MT ist nicht gleich Massage. Das ist richtig und sollte eigentlich von ernst zu nehmenden Physios auch so gehandhabt werden.
Sicherlich sind in der MT auch sogenannte "Weichteiltechniken" enthalten, die angewandt werden können, um lokale Probleme zu lösen.
Allerdings bringt eine reine Massagebehandlung keinen langfristigen (!) Behandlungserfolg!
Gruß,
Alex
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Mo, 12.12.2011 - 22:06
von socke
Alex_activitas hat geschrieben:
MT ist nicht gleich Massage. Das ist richtig und sollte eigentlich von ernst zu nehmenden Physios auch so gehandhabt werden.
Sicherlich sind in der MT auch sogenannte "Weichteiltechniken" enthalten, die angewandt werden können, um lokale Probleme zu lösen.
Allerdings bringt eine reine Massagebehandlung keinen langfristigen (!) Behandlungserfolg!
Hallo,
Das gilt meiner Meinung nach aber auch für MT, wenn zusätzlich keine aktiven Maßnahmen ergriffen werden (Ausnahme: akute Blockaden an einem gesunden Rücken). MT sollte soweit schmerzfrei machen, dass man eine wie auch immer geartete Therapie (ob nun Schroth oder andere KG) beginnen kann. Eine rein passive Behandlung kann ja schon aus Gründen der Logik keinen langfristigen Erfolg bringen.
LG
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Di, 13.12.2011 - 07:39
von Silas
Also gegen Schmerzen hat mir die manuelle Therapie monatelang geholfen, was man von Schroth nicht sagen kann, das hat sogar häufig Schmerzen verursacht...
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Di, 13.12.2011 - 09:11
von Alex_activitas
Silas hat geschrieben:Also gegen Schmerzen hat mir die manuelle Therapie monatelang geholfen, was man von Schroth nicht sagen kann, das hat sogar häufig Schmerzen verursacht...
Es gibt auch andere Möglichkeiten, physiotherapeutisch zu arbeiten außer mit Schroth. Bzw. man kann die Behandlungsgesichtspunkte aus der Schroth-Therapie in die Anwendungen einfließen lassen.
In der Praxis sieht es (zumindest bei uns) so aus, dass man individuell schauen muss, mit welchem Mittel man zum Ziel kommt.
Eine reine MT-Behandlung ist - wie socke schon sagte - mit Sicherheit nicht die Lösung, da sie zu passiv orientiert ist.
Eine aktive Therapie sollte immer das Ziel sein.
Dass manchmal eine Massage oder auch MT sinnvoll sind, steht außer Frage.
Gruß,
Alex
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Di, 13.12.2011 - 09:26
von Saphira
Hallo Romeo,
ich denke, anfangs ist Massage oder MT sicherlich sinnvoll, um Verspannungen und Blockaden erstmal zu lösen und verkürzte Strukturen zu dehnen. Aber längerfristig ist das sozusagen nur als Einstieg gedacht und es sollten sich aktivere Maßnahmen anschließen

.
Also ich hatte bisher bei Dr. Hoffmann auch nie Probleme, KG- oder MT-Rezepte zu erhalten. Im Gegenteil, er drückt mir immer schneller ein solches Rezept in die Hand, als dass ich schauen kann (ohne dass ich danach gefragt haben muss)

. Im Gegenteil, ich muss ihn manchmal sogar eher davon abhalten, mir ein Rezept zu geben (wenn ich z.B. schon von einem anderen Arzt gerade ein aktuelles Rezept habe oder es mir momentan nicht gut tun würde).
Zur Zeit habe ich ja auch wieder ein MT-Rezept und mein Physio macht gerade keine Massagen, sondern so passive Lockerungen und zeigt mir trotzdem ein paar Übungen, die ich zu Hause machen kann/soll

. Und das finde ich auch ganz gut so

. Mit Massagen habe ich nämlich leider eher nur schlechte Erfahrungen gemacht

.
Grüßle,
Saphira
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Di, 13.12.2011 - 10:33
von Romeo
Vielen Dank für Eure umfangreichen Erfahrungsberichte. Ich komme auf das Thema wegen meiner Frau. Sie hat immer wieder mal Rückenschmerzen, hat jedoch keine Wirbelsäulendeformität, und lässt sich dagegen vom Hausarzt Massagen oder manchmal auch MT verschreiben. Danach ist sie lange Zeit wieder schmerzfrei.
@ Klaus
Dieses Jahr kamen meine Rückenschmerzen immer häufiger und auch eher stärker. Deswegen habe ich mich nach langem Zögern zu einem Termin bei Eurem Spezialisten entschieden. Sorry, dies zu sagen aber mir war es bisher auch etwas peinlich, wegen eines Buckels zum Arzt zu gehen. Kennst Du den doofen Ausspruch: „Lieber ein Bauch vom Saufen, als ein Buckel vom Schaffen“? Dieser Ausspruch hat mich bisher immer verletzt. Mein Buckel kommt zwar nicht vom Schaffen aber ich muss damit schon seit meiner Kindheit leben. Auf alle Fälle möchte ich jetzt eine professionelle Diagnose bekommen und ziehe alle empfohlenen Behandlungsmöglichkeiten in Betracht.
@ SchwarzeSchnecke
Gut zu wissen, dass bei Dr. Hoffmann auch MT / Massagen verschrieben werden, denn wir haben nahe meines Wohnorts hierfür eine super Praxis.
@ Alex_activitas
Da ich auch in Baden Württemberg wohne, würde es mit der Verordnung ja klappen. Ich denke, dass es bei mir zur Schmerzbekämpfung und zur Lockerung der Muskulatur sicher gerechtfertigt wäre.
@ Saphira Socke und Silas
Auch an Euch vielen Dank für Euren super Input.
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Di, 13.12.2011 - 12:09
von Klaus
romeo hat geschrieben:Dieses Jahr kamen meine Rückenschmerzen immer häufiger und auch eher stärker. Deswegen habe ich mich nach langem Zögern zu einem Termin bei Eurem Spezialisten entschieden. Sorry, dies zu sagen aber mir war es bisher auch etwas peinlich, wegen eines Buckels zum Arzt zu gehen. Kennst Du den doofen Ausspruch: „Lieber ein Bauch vom Saufen, als ein Buckel vom Schaffen“? Dieser Ausspruch hat mich bisher immer verletzt.
Aber deswegen gibt es ja die empfohlenen Spezialisten, damit das auf keinen Fall peinlich ist.
Ich kenne eher die Zurückhaltung, wenn es um die Versorgung ausserhalb des eigenen Umkreises geht. Da fehlt oft noch der notwendige Leidensdruck.
Auf alle Fälle möchte ich jetzt eine professionelle Diagnose bekommen und ziehe alle empfohlenen Behandlungsmöglichkeiten in Betracht.
Und da wird es in erster Linie um zielgerichtete aktive Behandlung gehen, die oft nicht so angenehm ist, wie die temporäre passive Behandlung der Symptome.
Gruss
Klaus
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: Sa, 17.12.2011 - 18:10
von Outlaw
Ich habe die Erfahrung bei Dr. Hoffmann gemacht, dass bei ihm zuerst der Patient kommt und dann erst das Budget.
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: So, 18.12.2011 - 00:31
von socke
Soweit ich weiss fallen Rezepte für chronisch Kranke (also auch Skoliotiker/Kyphotiker) sowieso aus dem Budget. Wäre ja noch schöner, wenn ein Diabetiker am Ende des Quartals kein Insulin mehr bekommt oder so
Ansonsten wäre das Budget von Dr. Hoffmann wahrscheinlich schon am 2. Tag des Quartals leer. Das hat dann irgendwann nichts mehr mit wollen, sondern mit Können zu tun
LG
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: So, 18.12.2011 - 10:08
von Alex_activitas
socke hat geschrieben:Soweit ich weiss fallen Rezepte für chronisch Kranke (also auch Skoliotiker/Kyphotiker) sowieso aus dem Budget. Wäre ja noch schöner, wenn ein Diabetiker am Ende des Quartals kein Insulin mehr bekommt oder so
Ich habe die Situation in BaWü schon geschildert. Die Liste der Erkrankungen, die nicht auf das "Budget" angerechnet werden ist begrenzt.
In BaWü gehört die Skoliose/Kyphose zu den sog. Praxisbesonderheiten. Aber dies ist nicht bundesweit so.
Es wird an bundeseinheitlichen Regelungen gearbeitet. Welche Diagnosen bzw. Diagnosegruppen dann darin enthalten sein werden, steht noch nicht fest.
Gruß,
Alex
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: So, 18.12.2011 - 10:27
von Klaus
Alex_activitas hat geschrieben:In BaWü gehört die Skoliose/Kyphose zu den sog. Praxisbesonderheiten. Aber dies ist nicht bundesweit so.
Hallo socke,
deswegen geht es z. Bsp. bei mir in Niedersachsen über die Besonderheit Schmerztherapie, für die meine Praxis so einigermassen Sicherheit hat. Hier muss allerdings jedes Jahr neu begründet werden, wobei es noch die Schwierigkeit gibt, dass die Androhung des Regresses durchaus erst ein Jahr später kommen kann.
Verständlich, dass sich da die meisten Ärzte nicht darauf einlassen wollen.
Gruss
Klaus
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: So, 18.12.2011 - 11:08
von Alex_activitas
Bei den Praxisbesonderheiten besteht die Schwierigkeit darin, dass - zumindest laut Aussgage der Ärzte und der Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung, mit denen ich gesprochen habe - die Rezepte etc. trotzdem erst einmal dem "Budget" zugerechnet werden, so dass dem Arzt bei Überschreitung ein Regress angedroht wird.
Beim Nachprüfen wird dann festgestellt, dass die Verordnungen, die unter die Praxisbesonderheiten fallen, herausgerechnet werden müssen. Dann ist (meist) die Überschreitung des Budgets (bzw. der Richtgrößen) nicht mehr gegeben und der Regress ist vom Tisch.
Warum dies so umständlich und für die Ärzte schwierig gestaltet wird, muss jemand anders erklären. Ich kann es nicht.
Aber daraus kann es herrühren, dass die Ärzte trotz Praxisbesonderheit zurückhaltend mit den Verordnungen sind.
Grüße,
Alex
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: So, 18.12.2011 - 11:49
von Outlaw
socke hat geschrieben:Soweit ich weiss fallen Rezepte für chronisch Kranke (also auch Skoliotiker/Kyphotiker) sowieso aus dem Budget. Wäre ja noch schöner, wenn ein Diabetiker am Ende des Quartals kein Insulin mehr bekommt oder so
Ansonsten wäre das Budget von Dr. Hoffmann wahrscheinlich schon am 2. Tag des Quartals leer. Das hat dann irgendwann nichts mehr mit wollen, sondern mit Können zu tun
LG
Damit der "Insuliner" sein Insulin bekommt, muss der Kniekranke dann halt länger warten ....
Ok, Scherz beiseite.
Dr. Hoffmann "kann" das, da mach ich mir keine Sorgen. Ich hoffe nur, dass die von "da oben" es nicht so weit treiben, dass er nicht mehr will.
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: So, 18.12.2011 - 12:03
von Klaus
Alex_activitas hat geschrieben:Bei den Praxisbesonderheiten besteht die Schwierigkeit darin, dass - zumindest laut Aussgage der Ärzte und der Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung, mit denen ich gesprochen habe - die Rezepte etc. trotzdem erst einmal dem "Budget" zugerechnet werden, so dass dem Arzt bei Überschreitung ein Regress angedroht wird.
Ach so, also ist es bislang doch einheitlich in Deutschland. Nur die Begründung "Skoliose/Hyperkyphose" ist in BaWü eine offizielle Begründung.
Gruss
Klaus
Re: Verschreibung von Massagen und MT
Verfasst: So, 18.12.2011 - 12:07
von Klaus
Outlaw hat geschrieben:Dr. Hoffmann "kann" das, da mach ich mir keine Sorgen. Ich hoffe nur, dass die von "da oben" es nicht so weit treiben, dass er nicht mehr will.
Vor einiger Zeit soll das einigen Berichten zufolge schon so weit gewesen sein.
Wir haben damals auch geraten, Dr. Hoffmann nicht mit zu vielen Verordnungswünschen zu überschütten.
Gruss
Klaus