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kyphose 45 Grad
Verfasst: Do, 22.10.2009 - 21:48
von rauter
Hallo,
bei meinem Sohn (15) wurde eine Kyphose diagnostiziert. Physiotherapie, entsprechende Gymnastik, regelmäßige Arztkontrollen stehen am Programm. Ich habe nun folgende Fragen:
von 2 Ärzten wurde ein Korsett als übertrieben abgelehnt, wie wird in vergleichbaren Fällen erfahrungsgemäß entschieden?
ist eine Schroth Therapie in Bad Salzungen sinnvoll und kann diese (ohne nennenswerte Skoliose) etwas eingeschränkter (Zeit und Übungsabläufe) durchgeführt werden? Wie lange sollte eine Reha dauern?
Gibt es noch andere Möglichkeiten einer Therapie?
Herzlichen Dank im Voraus für die Information!!
Verfasst: Do, 22.10.2009 - 22:28
von Thomas
Hallo Rauter,
Grundsätzlich meine ich, dass bei 45 Grad und 15 Jahren eine Korsett-Therapie schon angebracht ist!
Gruß Thomas
Verfasst: Fr, 23.10.2009 - 09:49
von Klaus
rauter hat geschrieben:ist eine Schroth Therapie in Bad Salzungen sinnvoll und kann diese (ohne nennenswerte Skoliose) etwas eingeschränkter (Zeit und Übungsabläufe) durchgeführt werden?
Ich glaube, es gibt da ein leider weit verbreitetes Mißverständnis, die Kyphose, genauer gesagt, die Hyperkyphose, sollte genauso intensiv angegangen werden, wie die Skoliose.
Und die Schroth Therapie ist keinesfalls auf Skoliose beschränkt!
Die Übungen sind zwar etwas leichter und werden anders ausgeführt, aber die Intensität und die erforderliche Gesamtzeit einer REHA von mindestens 4 Wochen (bei 15 Jahren) ist genauso wie bei Skoliose!
Gibt es noch andere Möglichkeiten einer Therapie?
Ich denke, Schroth KG ist schon eine optimale konservative Methode. Hinzu kommt, dass bei der erforderlichen stationären Schroth REHA nicht nur das individuell richtige Körpergefühl erlernt wird, sondern es kommt auch durch den Kontakt mit anderen Jugendlichen zu einem nicht zu unterschätzenden Motivations-Schub.
von 2 Ärzten wurde ein Korsett als übertrieben abgelehnt, wie wird in vergleichbaren Fällen erfahrungsgemäß entschieden?
Wie Thomas, denke ich auch, dass ein Korsett schon angebracht ist und zumindest ausprobiert werden sollte.
Das Wort "übertrieben" muss man wohl mit der Inkompetenz der meisten Orthopäden sehen.
Du schreibst leider nicht, ob es Beschwerden gibt und wenn ja, wie stark die sind. Viele Leute können nämlich ein Leben lang durchaus beschwerdefrei damit leben, aber andere eben nicht. Das ist individuell ganz unterschiedlich.
Grundsätzlich solle man deshalb nicht solange warten, bis Beschwerden eintreten, dann ist eine Behandlung aufgrund des Alters immer weniger optimal.
Der Normalwinkel einer BWS Kyphose ist mit 15 Jahren ca. 25 Grad. Bei 20 Grad darüber besteht schon die Gefahr, dass sich das weiter verschlechtert. Falsche Alltagsbewegungen, ungünstiger Sport oder nicht angepasstes Fitness-Training können aufgrund dieser Ausgangssituation sehr schnell die Lage weiter verschlimmern!
Nach meiner Meinung kann man da in der konservativen Therapie überhaupt nicht übertreiben!
Gruss
Klaus
Verfasst: Fr, 23.10.2009 - 22:08
von Gast
Hallo,
ich bin es Silvana, ich habe im Jan. 2008 über meinen Sohn berichtet, dass er operiert werden soll(Kyphose im LWS Berich 45%). Im Aug. 2008 war es dann soweit. Heute 12 Monate später geht es meinem Sohn einfach nur gut. Er geht ins Fitnessstudio baut seine Muskeln auf und man kann sehen wie schön durchtrainiert er ist. Mein Sohn(17 Jahre alt) ist einfach nur glücklich und wir sind froh, dass er die OP so gut überstanden hat. Es war schon eine sehr schwierige Zeit, aber zum Glück ist alles super verlaufen! LG Silvana
Verfasst: Fr, 23.10.2009 - 23:20
von Stoiker
Klaus hat geschrieben:
Das Wort "übertrieben" muss man wohl mit der Inkompetenz der meisten Orthopäden sehen.
Es ist weniger die Inkompetenz der Orthopäden, sondern die Unfähigkeit der allermeisten Orthopädietechniker überhaupt halbwegs wirksame Korsette mit ausreichendem (oder wenigstens befriedigendem) Korrekturwirkungsgrad herzustellen. Kein Wunder also daß der "Standard-Wald-Wiesen-Hüfte-Knie-Plattfuß-Sport-Orthopäde" nichts von Korsett Therapie hält. Die allermeisten Korsette sind tatsächlich unwirksam und deshalb "un-Heil-voll", sowohl bei Skoliose als auch bei Kyphose.
Hat Dein Sohn auch deutliche Morbus-Scheuermann-Symptome oder nur eine "Haltungsschwäche" ohne röntgenologisch sichtbare Scheuermannzeichen?
Bei Scheuermann ( Keilwirbel, verringerte Ventralkanten-WK-Distanz, Osteochondrose, sichtbaren Deckplatten-Schäden, usw...) sollte schon an ein Korsett als wirksamstes Therapiemittel gedacht werden.
Aus 45° können bei Scheuermann sehr schnell auch 75° Cobb-Kyphosewinkel entstehen.
Wie ist die Selbstaufrichtung?
Ist Dein Sohn über einen längeren Zeitraum in der Lage sich selbst zu reklinieren? Z.B. wenn er 2-3 Stunden am Computer sitzt?
Hat er auch ein starkes Hohlkreuz? Beinrückseitenverkürzungen?
Wenn er nach kurzer Zeit wieder in den Rundrücken zurückfällt, aus eigener Kraft nicht länger als 10 Minuten aufrecht bleiben kann, er beim Versuch Haltung zu bewahren verkrampft und schmerzen bekommt usw...
dann lieber doch ein gutes Korsett und eine Schroth-Reha!
Verfasst: Sa, 24.10.2009 - 08:50
von gauklerdavid
Hallo Silvana,
Toll dass alles geklappt hat bei euch, freut mich fuer euch.
Was ich noch anmerken moechte, so dass es zu keinen Missverstaendnissen kommt: euer Sohn hatte 45 Grad in der Lendenwirbelsaeule. Dies ist eine ganz andere Ausgangssituation als bei Rauter, bei denen die 45 Grad in der Brustwirbelaeule diagnostiziert wurden.
Hallo Rauter
Ansonsten moechte ich mich den schon gegebenen Kommentaren anschliessen. Wenn schon veraenderungen der Wirbelkoerper sichtbar sind und der Sohn Probleme hat sich aufrecht zu halten, dann lieber das volle Programm (mit Schroth und Korsett). Das sollte bei den recht guenstigen Ausgangsbedungungen schnell zu Erfolg fuehren.
Hallo Stoiker
Du schreibst gute Kommentare, warum meldest du dich nicht an?
Alles gute
david
Kyphose 45°
Verfasst: Sa, 24.10.2009 - 12:28
von rauter
Zunächst einmal vielen herzlichen Dank für die hilfreichen Rückmeldungen. Bei meinem Sohn wurden bisher keinerlei "Schädigungen" (M. Scheuermann) festgestellt, er ist auch (zumindest bis dato) beschwerdefrei. Ich möchte trotzdem alle(!) Möglichkeiten einer Therapie ausschöpfen. Als Maximum sehe ich dzt. eine Reha in einer Schroth-Klinik (ev. mit Unterstützung einer Korsett/Orthesen Behandlung), erfahre aber von Orthopäden keine wirkliche Unterstützung. Auch aus diesem Grund ist mir eure Meinung wichtig.
Verfasst: Sa, 24.10.2009 - 12:44
von minimine
Hallo rauter,
aus welcher Gegend kommt ihr denn? Vielleicht können wir dir ja ein Behandlungsteam nennen!
LG
Minimine
Verfasst: So, 25.10.2009 - 18:27
von Klaus
rauter hat geschrieben:Bei meinem Sohn wurden bisher keinerlei "Schädigungen" (M. Scheuermann) festgestellt, er ist auch (zumindest bis dato) beschwerdefrei
Dann gilt in erster Linie, die augenblickliche Situation zumindest zu stabilisieren, besser natürlich optimal mögliche Korrektur.
Wie ich schon geschrieben habe und gauklerdavid auch bestätigt hat, kann sich das schnell verschlimmern.
Als Maximum sehe ich dzt. eine Reha in einer Schroth-Klinik (ev. mit Unterstützung einer Korsett/Orthesen Behandlung), erfahre aber von Orthopäden keine wirkliche Unterstützung. Auch aus diesem Grund ist mir eure Meinung wichtig.
Da Dein Sohn keine Beschwerden hat (man kann natürlich welche imitieren

) würde ich Dir wirklich nur kompetente Orthopäden vorschlagen. Die können solche Ausgangslage durchaus mit:
"Ohne Behandlung ist mit einer drohenden Invalidisierung zu rechnen" beurteilen.
Und das ist für Krankenkassen und Deutsche Rentenversicherung sehr viel teurer, als die erforderlichen Schroth REHA's incl. Korsett.
Hier bietet sich z.Bsp. Dr. Hoffmann in Stuttgart an, weil man dort alles aus einer Hand bekommt.
minimine fragt zu recht nach dem Wohnort, obwohl in den meisten Regionen eine wirkliche kompetente Versorgung sehr schwierig ist bzw. im Bausteinprinzip zeitaufwendig zusammengestellt werden muss. Mit einem weiten Weg für die Diagnose, Behandlungsvorschläge und z.Bsp. Antrag für eine Schroth REHA sollte man deshalb rechnen.
Gruss
Klaus
Kyphose 45°
Verfasst: Mo, 26.10.2009 - 12:20
von rauter
wir kommen aus Österreich, es gibt jedoch gute Flugverbindungen nach Deutschland, das wäre schon irgendwie machbar. Auch Schrothterapeuten wären bei uns vor Ort. Den Großteil der Kosten werde ich wohl selbst tragen müssen, dessen bin ich mir auch bewusst.
Es geht mir in der Hauptsache um eine perfekte Diagnose, Therapie(plan) und Ausschöpfung sämtlicher Hilfestellungen (Korsett/Orthese etc.).
Verfasst: Mo, 26.10.2009 - 14:11
von minimine
Hallo rauter,
es gibt einige hier im Forum, die aus Österreich kommen und in Deutschland in Behandlung sind, z.B. DavidV., vielleicht kannst du da mal Kontakt aufnehmen.
Ansonsten würde ich euch dann schon raten, einen Termin bei Dr. Hoffmann in Leonberg zu machen.
LG
Minimine
Verfasst: Di, 27.10.2009 - 09:59
von Klaus
rauter hat geschrieben:wir kommen aus Österreich
Bitte trage das in Dein Profil ein, besser noch zusammen mit dem Wohnort/Region.
Das macht die Diskussion hier wesentlich effektiver!
Gruss
Klaus