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Morbus Scheuermann und der Sport

Verfasst: Sa, 01.08.2009 - 11:20
von Zebra
Hallo an alle! Ich bin auch neu hier und hoffe von ganzem Herzen, dass mir jemand mit seinem Wissen oder seinen eigenen Erfahrungen weiterhelfen kann!

Ich bin 18 Jahre alt und Leistungssportlerin.
Seit über 2 Jahren habe ich (jetzt schon chronische) Rückenschmerzen. Ich hatte die Schmerzen an verschiedenen Stellen, aber in letzter Zeit bringen mich die Schmerzen in Brustwirbel-Höhe, zu den Rippen hin, zur Verzweiflung.
Letztes Jahr habe ich MRT machen lassen, und es wurde folgendes festgestellt: eine leichte Skoliose, "leicht flache"Lordose und auf den Wirbelflächen kleinere, zentrale Schmorlsche Hernien, wahrscheinlich wegen Scheuermann (nehme an der kommt von zu grosser Belastung mit ca.12-15 Jahren?). Der Arzt hat mir nicht wirklich viele Infos gegeben, halt nur dass es nichts schlimmes ist (in seiner Sprache = muss keine OP machen) und dass ich mich halt nicht überanstrengen soll.

Ausser Massage, Ultraschall, Waermetherapie, Chirotherapie etc. habe ich auch Triggerpunkt-Stosswellentherapie machen lassen. Diese ziemlich teure und schmerzhafte Therapie hat mir insoweit geholfen, dass viele Verspannungen in den Muskeln gelöst wurden und somit auch mein Rundrücken zurück ging und meine Beschwerden für kurze Zeit weg waren. Ich bin ziemlich sicher, dass die Beschwerden auch nicht wieder kämen, wenn ich nicht so viel Sport machen würde.

Glaubt ihr auch, dass Scheuermann die Hauptursache für meine Beschwerden ist? (manche sagen mir ja, dass das "nichts schlimmes" ist, aber ich meine, die Schmerzen müssen ja irgendwo herkommen... ) Kann man da überhaupt noch etwas machen? Gymnastik? Besondere Kräftigungsuebungen (ist ja nicht so, dass ich keine Übungen mache, aber vielleicht nicht die richtigen!?)? Oder glaubt ihr, dass ich den Leistungssport jetzt doch aufgeben muss?

Verfasst: So, 06.09.2009 - 01:29
von fafax3
Hallo Zebra,

Herzlich Willkommen hier :)

Ich kann dir in dem Bereich nicht so arg viel sagen, aber zu deiner letzen Frage, ob du den Sport aufgeben musst.

Meine Meinung ist, müssen tust du nicht, aber es kann durchaus sein, dass der Sport deinen Rücken ziemlich mies beeinträchtig und das es zu Besserung der Schmerzen kommt, nachdem du aufgehört hast.

Bei mir war es so, als ich aufgehört habe zu Turnen, wurden die Schmerzen zwar etwas weniger, aber das Hohlkreuz stärker.

Dazu müsstest du mal zu einem Arzt gehen und darüber sprechen, wie du sportlich tätig bist & wie sich das auf dich & auf deinen Rücken bemerk bar macht.

Ich bin wirklich nicht soo erfahren, vielleicht meldet sich ja mal noch jemand, der mehr Erfahrung hat.

Lg, fafax3

Verfasst: So, 06.09.2009 - 11:26
von Klaus
Zebra hat geschrieben:eine leichte Skoliose, "leicht flache"Lordose und auf den Wirbelflächen kleinere, zentrale Schmorlsche Hernien, wahrscheinlich wegen Scheuermann
Was mir auffällt, dass Du so nebenbei dann schreibst:
...und somit auch mein Rundrücken zurück ging
Entscheidend für die Einschätzung der Situation sind zunächst mal die Fehlformen der Wirbelsäule, also offenbar Hyperkyphose (Rundrücken) mit typischer begleitender relativ geringer Skoliose.
Der Morbus Scheuermann ist nur der Auslöser und bei der eigentlichen Behandlung, abgesehen von evtl. entstandenden Keilwirbeln, nicht relevant.

Der Rundrücken wird leider viel zu oft vernachlässigt, er kann genauso wie die Skoliose Beschwerden auslösen!!

Ein MRT ist für die erste konkrete Diagnose nicht geeignet, Du brauchst eine Röntgen-Ganz-Aufnahme von vorn und von der Seite.
Ausser Massage, Ultraschall, Waermetherapie, Chirotherapie etc. habe ich auch Triggerpunkt-Stosswellentherapie machen lassen.
Das sind alles nur begleitende Maßnahmen, wobei die spezielle Stosswellentherapie sicherlich sehr wirksam bei hartnäckigen Muskelverspannungen (Myogelosen) ist.
Aber solange nicht die Ursache angepackt wird, ist er Erfolg in der Tat nur temporär und auch eine teure Angelegenheit, wenn man nicht selbst versucht, allgemein mit Drucktechnik zu arbeiten. Siehe auch entsprechende Threads hier im Forum.
Kann man da überhaupt noch etwas machen? Gymnastik? Besondere Kräftigungsuebungen (ist ja nicht so, dass ich keine Übungen mache, aber vielleicht nicht die richtigen!?)? Oder glaubt ihr, dass ich den Leistungssport jetzt doch aufgeben muss?
Jeder Sport, der verstärkend auf die Kyphose/Skoliose einwirkt, ist unbedingt zu vermeiden. Sehr oft merkt man aber leider nicht, was schädlich ist!

Hier hilft optimal die spezielle Schroth KG, die man in einer stationären REHA erlernen kann. Dort bekommt man während 3-4 Wochen auch das richtige individuelle Körpergefühl, um für sich selbst einschätzen zu können, welche Sportarten günstig sind.
Ich vermute aber mal, dass man schon rein zeitmässig den Leistungssport reduzieren mus, weil die Schroth KG zuhause optimlerweise täglich gemacht werden muss!

Um die Kommunikation zu verbessern, empfehle ich Dir, Dich hier mit Wohnort anzumelden. Ich weiss auch nicht, ob Dein Gastname (später dann Username ??) bewusst so gewählt worden ist, immerhin heisst unser technischer Admin @BZebra. :)

Gruss
Klaus

Verfasst: Mo, 07.09.2009 - 23:39
von Lynn
Hallo Zebra,

welchen Sport treibst du denn? Davon hängt ja auch ab, ob du ihn weitermachen kannst oder nicht. Obwohl das Wort "können" hier gar nicht passt. Am Ende wirst du vielleicht abwägen müssen, ob du vermehrte Schmerzen zu Gunsten deines Sports in Kauf nimmst oder nicht. Mach dich darauf gefasst. Es ist eine Entscheidung, die du treffen musst, und die wohl überlegt sein will. Ein Scheuermann in Verbindung mit Leistungssprt dürfte kein Pappenstiel sein.

Verfasst: Mi, 28.10.2009 - 15:00
von Zebra
Hallo und danke erstmal an alle fuer die Antworten :)
Lynn hat geschrieben:Hallo Zebra,

welchen Sport treibst du denn? Davon hängt ja auch ab, ob du ihn weitermachen kannst oder nicht. Obwohl das Wort "können" hier gar nicht passt. Am Ende wirst du vielleicht abwägen müssen, ob du vermehrte Schmerzen zu Gunsten deines Sports in Kauf nimmst oder nicht. Mach dich darauf gefasst. Es ist eine Entscheidung, die du treffen musst, und die wohl überlegt sein will. Ein Scheuermann in Verbindung mit Leistungssprt dürfte kein Pappenstiel sein.
Ich spiele Tennis! Ein Paar Schmerzen wuerde ich ja noch in Kauf nehmen, das Problem ist nur, dass ich auch den Sport nicht mehr richtig ausueben kann. Meine Beschwerden werden immer schlimmer und inzwichen kann ich ueberhaupt nicht mehr richtig trainiren, geschweige denn an Turnieren teilnehmen (frueher im durchschnitt 5 Stunden Training taeglich, jetzt schaffe ich gerade mal 1-1.5 Stunden, und auch dabei schone ich mich und habe ich Schmerzen...).
Lynn hat geschrieben:
Ein MRT ist für die erste konkrete Diagnose nicht geeignet, Du brauchst eine Röntgen-Ganz-Aufnahme von vorn und von der Seite.
... ... ...
Ich weiss auch nicht, ob Dein Gastname (später dann Username ??) bewusst so gewählt worden ist, immerhin heisst unser technischer Admin @BZebra.

Gruss
Klaus
Ach, und ich dachte immer es ist besser MRT zu machen, so nach der Logik "was man beim MRT nicht sieht, das sieht man beim Roentgen auch nicht"... Wieso genau ist es denn noetig, gerade Roentgenbilder machen zu lassen?
Btw, den Benutzernamen habe ich nicht mit Absicht so gewaehlt, ich mag halt Zebras :D

Verfasst: Do, 10.12.2009 - 10:30
von Ropiquet
Hallo!
Ich kann dir jetzt keine fachmännische Meinung dazu geben, habe aber auch jahrelang Tennis als Leistungssport gespielt und auch Morbus Scheuermann mit Rundrücken und Hohlkreuz entwickelt. (Bin jetzt 19 und habe immernoch starke Schmerzen. Das kommt aber wahrscheinlich daher dass ich jetzt an der Uni bin und durch das lange sitzen und viele lernen nicht mehr zum Sport komme...)
Ich habe auch mindestens 4-5mal die Woche trainiert und nach einigen Jahren Rückenschmerzen bekommen und eine ziemliche Fehlhaltung (also Schultern nach vorne). Mein Trainer meinte das käme davon, dass man beim Tennis spielen besonders die vorderen Brustmuskeln (tut mir leid ich weiß nicht genau wie das heißt...also praktisch die Muskeln an den Schultern vorne) trainiert und das dann dazu führen kann dass die sich zu stark entwickeln im Vergleich zur Rückenmuskulatur.
Leider hat mich mein Trainer dann damals nur zu einem Chiropraktiker geschickt der immer ein bisschen hier und da rumgedrückt hat und sonst nichts. Hätte er mich zu einem Orthopäden geschickt hätte man den Rundrücken vielleicht verhindern oder zumindest vermindern können (war damals ungefähr 11 oder 12).
Kurzum, ich glaube dass Tennis keine besonders gute Sportart für deinen Rücken ist. Hast du denn auch so eine Fehlhaltung? Wenn ja würde ich probieren deine Rückenmuskulatur extrem zu stärken, sodass die Muskulatur wieder im angemessenem Verhältnis steht.

Tut mir Leid ich weiß dass das nicht besonders fachmännisch war, aber ich wollte nur auch mal meine Erfahrungen schildern, weil bei mir Tennis einen großen Teil dazu beigetragen hat Morbus Scheuermann zu entwickeln. (Kann natürlich auch sein dass mein Trainer totalen Quatsch erzählt hat^^)

Ich hoffe du schaffst es irgendwie deinen Sport und die Krankheit unter einen Hut zu bringen.
Ich find es immernoch erschreckend, dass genau ich, die mehr Sport gemacht hat als alle anderen auf einmal Probleme wegen fehlender Rückenmuskulatur bekommen hat...

Liebe Grüße und viel Glück noch
Ropiquet

Verfasst: Do, 10.12.2009 - 15:00
von Klaus
Ropiquet hat geschrieben:Ich find es immernoch erschreckend, dass genau ich, die mehr Sport gemacht hat als alle anderen auf einmal Probleme wegen fehlender Rückenmuskulatur bekommen hat...
Bei einem Rundrücken mit Hohkreuz ist das nicht ungewöhnlich!

Zum einen kann man durch falsches Training durchaus einen wahrscheinlich schon länger bestehenden Rundrücken weiter verstärken, sodass dieser optisch sichtbar wird und sich schliesslich mit Schmerzen bemerkbar macht.

Zum anderen ist es sehr wichtig, ganz gezielt aktive Musklepflege zu betreiben, um diese Situation wieder zu entschärfen.
Das ist nicht nur einfach Muskelaufbau!

Was tust Du denn konkret, um Deine Situation zu verbessern ??

Gruss
Klaus

Verfasst: Fr, 11.12.2009 - 12:41
von Ropiquet
War beim Orthopäden und hab da KG an Geräten und Physiotherapie verschrieben bekommen. Da war ich ungefähr 20 mal, musste aber leider aufhören weil ich mit meinem Studium angefangen hab und umziehen musste. Jetzt bin ich im Fitnessstudio angemeldet, mache dort Übungen und gehe noch zu so Kursen wie Aerobic und Powerkick.
Leider habe ich sehr viel Stress an der Uni und konnte jetzt die letzten 3 Wochen nicht dorthin. Über die Winterferien wenn ich Zuhause bin werde ich wohl recht oft Schwimmen gehen und zuhause meine Übungen machen...
Denke dass das damit besser werden sollte, weiß selber dass ich auch bei großem Lernstress konsequenter sein müsste mit dem Fitnessstudio, besonders wenn man die ganze Zeit ja nur über den Büchern hockt :tot:
Wollte auch nochmal zu meinem Orthopäden weil er gesagt hatte ich brauch auch noch Einlagen und ne 3D Wirbelsäulenvermessung machen wollte...

Verfasst: Sa, 12.12.2009 - 18:29
von Klaus
Ropiquet hat geschrieben:War beim Orthopäden und hab da KG an Geräten und Physiotherapie verschrieben bekommen. Da war ich ungefähr 20 mal, musste aber leider aufhören weil ich mit meinem Studium angefangen hab und umziehen musste. Jetzt bin ich im Fitnessstudio angemeldet, mache dort Übungen und gehe noch zu so Kursen wie Aerobic und Powerkick.
Also zielführend bei Hyperkyphose und Hyperlordose ist das sicherlich nicht !
Auch wenn Du bislang bei diesen Aktivitäten Schmerzlinderung verspürst, solltest Du grundsätzlich anders an die Sache gehen.
Dazu gehört erst mal eine konkrete Diagnose mit entsprechenden Grad-Angaben, um die tatsächliche Situation richtig einschätzen zu können.

Jede muskuläre Aktion ist bei einem Rundrücken/Hohlkreuz ganz gezielt so zu machen, dass eine Reduzierung der Fehlstellung erreicht wird. Das ist nicht nur einfach Muskelaufbau, sondern Veränderung der gesamten Rückenstruktur incl. Bänder und Sehnen.
Es kann sonst durchaus temporäre Veränderungen geben, die dann mehr oder weniger zufällig auch in die richtige Richtung gehen und durch Schmerzminderung anzeigen, dass man (angeblich) richtig liegt. Das ist aber kein verlässlicher Indikator, solange man nicht mit dem richtigen ganz individuellen Körpergefühl arbeitet. Und das empfindet oft die Fehlstellung zunächst mal als ganz normal !

Ein optimales Mittel ist die stationäre Schroth REHA, bei der man während 3-4 Wochen auch dieses Körpergefühl erlernt, was dann widerum eine genaue Beurteilung aller Muskelaktivitäten zulässt.
Je älter man wird, desto schwieriger wird es, diese Situation nachhaltig zu ändern. Auf jeden Fall ist aber ein individuell angepasstes Fitnesstraining bei Hyperkyphose eine gute Möglichkeit, wobei allerdings die Schroth KG Dich immer begleiten sollte. !!

Gruss
Klaus