Hohlrundrücken: Aktueller Stand & Fragen zu Korsett
Verfasst: Mo, 01.12.2008 - 23:54
Hallo zusammen,
ich habe hier zu Beginn des Jahres schon einmal geschrieben und Informationen eingeholt. Leider habe ich meine Accountdaten "verlegt" und mußte mich nun neu anmelden. Kurz nocheinmal zu mir: Bin 24 und habe circa seit meinem 15ten Lebensjahr mit stetiger Verschlimmerung einen ausgeprägten Hohlrundrücken bekommen. Dies war sicher auch durch mein tägliches Sitzen vor dem PC und Übergewicht bedingt. Die Ärzte bei mir im Ort stellten entweder keine Diagnose oder verschrieben lediglich Krankengymastik und hakten das Thema ab.
Über das Forum kam ich schließlich zu Dr. Hoffmann. Dieser stellte im April dieses Jahres folgenden Befund: Thorakale Verbiegung von 11° nach Cobb, der hochcervikale Winkel liegt bei 13° nach Cobb, Kyphosewinkel bei 54° nach Stagnara, der Lordosewinkel bei 62°.
Nachdem eine Schroth REHA zwei mal von meiner Kasse (BKK) abgelehnt wurde, hatte ich dort ein Gespräch und man zwang mich quasi dazu zuerst mindestens 1 Jahr eine Orthese zu tragen. Vorher hätte ich keine Chance auf eine Bewilligung. Folglich ließ ich mir diese verschreiben und trage seit Anfang Oktober eine Orthese von Rahmouni.
Ich bin nicht ganz gücklich über diesen Zustand und auch nicht recht mit dem Korsett zufrieden. Bis zum heutigen Tage habe ich es leider nicht geschafft über 5 Stunden täglich hinaus zu kommen. Nach einigen Berichten im Internet ging ich davon aus, daß man Kleidung darüber tragen kann, was aber in meinem Fall absolut nicht möglich ist. Laufen ist ebenfalls nur schwer möglich, da meine Haltung mit Korsett immer schräg nach vorne ist. Ich kann dann zwar krampfhaft gerade stehen, aber mein Becken wird nicht gedreht, wie es sein sollte (sofern ich das Prinzip richtig verstanden habe), sondern die Lordose eher verstärkt. Schwer zu erklären. Somit komme ich nur nachts zum Tragen. Damit ein- und durchzuschlafen ist jedoch die reinste Quälerei.
Die erste Kontrolle nach 1 Monat tragen brachte das folgende KORRIGIERTE (!) Röntgenergebnis: 40° Kyphose, 58° Lordose. Das ist doch ein Witz. Ich war seit meinem Röntgen im April nicht untätig und habe alle 2 Tage gezielte Dehnübungen vollzogen. Des Weiteren trainiere ich seit Juli ebenfalls 3 mal die Woche gezielt mit Gewichten und hatte das Gefühl, daß sich schon dadurch zumindest die Kyphose leicht gebessert hatte. Somit ist mein Fazit für das Korsett, daß es 0 bringt. Was dazu kommt, ist, daß dieses bis zum Anschlag geschlossen (sowohl unten als auch oben) und kein Spielraum für weitere Korrekturen vorhanden ist. Aber im unteren Rückenbereich ist massig Luft vorhanden - paßt eine ganze Hand rein. Teilweise habe ich das Gefühl, daß es mich eher mehr ins Hohlkreuz drückt. Ein Gespräch mit Rahmouni brachte nichts; dieser meinte das würde schon werden.
Bin nun etwas ratlos und mal wieder recht verzweifelt. Ich habe mir aufgrund der Rückenprobleme 2 Urlaubssemester an der Uni gegönnt, um dieses Probleme in den Griff zu bekommen, aber es tut sich einfach zu wenig. Ebenfalls zu Beginn des Jahres habe ich mir zu Hause einen Heimfitnessraum mit all meinem gesparten Geld mit qualitativ hochwertigen Geräten eingerichtet (Nautilus etc.), die gezielt auf die Verbesserung meiner Beschwerden abzielen. Wie bereits oben angesprochen, habe ich bereits 5 Monate intensives konsequentes Training hinter mir. Dieses sieht man auch recht gut und ich habe gelernt verschiedene Muskeln besser zu spüren und durch bestimmtes Anspannen meine Haltung zu beeinflussen. Schroth war mir ja leider bisher noch nicht vergönnt - bin aber trotzdem recht gut über die Muskeln und die jeweiligen Funktionen, Zugrichtungen etc. informiert.
Wenn ich versuche gerade zu stehen, sieht dies einigermaßen normal aus (vor allem morgens nach dem Aufstehen sieht die Haltung fast normal aus). Stehe ich jedoch locker da oder denke nicht an das Anspannen, habe ich kaum eine Verbesserung zum damaligen Röntgen. Das ärgert mich. Leider kann ich nicht die ganze Zeit mit angespanntem Hintern und Bauch, und durchgedrücktem Trapez herumlaufen. Eine aufrechtere Haltung habe ich mir generell schon angewöhnt.
Wie man sieht, mangelt es mir sicher nicht an Disziplin oder Konsequenz, aber wenn sich partout keine Resultate einstellen wollen, fragt man sich schon ob das alles einen Sinn hat.
Jemand irgendwelche Vorschläge oder Tips? Das Korsett ändern lassen? Weiter auf Besserung hoffen?
Grüße
PS: Für die etwas Versierteren kurz noch eine kleine Erläuterung zu meinem Training. Ich bin mir zwar relativ sicher, daß ich gezielt dem Hohlrundrücken entgegen wirke, aber man lernt ja nie aus. Ich verfolge folgendes Prinzip: Ganzkörpertraining mit Fokus auf Bauch, Rumpf, Schultern, Hintern, Biceps femoris (hinterer Oberschenkel) und Trapez/Nacken stärken; Brust, Hüftbeuger und vorderer Oberschenkel dehnen. Für letztere dehnen setze ich auf eine Art Ausfallschritt. Überall so viel Gewicht, daß noch eine perfekte saubere Ausführung möglich ist. Brustübungen generell mit wenig Gewicht ausführen, um einer Gefahr der Verschlimmerung der Kyphose aus dem Weg zu gehen.
ich habe hier zu Beginn des Jahres schon einmal geschrieben und Informationen eingeholt. Leider habe ich meine Accountdaten "verlegt" und mußte mich nun neu anmelden. Kurz nocheinmal zu mir: Bin 24 und habe circa seit meinem 15ten Lebensjahr mit stetiger Verschlimmerung einen ausgeprägten Hohlrundrücken bekommen. Dies war sicher auch durch mein tägliches Sitzen vor dem PC und Übergewicht bedingt. Die Ärzte bei mir im Ort stellten entweder keine Diagnose oder verschrieben lediglich Krankengymastik und hakten das Thema ab.
Über das Forum kam ich schließlich zu Dr. Hoffmann. Dieser stellte im April dieses Jahres folgenden Befund: Thorakale Verbiegung von 11° nach Cobb, der hochcervikale Winkel liegt bei 13° nach Cobb, Kyphosewinkel bei 54° nach Stagnara, der Lordosewinkel bei 62°.
Nachdem eine Schroth REHA zwei mal von meiner Kasse (BKK) abgelehnt wurde, hatte ich dort ein Gespräch und man zwang mich quasi dazu zuerst mindestens 1 Jahr eine Orthese zu tragen. Vorher hätte ich keine Chance auf eine Bewilligung. Folglich ließ ich mir diese verschreiben und trage seit Anfang Oktober eine Orthese von Rahmouni.
Ich bin nicht ganz gücklich über diesen Zustand und auch nicht recht mit dem Korsett zufrieden. Bis zum heutigen Tage habe ich es leider nicht geschafft über 5 Stunden täglich hinaus zu kommen. Nach einigen Berichten im Internet ging ich davon aus, daß man Kleidung darüber tragen kann, was aber in meinem Fall absolut nicht möglich ist. Laufen ist ebenfalls nur schwer möglich, da meine Haltung mit Korsett immer schräg nach vorne ist. Ich kann dann zwar krampfhaft gerade stehen, aber mein Becken wird nicht gedreht, wie es sein sollte (sofern ich das Prinzip richtig verstanden habe), sondern die Lordose eher verstärkt. Schwer zu erklären. Somit komme ich nur nachts zum Tragen. Damit ein- und durchzuschlafen ist jedoch die reinste Quälerei.
Die erste Kontrolle nach 1 Monat tragen brachte das folgende KORRIGIERTE (!) Röntgenergebnis: 40° Kyphose, 58° Lordose. Das ist doch ein Witz. Ich war seit meinem Röntgen im April nicht untätig und habe alle 2 Tage gezielte Dehnübungen vollzogen. Des Weiteren trainiere ich seit Juli ebenfalls 3 mal die Woche gezielt mit Gewichten und hatte das Gefühl, daß sich schon dadurch zumindest die Kyphose leicht gebessert hatte. Somit ist mein Fazit für das Korsett, daß es 0 bringt. Was dazu kommt, ist, daß dieses bis zum Anschlag geschlossen (sowohl unten als auch oben) und kein Spielraum für weitere Korrekturen vorhanden ist. Aber im unteren Rückenbereich ist massig Luft vorhanden - paßt eine ganze Hand rein. Teilweise habe ich das Gefühl, daß es mich eher mehr ins Hohlkreuz drückt. Ein Gespräch mit Rahmouni brachte nichts; dieser meinte das würde schon werden.
Bin nun etwas ratlos und mal wieder recht verzweifelt. Ich habe mir aufgrund der Rückenprobleme 2 Urlaubssemester an der Uni gegönnt, um dieses Probleme in den Griff zu bekommen, aber es tut sich einfach zu wenig. Ebenfalls zu Beginn des Jahres habe ich mir zu Hause einen Heimfitnessraum mit all meinem gesparten Geld mit qualitativ hochwertigen Geräten eingerichtet (Nautilus etc.), die gezielt auf die Verbesserung meiner Beschwerden abzielen. Wie bereits oben angesprochen, habe ich bereits 5 Monate intensives konsequentes Training hinter mir. Dieses sieht man auch recht gut und ich habe gelernt verschiedene Muskeln besser zu spüren und durch bestimmtes Anspannen meine Haltung zu beeinflussen. Schroth war mir ja leider bisher noch nicht vergönnt - bin aber trotzdem recht gut über die Muskeln und die jeweiligen Funktionen, Zugrichtungen etc. informiert.
Wenn ich versuche gerade zu stehen, sieht dies einigermaßen normal aus (vor allem morgens nach dem Aufstehen sieht die Haltung fast normal aus). Stehe ich jedoch locker da oder denke nicht an das Anspannen, habe ich kaum eine Verbesserung zum damaligen Röntgen. Das ärgert mich. Leider kann ich nicht die ganze Zeit mit angespanntem Hintern und Bauch, und durchgedrücktem Trapez herumlaufen. Eine aufrechtere Haltung habe ich mir generell schon angewöhnt.
Wie man sieht, mangelt es mir sicher nicht an Disziplin oder Konsequenz, aber wenn sich partout keine Resultate einstellen wollen, fragt man sich schon ob das alles einen Sinn hat.
Jemand irgendwelche Vorschläge oder Tips? Das Korsett ändern lassen? Weiter auf Besserung hoffen?
Grüße
PS: Für die etwas Versierteren kurz noch eine kleine Erläuterung zu meinem Training. Ich bin mir zwar relativ sicher, daß ich gezielt dem Hohlrundrücken entgegen wirke, aber man lernt ja nie aus. Ich verfolge folgendes Prinzip: Ganzkörpertraining mit Fokus auf Bauch, Rumpf, Schultern, Hintern, Biceps femoris (hinterer Oberschenkel) und Trapez/Nacken stärken; Brust, Hüftbeuger und vorderer Oberschenkel dehnen. Für letztere dehnen setze ich auf eine Art Ausfallschritt. Überall so viel Gewicht, daß noch eine perfekte saubere Ausführung möglich ist. Brustübungen generell mit wenig Gewicht ausführen, um einer Gefahr der Verschlimmerung der Kyphose aus dem Weg zu gehen.