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Schroth Therapie bei Kyphose anders als bei Skoliose ?

Verfasst: So, 23.03.2008 - 14:17
von benipat
Hallole,

bin ja noch nicht so lange dabei, aber habe jetzt doch mal eine Frage zur Schroth - KG. Dr. Hoffman sagte ja, dass meine Schmerzen hauptsächlich von meiner Kyphose ( 63 °) kommen und ich nur eine minimale Skoliose habe. Er hat mir ja dann KG nach Schroth verordnet und da bin ich bisher 3 mal gewesen. Die Schroth Therapeutin geht bei mir aber hauptsächlich auf die Skoliose ein und hat mir das mit den Verengungen erläutert und was ich mit der Atmung bewirken soll. Auf dem Rezept stand auch Kyphose und ich habe ihr auch die Röntgenbilder gezeigt und sie noch mal darauf hingewiesen, dass Dr. Hoffmann eben die Kyphose und den Scheitelpunkt der Kyphose als meinen Schmerzpunkt ausgemacht hat.

Meine Frage : unterscheidet sich die Therapie bei Skoliose und Kyphose nicht oder nicht wesentlich ?
Oder wird die Schroth Therapie erst später differenzierter ?

Das mit der Atmung und Lagerung bei der Skoliose leuchtet mir ein, aber das ist ja nicht mein Hauptproblem......

Danke schon mal für eure Ideen und Erfahrungen, hoffe doch, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

Grüßle

Benipat

Verfasst: So, 23.03.2008 - 15:28
von Toni
Das ist wieder total typisch.
Fast alle niedergelassene Schroth-Therapeuten sind total auf Skoliose "fixiert".
Selbst die in Bad Salzungen tun sich den jüngsten berichten nach total schwer eine Kyphose sofort als Kyphose zu erkennen und auch als Kyphose zu behandeln. Eine geringgradige Skoliose ist ein Nebenkriegsschauplatz, der zurückgestellt werden sollte, bis das Hauptproblem im Griff ist!

Es wäre wirklich sehr wichtig für Dich, erst mal die effizientesten Kyphoseübungen zu lernen, bei denen Du keine Sprossenwand brauchst.

Ich glaube daß ich oder jeder andere halbwegs erfolgreiche Kyphosepatient besser könnte, als niedergelassene Schroth-Therapeuten, die in den 2-Wochen-Kursen offenbar nur auf Skoliose getrimmt werden.
Gruß Toni

Verfasst: So, 23.03.2008 - 16:44
von benipat
Hallo Toni,

warst du schon in Bad Salzungen ? Mich würde beispielsweise interessieren, ob die Atemrichtungen bei einer Kyphose anders sind als bei einer Skoliose. Sie sagt mir, ich solle die rechte untere Rippe rausatmen, die linke Rippenseite auseinander und eben die rechte Schulter raus. Klingt ja für die Skoliose logisch, aber für die Kyphose ? Ich habe ihr eben schon mehrfach gesagt, dass eben die Kyphose das Hauptproblem ist, aber darauf geht sie gar nicht ein. Weiß gar nicht, was ich machen soll. Habe bei Dr. Hoffmann schon wegen eines neuen Termins gefragt, aber der hat gerade Urlaub, warte auf Rückmeldung nächste Woche....

Danke schon mal !

Grüßle

Benipat

Verfasst: So, 23.03.2008 - 17:14
von Toni
benipat hat geschrieben:Hallo Toni,

warst du schon in Bad Salzungen ?
Klaro, 4 Wochen! Mai 2003
und danach hatte ich auch Gelegenheit in Bad Sobernheim zu schrothen und habe sogar Frau Lehnert-Schroth kennengelernt.
benipat hat geschrieben: Mich würde beispielsweise interessieren, ob die Atemrichtungen bei einer Kyphose anders sind als bei einer Skoliose.
Klar. Aber das Atmen ist zwar sehr wichtig, aber erst mal sekundär. Das begreift man in Reha so in der 2 Woche und erst ab der 3. Woche beginnt man es zu können.
benipat hat geschrieben:Sie sagt mir, ich solle die rechte untere Rippe rausatmen, die linke Rippenseite auseinander und eben die rechte Schulter raus. Klingt ja für die Skoliose logisch, aber für die Kyphose ?
Für eine vorrangige Kyphose ist das Blödsinn.
Während die Skoliosen ihre schwache Seite und schwache Stelle weitatmen sollen, müssen wir BWS-Kyphosen-meist verbunden mit LWS-Hyperlordose- die Teile des Brustkorbes weitatmen, die bei uns verengt und verkürzt sind. das ist bei tiefsitzender BWS-Kyphose (in der unteren Hälfte der BWS) anders als bei hochsitzender Kyphose (Kyphosenscheitel in der oberen Hälfte der BWS).
benipat hat geschrieben: Ich habe ihr eben schon mehrfach gesagt, dass eben die Kyphose das Hauptproblem ist, aber darauf geht sie gar nicht ein.
Sie kann doch gar nicht darauf eingehen, weil sie von speziellem Kyphose-Schroth vermutlich gar keine Ahnung hat.
benipat hat geschrieben:Weiß gar nicht, was ich machen soll.
Frage sie ganz offen: Haben sie eine Ausbildung auch für symetrischen Schroth oder nur für Skoliose-Nachbehandlung (für Patienten die schon in BaSa oder Sobi waren).

Du darfst Dir in solchen Schroth-Einzelstunden nichts erwarten. Das bringt noch gar nichts ohne Reha.
Kyphose-Korrektur ist zwar im Prinzip ähnlich wie Skoliose-Schroth, aber doch ein Spezialthema, daß ein bischen Erfahrung mit Kyphose braucht.
Du bist in BW?
Wo? In welchem Landkreis?
Vielleicht komm ich zu einem Termin mit Deiner PT dazu und verklickere ihr mal den Spezialschroth gegen Kyphose?
Ansonsten hast Du echt wenig Chance.

Sag ihr erst mal, Du sollst Brustmuskel- und Beinrückseitendehnung mit Dir machen, dann "Hocker über dem Kopf in geordneter Rückenlage" (beide Reissäckchen nebeneinander knapp unter dem Kyphosescheitel), dann die "lange Vorhalte" (das ist die "Schroth-Übung" die sogar Katzen und Hunde spontan machen, wenn sie aus der Ruheposition aufstehen), "Raupe" (als vorbereitende Übung) und in Knieposition zwischen 2 Hocker oder Stühle.
ich hoffe sehr sie kennt diese Übungen, sonst ist eh Hopfen und Malz verloren.
Gruß Toni

Verfasst: So, 23.03.2008 - 17:33
von benipat
Werde mal vorsichtig anfragen, ob es nicht eine unterschiedliche Schroth Therapie gibt und Dr. Hoffmann auf die Reha ansprechen. Sie ist mir ja menschlich nicht unsympatisch, ich möchte nur nicht irgendwas lernen, was gar keinen Sinn macht.

Versuche es beim nächsten Termin noch mal, ansonsten könnte ich ja eventuell die Praxis beim nächsten Rezept wechseln, es gibt im nächsten Ort noch mal eine Schroth Therapeutin und das könnte ich ja vorher erörtern, ob sie sich mit Kyphose auskennt.

Mensch ärgerlich, da denkst du - endlich ein neuer Ansatz, vielleicht endlich der Lichtblick und wieder muss ich als Patient mehr wissen, als die eigentlichen Therapeuten. Das nervt kann ich nur sagen, zumal mein Alltag auch so schon voll genug ist.....

Merci derweil schon mal und noch einen schönen Ostersonntag !

Grüßle

benipat

Verfasst: So, 23.03.2008 - 17:38
von Klaus
Ich kann Toni nur in der Einschätzung unterstützen, dass offenbar die meisten ambulanten Therapeuten vor Ort kaum eine Ahnung von den symmetrischen Kyphose-Übungen haben.
Das hängt aber auch damit zusammen, dass bislang die Kyphose zu wenig diagnostiziert und einer kompetenten Schroth Behandlung zugeführt wurden.
Ich selbst war total erstaunt, als ich nach langer Wartezeit bis zur REHA, verbunden mit den ambulanten Schroth Übungen zum "Reinschnuppern" in die Materie, plötzlich während der REHA (Bad Salzungen 2005) feststellen musste, dass ich vorher ziemlichen Mist vorgesetzt bekommen habe.
Nachher hat sich die Therapeutin allerdings sehr schnell meine Übungen kopiert.

Also unbedingt REHA machen!

Gruss
Klaus

Verfasst: Mi, 26.03.2008 - 18:43
von benipat
Hätte noch einen Nachtrag zum Thema:

Habe heute die Möglichkeit gehabt noch mal in Ruhe mit der PT zu sprechen. Sie hatte sich ja meine Röntgenbilder angeschaut ( die von der Röntgenpraxis - leider nicht so gute Qualität) und sie hat dann bestätigt, dass sicherlich die Kyphose das Hauptproblem sei und sie mir das nächste Mal Übungen zeigt zur Aufrichtung. Zumal aus den Röntgenbildern eben die Krümmungsrichtung meiner Wirbelsäule nicht wirklich zu erkennen ist und sie sich nicht sicher ist, ob wir das bisher geübte nicht falsch herum geübt haben. Jetzt habe ich ja noch 3 Termine, wo sie mit mir die Aufrichtung übt und am 10.April habe ich ohnehin wieder Termin bei Dr. Hoffmann - mal schauen, was er sagt.

Grüßle

benipat

Schroth-KG bei Kyphose

Verfasst: So, 30.03.2008 - 21:14
von SchwarzeSchnecke
Hallo,
benipat hat geschrieben:Meine Frage : unterscheidet sich die Therapie bei Skoliose und Kyphose nicht oder nicht wesentlich ?
Oder wird die Schroth Therapie erst später differenzierter ?
:arrow: Manches ist gleich oder ähnlich, aber die Schwerpunkte sind anders. Und bei den Übungen gegen Kyphose und Lordose ist die Auswahl geringer als bei den Skoliose-Übungen.

In Bad Salzungen sind in der ersten Woche der Reha Skoliose-, Kyphose- und Flachrückenpatienten zusammen in einer Gruppe. Erst danach wird man eingeteilt in eine der Gruppen "3-bogig", "4-bogig" (was sich auf das Skoliosemuster bezieht) oder "symmetrisch". (*) Erwachsene mit 10° oder weniger Skoliose (man spricht dann nicht von Skoliose, sondern von "skoliotischer Verkrümmung") und deutlich ausgeprägtem Rund- oder Flachrücken kommen meist in die Symmetrische Gruppe. Die Physiotherapeuten neigen aber allgemein dazu, auch solche Patienten als "Skoliose" einzustufen und die anderen Probleme zu vernachlässigen. (Wie ja auch Toni und Klaus bereits geschrieben haben.)

(*) Eine Skizze mit den eingezeichneten Reissäckchen (zur Lagerung) und Pfeilen in Atmungs- bzw. Streckrichtung erhält man allerdings bereits am Tag der Ankunft, und die Physiotherapeuten geben meist auch extra Hinweise für die jeweiligen Patienten, sodaß auch bereits in der 1. Woche z.T. auf die individuelle Situation eingegangen wird.
Mich würde beispielsweise interessieren, ob die Atemrichtungen bei einer Kyphose anders sind als bei einer Skoliose. Sie sagt mir, ich solle die rechte untere Rippe rausatmen, die linke Rippenseite auseinander und eben die rechte Schulter raus. Klingt ja für die Skoliose logisch, aber für die Kyphose ?
Bei Kyphose sollte nach vorne in Richtung Brust geatmet werden und – falls zusätzlich eine Hyperlordose vorliegt, was bei den meisten Kyphose-Patienten der Fall ist – nach hinten gegen die Lordose.

Toni hat geschrieben:Du darfst Dir in solchen Schroth-Einzelstunden nichts erwarten. Das bringt noch gar nichts ohne Reha.
Da muß ich allerdings meinen ambulanten Schroth-Therapeuten in Schutz nehmen, denn die Stunden bei ihm vor der Reha haben mir durchaus sehr viel gebracht. :-) Auch wenn ihm als erstes meine geringe skoliotische Verbiegung auffiel, so hielt er sich doch im wesentlichen an die von Dr. Hoffmann auf dem Rezept notierte Diagnose "Kyphose 53° n. Stagnara". Zu meinen ersten Übungen gehörten die "50x-Übung", der "Große Bogen" und die "Türrahmenübung".

Seitdem ich in Bad Salzungen war, sind meine Lieblingsübungen die folgenden: "Kopf-Spann-Beuge", "Hocker über dem Kopf", "Raupe", "Beinrückseitendehnung" und "Taillenstreckübung".

VG, Anne