8 Jahre Korsett getragen und jetzt das ...

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Bommenate
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Beitrag von Bommenate »

Jede OP birgt Risiken und eine WS-OP ist eine schwere OP. Keine Frage. Trotzdem ist es unverantwortlich, die Risiken einer OP so theatralisch darzustellen wie z.B. "Leserin" (ich hätte auch anonym schreiben können :rolleyes: ). Es gibt bestimmt viele OP-Kandidaten, die vor einer WS-OP stehen (ob sie wollen oder gesundheitlich müssen steht hier nicht zur Debatte), Info´s hier im Forum suchen und dann so was lesen. Mensch,... hier soll den Menschen geholfen werden, das Forum soll sie nicht zu seelischen Wracks machen. Jeder angehende OP-Kandidat soll über die Risiken informiert werden, das ist richtig und muss auch so sein, ... aber der Ton macht die Musik.

Angehenden Korsett-Trägern schreibt ihr auch, dass es das Beste für sie ist, die Eingewöhnungszeit hart wird, aber es sich lohnen wird. Schreibt einer, dass es auch total sch... sein kann, die Druckstellen so heftig werden können, dass sie blutig werden..... Rippen sich vielleicht durch den Druck verformen oder gar brechen, .... Schmerzen zu Anfang fast unerträglich sind und man mehrere Jahre vor der Brust hat, dieses Teil 23 Stunden zu tragen???? Neeeeee, soooo theatralisch wird es nicht dargestellt, weil es nicht so sein muss, es aber in manchen wenigen Fällen so sein kann!!!!! Das ist genauso bei einer OP!!! In einigen wenigen Fällen kommt es zu Komplikationen, in den meisten Fällen aber nicht.

Ich finde, man sollte allen .... angehenden Korsett-Trägern wie angehenden Operierten ..... mit Respekt gegenübertreten und nicht weil man eine andere Einstellung zum gestellten Thema hat, theatralisch demotivieren.

Viele Grüße,

Bommenate
Schenkt das Leben Dir eine Zitrone, mach Limonade draus!!!
pseudonym: leserin

Beitrag von pseudonym: leserin »

Es geht mir keineswegs um Theatralik.
Auch ich finde BZebras Aussagen meist sehr extrem und oft geradezu militant, es war mir aber wichtig, sie hier einmal gegen Kritiker in Schutz nehmen, denn grundsätzlich hat sie recht.

Es steht außer Frage, dass eine Op bei einigen Skoliose- Patienten Segensreiches bewirkt!!

Allerdings sind sich die Fachleute heute weitgehend einig, dass die MEHRZAHL der Operationen ausschließlich kosmetisch eine Verbesserung bedeutet. Es gibt Langzeitstudien, die ergaben, dass das Beschwerdebild (und auch die Lebenserwartung) von nicht operierten und operierten Patienten sich im Verlauf nicht grundsätzlich unterscheidet.

Patienten, die schmerzfrei sind und im täglichen Leben keinerlei Enschränkungen haben, sollten sich wirklich gut überlegen, ob sie die (nicht wegzudiskutierenden) Risiken in Kauf nehmen wollen, "nur" für eine schönere Optik.

Nur zur Klarstellung: natürlich gibt es Verläufe, in denen die operative Behandlung eindeutig als das "kleinere Übel" angesehen werden muss und ihre Berechtigung hat!
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Zum Thema Theatralik:

Ich packe diesen Aspekt der fatalen Risiken, wenn sich jemand über OPs informiert, sonst immer schön in Phrasen wie "die allgemeinen OP-Risiken"; in der Annahme, dass es nach den ganzen Ärzteserien im TV zum Allgemeinwissen gehört, dass man allein schon an der Vollnarkose und den Schnittwunden sterben kann (am möglichem Blutverlust, Kreislaufkollabs, Thrombosen, Infektionen, Lungenproblemen, Lähmungen etc.) oder wenn man es nur fast tut, man in Folge von Sauerstoffmangel dann mit einem Gehirnschaden enden kann.

Hat es jetzt zu pseudo's Wissen gezählt oder nicht? Keine Ahnung, kann ich jetzt nicht genau rauslesen. Aber der Zettel den man vor der Skoliose-Operation unterschreiben muss, enthält diese Risiken bestimmt auch noch mal alle im unmissverständlichen Klartext. Die Damen und Herren sichern sich ja ab, und man wird ihnen dafür sicherlich auch keinen Vorwurf machen, den Patienten unnötig Angst vor der OP zu machen. Alles was in diesem Threat hier geschrieben wurde ist lächerlich gegenüber dem, was man vor der OP unterschreiben muss.

Leute sterben bei "gaaaaanz popeligen" Blinddarm und Gallen-OPs oder sogar beim Fettabsaugen OHNE jegliche Kunstfehler. Skoliose-Operationen können in dieser Hinsicht natürlich nicht sicherer sein.

--

Da ich für mein Fall geantwortet habe, und sich bei mir der positive Effekt einer Operation allerhöchstens auf die Prävention einer Progredienz beschränken würde und ich ansonsten nichts von der geraden aber versteiften Wirbelsäule hätte (noch nicht mal eine bessere Optik), spielen die "allgemeinen Operationsrisiken", auch wenn sie gering sind, natürlich eine große Rolle für mich, noch mehr als mögliche Schäden durch die Versteifung.

Ich würde allein diese Risiken schon nicht in Kauf nehmen wollen. Mir persönlich wäre es nicht Wert, mein Leben hierfür aufs Spiel zu setzen.
Außerdem würde ich mich ungerne in ein Abhängigkeitsverhältnis zum Gesundheitssystem und der Medizin begeben wo es vermeidbar ist und mit einer Skoliose-OP eine ewige Baustelle eröffnen. Die konservativen Therapiemethoden, insbesondere Schroth, geben mir die volle Kontrolle über meine Wirbelsäule ohne finanzielle Mittel zu erfordern, wenn man die Methode beherrscht, und das ist eine Sache die ich sehr schätze.

Dass andere Leute andere Maßstäbe haben und diese auch äußern, damit muss ein jeder leben. Unsinnig ist es, diese unverändert auf sich selbst zu projezieren.
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Sobi-Anna
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Beitrag von Sobi-Anna »

Ich fidn das echt trastisch wie ihr das hier darstellt. Jede Op hat risiken!! selbst ne Blinddarm-Op ;) .
Eigentlich ist eine Op wegen Skoliose nur nötig, wenn man so 70° oder so hat und selbst dann nicht unbedingt. Nur wenn man wirklich schmerzen hat, mit denenn das Leben schwer fältt. oder aus Kosmetischen gründen!!

Ach, und nur weil irgendein azt meint, amn könnte ja eine operation durchführen, heißt das nicht, dass das auch das richtige ist!!
Nur mal nebenbei die meisten Ärzte haben von Skiliose nicht den leistesten schimmer. :nein:

also denne
ciao Anna
was wär ich nur ohne:
Hardt I. , Hardt II. und
Hardt III. ( der Wahre/ der Bunte)
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Dalia
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Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

pseudo hat geschrieben:
BZebra hat geschrieben:
maedchen hat geschrieben:habt ihr denn nicht schon mal eine op in erwägung gezogen? oder wollt ihr ein leben lang mit dem korsett leben?
Ich? Ne, da ist ja schon der unvermeidliche Schaden größer als der potentielle Nutzen, mal die Risiken bis hin zu Schwerbehinderung und Tod nicht betrachtet.
Da übertreibt aber jemand.
Ich habe BZebras Aussage nochmal gelesen, und ich sage, dass keine Übertreibung dahinter steckt. BZebra hat die Frage für sich selbst beantwortet, nämlich dass bei ihr der Schaden größer wäre als der Nutzen. Nach einer OP wäre sie teilweise versteift und die nicht operierten Bandscheiben würden zeitlebens stärker beansprucht werden. Somit stimmt ihre Aussage. Vielleicht wären womöglich noch Beschwerden durch die OP hinzugekommen.

Ich selbst könnte nicht überzeugend sagen, dass bei mir mit meinen vielen Cobb-Graden der Schaden größer als der Nutzen wäre. Vielleicht wäre der Nutzen größer als der Schaden, aber dafür bestehen bei mir aufgrund eines Syndroms höhere Risiken, dass es zu Komplikationen oder womöglich zu einer Verschlechterung kommt.

Dass bei einer OP Risiken wie Lähmung und Tod bestehen, daran gibt es nichts zu rütteln, auch wenn die Risiken sehr, sehr gering sind. BZebra schrieb ja auch "mal die Risiken bis hin zu Schwerbehinderung und Tod nicht betrachtet" und drückt damit auch aus, dass sie weiß, dass die Risiken allgemein gering sind.
Und "Schwerbehinderung" beinhaltet auch schon, dass man mit der eingeschränkten Beweglichkeit nicht zurechtkommt oder Beschwerden durch die OP hat oder dass die Krümmung trotzdem schlechter wird. Das muss ja noch nicht bedeuten, dass die OP schlecht war, denn vielleicht war die Situation vor der OP schlechter und danach sind andere Beschwerden hinzugekommen, während alte Beschwerden verschwunden sind.

Aber grauenvoll finde ich es, wenn man operiert wird, die Krümmung dennoch schlechter wird und man dann womöglich zeitlebens wieder ein Korsett tragen muss.

Ich sehe an BZebras Aussage nichts Theatralisches. Ich habe das Gefühl, dass sie für manche OP-Befürworter schon ein so rotes Tuch geworden ist, dass selbst nüchterne Aussagen von ihr als aggressiv gewertet werden. Sie ist sehr direkt und das mögen wohl manche nicht.

Hallo Bommi, verzeih mir, wenn ich dir widerspreche. Aber ich finde es widersprüchlich, wenn du die Anonymität von der "Pseudo-Leserin" kritisierst, aber nicht die Anonymität von "pseudo", der/die unmittelbar vorher gepostet hat.

Ich empfinde es auch nicht so, dass das Tragen eines Korsetts verharmlost wird. Hier gibt es zahlreiche Leute, die mit einem Korsett kämpfen und wir lassen ihre Aussagen über Beschwerden und Probleme immer stehen.
Und ich komme zur Zeit nicht klar mit dem Ding, weil ich unterm Dach arbeiten und schlafen muss und hier ist es drückend schwül, ich stehe beruflich unter Strom und habe großen Prüfungsstress. Ich bewundere Teenies sehr, die da durchhalten. OP oder Korsett, keins von beiden ist ein Zuckerschlecken.

Ich sage bei wenigen/kaum Beschwerden und entsprechenden Cobb-Graden nicht "niemals OP", sondern "die OP solange als möglich hinausschieben". Natürlich verkraftet man eine OP in jüngeren Jahren besser, aber dafür profitiert man auch nicht mehr von verbesserten OP-Techniken, die es vielleicht 20 Jahre später gibt. Außerdem, je jünger man ist, desto größer das Risiko, dass irgendwann wieder operiert werden muss.

Es muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg er gehen möchte, aber er sollte sich dann auch gut informieren. In den Foren schreiben Menschen und die sind nicht neutral. Das ist niemand.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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