pseudo hat geschrieben:BZebra hat geschrieben:maedchen hat geschrieben:habt ihr denn nicht schon mal eine op in erwägung gezogen? oder wollt ihr ein leben lang mit dem korsett leben?
Ich? Ne, da ist ja schon der unvermeidliche Schaden größer als der potentielle Nutzen, mal die Risiken bis hin zu Schwerbehinderung und Tod nicht betrachtet.
Da übertreibt aber jemand.
Ich habe BZebras Aussage nochmal gelesen, und ich sage, dass keine Übertreibung dahinter steckt. BZebra hat die Frage
für sich selbst beantwortet, nämlich dass
bei ihr der Schaden größer wäre als der Nutzen. Nach einer OP wäre sie teilweise versteift und die nicht operierten Bandscheiben würden zeitlebens stärker beansprucht werden. Somit stimmt ihre Aussage. Vielleicht wären womöglich noch Beschwerden durch die OP hinzugekommen.
Ich selbst könnte nicht überzeugend sagen, dass
bei mir mit meinen vielen Cobb-Graden der Schaden größer als der Nutzen wäre. Vielleicht wäre der Nutzen größer als der Schaden, aber dafür bestehen bei mir aufgrund eines Syndroms höhere Risiken, dass es zu Komplikationen oder womöglich zu einer Verschlechterung kommt.
Dass bei einer OP Risiken wie Lähmung und Tod bestehen, daran gibt es nichts zu rütteln, auch wenn die Risiken sehr, sehr gering sind. BZebra schrieb ja auch
"mal die Risiken bis hin zu Schwerbehinderung und Tod nicht betrachtet" und drückt damit auch aus, dass sie weiß, dass die Risiken allgemein gering sind.
Und "Schwerbehinderung" beinhaltet auch schon, dass man mit der eingeschränkten Beweglichkeit nicht zurechtkommt oder Beschwerden durch die OP hat oder dass die Krümmung trotzdem schlechter wird. Das muss ja noch nicht bedeuten, dass die OP schlecht war, denn vielleicht war die Situation vor der OP schlechter und danach sind andere Beschwerden hinzugekommen, während alte Beschwerden verschwunden sind.
Aber grauenvoll finde ich es, wenn man operiert wird, die Krümmung dennoch schlechter wird und man dann womöglich zeitlebens wieder ein Korsett tragen muss.
Ich sehe an BZebras Aussage nichts Theatralisches. Ich habe das Gefühl, dass sie für manche OP-Befürworter schon ein so rotes Tuch geworden ist, dass selbst nüchterne Aussagen von ihr als aggressiv gewertet werden. Sie ist sehr direkt und das mögen wohl manche nicht.
Hallo Bommi, verzeih mir, wenn ich dir widerspreche. Aber ich finde es widersprüchlich, wenn du die Anonymität von der "Pseudo-Leserin" kritisierst, aber nicht die Anonymität von "pseudo", der/die unmittelbar vorher gepostet hat.
Ich empfinde es auch nicht so, dass das Tragen eines Korsetts verharmlost wird. Hier gibt es zahlreiche Leute, die mit einem Korsett kämpfen und wir lassen ihre Aussagen über Beschwerden und Probleme immer stehen.
Und ich komme zur Zeit nicht klar mit dem Ding, weil ich unterm Dach arbeiten und schlafen muss und hier ist es drückend schwül, ich stehe beruflich unter Strom und habe großen Prüfungsstress. Ich bewundere Teenies sehr, die da durchhalten. OP oder Korsett, keins von beiden ist ein Zuckerschlecken.
Ich sage bei wenigen/kaum Beschwerden und entsprechenden Cobb-Graden nicht "niemals OP", sondern "die OP solange als möglich hinausschieben". Natürlich verkraftet man eine OP in jüngeren Jahren besser, aber dafür profitiert man auch nicht mehr von verbesserten OP-Techniken, die es vielleicht 20 Jahre später gibt. Außerdem, je jünger man ist, desto größer das Risiko, dass irgendwann wieder operiert werden
muss.
Es muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg er gehen möchte, aber er sollte sich dann auch gut informieren. In den Foren schreiben Menschen und die sind nicht neutral. Das ist niemand.