Kraftsport und Korsett

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
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T1

Kraftsport und Korsett

Beitrag von T1 »

Hi Leute,

ich bin 18 Jahre alt, männlich und habe eine S-förmige Skoliose mit oben 30° und unten 20°, zusätzlich ist mein linkes Bein 1cm kürzer. Aus diesem Grund trage ich auch seit mittlerweile 1,5 Jahren ein Korsett und gehe zur Schroth-KG. Soviel zum Status quo.

Mein großes Problem ist nun, dass ich seit einiger Zeit mit dem Krafttraining begonnen habe. Ich mache hauptsächlich freie Grundübungen mit relativ hohem Gewicht (achte natürlich auf die bestmöglichste Ausführung). Nun habe ich Bedenken, ob dies meinem Körper schadet, vor allem bei den Kniebeugen, Kreuzheben oder auch Frontheben, da auf die Wirbelsäule ja durchaus Druck ausgeübt wird.

Wahrscheinlich wäre es das sicherste einfach aufzuhören, allerdings würde mir das im Moment in Kombination mit dem echt lästigen Korsetttragen wohl den Boden unter den Füßen wegziehen, da mich das Training und die damit verbundene gesunde Ernährung (und kein Alkohol) wirklich pusht. Und die gestärkte Muskulatur ist für die Gesundheit ja auch nicht zu verachten.

Kurzum suche ich nun nach Ratschlägen und Erfahrungen, da ich natürlich auch keine Wirbelsäulen-OP riskieren möchte
;(
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

T1 hat geschrieben:Aus diesem Grund trage ich auch seit mittlerweile 1,5 Jahren ein Korsett und gehe zur Schroth-KG. Soviel zum Status quo.....
Mein großes Problem ist nun, dass ich seit einiger Zeit mit dem Krafttraining begonnen habe
Also wenn Du zur KG gehst, gehe ich mal davon aus, dass Du nicht täglich oder mindestens 4x wöchentlich Schroth machst oder?
Das würde Dich nämlich, provokativ ausgedrückt, vom Krafttraining abhalten. :)
Ich mache hauptsächlich freie Grundübungen mit relativ hohem Gewicht (achte natürlich auf die bestmöglichste Ausführung).
Bei Skoliose würde ich das nicht machen, weder freie Übungen noch hohes Gewicht!
Krafttraining oder besser Fitnesstraining ist in der Kombination mit Schroth sicherlich eine gute Sache, aber bei Skoliose praktisch schwer umzusetzen. Anders als bei Hyperkyphose.

Wenn, dann nur in wirklich "bestmöglicher" Ausführung, d.h. in korrigierter Schroth Haltung. Nach meiner Meinung könnte das nur in symmetrischer Geräteführung bei relativ geringem Gewicht gehen. Mehr Wiederholungen, um die nötige Muskelarbeit zu erreichen. Unabhängig von der Diskussion, ob nicht ein hoher Muskelreiz (hohes Gewicht) für einen "erfolgreichen" Muskelaufbau notwendig ist.

Gruss
Klaus
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Slackliner
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Beitrag von Slackliner »

Hallo T1,

ich habe eine 80° Kyphose und trainiere selbst in einem Fitnessstudio. Ich bin dort jeden Tag ca. 60min einerseits weil es meinem RÜcken sehr viel hilft und andererseits, weil mir der Fitnesssport sehr viel Spaß macht. Ich kann dich also sehr gut verstehen, dass du dein Training und alles was damit zusammen hängt nicht aufgeben willst.
Allerdings glaube ich, dass schweres Krafttraining bei Skoliose wesentlich problematischer ist, als bei Kyphose... Deshalb sind besonders freie Übungen mit sehr hohem Gewicht nicht gut für dich.
Ich kann mir vorstellen wie begeistert du von einem Training mit wenig Gewicht und 25 Wiederholungen sein wirst... :D:D:D
Ich kann dir nur empfehlen das Training so umzustellen, wie ich es gemacht habe: Ich mache nur Übungen die ich in korrigierter Haltung ausführen kann. Ich musste mit vielen Übungen aufhören, weil sie mir egal bei welchem Gewicht geschadet hätten, allein durch die Haltung und den Bewegungsablauf. Dafür musste ich viel recherchieren, über die Übungen im Bezug auf Schroth nachdenken und mich mit Schroth-Therapeuten beraten (bei manchen Übungen war ich wirklich überrascht, von denen ich sehr lange dachte, dass sie mir helfen...). Ich denke freie Übunge sind allgemein relativ schlecht, zumindest ich komme damit nicht so gut zurecht. Übungen bei denen die Bewegungen geführt sind sind einfach zu kontrollieren.
Außerdem mache ich die Übungen mit so viel Gewicht wie möglich, aber so wenig wie nötig, damit ich keine Ausweichbewegungen mache und die Korrektur des Rückens problemlos halten kann. Das ist wichtig! Das wir dich am Anfang vielleicht nerven, wenn du erstmal zurückschrauben musst, aber mit der Zeit wirst du auch hier dein Training steigern können und einen Trainingserfolg feststellen.

Bitte nicht vergessen, dass das was ich hier geschrieben habe nur meine persönliche Erfahrung ist und vermutlich nur auf Kyphose anwendbar ist.
Besprich dich unbedingt mit deinem Schroth-Therapeuten was du machen kannst und was nicht.

Ich hoffe ich konnte ein wenig weiterhelfen.

Gruß,
Raphael
Das Leben ist ein Witz, den nur ich begreif!
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Slackliner hat geschrieben:Besprich dich unbedingt mit deinem Schroth-Therapeuten was du machen kannst und was nicht.
Es kommt sicherlich auf den ambulanten Schroth Therapeuten an, ob er die Kombination mit Fitness Training generell gut findet.
Die Schroth Therapeuten (in ihrer "Urform") sind da offenbar sehr "konservativ" und dulden "nichts anderes neben mir". :)

Selbst in Bad Salzungen wird ja das Geräte Training nur als Beigabe für die allgemeine Muskelstärkung gesehen. Deswegen ist Eigenkompetenz insbesondere bei Hyperkyphose angesagt.

Ansonsten sprichst Du mir voll aus dem Herzen. :)

Gruss
Klaus
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