Stab entfernen?

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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december
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Stab entfernen?

Beitrag von december »

Hallo,
war vor kurzem wegen akuten Schmerzen wieder bei meinem Orthopäden und der meinte das ich vielleicht langsam mal überlegen sollte mir den stab wieder entfernen zu lassen da wohl häufig nach so einer Zeit (bin seit März 2000 operiert, nach Harrington) Probleme auftreten und er wohl auch schon davon gehört hat das viele Stäbe ausbrechen und dann operiert weden muss. Nun meine Fragen:
Ist das wirklich so dramatisch? Und muss ich mir Sorgen machen?
Ist eine Reimplantation sinnvoll?
Und meine letzte Frage, ich habe gerade was von einem Flatback-Syndrom gelesen das häufig bei OPs nach Harrington auftreten, kann mir einer erklären was das ist? (Wurde aus dem gelesenen nicht wirklich schlau)
Danke schonmal,
december
Nichtschwimmer
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Re: Stab entfernen?

Beitrag von Nichtschwimmer »

december hat geschrieben:Hallo,
war vor kurzem wegen akuten Schmerzen wieder bei meinem Orthopäden und der meinte das ich vielleicht langsam mal überlegen sollte mir den stab wieder entfernen zu lassen da wohl häufig nach so einer Zeit (bin seit März 2000 operiert, nach Harrington) Probleme auftreten und er wohl auch schon davon gehört hat das viele Stäbe ausbrechen und dann operiert weden muss. Nun meine Fragen:
Ist das wirklich so dramatisch? Und muss ich mir Sorgen machen?
Ist eine Reimplantation sinnvoll?
Hallo december,

hier wurde zuletzt etwas über Stabbrüche geschrieben.

Foren-Übersicht -> SKOLIOSE -> Skoliose allgemein -> Skoliose Op in Bad Wildungen

Die sollen wohl am häufigsten brechen, wenn man im Winter auf Glatteis ausrutscht. Aber auch von Porosität (Alterserscheinung) wurde berichtet. Andere meinen ihr Stab sitzt schon seit Jahren bombenfest. Ich habe auch schon seit über 20 Jahren keine Beschwerden. Möchte aber wirklich nicht wissen, was passiert, wenn man im Winter so richtig auf den Rücken knallt.

Also um einen Stabbruch würde ich mir an Deiner Stelle keine Sorgen machen. Würde aber etwas gegen die Schmerzen unternehmen.

Gruss Nichtschwimmer
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Sandman77
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Beitrag von Sandman77 »

In 2000 nach Harington BOAH! Also die haben keine gute ruf :(
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december
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Beitrag von december »

Sandman77 hat geschrieben:In 2000 nach Harington BOAH! Also die haben keine gute ruf :(
Das heißt?
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Toni
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Beitrag von Toni »

Sandmann meint, daß eine Klinik die im Jahr 2000 nach Christus immer noch Harrigton-Stäbe aus dem Kellerregal in den OP schleift und lebenden Patienten in den Rücken baut, offensichtlich zu den unbelehrbar-ewig-Gestrigen zu zählen ist.
Selbst in 3-Welt-Ländern wird seit 1980 schon Doubusset, Zielke-Harrington oder USIS eingebaut.
Das Harrington-Sytem ist in den 50er-Jahren entwickelt worden.
Im Jahr 2000 gab es wirklich schon 10mal Besseres und Primär- und langzeit-stabileres als die klassischen und bruchanfälligen bolzengeraden Haken-Stäbe des Herrn Harrington!
Prof. Zielke ha schon in den frühen 70er Jahren im Tübinger Militärhospital angefangen die ausreißanfälligen Harrington-Haken durch Pedikelschrauben zu ersetzen und die Stäbe physiologisch anzubiegen.

Gruß Toni
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december
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Beitrag von december »

Ich bin mir geade unsicher geworden...
War zwar immer der Meinung das die damals Harrington gesagt haben, aber wenn ich googel wird da ja immer erwähnt das das nur ein Stab mit den Hacken ist. Ich habe aber auch Schrauben mit drinne.
Also ich hab Rechts und links einen graden Stab drinne und die sind mit Schrauben, etwa so lang wie meine Wirbelkörper, mit der Wirbelsäule verbunden.
Könnt ihr jetzt darauf schließen, welche Methode das war?
Sieht so aus, sind leider keine guten Aufnahmen...
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Asphalthase

Beitrag von Asphalthase »

Hallo December,

meine Empfehlung: Gehe in ein KH mit viel Erfahrung zu diesem Thema und lass Dich beraten. Ich würde mir ebenfalls zum Thema Stabbruch keine Sorgen machen. Der bricht nicht so leicht. Ohne Stab macht man sich ja auch wenig Sorgen das die WS bricht oder?

Wenn man den Stab entfernt rutscht Deine WS höchstwahrscheinlich früher oder später wieder ab. Schließlich hast du dein Leben lang Skoliose. Oder wa damit gemeint das der Stab ausgetauscht werden soll?

LG
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Beitrag von Mel-LeaJane »

Normalerweise wird, zumindest bei der OP nach Harrington, die WS versteift. Nicht nur mittels der Stäbe, sondern mit Knochenstücken.
Diese werden zwischen den zu versteifenden Wirbeln platziert, und verwachsen nach X Jahren mit der WS.

Es wäre also durchaus möglich, die Stäbe, Schlaufen und Haken wieder entfernen zu lassen.

Aber Fakt ist, dass ein Eingriff zur Entfernung noch viel schlimmer und schwerwiegender ist, als der "Einbau".

Ich habs lieber drin gelassen, obwohl bei mir oben das Metall teilweise die Haut ausbeult und man es sieht. (durch Materialbruch 2x. Bei der 3. OP wurde oben einfach ein Stück Stab abgeschnitten)

LG Mel
karyae
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Beitrag von karyae »

Hallo Mel,

"Aber Fakt ist, dass ein Eingriff zur Entfernung noch viel schlimmer und schwerwiegender ist, als der "Einbau".

Ich habs lieber drin gelassen, "
Woher weißt du das, wenn du ihn dringelassen hast" Gibt es irgendwelche diesbezügliche Quellen"

Grüße
Angelika
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Beitrag von Markus1986 »

Hallo december,

gibt es für die Empfehlung Deines Arztes, Dir den Stab entfernen zu lassen, irgend welche handfesten Indikationen???
Die Röntgenbilder sagen eigentlich aus, dass alles ok ist.

Ich kann meine beiden Vorschreiber nur bestätigen. Die Entnahme des Instrumentariums ist mit den gleichen Risiken belegt wie die Implantation von Instrumentarien. Für mich, der auch schon über 20 Jahre Harrington trägt (Gruß an Dr. Zielke) meine, dass eine Entnahme nur in Frage kommen soll, wenn der Stab gebrochen ist UND die "Bruchstücke" so auf die Organe - z. B. Herz und Lunge - drücken. Oder Du hast Probleme dahin gehend, dass Dein Körper allergisch mit dem Material reagiert. Alles andere wäre für mich keine Indikation.

Schreib doch mal, wie Du Dich entschieden hast.

Gruß
Markus1986
Mel-LeaJane
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Beitrag von Mel-LeaJane »

karyae hat geschrieben:Hallo Mel,

"Aber Fakt ist, dass ein Eingriff zur Entfernung noch viel schlimmer und schwerwiegender ist, als der "Einbau".

Ich habs lieber drin gelassen, "
Woher weißt du das, wenn du ihn dringelassen hast" Gibt es irgendwelche diesbezügliche Quellen"

Grüße
Angelika
Hallo Angelika,

dieser Fakt ist einfach eine logische Konsequenz.

Bei der Harrington-OP bei mir wurde:

-die WS gestreckt vor der OP
-während der OP die Stäbe, die Schlaufen und Schrauben bzw Haken um die Wirbelsäule gelegt und daran befestigt. Danach wurden erst die Knochenstücke eingesetzt.

Bedeutet, dass vorallem die Schlaufen um das Knochenmark liegen, und durch die eingesetzten Knochenstücke jetzt insgesamt alles verwachsen ist.
Die Schlaufen müssten "rausgerissen" werden, weil die Knochenstücke ja nicht entfernt werden können, sonst wäre die Versteifung hin.

Und wenn jemand an einer Metallschlaufe zieht, die zwischen Knochenmark und verwachsenen Knochstücken liegt, was wäre dann wohl die größte GEfahr?

Genau, die Verletzung des Knochenmarks. Und das ist nunmal beim "Ausbau" durch die Verwachsungen der Wirbelkörper und der Knochenstücke und die in dieser Verwachsung befindlichen Metallschlaufen ein viel größeres Risiko, als beim "Einbau" wo noch nichts verwachsen und eingewachsen ist.

Ich habe natürlcih mit den Ärzten des "Einbaus" gesprochen, und sie würden es eben sehr sehr ungern machen, weil es so riskant ist.

Deswegen sind meine Stäbe noch drin, und bleiben es auch. Auch wenn diese natürlich Risiken birgen (Elektroschocks nach Autounfall töten mich mit Sicherheit zB), ist es mir lieber, als im Rollstuhl zu landen.

Und so wie die Ärzte reagiert haben, und wie ihre Gesichter dabei aussehen, sehe ich als Laie die Chance einer Querschnittlähmung bei Entfernung der Stäbe nahe bei 50%. Und da sage ich: NEIN DANKE.

LG Mel
PS: man muss nicht immer alles "machen lassen" um zu Wissen, dass es sau gefährlich ist. Dazu reicht teilweise das Wissen über die OP-Methode und die verwendeten Materialien, und logischer Menschenverstand :)
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Sandman77
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Beitrag von Sandman77 »

Danke Toni,

das sieht nicht nach Harringtond aus... Aber ich bin kein Artz. :)
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Mel-LeaJane
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Beitrag von Mel-LeaJane »

Sandman77 hat geschrieben:Danke Toni,

das sieht nicht nach Harringtond aus... Aber ich bin kein Artz. :)
Meine OP nach Harrington sieht auch anders aus, aber ich kenn mcih da auch nicht so gut aus.

Aber egal ob Harrington oder sonstwas, ich bin der Meinung der Ausbau ist noch ein Zacken gefährlicher als ein Einbau.

LG Mel
Beyhan
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Bei mir ist der Stab an zwei Stellen gebrochen

Beitrag von Beyhan »

Hallo,
ich habe vor kurzem erfahren, das mein Stab gebrochen ist. Ich wurde vor 17 Jahren operiert. Ich weiß nicht welche Methode. Habe mir meine alten Unterlagen angefordert. Diese nehme ich mit zu meinem Termin. Ich habe nur Schmerzen wenn ich mich etwas länger auf die rechte Seite lege oder viel sitze. Ansonsten habe ich keine Schmerzen. Ich denke auch das es schwieriger ist alles wieder auszubauen. Ich weiß nicht wie es weiter geht. Ich bin 34 Jahre alt würde vielleicht eine OP verkraften. Habe Angst davor das die Ärzte sagen die Stäbe müssen raus,weil die mit der Zeit Schaden anrichten können. Oder ich mit der Zeit zu alt für eine OP bin. Ich warte ab was mir empfohlen wird. Ich sitze im Rollstuhl wegen Kinderlähmung und hatte schon über 20 OP's. Und drei Kaiserschnitte. Die zahlreichen OP's waren in den Beinen. Meine Kinder sind noch klein 8,4,2 Jahre alt. Habe Angst das, wenn ich operiert werde ich ganz bettlägerich werde.
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