Maxi-Beschwerden bei Mini-Skoliose?

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leuchtturm66
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Registriert: Fr, 28.03.2008 - 14:17

Maxi-Beschwerden bei Mini-Skoliose?

Beitrag von leuchtturm66 »

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und ich hoffe, meine Unwissenheit bringt euch "alte Hasen" nicht zum Schmunzeln. ;)
Mein Sohn, inzwischen 13 Jahre alt, ist letztes Jahr körperlich total zusammengebrochen: Ihm war übel, schwindelig; er war kreidebleich und konnte vor Schwäche kaum ein paar Schritte tun. Da das EKG auffällig war, wurde er sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Dort stellte man Herzrhythmusstörungen und eine Virusinfektion fest, die wohl für die Schwäche zuständig sind, aber nicht Ursache für Schwindel und Übelkeit sein können (sagt der Kinderkardiologe und der muss es ja eigentlich wissen.) Nach einer langen Odyssee über die verschiedensten Orthopäden, Physiotherapeuten, Chiropraktiker und Röntgenärzte (einer davon diagnostizierte eine Skoliose, konnte uns aber nichts Genaues zur Behandlung sagen) sind wir auch bei dem von uns ca. 450 km entfernten Dr. Hoffmann in Leonberg gelandet, der ja hier auch vielen bekannt ist.
Laut Dr. Hoffmann hat unser Sohn nur eine leichte Skoliose ("fast gerade"), daher haben wir auch keine °-Angaben erhalten. Aber die Rückenmuskulatur sei verkürzt, daher die Beschwerden. Wir machen jetzt seit mehr als 1/2 Jahr KG in einer Praxis und auch zu Hause und mein Sohn ist schon wieder viel beweglicher geworden; die Muskulatur konnte also schon deutlich verlängert werden. Trotzdem bleibt sein Rücken laut der Physiotherapeutin "ein einziges Trümmerfeld" - Blockaden und Verspannungen von oben bis unten. Mal geht es ihm nach der KG deutlich besser - so ca. bis zum nächsten Morgen -, mal ist er nach der KG völlig am Ende. Der Schwindel ist zwar weniger stark geworden, aber er bleibt neben der Übelkeit sein ständiger Begleiter. Von Besserung ist eigentlich nichts zu bemerken. Das Tragen von Lasten (Schulranzen!) ist ihm nicht möglich. Da die Krankheiten unseres Sohnes (so ein halbes Dutzend voll, ich habe oben nur das Notwendige erwähnt) immer nur häppchenweise und auf Antreiben von uns entdeckt wurden, mache ich mir Sorgen, dass doch noch etwas anderes hinter seinen Beschwerden steckt.
So, und jetzt das, warum ihr euch durch den langen Vorspann quälen musstet :rolleyes: : Kann es sein, dass mein Sohn diese Beschwerden von seiner leichten Skoliose hat? Welche Beschwerden habt ihr? Könnt ihr mir Tipps zur Behandlung geben? Würdet ihr mir weitere Untersuchungen empfehlen? Oder ist das alles mehr oder weniger normal??
Ich würde mich freuen, wenn ihr mich mit Erfahrungsberichten bombardieren würdet - VIELEN DANK!
Liebe Grüße
Heike
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Kann es sein, dass mein Sohn diese Beschwerden von seiner leichten Skoliose hat?

Also alleine von einer Minnikrümmung kommen solche beschwerden nicht, sondern ich würde vermuten dass da noch andere Schwachpunkte im Bewegungssystem (Muskeln, Bandapparat, Nerven , ...) eine Rolle spielen. Es währe interessant rauszufinden was das ist.
Muskelschwäche? Muskeln zu Kurz oder zu lang?Neuronale fehlsteuerung der Muskeln? Bänderschwäche? .............

Eine Möglichkeit (so mal ins blaue geraten) könnte sein dass dein Sohn eine genetisch bedingte starke Bindegewebsschwäche hat und Hypermobil ist. Kann z.B. vorkommen im Rahmen von EDS oder Marfan, aber auch ohne diese beiden Diagnosen.
Interessante Seiten zu diesem Thema:
http://www.hypermobilitaets-syndrom.de
Dadurch kann es zu chronischen Fehlfunktionen und Überlastungen der Gelenke (Hypermobilitätssyndrom, HMS)kommen die vom Körper beantwortet werden durch reflektorische und schmerzhafte Anspannungen der Muskeln . Auch Blockaden sind da an der Tagesordung. Es besteht also sozusagen oft gleichzeitig eine passive Instabilität und aktive verspannungen der Muskulatur. Techniken die der mobilisierung dienen (einrenken, etc) können in solchen Fällen stark kontraproduktiv sein und auch Kräftigungsübungen müssen sehr individuell angepasst werden oder führen sonst zu überlastung.
HMS ist eine Diagnose die sehr vielen Ärzten und Physiotherapeuten nicht bekannt ist, weswegen viele HMSler grundfalsch behandelt werden wodurch sich die Probleme verstärken.
Grundsätzlich wird ja immer viel wert auf Mobilität und beweglichkeit gelegt, aber pathologische erhöhte moblität/Instabilität wird oft verkannt oder man ist der Meinung sowas läge ausschliesslich an der Muskulatur (tut es ja oft auch aber eben nicht immer) Viele HMSler bekommen die dollsten Diagnosen aber das eigentliche Problem wird nicht erkannt.

Wie gesagt das ist nur eine Idee und es muss für euren Sohn nicht zutreffen.

Du hast ja geschrieben dass dein Sohn noch ne Menge anderer Krankheiten hat. Vielleicht hat eine davon auch Auswirkungen auf das Bewegungssystem und verursacht da Schwachpunkte und Fehlfunktionieren.

Alles Gute und Gruss
David
leuchtturm66
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Danke schön!

Beitrag von leuchtturm66 »

Wow, David, das könnte eine heiße Spur sein. Ich habe auf Anhieb schon eine Menge Dinge gefunden, die sowohl auf meine Mutter, auf mich, als auch auf meinen Sohn und meine Tochter zutreffen, das passt ja auch ins Krankheitsbild. Während unsere Tochter super-gelenkig ist, ist unser Sohn eher "steif", was ja nicht so recht passt, seine Gelenke knacken jedoch ständig. Laut seinem Therapeuten beim Reha-Sport (haben wir inzwischen beenden müssen, weil es ihm nicht bekam, passt ja auch) ist das eine Überbeweglichkeit !?????
Ich werde mich auf der Website noch weiter umsehen und dann wohl nach einem Arzt suchen, der sich mit der Sache auskennt - mir scheint, ich komme dann vom Regen in die Traufe, schon bei der Skoliose war das sehr schwierig... :schreiben:
Wir haben vom Neurologen über den Kardiologen usw. schon einiges an Spezialisten aufgesucht, von den anderen Krankheiten kommt definitiv keine für die Rückenbeschwerden in Frage. Du glaubst deshalb gar nicht, wie froh ich bin, nach mehr als 9 Monaten Suche endlich mal wieder eine "heiße Spur" gefunden zu haben, mein Sohn wird inzwischen schon fast als Simulant abgestempelt. Jeden Tag eine gute Tat - für heute bist du durch!
Deshalb: DANKE SCHÖN für den Hinweis!! ;D :respect:
Viele Grüße
Heike
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Freut mich dass dir meine Idee vielleicht weiterhilft.
Es gibt ne Menge Diskussion zum Thema was ist Hypermobil was ist Instabil, etc und inwieweit nun welche Strukturen (Bänder, Muskeln, Neuronales Steuerungs und Feedbacksystem daran beteiligt sind. Für euch währe sicher gut zu wissen wo das Problem liegt.

Sollte dein Sohn tatsächlich genetisch bedingt insuffiziente Bänder haben, kann man dan wohl kausal nichts dran ändern und es wird den Gelenken immer passive Stabilität fehlen. Mann kann aber wohl durch Verständniss, Anpassen der Belastungsmuster und durch individualiserte Koordinations und Stabiliserungsübungen damit umgehen lernen und manchmal die funktionelle Stabilität und die Funktionsfähigkeit der stabiliserenden Muskulatur (die inneren, kurzen Muskeln) etwas vebessern.Wichtig scheint auch dass man nicht fehl und übertherapiert wird.

Im Enddeffekt wird ma selbst zu seinem besten Behandler, da man ja selbst immer Entscheiden muss was tut gut und was nicht, wiviel Übe ich wieviel nicht, wieviel mobiliserung erlaube ich , wieviel nicht...

Aber ihr müsst ja überhaupt mal rausfinden was los ist. Vielleicht isses auch was anderes.

ich glaube in gewisser hinsicht kann man sowohl steif und instabil sein. Wenn nämlich die Steifheit verursacht durch muskuläre Anspannung ist, mit der auf Überlastung und Instabilität reagiert wird. Oft führt das dann angeblich auch zu Koordinationsstürungen der Muskulatur.
Eine starke beweglichkeit alleine muss nicht zu instabilität führen. (So sind Akrobaten und Kampfkünstler wohl nicht Instabil? sonst würden sie denke ich solche Scherze wie auf einer Hand stehen und den Rumpf dabei verbiegen nicht hinbekommen) Naja die haben das auch von klein auf trainert ist ja auch wieder ne andere Sache.

Einen athletischen Bewegungsapparat beweglich zu machen scheint einfacher als einen instabilen und schwachen zu stabiliseren, habe ich mal wo gelesen.

Gruss
David
leuchtturm66
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Beitrag von leuchtturm66 »

Du hast Recht David, für uns wäre es extrem wichtig zu wissen, welche Krankheit unser Sohn denn nun hat. Wir haben von 4 verschiedenen Orthopäden 4 verschiedene Meinungen gehört. Einer hat meinen Sohn noch nicht einmal berührt und gemeint der Rücken sei völlig in Ordnung - wahrscheinlich verfügt er über übersinnliche Kräfte :lach: ! Auch die Therapien gingen von Muskelaufbau bis Muskeldehnung - also hat ihm mindestens eine Therapie mehr geschadet als geholfen. Vielfach ist er auch als Simulant abgestempelt worden. Wir haben z.B. morgen einen Termin beim Kinderpsychologen, weil irgendjemand meinte, das sei psychosomatisch. (Glaube ich zwar weniger, aber man sollte ja nichts ausschließen.)
Deswegen wäre es für uns extrem wichtig, dass das Kind mal einen Namen bekommt und man lernt, wie man mit der Krankheit umgehen kann. Die Aussichten bei Hypermobilität sind ja nicht gerade rosig, vor allem, wenn noch Dinge wie Marfan hinzukämen... Aber von solchen Diagnosen sind wir ja noch weit entfernt, vielleicht stellt sich ja wieder etwas ganz anderes heraus. Bisher war mir völlig unbekannt, dass es überhaupt Krankheiten in dieser Richtung gibt, jetzt können wir entsprechend nachforschen. Auf der Hypermobiltitätsseite habe ich auch einen Orthopäden in unserer Nähe gefunden, der sich mit solchen Krankheiten auskennt, ich werde gleich morgen einen Termin machen.
Deswegen nochmal herzlichen Dank, wir haben eine Menge Denkanstöße bekommen!!
Viele Grüße
Heike
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