Rücken bitte einschätzen!

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
grandma
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Rücken bitte einschätzen!

Beitrag von grandma »

Hallo,

seit dem ich seit 2 Monaten ins Fitnessstudio gehe, hat sich meine Haltung zwar deutlich verbessert, aber um mich wegen meinem Rücken noch mal ab zu sichern habe ich einen Termin beim Orthopäden gemacht. Da er mir seine schwammigen Aussagen ziemlich komisch vorgekommen sind habe ich im Internet ein bisschen gesucht und bin dann auf dieses Forum gestoßen.

Ich hatte mir vorher nie groß Sorgen gemacht wegen meines Rückens, ich hatte nie Schmerzen und beim Bund wurde ich T2 gemustert (wegen Kurssichtigkeit).

Na dem ich mich im Forum informiert habe, versuche ich nun einen Termin bei Dr.Hofmann zu bekommen. Der weite Weg scheint sich ja zu lohnen.

Erste Maßnahmen bis dahin, viele falsche Fitness Übungen weglassen (Liegestütze, Situps, Latzziehen, Butterfly, Shruggs, Scottcurls) sowie etwas Gewicht für die anderen Übungen weglassen und die Wdh.-Zahl erhöhen. Außerdem nach dem Brusttraining mehr dehnen, weil hängende Schultern sind mein Problem.

Ich habe viel Sport getrieben (außer vor 5 Jahren habe ich eine Pause von cirka 3 Jahren eingelegt) und hatte nie Rückenprobleme. Zurzeit mache ich Radfahren, Laufen und Fitness. Meine Haltung war immer schon schlecht, seit ich aber meine Rücken im Fitti trainiere (Klimmzüge, Rudern, Butterfly revers) kann ich ihn fast den ganzen Tag in der gewünschten Haltung halten.

Bevor ich nun die Diagnose von Dr.Hofmann bekomme wollte ich mal mein Rücken einschätzen lassen (ja ich weiß ist halt nur optisch und daher sehr spekulativ).

Erstes Bild: entspannt

http://img99.imageshack.us/my.php?image=dsc02665pm3.jpg

Zweites Bild: Haltung über den Tag (größtenteils)

http://img259.imageshack.us/my.php?imag ... 667ey2.jpg

Drittes Bild: Rücke von hinten (ich habe das Gefühl meine Schultern stehen hinten etwas weit raus und die WS verläuft in einem "Kanal" dazwischen etwas tiefer)

http://img99.imageshack.us/my.php?image=dsc02666hv4.jpg

Letzte Infos: Größe 1,90 m bei 80 kg, und der Orthopäde hat mich von vorne über die gesamte Länge geröntgt und gesagt von vorne ist sie grade nur halt nicht von der Seite.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo grandma,

willkommen im Forum.

Du hast Dich ja schon sehr gut im Forum informiert!

Du hast eine typische BWS Hyperkyphose (Rundrücken) mit entsprechender LWS Hyperlordose (Hohlkreuz). Das 3. Bild zeigt am deutlichsten den Rundrücken.
Möglicherweise kommt noch eine geringe Skoliose dazu, auch wenn das gerade sein sollte. Das ist keine kompetente Diagnose, die Winkel sollten schon genau bestimmt werden. Auch mögliche Keilwirbel und Fixierungen zwischen den Wirbeln sollten festgestellt oder ausgeschlossen werden.

Bei Dr. Hoffmann bist Du bezüglich Erst-Versorgung gut aufgehoben, er braucht Ganz-Aufnahmen oder zumindest 2 Teile vom gesamten Rücken. Wenn diese nicht vorliegen, kann er diese in seiner Praxis machen.

Schroth REHA in Bad Salzungen, denn nur dort lernst Du auch die richtige Bewegungsabläufe beim Fitness-Training.
seit ich aber meine Rücken im Fitti trainiere (Klimmzüge, Rudern, Butterfly revers) kann ich ihn fast den ganzen Tag in der gewünschten Haltung halten.
Du bist beim Fitness Training schon auf einem guten Weg!
Beim Klimmzug solltest Du möglichst breit fassen, damit Du nicht in die Kyphose hineinkommst.
Beim Rudern sollte der Oberkörper möglichst gerade bleiben!

Insgesamt den Oberkörper mit Kopf nach oben strecken. Und das Becken nicht nach hinten strecken, sondern nach vorn kippen, damit das Hohlkreuz nicht verstärkt wird.

Ich selbst habe früher mit allgemeiner Streckung immer mit Gesäß nach hinten verbunden, was völlig falsch ist.

Gut, dass Du, ohne Beschwerden zu haben, jetzt aktiv die Sache angehen willst. Damit hast die besten Chancen!
Das Fiese daran ist nämlich, dass man sehr viele Jahre überhaupt nichts merkt und dann plötzlich Schmerzen kommen können, weil sich die Kyphose durchaus mit dem Alter weiter verschlimmern kann.
Ich kenne das nur zu gut.

Gruss
Klaus
grandma
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Beitrag von grandma »

Danke für die Info Klaus,

ich habe nur ein bißchen Angst davor

a) ein Korsett tragen zu müssen

b) mich im Sport stark einschränken zu müssen (kein Laufen, Rennradfahren mehr)

ich würde es natürlich machen (wenn es denn sein muss), aber es wäre für mich ein starke Einschränkung der Lebensqualität.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

grandma hat geschrieben:ich würde es natürlich machen (wenn es denn sein muss), aber es wäre für mich ein starke Einschränkung der Lebensqualität.
Was die Einschränkung der Lebensqualität betrifft, steht an erster Stelle das Korsett.
Wie Du den zahlreichen Diskussionen dazu hier im Forum entnehmen kannst, wird das bei Erwachsenen sehr kontrovers diskutiert.

Bevor nicht die Winkel bestimmt sind, lässt sich erst mal gar nicht sagen, ob das überhaupt eine Option für Dich ist.
Die meisten wenden das Korsett zur Schmerzlinderung an, das ist bei Dir zur Zeit nicht der Fall. Eine Verhinderung der Progression ist eine weitere Möglichkeit, auch darüber kann man ohne konkrete Diagnose nichts sagen, auf jeden Fall kann das auch erst mal Schroth KG.
Eine Korrektur Chance mit einer erfolgreichen Abschulung nach einigen Jahren ist natürlich auch drin, wenn Deine individuelle Situation das möglich macht. Nur hat das bislang noch keiner erfolgreich geschafft!
Die Diskussion ist ja zur Zeit auch die, dass Korsett und intensive Muskelpflege möglicherweise nie konsequent durchgehalten wurde.

Eine Einschränkung der Lebensqualität wäre ein Korsett in Deiner jetzigen Situation (ohne Schmerzen) schon und Du musst Vorteile und Nachteile für Dich selbst abwägen. Das ist keine Entscheidung von heute auf morgen. Ich denke, da wäre dann OT Klaus Nahr in Berlin der richtige Ansprechpartner und Dr. Hoffmann würde ich nur darauf ansprechen, ob das überhaupt eine Option für Dich wäre.
Selbst unter Berücksichtigung Deiner nur optisch bekannten Situation, Du musst kein Korsett tragen, es wäre eine freiwillige Entscheidung und nach meiner Ansicht sollte da erst mal eine Schroth REHA gemacht werden, um zu sehen, wie weit man damit kommt. Dramatisch sieht Deine Situation sowieso nicht aus!!
mich im Sport stark einschränken zu müssen (kein Laufen, Rennradfahren mehr)
Beim Laufen sehe ich eigentlich keine Gefahr, nur beim Rennradfahren wirst Du sicherlich stark in Deine Kyphose gehen.
Wenn Du nach einer Schroth REHA sowieso Deine täglichen Übungen zuhause machen sollst und parallel dazu Fitness-Training, dann denke ich, dass Du in veränderte sportliche Aktivitäten so engagiert bist, dass damit eine Einschränkung der Lebensqualität gar nicht mehr auffällt. :)

Gruss
Klaus
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Schnecke007
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Beitrag von Schnecke007 »

Hallo grandma,

ich fahre auch Rennrad und fände es wirklich schlimm, damit aufhören zu müssen (ich habe allerdings auch keinen Rundrücken). Wenn Du über Schroth die richtige Haltung erlernt hast, kannst Du ausprobieren, wie weit Du diese Haltung auf dem Rennrad einnehmen kannst. Dabei könnte es z.B. helfen, den Lenker etwas höher zu stellen, den Sattel zu kippen oder einen Rahmen mit kürzerem Oberrohr zu nehmen. Wenn es gar nicht geht, musst Du selbst entscheiden, welche Konsequenz Du daraus ziehst.

Viel Erfolg wünscht Dir
Schnecke
Ulster
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Beitrag von Ulster »

Hallo grandma,

gibts bei dir inzwischen etwas neues?
Bin in ziemlich exakt der gleichen Situation und wollte mal nachfragen, wie es bei dir momentan aussieht, ob du bereits bei Dr. Hofmann warst oder ob du sonst Fortschritte gemacht hast.

Grüße,
Ulster
grandma
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Beitrag von grandma »

Hallo,

ich war am Montag bei Dr. Hoffmann. Er hat 50° Kyphose festgestellt, aber keine Hyperlordose bzw. Skoliose. Er meinte mein Hauptproblem ist meine massiv verkürzte Rückenmuskulatur (was er mir durch Bsp. eindrucksvoll zeigte) die meinen Rundrücken fixiert.
Er hat mir deshalb KG und TR verschrieben um die Muskulatur zu dehnen und lockern + Lendenstrecksteife. Ein Schroth Therapeut sei gut aber kein muss. Da es in Magdeburg keine Schroth Therapeuten gibt (die eine ist im Babyjahr) gehe ich nun zur REHA Klinik in BadSalzelmen. Dort gibt es mehre Schroththerapheuten. Nach Ostern muss ich noch mal nach Stuttgart, dann will er es sich noch mal anschauen und dann entscheiden ob eine stationäre REHA notwendig ist.

Zum Kraftsport sagte er, ich soll erstmal aufhören bis meine Muskulatur den gewünschten Stand erreicht hat, ansonsten verkürzen sich die Muskeln noch mehr. Gehe jetzt halt öfters laufen und im Fitti nur noch an die Beinpresse und Wadenmaschine (natürlich die im sitzen).
Flasher
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Beitrag von Flasher »

Hi ich bin 22 Jahre alt und habe eine skoliose von 60°BWS und habe bisher keine größen Probleme(Schmerzen) damit. Ich war bei zwei Orthopäden vor 2 monaten der eine würde gerne Operieren der andere rät mir davon ab was meint ihr. Mache mir echt große sorgen was meine Zunkunft...
Ulster
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Beitrag von Ulster »

Wofür steht die Abkürzung TR?

Mit dem Kraftsport aufzuhören, bis sich die Muskulatur gebildet hat, hört sich für mich irgendwie wie ein Widerspruch an. Mit den richtigen Übungen kann das sehr wohl gut sein.

Welche Muskeln sollst du dehnen? Pectoralis nehm ich an, oder? Iliopsoas und Rectus Abdominis sicher auch.

Würd mich freuen, wenn du ein paar Tipps weitergibts, die du bekommen hast, gern auch per PN.

Grüße :hallo:


@Flasher: Wofür schreibst du in nen fremden Thread rein, wenn du ne individuelle und ganz andere Frage hast?
Flasher
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Beitrag von Flasher »

mir gibt ja keiner ne antwort ;( ^^
grandma
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Beitrag von grandma »

Hallo,

hab mich etwas falsch ausgedrückt: "bis meine Muskulatur den gewünschten Stand erreicht hat" -> gedehnt ist und nicht mehr so massiv verkürzt ist, bzw. ich sie selber dehnen kann.
Auf dem Zettel steht nur: Kyphose 50°, massive Verkürzung der ischiocruralen Muskulatur, Lendenstreckesteife -> und drunter bitte dehnen, lockern, kein Muskelaufbau

Mehr kann ich dir erst schreiben wenn ich zur Phsyio war.
Ulster
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Beitrag von Ulster »

Hm, die ischiocrurale Muskulatur ist die Hinterseite der Oberschenkel.

Das gleiche Problem hab ich auch, und versuch dem bereits durch Dehnen entgegen zu wirken. Hab bei Runterbeugen in zwei Wochen schon 10cm weiter geschafft.

Ich mach das eigentlich nur, damit ich ein bisschen flexibler werd.
Hat aber glaub ich keinen direkten Einfluss auf die Lordose und die Kyphose erst recht nicht.

Würd mich sehr freuen, wenn du nach der Physio schreibst, was du so erfahren und gemacht hast :)
grandma
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Beitrag von grandma »

Aha, danke für die Info.

Werd dann auch erstmal mit der Beinpresse aussetzen, denn da wird der ischi. bestimmt auch mitbelastet.

Ja melde mich, wird aber bestimmt 2-3 Wochen dauern, da ich ja erstmal ein paar Erfahrungen machen muss ;) .
Ulster
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Beitrag von Ulster »

Klar wird die hintere Oberschenkelmuskulatur auch bei der Beinpresse mitbeansprucht, aber eher gering.
Wenn du die schräge (45°) Beinpresse meinst, da kannst du die Belastung von der hinteren auf die vordere Oberschenkelmuskulatur verlagern, indem du die Füße weiter nach hinten setzt, also mehr Richtung Fersen.
Damit wird die Kraft fast ausschließlich nur noch aus dem Quadrizeps geholt, also dem vorderen Oberschenkel.

Also, ganz verzichten auf Krafttraining denk ich brauchst du nicht, solange du die Muskeln ausreichend dehnst.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

ulster hat geschrieben:Also, ganz verzichten auf Krafttraining denk ich brauchst du nicht, solange du die Muskeln ausreichend dehnst.
Generell sollte man bei Kyphose so trainieren, dass man die Kyphose nicht verstärkt.
Also z.Bsp. kein Butterfly vorwärts, sondern rückwärts. Das dehnt auch gleichzeitig die bei BWS Kyphose verkürzte Brustmuskulatur, ohne sie unerwünscht aufzubauen.
Und die ebenfalls oft verkürzte hintere Oberschenkelmuskulatur (es hängt alles zusammen) kann man durch einfache Übungen gut dehnen, ist aber möglichweise sehr schmerzhaft.
Grandma hat geschrieben:Werd dann auch erstmal mit der Beinpresse aussetzen, denn da wird der ischi. bestimmt auch mitbelastet
Ich denke, bei der Beinpresse muss man hinterher unbedingt die oben erwähnte Dehung machen, dann ist gegen die Übung bei vernünftigen Gewicht nichts einzuwenden.

Immer generell in die Streckung nach oben gehen und Rücken gerade an der Rückenlehne halten.
Bei einer Schroth REHA zumindest in Bad Salzungen würdest Du, wie schon gesagt, neben dem richtigen Körpergefühl auch das richtige Gerätetraining lernen.

Grandma, deshalb bitte Vorsicht mit dem Krafttraining im Rückenbereich vor einer REHA, ansonsten spricht aber nichts gegen ein Fitness Training, sofern die Geräte auch so arbeiten, dass in den Bewegungen auch eine Dehnung der jeweiligen Muskulatur erfolgt. z.Bsp. Nautilus oder MedX.

Und mit den Gewichten so weit heruntergehen, dass einwandfreie langsame Bewegungsabläufe ohne Pressen möglich sind.

Gruss
Klaus
Phil
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Beitrag von Phil »

Servus,

zu dem Thema verkürzte Oberschenkelmuskulatur habe ich mir auch schon einige Gedanken gemacht.

Meiner Meinung nach ist die vordere Oberschenkelmuskulatur verkürzt, weil das Becken, bei einer LWS Hyperlordose, im Bauchbereich nach unten gezogen ist.
Durch anspannen der Bauchmuskulatur kann man dieser Fehlhaltung entgegen wirken.
Ich dehne seit einem Jahr fast täglich die obere Oberschenkelmuskulatur und habe damit gute Erfahrungen gemacht weil so eine Neutralstellung des Beckens erreicht werden kann.

Eine Dehnung der hinteren Oberschenkelmuskulatur ist meiner Meinung nach kontra produktiv weil das Becken und damit der Hintern eh schon zu weit oben sind und diese falsche Dehnung genau das verstärkt.

In Basa konnten und ich glaube auch wollten sich die Therapeuten nichts unter meinen Ausführungen vorstellen. Ich finde es jedenfalls wirklich quatsch die hintere Oberschenkelmuskulatur zu dehnen.

Meine Haltung hat sich nichtzuletzt durch ein richtiges dehnen deutlich gebessert.

Kann das jemand nachvollziehen???

Über eine paar Tips zu Dehnübungen für die Rückenmuskulatur auch speziell im LWS Bereich würde ich mich sehr freuen. Außer einen Igel mit möglichst gestreckter BWS zu mach fällt mir nicht viel ein.
Ulster
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Beitrag von Ulster »

Ich weiß genau was du meinst, und hab mir die selben Gedanken gemacht.

Dei Dehnungen gegen Kyphose und Lordose zusammengefasst wären:

- Dehnen Brustmuskel
- Dehnen seitlicher Rückenmuskel ("Fledermausflügel", Latissimus) (zieht Schultern auch nach vorn)
- Dehnen vordere Schulter
- Dehnen Hüftbeuger/Hüft-Lenden-Muskel (kippt Becken nach vorn)
- Dehnen vorderer Oberschenkel (s.o.)
- Dehnen Bauchmuskeln (zieht Oberkörper nach vorne unten -> Kyphose)

Das sind anatomisch gesehen eigentlich genau die Muskeln, deren Verkürzung eine Kyphose und Lordose bewirken.

Ob die Dehnübungen was bringen, kann ich (noch) nicht sagen.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Phil hat geschrieben:Ich finde es jedenfalls wirklich quatsch die hintere Oberschenkelmuskulatur zu dehnen.
So ganz kann ich das nicht nachvollziehen.
Wenn man in Rückenlage versucht, die Beine wechselseitig nach oben in die 90 Grad Stellung zu bringen, wird man sehr oft merken, dass die verkürzte hintere Oberschenkelmuskulatur das zunächst mal verhindert.

Es ist also zu fragen, ob diese Bein-Streckung auf 90 Grad nicht normal sein sollte. Und das Ziel ist doch, in die Normalstellung der WS zu kommen und zwar durch gleichzeitige Aktionen an verschiedenen Stellen.
Über eine paar Tips zu Dehnübungen für die Rückenmuskulatur auch speziell im LWS Bereich würde ich mich sehr freuen
Eigentlich sollte dies gerade durch die Schroth Übung selber funktionieren, in dem durch die geordnete Rückenlage das Hohlkreuz an den Boden gedrückt wird.

Gruss
Klaus
Phil
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Beitrag von Phil »

Servus Klaus,

ich sehe das durchaus anders. Zuerst möchte ich im Stand ohne Korsett eine Normalstellung erreichen und da wirkt sich meiner Meinung nach eine Dehnung der hinteren Oberschenkelmuskulatur negativ aus.

Wenn das geschafft ist, ist es natürlich sinnvoll auch andere Bänder zu dehnen.

Klaus, es ist doch klar, dass bei Hyperkyphose und -lordose, gewisse Bänder zu lang und andere dafür zu kurz sind. Du willst doch sicher auch die WBS Bänder nicht generell dehnen sondern nur selektiv da wo sie zu kurz sind und hoffst darauf, das sich im Gegenzug die zu langen Bänder verkürzen oder etwa nicht? Und genauso sollte es auch im Beckenbereich sein.

Wenn ich das Korsett etwa 5 Stunden getragen habe kann ich ohne Probleme auf dem Rücken liegend mit gestreckten Beinen, durch Muskelspannung die LWS sowie die gesamte BWS auf den Boden drücken und das ist deiner Meinung nach genug Dehnung?
Ich glaube nicht sonst würde ich im Stand ohne Korsett diese gerade Haltung beibehalten können.

Ich glaube darüber hinaus nicht, dass in BaSa mit Schroth alle Möglichkeiten der Therapie für Hyperkyphosen und - lordosen ausgeschöpft gewerden. Natürlich ist die Therapie unerlässlich und gut doch einige Übungen könnten verbessert werden.

Gruß, Phil
virtuelle

Beitrag von virtuelle »

Bin ebenfalls der Meinung, dass eine Streckung der vorderen Oberschenkelmuskulatur wichtig ist.
Das Gefühl, die hintere Oberschenkelmuskulatur wäre verkürzt, rührt meines Erachtens eher daher, dass meist eben auch die Muskulatur im Lendenwirbelsäulenbereich verkürzt ist und man durch die Streckung der hinteren Oberschenkelmuskulatur kompensieren möchte, dass man seine Lendenwirbelsäule nicht wölben kann, dass Becken nicht nach vorne kippen kann.

Versuch des Dehnens der Bauchmuskulatur ist sicher nicht schädlich, bin mir aber nicht sicher, ob dies überhaupt möglich ist bzw. sich die Bauchmuskulatur tatsächlich verkürzt? Richtet man sich in der BWS auf, so verlängert sich ja automatisch der Bauch. Allerdings sollte dann bei nach vorne geschobenem Becken (d.h. natürliche Lendenwirbelsäulenlordose, kein Hohlkreuz) die Bauchmuskulatur die Wirbelsäule stabilisieren. Und eine angespannte Muskulatur kann man ja nicht gleichzeitig dehnen? Vermehrte Lendenwirbelsäulelordose ist doch gerade die Folge von zu schwacher Bauchmuskulatur. Brustwirbelsäulenkyphose ist Folge von zu schwacher oberer Rückenmuskulatur, aber m.E. nicht von verkürzter Bauchmuskulatur.
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