Rückenmuskulatur trainieren. Aber wie?

Ärzte, Therapieformen, Physiotherapeuten, ...
henrike
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Beitrag von henrike »

Hallo,
mich wundert es einbißchen, dass noch niemand kimster vor gefährlichen Bauchmuskelübungen wie sit-ups gewarnt hat. Ich denke, dass sie mehr Nutzen als Schaden bringen, da die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule dabei zusammengepresst werden...Also Vorsicht!!! Liegestütze sind glaube ich auch nicht so gut... Aber ich mag mich ja irren... Ich verstehe es sowieso nicht so ganz, was die Leute mit Ihren Bauchmuskeln haben... Die tiefen zu mobilisieren, ok. Aber alles andere ist doch sozusagen nur fürs "Aussehen". Ich denke aber, dass jeder auch einen Bauch haben kann bzw. hat. Den muss man nicht durch Bauchmuskelübungen "verhärten"! Mein Sohn hat eine ganz wunderbare Aufrichtung und Haltung und gewiß keinen durchtrainierten Bauch! Er trainiert einfach durch seine täglichen Aktivitäten!
ich denke doch, dass die Zwischenwirbelmuskulatur die entscheidende ist, die mich aufrecht hält. Bitte korrigiert mich doch, wenn ich mich täusche.

Es gab schon viele (Gymnastik-)Übungen, die man früher für gut und wichtig empfunden hat, über die man aber im Laufe der Zeit festgestellt hat, dass sie doch gar nicht so gut sind! Da sollte man immer auf der Hut sein! Man kann sich selbst auf die Sportlehrer in der Schule nicht verlassen.

Im übrigen ist es meiner Meinug nach sowieso entscheidender, PERMANENT seine Wirbelsäule gut zu gebrauchen (das muss man lernen) als Muskelübungen zu machen - vor allem wenn es darum geht, nicht in eine Gewohnheit zu verfallen, hier die der Fehlhaltung.


WOZU EINEN NEUEN MOTOR, WENN NUR DIE HANDBREMSE GEZOGEN IST???

Liebe GRüße, Henrike :)
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Lynn
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Beitrag von Lynn »

mich wundert es einbißchen, dass noch niemand kimster vor gefährlichen Bauchmuskelübungen wie sit-ups gewarnt hat.
Oh, danke Henrike! Das könnte zumindest bei mir daran liegen, dass das für mich schon so selbstverständlich ist, dass ich das total vergessen hatte. Danke für den Hinweis! Ich merk's mir! Entschuldigung, kimster!
~ ehemals Ulaschatz ~
Gast123

Beitrag von Gast123 »

:halloatall:

Ich mache seit ca. 4 Monaten KG und nichts nach Schroth (hab's aber vor), und ich muss sagen, dass ich, auch wenn ich "nur" 22° und 20° habe (das reicht mir aber auch), viele Veränderungen wahrnehmen konnte. Mein Rücken ist kräftiger geworden, meine Haltung besser. :mukkies: (Endlich sind meine Schultern wieder auf gleicher Höhe :ja:) Der Therapeut, bei dem ich zuerst war (ist zum PSV Eindhoven als Therapeut gegangen :motz: :schimpf: :heul:), hatte selbst Skoliose, also denke ich, dass der weiß, wovon er spricht.
Auch weiß ich nicht, wie man sich mit Hanteltraining schaden kann? Und die Bauchmuskelübungen macht man ja, da diese Muskeln als Gegenspieler zu den Rückenmuskeln fungieren. Mir wär' eigentlich auch lieber, wenn ich die nicht machen müsste... :tot: aber ich habe alleine durch die Physiotherapie gute "Fortschritte" gemacht.

Die nächsten Stunden werde ich nach Schroth machen (jaa, ich weiß, kein Vergleich zur Kur, aber die kommt auch noch ^^) und dann kann ich ja für mich herausfinden, was mir besser liegt ;)

So, nachdem ich alle Smilies durchprobiert habe, wünsch ich noch einen schönen Abend.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

ula hat geschrieben:Hast du eigentlich das Gefühl, dass dich diese versucht korrekte Ausführung der Bewegungen etwas limitiert, was die Gewichte angeht
Ganz eindeutig ja!
Im Vergleich zu den anderen Geräten und im Vergleich zu "ähnlich strukturierten" Leuten :) im Studio, habe ich da ein Manko.
Gottseidank sind die Zeiten längst vorbei, als noch gemogelt wurde. Da wurde dann nach dem Training das Gewicht schnell höhergesteckt, um vor den anderen besser da zu stehen. :D
Und machst du eine Ausführung eher langsam oder wie alle anderen auch?
Diese Rückenübung mache ich im Zweisatz, im Gegensatz zur Studio Einsatz-Theorie. Zwei andere Übungen dazwischen. Die Ausführung ist sowieso langsam, das ist auch Studio Philosophie.
Ich selbst mache diese giftige Einrollübung nun auch schon seit einer Weile, allerdings hab ich sie für mich etwas modifiziert. Ich erreiche die gewünschen Muskelgruppen nämlich ohne Einrollen, jedenfalls sagt mir das mein Körpergefühl.
Meine Übung lässt das komplette Einrollen sowieso nicht zu. Bislang habe ich gedacht, dass es eigentlich auch nicht giftig sein kann, wenn beim Ausrollen gewährleistet ist, dass man in die Korrekturstellung geht und dort auch kurz verbleibt. (Kyphose Korrektur!)
Nachdem ich in BaSa gehört habe, dass es ja um die muskuläre Fixierung der Kyphose/Skoliose WS -Situation gehen sollte, bin ich ein bischen verunsichert.
Es ist im Grunde die alte Diskussion: Stabilisation, Mobilisation.
Nur wenn ich merke, dass meine Rückenmuskulatur mich gerade hält und ich auch nicht dass Gefühl habe, dass diese "flexible" Muskulatur mich nach vorn zieht, dann sollte es ok sein.

Aber viele von meinen Betrachtungen gelten wie gesagt erst mal nur für die Kyphose. Da kann man sich das auch am besten vorstellen.
Dein Skoliose Rücken geht ja durch das Gerät in keinerlei Korrekturstellung!
Das musst Du durch Deine Haltung erreichen.

Gruss
Klaus
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Beitrag von Klaus »

henrike hat geschrieben:mich wundert es einbißchen, dass noch niemand kimster vor gefährlichen Bauchmuskelübungen wie sit-ups gewarnt hat
Doch hier:
Klaus hat geschrieben:Aber bitte alles nur mit den individuellen Schroth Kenntnissen, Sit-ups sind z.Bsp. bei Kyphose "tötlich".
Und es gab auch diese Aussagen:
kimster hat geschrieben:jop die bauchmuskulatur is mir auch sehr wichtig, und deshalb mach ich jeden tag den Käfer, 100 mal..
BZebra hat geschrieben:Käfer ist wohl so die wichtigste Bauchmuskelübung, die man bei Schroth macht.
Wo vor soll man noch warnen?
henrike hat geschrieben:Im übrigen ist es meiner Meinug nach sowieso entscheidender, PERMANENT seine Wirbelsäule gut zu gebrauchen
Das ist die Theorie, aber die Anzahl der Rückenschmerzpatienten und der Fitness Studios sagen etwas anderes.

Gruss
Klaus
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Beitrag von Klaus »

gast123 hat geschrieben:Auch weiß ich nicht, wie man sich mit Hanteltraining schaden kann?
Indem man nicht die individuellen Beckenkorrekturen (richtige individuelle Korrekturstellung) macht.
Beim Gerätetraining ist die Gefahr der falschen Haltung wesentlich geringer.

Ich hoffe, der Therapeut hat Dir das beigebracht. Wenn nicht, dann wird es Zeit für eine REHA.

Gruss
Klaus
henrike
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Beitrag von henrike »

@klaus

Ich denke, dass sit-ups generell "tötlich" sind, nicht nur bei kyphose. Ferner hat Gast 123 von seinen Bauchmuskel-übungen geschwärmt, und da muss man einfach differenzieren. Bauchmuskelübung ist nicht gleich Bauchmuskelübung...es gibt wohl solche und solche! BZebra hat die sit-ups auch erwähnt (dass man damit nicht viel erreiche) aber gewarnt hat sie nicht davor!

Nicht jeder der Leser hat Schroth-Erfahrung, kennt aber vielleicht Bauchmuskelübungen. Und damit er die nicht einfach macht, sondern evtl. vorher gelesen hat, dass diese auch schaden können, habe ich meine "Warnung" ausgesprochen. Es passsiert oft, dass man es gut meint, aber das Gegenteil herauskommt. Das kann bei Trainier-Eifer auch passieren.

Zu Deiner Aussage mit der Anzahl der Schmerzpatienten und der Fitness Studios möchte ich bemerken, dass wenn diese Ihre Wirbelsäule gut gebräuchten, sie wohl keine Schmerzen hätten und auch nicht trainieren müssten. ( das gilt natürlich nicht für erbliche Krankheiten und Unfallkranke! Aber auch diese können mit einem guten Gebrauch Ihre Schmerzen erheblich verringern!)Ich glaube auch nicht, dass Fitness Studios eine notwendige Einrichtung darstellen. Das ist vielleicht so wie mit Leuten , die sich einen Hund anschaffen, weil sie sonst nicht spazieren gehen würden. Entschuldige , wenn das jetzt etwas hart ist, aber ich habe da halt andere Ansichten... bin halt sehr vom Alexandertechnischen Gedankengut geprägt... vielleicht lernst Du das ja auch noch kennen?

Und danach zu entscheiden, was die Menge tut...Ich halte das für bedenklich! Vielleicht ist es nur Geschäfte-Macherei?! Ich halte z.B. den Slogan von Kieser " Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz" für absurd. Aber viele Leute mögen darauf hereinfallen, und vielen mag Kieser auch helfen.

Liebe Grüße...Henrike

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BZebra
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Beitrag von BZebra »

henrike hat geschrieben:BZebra hat die sit-ups auch erwähnt (dass man damit nicht viel erreiche) aber gewarnt hat sie nicht davor!
Es kommt darauf an wie man die macht. Mit Kissen unter der Lende, Blick während der ganzen Übung an die Decke fixiert und als Skoliotiker - mit Flachrücken(tendenz) - geht das schon.

Wird in Sobernheim als eine von einer ewig langen Reihe von Bauchmuskelübungen mitunter auch gemacht.
Und damit er die nicht einfach macht, sondern evtl. vorher gelesen hat, dass diese auch schaden können, habe ich meine "Warnung" ausgesprochen. Es passsiert oft, dass man es gut meint, aber das Gegenteil herauskommt. Das kann bei Trainier-Eifer auch passieren.
Ja, hast du natürlich vollkommen Recht. Der Otto-Normal-Verbraucher macht die Sit-Ups wahrscheinlich vollkommen falsch und rückschädlich, wie man es halt in der Schule vielleicht irgendwann mal gelernt hat.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

henrike hat geschrieben:Ich denke, dass sit-ups generell "tötlich" sind, nicht nur bei kyphose
Also in Bad Salzungen gibt es beim Gerätetraining den AB Roller, der imitiert "fast einen sit-up". Den hab ich sogar benutzt, weil das bei meinem Flachrücken völlig ok ist und meine tiefe Kyphose mit dem Scheitel am Boden bleibt.
Wie BZebra schon gesagt hat, ist das bei richtiger Bewegungshaltung auch bei Skoliose kein Problem.

Und es kommt auch auf die Definition des sit up an, ich kenne das von früher sogar noch als Ausführung auf einer Schrägband, also eine fast komplette Einrollung. Da ist für alle Kyphose-Arten am besten zu erkennen, dass das nun völlig falsch ist.
BZebra hat geschrieben:Der Otto-Normal-Verbraucher macht die Sit-Ups wahrscheinlich vollkommen falsch und rückschädlich, wie man es halt in der Schule vielleicht irgendwann mal gelernt hat.
Und deswegen sollte man wohl generell davor warnen, die Schrothianer wissen sowieso, ob sie das in Spezialfällen machen können oder nicht.
Ausserdem gibt es jede Menge anderer Übungen, die den Rücken am Boden lassen.
henrike hat geschrieben:Und danach zu entscheiden, was die Menge tut...Ich halte das für bedenklich! Vielleicht ist es nur Geschäfte-Macherei?! Ich halte z.B. den Slogan von Kieser " Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz" für absurd. Aber viele Leute mögen darauf hereinfallen, und vielen mag Kieser auch helfen.
Für einen normalen Rücken finde ich das vollkommen ok!

Es ist nun mal Tatsache, dass Leute sich immer weniger bewegen und über Rückenschmerzen klagen, die bislang meistens mit Spritzen und Tabletten behandelt wurden. Gottseidank hat sich das gewandelt und viele Orthopäden und andere Ärzte propagieren die Bewegung als Therapie.
Wenn das nicht in ausreichenem Maß geschieht, aus welchem Grund auch immer, ist so ein Fitness Studio durchaus eine gute Möglichkeit. Diese Tatsache kann man nicht einfach dadurch wegwischen, in dem man seine eigene positive andere Handlungsweise dagegen stellt.

Bei Kyphose/Skoliose muss man sich dann sowieso mehr Gedanken machen und kann beim Fitness Training auch individuelle Schroth Elemente mit einbringen, abgesehen davon, dass die Endorphine und sonstige Wellness Komponenten in einem solchem Studio (incl. menschliche Begegnungen) nicht zu unterschätzen sind. :)

Gruss
Klaus
henrike
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Beitrag von henrike »

@klaus

ich möchte nichts wegwischen... Es ist oft nur leider so, dass die Menschen für Ihre Schmerzen durch Fehlhaltung selber verantwortlich sind, ihre Verantwortlichkeit dafür aber noch nicht erkannt haben. DAs ist auch schwierig, wenn einem die Ärzte oder andere Menschen, wie z.B. Therapeuten das nicht sagen, sondern einem das Gefühl geben, man muss sich mit seinem Leiden abfinden und schlimmstenfalls Schmerzmittel nehmen.Es ist halt schwierig kompetente Menschen zu finden. Und oft weiß die Schulmedizin nicht weiter, obwohl es eine ganz einfache Antwort gibt. Ausserdem sind Fehlgebrauch und seine Begleiterscheinungen so verbreitet, dass es schon fast normal ist. Die Menschen sehen oft gar nicht, was für eine mechanisch unangemessene Körperhaltung ihre Mitmenschen haben, weil man das ja überall sieht... auf der Strasse, im Fernsehen, in Prospekten...bei Orthopäden...

Vielleicht müssten ja die Menschen Ihre Muskeln gar nicht so stark trainieren - wenn überhaupt - wenn sie mehr Muße für Ihren guten Gebrauch hätten?! Bei mir ist die Reihenfolge halt eine andere. Und das erscheint mir logischer, da ich die Ursache bekämpfen möchte. Muskeltraining findet ja bei jeder Bewegung statt.


Ich frage mich, ob wir eine verschiedene Vorstellung von sit-up haben: ich meine die Übung, bei der die Beine aufgestellt sind und man mit dem Oberkörper hochkommt-entweder gerade oder schräg. Und dabei werden die Bandscheiben gequetscht, durch das zusammenspiel von Iliapsoas und Bauchmuskeln. Das bei den anderen Übungen wie Schere dabei zu achten ist, dass die LWS auf dem Boden bleibt ist klar. Aber ich verstehe nicht, wie ein Kissen unter der LWS die von mir gemeinte sit-up Übung "verbessern "kann?! aber vielleicht sprachen wir ja von verschiedenen Dingen... ich kenne die Kurhäuser beide nicht und kann deswegen auch nciths zu deren Übungsgeräten sagen...

Liebe Grüße...Henrike :)
Laetitia
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Beitrag von Laetitia »

Hallo!

@Hendrikje: es kann aber nicht sein, daß Du alles ein bißchen einseitig beurteilst, da Dein Mann ja "Alexander-technik" vermittelt???

Natürlich hast Du tendenziell Recht und man ist schon verantwortlich für seine Haltung und den "guten" Gebrauch ( was auch immer das im Einzelfall sein mag - kann ja ganz unterscheidlich sein) seines Rückens ( wie ich finde : seines ganzen Körpers - dazu würde dann auch gehören z.B. nicht zu rauchen, sich gesund zu ernähren , sich zu bewegen etc. etc)

Aber: eines vergisst Du dabei: es gibt Arbeitsplätze die es z.B: nicht zulassen sich gesund zu bewegen und den Rücken gesund zu gebrauchen. Da werden z.T. eben Zwangshaltungen eingenommen die nicht grade gut sind. Das betrifft sowohl Büroarbeitsplätze als auch welche in der Produktion, im Baugwerbe etc. etc. ich könnte die Liste endlos weiterführen. Und glaube mir : ich weiss wovon ich spreche - arbeite nämlich selber in der Produktion. ...

Aber mal ganz ehrlich: bevor ich wg. meinem Rücken zuhause hocke und ALG 2 beziehe, arbeite ich lieber für mein Geld - auch wenn es meinem Rücken nicht immer gut tut ( und ich das ganz genau weiss)!

LG Laetitia
henrike
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Beitrag von henrike »

@laetitia
"es kann aber nicht sein, daß Du alles ein bißchen einseitig beurteilst, da Dein Mann ja "Alexander-technik" vermittelt???"

Ich bin mir zwar nicht sicher, ob Du wirklich eine Antwort auf diese Frage möchtest, da sie so rhetorisch gestellt ist, aber ich beantworte sie trotzdem mal.

Ich wüßte nicht, was der Beruf meines Mannes mit meiner Sichtweise zu tun hat!!! Er könnte genauso gut Schornsteinfeger sein. Meine Sichtweise beruht auf meinen Erfahrungen, die ich durch meine Skoliose gesammelt habe - mit und ohne Alexandertechnik. So wie andere hier Ihre positive Erfahrung mit Schroth u.a.beschreiben, schildere ich hier meine positive Erfahrung mit der AT.

Deinem Beitrag nach zu urteilen, weißt du nicht, was diese Technik ist. Ich kann es Dir auch ncith verdenken, denn auch wenn man sich Informationen einholt, halt man nur eine Ahnung davon. Es ist sehr schwierig zu beschreiben, weil man es erfahren muss. man muss erfahren, wie gut man sich danach fühlt, wie schlecht man sich auf seine kinästhetische Wahrnemung verlassen kann, wie unfähig man daduuch ist, das zu tun, was man eigentlcih tun will....

"...man ist schon verantwortlich für seine Haltung und den "guten" Gebrauch ( was auch immer das im Einzelfall sein mag - kann ja ganz unterscheidlich sein) seines Rückens ( wie ich finde : seines ganzen Körpers - dazu würde dann auch gehören z.B. nicht zu rauchen, sich gesund zu ernähren , sich zu bewegen etc. etc)"

Wenn ich von gutem Gebrauch des Rückens spreche, meine ich einen, der für die WS mechanisch sinnvoll ist. Natürlich ist auch ein guter Gebrauch der anderen Körperteile erstrebenswert (die AT ist sowieso ganzheitlich), da wir hier aber Rückenleiden besprechen, rede ich oft nur von der WS. Und da wir ja alle die gleichen Gelenke, Muskeln,Wirbel, Bänder etc. haben, gibt es da auch nicht so viele Unterschiede im "guten" Gebrauch, denke ich.

"Aber: eines vergisst Du dabei: es gibt Arbeitsplätze die es z.B: nicht zulassen sich gesund zu bewegen und den Rücken gesund zu gebrauchen. Da werden z.T. eben Zwangshaltungen eingenommen die nicht grade gut sind. Das betrifft sowohl Büroarbeitsplätze als auch welche in der Produktion, im Baugwerbe etc. etc. "

Nein, das habe ich nicht vergessen! Es ist auch kein Widerspruch. diese Leute gehören gerade zur Zielgruppe der AT!! Viele Musiker machen sie auch, z.B. Geiger, die ja auch beim Spielen eine Zwangshaltung einnehmen... und das sogar freiwillig! Ist ja auch völlig i. O. , es schließt sich nicht mit der Philosophie der At aus, die Entscheidung zu treffen, Geige zu spielen, zu tanzen, im Büro zu arbeiten etc. Die Frage ist nur wie man das tut. ( Nämlich mit "freiem Hals" - das ist AT-Jargon)Und da hilft einem die At eben, überflüssige Muskelanspannung abzubauen. Bei Büroarbeitern ist es oft so, dass sie ihrem Arbeitsplatz die Schuld für ihre Rückenschmerzen geben. Ich denke, dasist falsch, da man Möglichkeiten hat, seine Arbeitssituation zu verbessern. Man kann sich z. B. den Arbeitsplatz ergonomisch einrichten, dafür sorgen, dass man einen angemessenen Stuhl hat ( man muss sich ja nicht it de Gegebenheiten abfinden!!!),kann mal aufstehen, sich ein Headset besorgen, Tastatur und bildschirm in angemessener Weise platzieren, schließlich darauf achten, sich nicht unangemessenerweise zu verspannen.... es gibt so viele Möglichkeiten, wie man sich selber helfen kann. Wenn ich etwas vom Boden aufheben möchte, kann ich selber entscheiden, wie ich mich bücke!

AT hat nichts damit zu tun, dass man sich nur noch schonen soll!!!



Informiere Dich doch einfach, um was es sich handelt!
Ich denke, dieses Forum ist offen für neue Anregungen. Und Schroth ist meiner Meinung nach nicht das einzige, was hilft. AT ist sicherlich eine sehr sinnvolle Ergänzung zu Schroth und wenn einer gerade keine Muße für Schroth hat, eine gute Art, sich selbst zu helfen, ohen spezielle Übungen zu machen. Es gibt zwar Über die AT noch keine Studien, mein Mann sieht aber täglich den Erfolg dieser Technik bei seinen Schülern( so heißen die Patienten) und ich erfahre es an mir selber.

Lieben Gruß...henrike
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kimster
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Beitrag von kimster »

leute ma ne andere frage was mir jetzt die letzte zeit verstärkt an meinen muskeln aufgefallen ist. Also ich mach ja wie ihr wisst auch schroth und zwar intensiv jeden tag ohne ausnahme. Und am anfang hat es in meiner schwachen seite ziemlich stark gezogen, also ich habe gemerkt, dass der muskel schwach war und jetzt durch das schroth richtig was zu knabbern hatte. Nachdem ich das jetzt aber einige zeit gemacht habe, fällt mir auf, dass meine schwache seite immer weniger zieht oder den anschein tut als wär sie noch schwach, denn ich spüre es gar nicht mehr ziehen. Is das nun ein gutes oder ein schlechtes zeichen? :eek:
Wenn man nun als beispiel den muskelzylinder im stand hernimmt oder die seitlage, dann hat es am anfang auf meiner schwachen seite immer gut spürbar gezogen nun aber garnicht mehr. :/
[img]http://img218.imageshack.us/img218/1071/sigvi5yp7.jpg[/img]
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Beitrag von BZebra »

kimster hat geschrieben:dass meine schwache seite immer weniger zieht oder den anschein tut als wär sie noch schwach, denn ich spüre es gar nicht mehr ziehen. Is das nun ein gutes oder ein schlechtes zeichen? :eek:
Wenn man nun als beispiel den muskelzylinder im stand hernimmt oder die seitlage, dann hat es am anfang auf meiner schwachen seite immer gut spürbar gezogen nun aber garnicht mehr. :/
Ist ein gutes Zeichen, so soll es sein.

Lass dir von deiner KG erklären wie du die Übung schwieriger gestalten kannst (das bein weiter nach oben, mehr zur Seite und nach vorne gehen, leicht dabei wippen, möglichst lange ohne Pause halten, z.B. 5 oder 10 Minuten am Stück). Schau dass du die Übung so intensivierst, dass es dabei wieder weh tut.
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Beitrag von Klaus »

Hallo henrike,
henrike hat geschrieben:ich möchte nichts wegwischen... Es ist oft nur leider so, dass die Menschen für Ihre Schmerzen durch Fehlhaltung selber verantwortlich sind, ihre Verantwortlichkeit dafür aber noch nicht erkannt haben. DAs ist auch schwierig, wenn einem die Ärzte oder andere Menschen, wie z.B. Therapeuten das nicht sagen, sondern einem das Gefühl geben, man muss sich mit seinem Leiden abfinden und schlimmstenfalls Schmerzmittel nehmen
Ich habe ja gesagt, dass die Ärzte die Bewegung als Therapie gottseidank erkannt haben. Und ich bin mir auch sicher, dass die meisten Leute in einem Fitness Studio diese Eigenverantwortlichkeit auch erkannt haben.
Es geht heute nicht mehr unbedingt um die dicken Muskelpakete, da hat sich sehr vieles geändert. Auch die Altersstruktur ist sehr breit und gerade bei den Älteren kann man schon von dem erweiterten Bewusstsein der Körperfunktion ausgehen. Und es gibt auch viele Jüngere, die das Training wirklich ernsthaft und langfristig machen, obwohl bei denen die unterschiedlichsten Sportarten bereits nach einem halben Jahr Fitness Training die entscheidende Motivation sein können.

Deswegen sehe ich die wachsende Zahl von Fitness Studio Benutzern durchaus als positives Kriterium.

Wie man aus der fehlenden Bewegungsarmut und auch Fehlhaltung herauskommt, ist sicherlich mit den unterschiedlichsten Lösungen zu realisieren. Und es wird auch selbstverständlich eine Konkurrenz der verschiedenen Verfahren geben, das ist dann Überzeugungsabeit und persönliche Entscheidung.
Aber ich verstehe nicht, wie ein Kissen unter der LWS die von mir gemeinte sit-up Übung "verbessern "kann?!
Wahrscheinlich ist nur die Druckminderung durch den Boden gemeint.

In Bad Salzungen haben wir gelernt, in der Rückenlage nur so aufzustehen, dass man sich auf eine Seite rollt und dann mit den Armen stützend aufsteht. Das sollte eigentlich sowieso die bevorzugte Methode sein. D.h. man braucht das direkte "hochkommen" nicht und somit auch nicht den situp, der diese Bewegung ja muskulär unterstützt.
Leider gibt es immer wieder Ausnahmen, selbst bei Orthopäden sind die Liegen so schmal, dass es gar nicht anders geht. :)

Aber generell gebe ich Dir recht, das es andere Übungen gibt, bei denen der Rücken insgesamt am Boden bleibt.
Ich habe zuhause den AB King Pro, ein Gerät, bei dem der Rücken immer gerade an der beweglichen Rückenlehne anliegt.
Und im Fitness Studio sitze ich an einem Gerät, das meine BWS bis zum Anfang meiner Kyphose leicht nach vorn bringt. Das ist auch gut bei meinem Flachrücken und evtl. Bewegungen in meinem Kyphose Bereich werden auch immer in der Gegenbewegung durch das Andrücken an der Rückenlehne wieder ausgeglichen bzw. korrigiert.
Ich habe das mal beschrieben, weil es hier auf das eigene richtige Körpergefühl ankommt und das lernt man eigentlich kostenlos in einer REHA. Danach kann man sich schon auch in anderen Richtungen orientieren, wenn man das möchte oder auch nur neugierig ist.

Motivation für mich ist auch das Experimentieren. :)

Gruss
Klaus
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Beitrag von henrike »

@klaus

"n Bad Salzungen haben wir gelernt, in der Rückenlage nur so aufzustehen, dass man sich auf eine Seite rollt und dann mit den Armen stützend aufsteht. Das sollte eigentlich sowieso die bevorzugte Methode sein. D.h. man braucht das direkte "hochkommen" nicht und somit auch nicht den situp, der diese Bewegung ja muskulär unterstützt. "

Da bin ich aber froh! :)


Sag man, was völlig anderes, wie machst Du das immer mit den Zitaten? Wäre Dir sehr dankbar, wenn Du es mir verraten könntest!


Lieben Gruß....Henrike ;D
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Dalia
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Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

Hallo Henrike und Klaus, habe euren Dialog in einen eigenen Thread gestellt: viewtopic.php?t=8787
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Lori
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Beitrag von Lori »

Ich denke wenn es um Kräftigung der gesamten Muskulatur geht sollte
ein Punkt (neben Schroth) nicht fehlen und das ist "Schwimmen". Keine Fittnesstraining der Welt beansprucht gleichzeitg mehr Muskeln. Seit ich 5 mal täglich, früh vor der Arbeit, gute 30-45 min schwimme habe ich Muskeltechnisch sehr gute Vorschritte erziehlt, auch im Bauchmuskelbereich. Den großen Vorteil den ich sehe, ist ein "gleichmäßiger" Aufbau der Muskulatur speziell auch der kleineren Muskelgruppen, die man durch "normales" Krafttraining kaum, oder zumindest schwer erreicht. Meiner Meinung nach ist Schwimmen eindeutig die erste Wahl bei Wirbelsäulenbeschwerden aller Art.
Gast

Beitrag von Gast »

Du gehst fünf mal täglich schwimmen? Ich schaffe höchstens ein mal täglich. Schwimmen finde ich auch ideal, es entlastet die Wirbelsäule und man kann ja auch gezielt in die schwache Seite atmen während des schwimmens. Am liebsten gehe ich ins Freibad.
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Beitrag von kimster »

gibt es irgendeine bestimmte schwimmtechnik die man anwenden sollte? Brust oder Kraulen? Oder kann man sich das selber aussuchen? :D Weil ich hasse brustschwimmen, ich bevorzuge kraulen mehr.
[img]http://img218.imageshack.us/img218/1071/sigvi5yp7.jpg[/img]
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