Stationäre An- und Abschulung

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
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Toni
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Stationäre An- und Abschulung

Beitrag von Toni »

[equote="J-Maria ( Zitat aus http://skoliose-info-forum.de/viewtopic ... 0707#50707 )"]An solchen Beispielen verdeutlicht sich immer wieder der Vorteil einer Stationären Korsettanschulung.
Z. B. im Behring-Krankenhaus (Berlin) müssen die Mädels und Jungs (außer den Terminen beim OT und KG) zusätzlich regelmäßig zu Druckstellenkontrolle zu den Schwersten um ihre Druckstellen zu zeigen/kontrollieren.
Die Schwestern haben damit sehr viel Erfahrung und geben den Kids und auch den Eltern die wichtigen Tipps.[/equote]
Es ist eine harte Entscheidung! Zur OP-Vermeidung muss aber OHNE Korsettpause und OHNE Korrekturverlust durchgepowert werden.
@ J-Maria: Das ist für mich KEIN Argument für klinische Korsett-Einschulung!
Bei 60° und dem Druck, den ein Rahmouni bei einem Fall, in dem es um OP Vermeidung geht, würden die Emil von Behring-Leute vermutlich das Korsett als "untragbar" zurückweisen.
Hunderte von Korsett-Patienten von Rahmouni schaffen es ohne Krankenhaus bei viel höheren Korrekturdrücken als bei Nahr-Korsetten. Das ist so. Die meisten offenen Druckstellen treten eh nicht in der ersten Korsett-Woche auf sondern viel später.

Ich würde eher empfehlen Bepanthen-Wundsalbe und dann z.B.
cica-care-Silikongelplatten drüber:
http://www.russka.de/index.php?id=80&pg=37&artikel=3097
darüber und das Korsett drauf, so brutal das klingt!
Es gibt rel. viele Power-User die trotz offener Druckstellen weitergepowert haben, weil sie für sich eine Prioritätsentscheidung getroffen haben: Hautschaden oder OP.
Die Entscheidung sollten keine Krankenschwestern treffen, sondern nur die Korsett-Patientin selbst zusammen mit der Unterstützung ihrer Hautärztin.

Es ist etwas problematisch zu empfehlen, daß eine österr. Korsett-Patientin mit einem Rahmouni-Korsett zu einer klinischen Einschulung sich in einer Berliner Uniklinik einweisen lassen sollte, abgesehen von den Kosten.

Gruß Toni
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J-Maria
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Beitrag von J-Maria »

Toni hat geschrieben: Es ist etwas problematisch zu empfehlen, daß eine österr. Korsett-Patientin mit einem Rahmouni-Korsett zu einer klinischen Einschulung sich in einer Berliner Uniklinik einweisen lassen sollte, abgesehen von den Kosten.
Toni,
ja es wäre problematisch, wenn es so wäre!
ich habe Elfi nicht empfohlen ihren Therapeuten zu wechseln.
Was redest du denn :eek:
Meiner Meinung nach, habe ich es nicht mal unmissverständlich ausgedrückt. Deshalb habe ich meine Äußerung von dem Posting an Elfi farblich abgesetzt und zusätzlich geschrieben „PS allgemein“.

Was ist denn so schlimm, dass ich zu aktuellem Thema, meine Meinung sage.
Ist es das, das es nicht mit deiner übereinstimmt?????

Ich habe jetzt zwei mal überlegt, ob ich darauf antworten soll.
Ich finde nicht, dass alle ihre Korsette klinisch anschulen müssen.
Aber wenn ich der Meinung bin, dass es durchaus offensichtliche Vorteile hat, ein Korsett klinisch anzuschulen, dann darf ich das hier doch äußern oder nicht.
Einige der Vorteile ist:
der OT sieht in dieser Zeit wie der Körper reagiert und kann individuell den Druck anpassen.
Die Schwestern sehen nach den Druckstellen und können gleich reagieren/behandeln, bevor es soweit kommt, dass die geplante Tragezeit reduziert werden muss.
Glaub mir, die arbeiten dort mit System und haben viel mehr Erfahrung mit Druckstellen, als wir alle hier im Forum zusammengenommen.
Der Ziel ist für jeden definiert: 23 h nach einer Woche – die meisten schaffen das.
Ich finde es ist ein Riesenvorteil, wenn man in der ersten Woche mit seinem Korsett vom kompetenten Team (Orthopädietechniker, Physiotherapeuten, Ärzte und Krankenschwestern) umgeben ist. Abgesehen von der Fachbetreuung, hast Du jederzeit erfahrene Leute um sich auch um Fragen zu stellen, die sich bei Anschulen ergeben.
Viele Kids empfinden es auch von Vorteil, dass sie während diese Woche andere Kinder in ihrem Alter kennen lernen, die auch gerade anschulen.
Ich weiß ja nicht, wie es woanders aussieht, wenn stationär angeschult wird; kenne das nur vom Behring.
Als meine Tochter angeschult hat und man hat ihr angeboten, während des Wochenendes nach Hause zu gehen, hat sie abgelehnt. Genauso ihre gleichartige Zimmergenossin, beide haben sich dafür entschieden den Aufenthalt auf der Station am Samstag u. Sonntag nicht zu unterbrechen.
Die beiden und auch die anderen Kinder, haben sich da richtig wohl gefühlt.
Auch andere Eltern und Kinder bestätigen das.
Mehr Ferienlagerstimmung als Krankenhaus-Gefühl habe ich dort mitbekommen; ich habe sie abends fast jeden Tag besucht, da damals gerade nur 5 km von unserer Adresse entfernt.
Es hat mir auch gut getan, mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen, deren Kinder zu gleichen Zeit, Gleiches erleben.
Ich hätte mir für meine Tochter keinen besseren Start in ihre „Korsett-Zeit“ wünschen können, als die die sie hatte. Und je länger ich mich mit dem Thema Skoliose und Korsettanschulung befasse, u. a. auch hier im Forum, desto mehr bin ich davon überzeugt.

Toni:
Die Entscheidung sollten keine Krankenschwestern treffen, sondern nur die Korsett-Patientin selbst zusammen mit der Unterstützung ihrer Hautärztin.
Toni, ich weiß es nicht sicher, aber ich vermute, dass du keine Hautärztin findest, die über mehr Erfahrung mit Korsett-Druckstellen verfügt, als die Schwestern der Stat. 25 aus dem Behring-Krankenhaus.

Toni:
@ J-Maria: Das ist für mich KEIN Argument für klinische Korsett-Einschulung!
In Ordnung. Für Dich kein Argument. – Akzeptiert.
Ich bin da halt, aus Erfahrung, anderer Meinung.
Akzeptiere aber, dass du anders darüber denkst.

Toni:
Bei 60° und dem Druck, den ein Rahmouni bei einem Fall, in dem es um OP Vermeidung geht, würden die Emil von Behring-Leute vermutlich das Korsett als "untragbar" zurückweisen.
Deine Vermutung! – ist ok, du darfst vermuten was du willst und auch als Vermutung äußern.

Toni:
Hautschaden oder OP.
Das ist hier nicht die Frage. Wenn man in einem gutkorrigierenden Korsett zu tun hat und sich für die Anschulung einige Wochen mehr Zeit nimmt, heißt es nicht gleich OP.
Niemand liegt gleich auf dem OP-Tisch nur weil der Druck in einem gut korrigierenden Korsett nach und nach gesteigert wird. Dafür sind die Träger schneller auf 23h.- Im Ergebnis nicht schlechter als mit Rahmouni-Methode.
Und auch größere Skolis, wie bei Elfis Tochter, werden im Behring mit Korsett behandelt.
Keine Vermutung – eine Tatsache.

Gruß
Justyna-M
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Toni
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Beitrag von Toni »

Klinische Korsett-Anschulung......
für mich ein echtes Reizthema

Ich kennen ca. 10 Patienten persönlich, die mir von ihren Klinischen Korsett-Anschulungen live berichtet haben.
Das waren fast alles Unikliniken (Dresden, Hessing-Augsburg, München, Heidelberg, Köln, Münster, Innsbruck, und ehem. Olga-Stuttgart-Patienten).
Es waren fast alles grauenhafte Horror- und Foltergeschichten!

Die Kinder und Jugendlichen wurden GEZWUNGEN die Korsette nach einem starren, ärztlich vorgegebenen Zeitplan zu tragen. Dabei waren meistens 23 h in 7 Tagen zu erreichen.
Um dieses starre Zeitraster einzuhalten wurden Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Schlafmittel und teilweise Psychopharmaka eingesetzt. Teilweise wurden die Patienten ins Bett gefesselt :eek: wenn sie mehrmals verzweifelt versucht haben sich eigenmächtig aus den Korsetts zu befreien!!!
Bei Druckstellen gingen die Korsetts zurück in die Werkstatt, die OT´s mussten Pelotten abschleifen oder durch warmmachen Druck rausnehmen, in vielen Fällen bis kaum noch Primärkorrektur da war.
Das 23-Stundenziel war den Ärzten meistens wichtiger als sehr gute Primärkorrektur und eigene Willenskraft-Motivation der Patienten.

Ich habe mich auch schon mit Dr. Hoffmann und Rahmouni über die alten Zeiten unterhalten als sie beide noch im Olga waren oder danach noch mit dem Olga auch für klinische Korsett-Anschulungen zusammengearbeitet haben.
Die klinische Korsett-Anschulung hat sich definitiv NICHT bewährt.
Nicht einmal das Primärkorrektur-Kontrollröntgen in einer Klinik hat sich bewährt. (Rahmounis "Höllenfahrt"- Patienten hätten es ins Olga viel näher!)

Wenn sich Patienten und deren Eltern gegenseitig zum Erfahrungsaustausch kennenlernen wollen, dann ist dafür z.B. die veranstaltungen von SKOLIOSE AKTIV e.V. ein ideales Forum.
In einer klinischen Einschulungswoche lernen Patienten nur andere Patienten auch in der Einschulungswoche kennen. Das selbe gilt für Eltern von Anfängern.
Bei den Skolioserunden kommen aber Anfänger, Fortgeschrittene, Ehemalige und Operierte zusammen. Da entsteht erst ein fruchtbarer und motivierender Erfahrungsaustausch auch über Generationen hinweg.

Die Korsett-Anschulung im "Behring" scheint eine einmalige und sehr lobenswerte Ausnahme zu sein!

Deshalb kann und darf eine Klinische Korsett-Anschulung nur dann empfohlen werden, wenn diese im "Behring" stattfindet.
Offensichtlich läuft das nur dort liebevoll und kompetent ab.

Aber wegen der Motivation muss niemand, der ein Rahmouni-Korsett hat nach Berlin reisen. Im Gegenteil. Eine 60° Skoli die extrem hochmotiviert ist eine drohende OP zu vermeiden muss eher gebremst werden!

Und zum Auftragen der richtigen Salben und Hautpflegemittel ist auch keine Reise von Süddeutschland oder Österreich nach Berlin erforderlich, das sollte eine lokale Hautärztin schon in Griff bekommen.

Offene Druckstellen kommen ja nicht nur bei jugendlichen Korsett-Trägern vor, sondern auch bei Beinamputierten, Gehapperate-Patienten, nach Venenentzündungen, und besonders bei bettlägerigen Patienten in der Geriatrie, wo das besonders schlecht heit und viel pflegerisches Können und Know-How (Wundmanagment) erfodert.
Dieses Know-How ist NICHT NUR auf die Schwestern der Station 25 des Behring beschränkt. (Dieses Know-How hat zum Beispiel jede gute AltenpflegerIn oft noch mehr als Hautärzte.)

Ich halte es nach wie vor SEHR KRITISCH, pauschal eine klinische Korsett-Einschulung zu propagieren.

Das gilt NUR für das Behring und für sonst NIRGENS.

Ich stimm Dir zu, daß wer das will, der sollte nach Berlin kommen.

Ansonsten bin ich unverändert der Meinung, daß gerade für eine/n angehende/n Korsett-TrägerIn die Freiheit der eigenen Entscheidung und eine stressfreie Angewöhnung in gewohnter häuslicher Umgebung, ohne Schulunterbrechung, ohne Zusatzkosten für die Versichertengemeinschaft ein sehr guter Weg ist.
Über 2000 Rahmouni-Patienten in den letzten 20 Jahren haben überwiegend erfolgreich bewiesen, daß es auch ohne Klinik geht.
Für die allermeisten wäre es zusätzlich ein Alptraum, zum Korsett-Schock auch noch in ein Krankenhaus zu müssen.
Das "Behring" ist in dieser Hinsicht wirklich die EINZIGE und rühmliche Ausnahme!
Sei also froh daß Deine Tochter dieses große Glück hatte in Berlin zu leben und dort versorgt zu werden.

Gruß Toni
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Beitrag von Sabi »

Toni hat geschrieben: Für die allermeisten wäre es zusätzlich ein Alptraum, zum Korsett-Schock auch noch in ein Krankenhaus zu müssen.
Da kann ich Toni nur zustimmen.
Wenn ich von mir ausgehe, muss ich sagen, dass für mich eine stationäre Anschulung einen Eingriff in meine persönliche Freiheit bedeutet hätte. Alleine schon durch die Tatsache, in ein KH zu müssen, hätte ich mich krank gefühlt, was bei der ambulanten Anschulung nicht der Fall war.

Ich hatte/habe das Privilig,aufgrund meines Wohnortes keine ewig lange Reise auf mich nehmen zu müssen, um Änderungen am Korsett vornehmen zu lassen. Aber der Erstkontrolltermin leigt bei Rahmouni ja meist nicht sehr lange nach der Korsettauslieferung, sa dass eventuelle Probleme dennoch zeitnah angegangen und behoben werden können.

Auch bei der Kostenfrage kann ich Toni zur zustimmen. Ich finde, dass durch Maßnahmen, die genauso gut ambulant durchgeführt werden könnten, nicht unverhältnismäßig die Ausgaben für stationäre Krankenhausbehandlungen in die Höhe getrieben werden sollten.
Stationäre Krankenhausbehandlung ist gemäß des SGBs nur in medizinisch notwendigen Fällen geboten, wenn eine ambulante Behandlung zum Erreichen des Behansdlungserfolges nicht ausreichend ist.
Dies sehe ich bei einer Korsettanschulung als nicht gegeben, da diese genauso gut mittels ambulanter Anschulung erfolgen kann...

Auch bezüglich des Erfahrungsdaustauches kann ich Toni nur zustimmen. Ergänzend möchte ich anführen, dass man auch häufig bei der ambulanten Korsettanschulung andere Betroffene und Eltern trifft, mit denen man Erfahrungen austauschen kann...

J-Maria, ich möchte den Erfolg des Behrings keineswegs in Abrede stellen.
Dies ist meine persönliche Meinung zum Thema stationäre Korsettanschulung.


Gruß, Sabi
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Beitrag von BZebra »

J-Maria hat geschrieben:Das Ziel ist für jeden definiert: 23 h nach einer Woche – die meisten schaffen das.
Ein Rahmouni-Korsett was man nach einer Woche 23 Stunden tragen kann hat quasi garkeine Pelotten. Wenn man ein Rahmouni-Korsett auf diese Weise einschulen würde, bräuchte man dafür ja mehrere Wochen Klinikaufenthalt. Was man in einer Woche auf 23 Stunden anschulen kann ist lachhaft und nur als ein klitzerkleiner Teil der maximal möglichen und notwendigen Endkorrektur zu sehen.
Abgesehen von der Fachbetreuung, hast Du jederzeit erfahrene Leute um sich auch um Fragen zu stellen, die sich bei Anschulen ergeben.
Viele Kids empfinden es auch von Vorteil, dass sie während diese Woche andere Kinder in ihrem Alter kennen lernen, die auch gerade anschulen.
Ich habe mein Korsett ja in Sobernheim bekommen, also auch in einer Art klinisch angeschult. Gut, es hatte von den "Fachleuten" dort natürlich keiner Ahnung davon, es hat allerdings in der Tat sehr viel geholfen, andere Rahmouni-Korsett-Träger kennen zu lernen die das Korsett schon länger hatten und voll daran gewöhnt waren. Das war eine große Beruhigung und von denen kamen auch hilfreiche Tipps.

Tips von jemandem der selbst das Korsett gerade erst bekommen hat zum Beispiel von mir selbst damals? - Nein! Wie hätte ich jemandem hilfreiche Tips geben können? Dafür braucht man mehr Erfahrung.

Das ganze hat höchstens einen Vorteil. Man hat den Patienten dort und viel mehr Zeit um ihn über das Ganze aufzuklären, damit er auch mitarbeitet? Druckstellen sind Nebensächlichlich, auf die Motivation kommt es drauf an.

Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, daß eine Schwester die sich vielleicht perfekt mit Druckstellen auskennt auch nur einen Funken Ahnung von Skoliose-Therapie allgemein hat. Ich kann mir selbst noch nicht mal vorstellen, dass da irgendein Arzt ahnung hat. Wenn dem so ist, sag uns den Namen dann wäre er ja unserer Linkseite würdig, für das, was er da fachlich leisten muss, damit es sich überhaupt lohnt.

Der OT, der wahrscheinlich der einzige mit fachlicher Kompetenz ist, wird sicherlich auch nicht mehr Zeit haben um stundenlange Gespräche führen zu können, zumindest Rahmouni hätte diese Zeit nicht.

Summa summarum finde ich solches Geld dann nicht gewinnbringend genug investiert. Lieber das Geld für eine richtige Reha einsetzen, der Tagessatz ist auch nicht höher.
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Beitrag von Dalia »

Das wird jetzt off topic, sollten wir die Beiträge vielleicht abspalten?

Ich hätte hier auch einen Beitrag zur klinischen Korsettanschulung.

Toni, die Patienten, die du kennst (mich kannst du auch dazuzählen :D), haben sie die klinische Korsettanschulung gemeinsam mit anderen Korsettträgern erlebt oder für sich allein (so wie es bei mir der Fall war)?

Ich habe mein erstes Korsett (Milwaukee von der Schulthess-Klinik Zürich) mit 9 Jahren in einer Klinik angepasst bekommen, ich war 2 Wochen in der Klinik.
Es war eine brutale Zeit, weil ich das Korsett von Anfang an rund um die Uhr trug. Ich hatte auch grässliches Heimweh, denn ich war in einer Klinik in Zürich und weg von daheim zu sein, noch schlimmer, im Ausland, das war für mich der Horror.
Aber ich konnte den ganzen Tag liegen, wurde rund um die Uhr bedient, musste nicht in die Schule, keine Schulwege bewältigen usw. Tatsächlich überwiegen die angenehmen Erinnerungen, nämlich eine lustige, sehr liebe Bettnachbarin (Hüftoperation), zwei lustige, unheimlich nette Schwestern, die täglichen Besuche meiner Mutter, die fast die ganze Zeit bei mir war (o.k., das wäre bei Teenies nicht so gegeben), die vielen Cafébesuche mit ihr, und die Schwimmtherapien (übrigens als Einzelbehandlung) im Klinikschwimmbad.

Die Korsettanpassung, wie ich sie erlebt habe, würde ich aber so nicht empfehlen, denn ich konnte mein Korsett nicht ausziehen (man musste es hinten mit dem Schraubenzieher öffnen...) und ich musste es von Anfang an rund um die Uhr tragen, ich durfte es nicht zwischendurch öffnen lassen.

Das liegt aber über 20 Jahre zurück, andere Kliniken haben hoffentlich dazu gelernt. Abgesehen davon wurde ich nicht direkt gedrillt, sondern immer sehr liebevoll behandelt (was aber wohl auch dran lag, dass ich das Küken auf der Station und damals noch ziemlich lebhaft war).

Ich persönlich könnte mir durchaus vorstellen, dass man auch mit einem Rahmouni-Korsett in einer Woche auf 23 Stunden oder wenigstens 15 Stunden kommen könnte. Ich habe es nach 17 Tagen auf 23 Stunden geschafft.

Ich denke, eine klinische Korsettanschulung sollte nicht zur Pflicht gemacht werden, sondern freiwillig sein.

Die Kostenfrage ist allerdings ein gutes Argument gegen die klinische Korsettanschulung, andererseits könnte man dagegen argumentieren: Man spart Geld ein, wenn man die Patienten dazu motivieren kann, das Korsett zu tragen.

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Beitrag von J-Maria »

Lieber Toni, auch wenn es mir dazu langsam am Geduld fehlt, sage ich es noch einmal:
Ich habe elfi nicht empfohlen den Korsetttherapeuten ihrer Tochter, zu wechseln. Auch wenn es Dir anfangs missverständlich werden konnte, habe ich es hiermit deutlich genug gesagt:
J-Maria hat geschrieben:
Toni hat geschrieben: Es ist etwas problematisch zu empfehlen, daß eine österr. Korsett-Patientin mit einem Rahmouni-Korsett zu einer klinischen Einschulung sich in einer Berliner Uniklinik einweisen lassen sollte, abgesehen von den Kosten.
Toni,
ja es wäre problematisch, wenn es so wäre!
ich habe Elfi nicht empfohlen ihren Therapeuten zu wechseln.
Was redest du denn :eek:
Meiner Meinung nach, habe ich es nicht mal unmissverständlich ausgedrückt. Deshalb habe ich meine Äußerung von dem Posting an Elfi farblich abgesetzt und zusätzlich geschrieben „PS allgemein“.
Wenn du dann aber immer noch so weiter schreibst:

Toni:
Aber wegen der Motivation muss niemand, der ein Rahmouni-Korsett hat nach Berlin reisen.
...
Und zum Auftragen der richtigen Salben und Hautpflegemittel ist auch keine Reise von Süddeutschland oder Österreich nach Berlin erforderlich, das sollte eine lokale Hautärztin schon in Griff bekommen.
ist mir nicht logisch, wie Du Gegenargumentieren kannst, auf etwas was nicht da ist.
Als ich den Ablauf im Behring beschrieben habe, habe ich nicht gemeint: alle Korsettträger sich Motivation in Berlin abholen müsse und auch nicht, dass es Deutschlandweit an fähigen Hautärzten fehlt.

Toni, du musst meine Postings nicht lesen, aber wenn du darauf antwortest, dann macht es mehr Sinn, wenn Du es tust - sorry, mir reißt langsam der Geduldsfaden, wie oft soll ich‘s noch sagen???

Toni:
Die Kinder und Jugendlichen wurden GEZWUNGEN die Korsette nach einem starren, ärztlich vorgegebenen Zeitplan zu tragen. Dabei waren meistens 23 h in 7 Tagen zu erreichen.
Um dieses starre Zeitraster einzuhalten wurden Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Schlafmittel und teilweise Psychopharmaka eingesetzt. Teilweise wurden die Patienten ins Bett gefesselt Fehler! Textmarke nicht definiert.wenn sie mehrmals verzweifelt versucht haben sich eigenmächtig aus den Korsetts zu befreien!!!
Wenn eine Korsettanschulung so abläuft, dann ist es keine Unterstützung für den Start in die Korsettzeit, im Gegenteil – das ist kontraproduktiv, und keine Frage, grauenvoll: Psychopharmaka und Bettfesseln – das ist keine Korsettanschulung!!!

Toni:
Es waren fast alles grauenhafte Horror- und Foltergeschichten!
Toni, würde interessieren aus welcher Zeit Dir von diesen Erfahrungen berichtet wurde? Aus der Zeit der Gipsbetten & Co.?
Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass es in Zeiten moderner/aufgeklärter Medizin und auch anhand von Beispielen (wie z. B. im Behring erfolgreich praktiziert und vor allem funktioniert) heute mit Psychopharmaka und Bettfesseln versucht wird Kinds an ein Korsett anzugewöhnen.
Hoffnung macht mir hier dein „fast“ – hast Du also auch positives gehört?

Toni:
Ich habe mich auch schon mit Dr. Hoffmann und Rahmouni über die alten Zeiten unterhalten als sie beide noch im Olga waren oder danach noch mit dem Olga auch für klinische Korsett-Anschulungen zusammengearbeitet haben.
Die klinische Korsett-Anschulung hat sich definitiv NICHT bewährt.
Dass es sich in diesem Fall nicht bewährt hat, heißt es noch nicht, dass es sich generell nicht bewähren kann.
Behring (Klaus Nahr und Doc Mellerowicz & Team) ist ein Beispiel, wo es sich bewährt hat, es läuft dort seit vielen, vielen Jahren so und ... , also es kann auch funktionieren

Toni:
Wenn sich Patienten und deren Eltern gegenseitig zum Erfahrungsaustausch kennenlernen wollen, dann ist dafür z.B. die veranstaltungen von SKOLIOSE AKTIV e.V. ein ideales Forum.
In einer klinischen Einschulungswoche lernen Patienten nur andere Patienten auch in der Einschulungswoche kennen. Das selbe gilt für Eltern von Anfängern.
Bei den Skolioserunden kommen aber Anfänger, Fortgeschrittene, Ehemalige und Operierte zusammen. Da entsteht erst ein fruchtbarer und motivierender Erfahrungsaustausch auch über Generationen hinweg.
Ja ich weiß, das kennen wir und praktizieren auch.
Ich meinte es hier speziell auf den puren Anfang /die Angewöhnungswoche bezogen, sehr kurzzeitig nach der Diagnose und am Therapiestart. Also bevor man rein organisatorisch Kontakt zu der Selbsthilfegruppe usw. findet.
Ich wollte nicht andeuten, habe mich hier wahrscheinlich missverständlich ausgedrückt, dass Betroffenen nur diese Möglichkeit zum Austausch bleibt.

Toni:
Die Korsett-Anschulung im "Behring" scheint eine einmalige und sehr lobenswerte Ausnahme zu sein!

Deshalb kann und darf eine Klinische Korsett-Anschulung nur dann empfohlen werden, wenn diese im "Behring" stattfindet.
Offensichtlich läuft das nur dort liebevoll und kompetent ab.
Mich wundert es auch, dass diese Versorgung so nur in Behring zu haben sei.
Schließlich brauch es dazu nicht besonders,
-> auf Skoliosespezialisierte Schroth-/Physiotherapeuten
-> Skolioseerfahrenes Stationspersonal (Orthopäden+Schwerstern)
-> Korsettbauer (hier muss ich ja nicht dazuschreiben: skolioseerfahren etc. – ist ja selbstverständlich)
Was natürlich alle auszeichnen muss: gerechter Umgang mit Kindern und Jugendlichen.
Klaus Nahr (OT) und z. B. die Barbara (Physiotherapeutin) bezeichnen die Kids als „cool“, und auch die Krankenschwersten sind ganz locker und ab und zu (man darf es ja nicht übertreiben) auch für Späße zu haben (Frühstück im Bett, etc.).
Das Personal ist ja nicht nur auf Skoliose/Korsetttherapie, sondern auch auf „junge Patienten“ geschult.
Zuletzt geändert von J-Maria am Mi, 03.05.2006 - 17:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von J-Maria »

Sabi hat geschrieben: J-Maria, ich möchte den Erfolg des Behrings keineswegs in Abrede stellen.
Dies ist meine persönliche Meinung zum Thema stationäre Korsettanschulung.

Gruß, Sabi
Ist doch ok!
Es geht hier doch darum, dass wir alle hier unsere Erfahrungen, Einschätzungen, Meinungen austauschen.
Wenn einer eine Meinung äußert, ist doch nichts dagegen zu sagen, wenn zum gleichen Thema andere Meinungen dazukommen. Und auch wenn’s eine Diskussion entsteht, wo jede für seine Meinung argumentiert kann doch nicht ungewollt sein, ist hier ja auch nicht. Also alles bestens ...

Sabi:
für mich eine stationäre Anschulung einen Eingriff in meine persönliche Freiheit bedeutet hätte.
„Eingriff in persönliche Freiheit“ muss man im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt nicht unbedingt empfinden. Schon gar nicht, wenn es so wie im Behring abläuft, habe schon geschrieben „Mehr Ferienlagerstimmung als Krankenhaus-Gefühl“
Aber die Menschen sind unterschiedlich und jeder reagiert halt anders und wenn es für Dich im positiven Sinne nicht in Frage käme, dann ist es auch zu respektieren.
Könnte mit schon vorstellen, dass die Kids, die grundsätzlich nicht gerne außerhalb von zu Hause übernachten, auch bei Klassenfahrten etc., von der Seite gesehen, hier erst mal nicht begeistert sind.
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Beitrag von Dalia »

Hallo J-Maria,

ich habe das Gefühl, dass Tonis Beitrag bei dir anders angekommen ist als er es gemeint hat.

Ich habe sein Posting nicht als Widersprechen gegen deine Aussagen verstanden, sondern als ein generelles Statement gegen klinische Korsett-Anschulung und als ein Posting, das sich an alle (und nicht speziell an dich) richtet.

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Beitrag von J-Maria »

BZebra hat geschrieben:
J-Maria hat geschrieben:Das Ziel ist für jeden definiert: 23 h nach einer Woche – die meisten schaffen das.
Ein Rahmouni-Korsett was man nach einer Woche 23 Stunden tragen kann hat quasi garkeine Pelotten. Wenn man ein Rahmouni-Korsett auf diese Weise einschulen würde, bräuchte man dafür ja mehrere Wochen Klinikaufenthalt. Was man in einer Woche auf 23 Stunden anschulen kann ist lachhaft und nur als ein klitzerkleiner Teil der maximal möglichen und notwendigen Endkorrektur zu sehen.
BZebra, sein mir bitte nicht böse, ich nehme mir mal die Freiheit Dir darauf im gleichen Ton zu antworten. :bgdev: „lachhaft“ ist dass du angenommen hast, dass nach einer Woche Eingewöhnung, die Primärkorrektur oder gar Endkorrektur erreicht ist.
BZebra:
Ich habe mein Korsett ja in Sobernheim bekommen, also auch in einer Art klinisch angeschult. Gut, es hatte von den "Fachleuten" dort natürlich keiner Ahnung davon, es hat allerdings in der Tat sehr viel geholfen, andere Rahmouni-Korsett-Träger kennen zu lernen die das Korsett schon länger hatten und voll daran gewöhnt waren. Das war eine große Beruhigung und von denen kamen auch hilfreiche Tipps.
Wenn man Glück hat, da trifft man auf der Station im Behring auf die, die ihr Korsett gerade Abschulen (im Behring werden die Korsetts auch stationär-kontrolliert abgeschult). Jemand, der es geschafft hat, und dabei ist das Korsett abzuschulen, ist natürlich als Tipps-Geber sehr gut geeignet!!!

BZebra:
Tips von jemandem der selbst das Korsett gerade erst bekommen hat zum Beispiel von mir selbst damals? - Nein! Wie hätte ich jemandem hilfreiche Tips geben können? Dafür braucht man mehr Erfahrung.
Was ich meinte, waren die Tipps von Fachleuten: OT und die Schroth-/Physiotherapeuten – die haben jahrelange Erfahrung mit Korsettanschulen.

BZebra:
Man hat den Patienten dort und viel mehr Zeit um ihn über das Ganze aufzuklären, damit er auch mitarbeitet?
Sehr gut erkannt - das ist einer der „Haupt-Übungen“! :juggle:

BZebra:
Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, daß eine Schwester die sich vielleicht perfekt mit Druckstellen auskennt auch nur einen Funken Ahnung von Skoliose-Therapie allgemein hat.
Warum bist du so misstrauisch?
Natürlich kennen sich die Schwestern mit Skoliose-Therapie, die haben mehr als nur „einen Funken Ahnung“, also wirklich ...
Es handelt sich im Behring um eine orthopädische Kinder- und Jugendlichen-Station – Skoliose ist einer der Schwerpunkte. Manchmal, wird die benachbarte orth. Station (für Erwachsene) als Betten-Platz mit benutzt, wenn Korsetttherapie kurzfristig angefangen werden muss und die Kinderstation gerade über keine freien Betten verfügt – Du siehst also, man arbeitet dort nicht nur fachlich kompetent, sondern im Einzelfall auch flexibel, man weiß auch um den Zeitfaktor bei hohen Skoliosen des jugendlichen Patienten Bescheid.

BZebra:
Ich kann mir selbst noch nicht mal vorstellen, dass da irgendein Arzt ahnung hat.
Wenn dem so ist, sag uns den Namen dann wäre er ja unserer Linkseite würdig , für das, was er da fachlich leisten muss, damit es sich überhaupt lohnt.
BZebra, spätestens seit 2003 ist die Korsettbehandlung im Behring auch hier im Forum bekannt, und seit Klaus das Forum „Gesucht/Gefunden“ eingerichtet hat, sind auch alle Infos zusammengestellt, unter Berlin/Brandenburg. viewtopic.php?t=3089
Die Behring-Adresse hat ja vorher schon ihren Ruf (auch über die Grenzen Deutschlands hinaus), länger als wir hier im Forum darüber schreiben. Glaube nicht, dass die Korsett-Patienten z. B. aus Moskau oder Dubai nach Behring in Berlin, übers Internet gefunden haben.

BZebra:
Summa summarum finde ich solches Geld dann nicht gewinnbringend genug investiert. Lieber das Geld für eine richtige Reha einsetzen, der Tagessatz ist auch nicht höher.
Guter Ansatz: Es wäre wünschenswert, wenn die beiden Reha-Kliniken ihr Angebot in punkto Korsett-Anschulung entsprechend gestalten würden. In Salzungen ist ja wenigstens, der Ansatz da, die Tragezeit nicht mehr als nötig zu reduzieren: Korsett-Tragezeit-Bonusprogramm.
Übrigens in der klinischen Korsettanschulung im Behring, wird auch die KG gemacht, nicht so intensiv wie in einer Reha-Klinik, aber die Kids machen da auch Physiotherapie und lernen Übungen, die sie zu Hause weiterüben sollen.
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Beitrag von J-Maria »

Dalia hat geschrieben: Die Kostenfrage ist allerdings ein gutes Argument gegen die klinische Korsettanschulung, andererseits könnte man dagegen argumentieren: Man spart Geld ein, wenn man die Patienten dazu motivieren kann, das Korsett zu tragen.
Keine Ahnung, wie da dem Kostenträger/den Krankenkassen plausibel gemacht wird. Kann mir aber vorstellen, dass die Zahl der „Korsettversager“ (sorry für den Ausdruck, so wird es halt benannt), vor allem die, die ihr Korsett beim OT abholen und danach nie wieder erscheinen, mit einer Stationären Eingewöhnung verringert werden kann.
Kostenübernahmeprobleme durch die KK gibt’s da keine.
Zuletzt geändert von J-Maria am Mi, 03.05.2006 - 17:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Sabi »

J-Maria hat geschrieben: Kostenübernahme durch die KK gibt’s da keine.
Ich habe die Aussage leider nicht ganz verstanden.
Wann gibt es keine Kostenübernahme?
In der Idee leben heißt,
das Unmögliche behandeln,
als wenn es möglich wäre.
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Beitrag von J-Maria »

Sabi hat geschrieben:
J-Maria hat geschrieben: Kostenübernahme durch die KK gibt’s da keine.
Ich habe die Aussage leider nicht ganz verstanden.
Wann gibt es keine Kostenübernahme?
Ich habe gemeint:

Auch die stationäre Korsettanschulung muss ja vorher, vor der stationären Aufnahme, durch die Krankenkasse genehmigt werden.
Das die K-Kasse hier keine Probleme mit der Kostenübernahme machen, wie das ab und zu bei der Reha der Fall ist, könnte ein Indiz dafür sein, dass man die Meinung vertritt, dass es mit einer stationäre Anschulung und Motivation, weniger „Korsettversager“ gibt.

„Korsettversager“ sind ja später die „Kostenverursacher“ für viel kostspieligere Maßnahmen, wie z. B. OP.
Das ist nur eine Vermutung von mir, logisch wäre’s ja.

(Man möge mir die Wortwahl verzeihen: „Korsettversager“/“Kostenverursacher“)
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Beitrag von Sabi »

J-Maria hat geschrieben: Auch die stationäre Korsettanschulung muss ja vorher, vor der stationären Aufnahme, durch die Krankenkasse genehmigt werden.
Das die K-Kasse hier keine Probleme mit der Kostenübernahme machen, wie das ab und zu bei der Reha der Fall ist, könnte ein Indiz dafür sein, dass man die Meinung vertritt, dass es mit einer stationäre Anschulung und Motivation, weniger „Korsettversager“ gibt.

„Korsettversager“ sind ja später die „Kostenverursacher“ für viel kostspieligere Maßnahmen, wie z. B. OP.
Das ist nur eine Vermutung von mir, logisch wäre’s ja.
Das klingt sicherlich logisch, nur wäre ich mir da nicht so sicher.
Eine von einem Arzt verordnete stationäre Krankenhausbehandlung wird in den meisten Fällen nicht abgeleht, weil man, wie bei "normalen" Krankenhausbehandlungen" auch, die medizinische Notwendigkeit unterstellt.

Warum das so ist, kann ich leider nicht sagen. Ich vermute jedoch, dass es mit der häufig nicht vorhanden Skoliosekompetenz der "Rehagenehmigenden"(mir ist gerade leider kein besserer Audruck eingefallen) zusammenhängt.
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Beitrag von Toni »

J-Maria, wenn Dir der Geduldfaden reissst, dann ist mir das Scheißegal!
Die berichte, zum Teil JUNGER Mitpatientinnen von klinischen Korsettanschulungen in diversen deutschen und einer österr. Uniklinik haben mich derart emotionalisiert und soooo wütend gemacht, daß ich es nochmal gerne wiederhole:
KLINISCHE KORSETT-Anschulung ist Krampf, Quatsch und meistens große Sch******!
AUSSER im "Behring"!
Macht dafür lieber eine Woche Sobi oder Salzungen!
Tausende Korsett-Träger schaffen das OHNE Klinik BESSER (und kostensparender)
Ich akzeptiere den "Berliner Weg" weil er da die absolute AUSNAHME bildet. (Obwohl ich die klische Abschulung für einen noch viel größeren Quatsch halte, als die Anschulung. Bei rahmouni und Doc Hoffmann dauert die Abschulung JAHRE und das Kosett wird extrem LANGSAM ausgeschlichen und sehr lang stundenweise und vor allem Nachts weiterbenutzt und sorgfältiger Beobachtung wie der Körper darauf reagiert.
Wie soll denn das in einer Klinik gehen???
Wie lange mpüsste denn der Klinikaufenthalt gehen????
Zahle ICH die Kosten für den Schmarrn?
In welcher Welt lebst Du eigentlich, daß Du im Ernst glaubst andere Kliniken wären so gut wie das Behring?
Dann müssten auch andere Korsettmacher so gut sein wie Klaus Nahr.
Tatsache ist aber, daß fast ALLE seine Kollegen Plastikmüllschmelzer sind, immer noch. In fast allen Kliniken, die sich mit Skoliose befassen driftet die Mehrzahl der Patienten in die OP Indikation, wegen Plastikmüll und TROTZ oder WEIL klinische Korsett-Anschulung.
Weil sie die FALSCHEN Ziele ( z.B. 23 Stunden in 7 Tagen) setzen und deswegen die ärztehörigen OT´s gar keine wirklich stark korrigierenden Korsette machen DÜRFEN.
Wach endlich auf und erkenne mal was DRAUSSEN (außerhalb der "beschützten Werkstätte Behring" los ist.
Langam bin ich echt SAUER!!! ( pH-Wert bei 2,3)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
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Beitrag von BZebra »

J-Maria hat geschrieben:Warum bist du so misstrauisch?
Natürlich kennen sich die Schwestern mit Skoliose-Therapie, die haben mehr als nur „einen Funken Ahnung“, also wirklich ...
Es handelt sich im Behring um eine orthopädische Kinder- und Jugendlichen-Station – Skoliose ist einer der Schwerpunkte.
J-Maria, Du scheinst allgemein sehr geringe Ansprüche an Qualität zu stellen bzw. Qualität einfach als selbstverständlich anzunehmen ohne nachzufragen oder Dir überhaupt über die Wahrscheinlichkeit und Möglichkeit dessen Gedanken zu machen.

Die größten Idioten haben ihren Schwerpunkt auf Skoliosebehandlung und wissen praktisch nichts davon. Es gibt so viele Kliniken die darauf spezialisiert sind und auch noch international bekannt sind, da ist das Behring Krankenhaus ja ein klitzekleiner Player gegen. Wenn man nach diesem Muster gehen würde, dann hat man ja schon so gut wie verloren. Dann braucht man sich garnicht erst zu informieren.

Die gleichen Behauptungen hast Du auch schon bei Rezepten für Erwachsenenkorsette aufgestellt, dass die schon immer von Berliner Ärzten die von Herrn Nahr jemals empfohlen wurden verschrieben und befürwortet wurden; ansonsten hättest Du die nicht weiter empfohlen. - Klar! Weihanchten, Ostern und Neujahr zusammen!

Sich mit Skoliose-Behandlung zu befassen heißt noch lange nicht, dass die jenigen automatisch damit auch UNSERE Vorstellungen an Qualität erfüllen. Es wäre schön wenn wir das Maß aller Dinge wären, und demnach jeder, der sich auf Skoliose-Behandlung spezialisisert hat, die hier geforderten Maßstäbe erfüllt.

Du zählst auch lauter so irrelevante Nebensächlichkeiten auf, wie in welches Bett irgendwer kommt, die effektiv doch überhaupt garnichts mit der Thematik, um die es hier geht, zu tun haben. Was für Schlüsse soll man denn daraus ziehen, dass sie Leute einen Terminplan erstellen können? Whow!

Es gibt so viele Leute die ihr Leben lang Skoliosen behandelt und es immer nur falsch gemacht haben. Wenn man keine spezielle Weiterbildung macht ist das auch die Regel so. Das Wissen fällt nicht einfach so vom Himmel wenn man nur lange genug darauf wartet und genug Skoliose-Patienten behandelt hat.

Es ist ja wirklich toll, J-Maria, dass Du die grundlegenden Dinge die hier immer wieder besprochen werden so gut verinnerlicht hast und sie schon als so selbstverständlich und absolut essentiell für jede Skoliose-Therapie ansiehst, dass du glaubst, es müsse einfach so sein. Macht uns ja auch irgendwie stolz, dass wir offenbar so überzeugend für dich sind.

Da draußen sieht es aber leider anders aus!
J-Maria hat geschrieben:Mich wundert es auch, dass diese Versorgung so nur in Behring zu haben sei.
Schließlich brauch es dazu nicht besonders,
-> auf Skoliosespezialisierte Schroth-/Physiotherapeuten
-> Skolioseerfahrenes Stationspersonal (Orthopäden+Schwerstern)
-> Korsettbauer (hier muss ich ja nicht dazuschreiben: skolioseerfahren etc. – ist ja selbstverständlich)
Was natürlich alle auszeichnen muss: gerechter Umgang mit Kindern und Jugendlichen.
Und das bezeichnest Du als "nichts besonderes"? Wo bekommst Du das bitte her? Weißt Du was das allein schon an Ausbildung kostet, mal ganz davon zu schweigen, dass diese garnicht so einfach zu haben ist. Das gibts selbst in Bad Salzungen nicht und das haben sie in Berlin garantiert auch nicht, ansonsten wären sie wirklich dämlich, wenn sie so etwas wervolles und rares auch nur für irgend etwas anderes als Skoliosetherapie einsetzen würden. Das wären absolute Fehlinvestitionen wenn Du Dir ein Team von Skoliosespezialisten ausbilden läßt, um es dann nur für Korsettanschulungen einzusetzen.

Das ist nur das, was Du gerne sehen würdest. Wunschdenken!
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Beitrag von J-Maria »

Sabi hat geschrieben:
J-Maria hat geschrieben: Kostenübernahme durch die KK gibt’s da keine.
Ich habe die Aussage leider nicht ganz verstanden.
Wann gibt es keine Kostenübernahme?
Sabi,
es sollte heißen, „Kostenübernahmeprobleme“ (und nicht Kostenübernahme) – so macht der Satz, den Sinn, den ich beabsichtigt habe.
habe selbst bei deiner Nachfrage meinen Fehler nicht entdeckt, erst heute. :unknown:
Sorry, habe es jetzt eben oben abgeändert.
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Beitrag von J-Maria »

Toni:
Langam bin ich echt SAUER!!! ( pH-Wert bei 2,3)
Geht mir nicht anders (pH-Wert nicht gemessen)


Ich propagieren eine stationäre Korsettanschulung, nur wenn sie so abläuft, wie ich es beschrieben habe.
Zu den Foltergeschichten, die du hier beschrieben hast, habe ich mich, meiner Meinung nach, klar positioniert:
Hier noch einmal
Toni: Die Kinder und Jugendlichen wurden GEZWUNGEN die Korsette nach einem starren, ärztlich vorgegebenen Zeitplan zu tragen. Dabei waren meistens 23 h in 7 Tagen zu erreichen.
Um dieses starre Zeitraster einzuhalten wurden Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Schlafmittel und teilweise Psychopharmaka eingesetzt. Teilweise wurden die Patienten ins Bett gefesselt Fehler! Textmarke nicht definiert.wenn sie mehrmals verzweifelt versucht haben sich eigenmächtig aus den Korsetts zu befreien!!!
Dazu von mir: Wenn eine Korsettanschulung so abläuft, dann ist es keine Unterstützung für den Start in die Korsettzeit, im Gegenteil – das ist kontraproduktiv, und keine Frage, grauenvoll: Psychopharmaka und Bettfesseln – das ist keine Korsettanschulung!!!


Toni,
Deinen „pH-Wert“ und somit auch meinen könntest Du schonen, indem Du meine Postings genauer lesen würdest, denn daraufhin schreibst Du so:
Toni:
Die berichte, zum Teil JUNGER Mitpatientinnen von klinischen Korsettanschulungen in diversen deutschen und einer österr. Uniklinik haben mich derart emotionalisiert und soooo wütend gemacht, daß ich es nochmal gerne wiederhole:
KLINISCHE KORSETT-Anschulung ist Krampf, Quatsch und meistens große Schei***!
AUSSER im "Behring"!

Hierzu
Toni:
Bei rahmouni und Doc Hoffmann dauert die Abschulung JAHRE und das Kosett wird extrem LANGSAM ausgeschlichen und sehr lang stundenweise und vor allem Nachts weiterbenutzt und sorgfältiger Beobachtung wie der Körper darauf reagiert.
Wie soll denn das in einer Klinik gehen???
habe ich mich wahrscheinlich missverständlich ausgedrückt. Genauso wie die 1-wöchige stationäre Korsettanschulung nur der Anfang/Start einer Korsettanschulung bedeutet, genauso ist es auch bei der Korsettabschulung: 1 Woche wird stationär auf die Abschulung vorbereitet: Auch die Berliner schulen ihre Korsetts langsam, kontrolliert und über Jahre ab; die Endphase der Abschulung ist dann nächtliches tragen – das alles läuft natürlich nicht jahrelang stationär ab, wie gesagt nur als Einleitung: 1 Woche auf der gleichen Station, wo die Anschulung statt findet.
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Beitrag von BZebra »

Hä, und was gibt es da beim Abschulen zu lernen? Werden die Patienten stationär eine Woche lang darüber unterrichtet, wie sie ihr Korsett am Tag so im Durchschnitt eine Stunde weniger anlassen?

Also, J-Maria, das ist doch jetzt total absurd, einen Patienten eine Woche lang in ein Krankenhaus einzuweisen um ihm den Inhalt von zwei drei Sätzen zu vermitteln.

Dafür gibt es nun überhaupt keine Entschuldigung mehr, als dass es einfach nur Geldabzocke ist. Ganz ehrlich, dafür sollte es in gar keinem Fall eine Kostenübernahme geben.
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Beitrag von J-Maria »

BZebra hat geschrieben:
J-Maria hat geschrieben:Warum bist du so misstrauisch ?
Natürlich kennen sich die Schwestern mit Skoliose-Therapie, die haben mehr als nur „einen Funken Ahnung“, also wirklich ...
Es handelt sich im Behring um eine orthopädische Kinder- und Jugendlichen-Station – Skoliose ist einer der Schwerpunkte.
J-Maria, Du scheinst allgemein sehr geringe Ansprüche an Qualität zu stellen bzw. Qualität einfach als selbstverständlich anzunehmen ohne nachzufragen oder Dir überhaupt über die Wahrscheinlichkeit und Möglichkeit dessen Gedanken zu machen.
BZebra, ich bin nicht vom Tannenbaum gefallen, töricht von Dir das zu glauben. Was denkst Du, wie ich der Qualität hinterher war (und bin); als wir für meine Tochter die Diagnose: 38° gestellt bekommen haben. Bis wir im Bering gelandet sind, - hat ein Orthopäde nur die Hälfte davon gemessen und den Rest was er erzählt hat, werde ich uns hier einfach mal sparen.

Oben „misstrauisch“ war so gemeint, dass du mir nicht zutraust/vertraust Qualität zu erkennen. Ich hab‘ die Leute auf der Station erlebt. Hab mich höchst bemüht, alles so detailliert wie möglich mitzubekommen, was und wie geschiet. Und Du kannst mit glauben, ich hatte und habe immer noch einen prüfenden Blick auf den Therapieverlauf meiner Tochter – egal, ob es um die Physiotherapie, Korsettversorgung oder um die Reha geht. Es ist mir sogar manchmal unangenehm so misstrauisch und ständig hinterfragend aufzufallen.


BZebra
Die größten Idioten haben ihren Schwerpunkt auf Skoliosebehandlung und wissen praktisch nichts davon. Es gibt so viele Kliniken die darauf spezialisiert sind und auch noch international bekannt sind, da ist das Behring Krankenhaus ja ein klitzekleiner Player gegen. Wenn man nach diesem Muster gehen würde, dann hat man ja schon so gut wie verloren. Dann braucht man sich garnicht erst zu informieren.
Falls es hier missverstanden ist: Ich war nicht in Münster, meine Erfahrungen und Erkenntnisse beziehen sich auf Berlin. Ich kann nur davon berichten was ich gesehen/erlebt habe.


BZebra hat geschrieben: Du zählst auch lauter so irrelevante Nebensächlichkeiten auf, wie in welches Bett irgendwer kommt, die effektiv doch überhaupt garnichts mit der Thematik, um die es hier geht, zu tun haben. Was für Schlüsse soll man denn daraus ziehen, dass sie Leute einen Terminplan erstellen können? Whow!
Du ziehst ja alles ins schwarze ...

Ich finde das ist keine "irrelevante Nebensächlichkei" :
J-Maria: Manchmal, wird die benachbarte orth. Station (für Erwachsene) als Betten-Platz mit benutzt, wenn Korsetttherapie kurzfristig angefangen werden muss und die Kinderstation gerade über keine freien Betten verfügt – Du siehst also, man arbeitet dort nicht nur fachlich kompetent, sondern im Einzelfall auch flexibel, man weiß auch um den Zeitfaktor bei hohen Skoliosen des jugendlichen Patienten Bescheid.
Eben weil ich auf Qualität bei der Korsetttherapie in jeder Hinsicht großen Wert lege: finde ich es nicht als „irrelevante Nebensächlichkeiten“
Zur Info:
Im Behring werden jährlich ca. 300 Korsette ausgeliefert, auch wenn nicht alle an die Neuversorgten gehen, dennoch wird der Platz auf der Kinderstation schon mal eng; dort werden auch andere orthopädischen Krankheiten behandelt. Kann schon vorkommen, dass man 6 – oder mehr Wochen auf ein Platz warten müsste.
In solchen Fällen werden Ausnahmen gemacht und Kinder mit größeren Gradzahlen innerhalb 1 – 2 Wochen korsettversorgt und aufgenommen; auf eine benachbarte Station, wenn sein muss und auch wenn es eigentlich nicht vorgesehen ist.
Improvisieren damit ein Kind schneller optimal versorgt wird, find ich nicht „irrelevante Nebensächlichkeit“ . Kann sein das du diese Vorgehensweise so siehst – ist auch ok, erlaube mit aber anders darüber zu denken.
Das ist für mich Qualität in punkto: Dringlichkeit zu erkennen und auch zu handeln, wenn es sein muss. Ich weiß es zu schätzen, wenn in einer Klinik der eigentlich vorgegebener Ablauf geändert wird, um optimal zu helfen.
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