Rundrücken und Skoliose bei 74-Jähriger

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Sandy
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Rundrücken und Skoliose bei 74-Jähriger

Beitrag von Sandy »

Hallo zusammen :hallo: ,

ich schreibe heute mal nicht über mich, sondern von meiner Oma:

Sie ist 74 Jahre alt und hatte wohl schon immer leichte Skoliose. Wie schlimm es genau war weiß man nicht, man hat ja damals auch noch nicht so genau darauf geachtet und es hat auch Ewigkeiten kein Orthopäde mehr ihren Rücken gesehen. Bis vor ein paar Jahren fiel mir auf jeden Fall nicht sehr viel an ihrem Rücken auf. Seit ca. 2 Jahren wird sie jedoch immer krummer und hat auch zunehmend Rückenschmerzen. Sie sitzt, steht und läuft immer sehr nach vorne gebeugt und empfindet es als außerordentlich anstrengend sich aufzurichten und denkt auch von alleine nicht daran.

Was bei ihr - im Gegensatz zu vielen anderen älteren Leuten - auffällt, ist, dass sie nicht nur immer weiter nach vorne zu kippen scheint, sondern auch seitlich, d.h. sie hängt nach vorne links runter. Mittlerweile läßt sich die Skoliose auch deutlich am Rücken erkennen, auch wenn sie versucht aufrecht zu stehen.

Am liebsten würde ich sie bei meinem nächsten Termin mit zu Dr. Hoffmann schleifen, aber sie wohnt leider fast 800 km weg :( .

Wie kann man denn meiner Oma in ihrem Alter noch helfen? Sie hat noch niemals KG gemacht oder irgendwie anders geturnt, das ist alles gar nicht ihr Ding, außerdem hat sie Knieprobleme.

Könnte eine Osteoporose dahinterstecken? Ihr Arzt gibt ihr immer so Calcium/ Vitamin D - Mittelchen, aber es wurde noch nie eine Knochendichtemessung gemacht, auch kein Röbi der WS.

Da ich mal davon ausgehe, dass ein Korsett für eine 74-Jährige nicht möglich wäre, meint ihr, dass es eine Alternative gäbe in Form eines "weichen Korsetts" à la TRIAC? Ich habe im Internet folgendes gefunden: Das Mondomed 2100 http://www.mondomed.de/ . Vielleicht könnte ihr etwas in dieser Form helfen, nicht weiter nach vorne zu sacken.

Sie wird auf jeden Fall demnächst zum Orthopäden gehen, ich würde sie nur gerne mit ein paar ersten Ideen zu dem Termin schicken, dass der nicht irgendeinen Blödsinn mit ihr anstellt.

Danke im Voraus für eure Hilfe.

Eure Sandy
Ramses
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Beitrag von Ramses »

Hallo Sandy,

es könnte in der Tat eine Osteoporose dahinterstecken. Klarheit wird aber hier nur eine Messung der Knochendichte bringen. Bei der Osteoporose kommen immer wieder Deckplatteneinbrüche der Wirbelkörper vor. Hierbei spricht man dann von osteoporotischen Sinterungsfrakturen der Wirbelsäule, d.h. die Wirbelkörper werden in sich gestaucht und sitzen dann dicht aufeinander. Hierbei entsteht dann auch der Buckel und infolge der Skoliose das Abkippen zur Seite.
Sollte es Osteoporose sein, gibt es Medikamente die den Verlauf aufhalten ein bekanntes und soweit ich weiss auch gutes aber teueres Medikament ist FOSAMAX.
Wichtig ist es die Ursache zu bekämpfen, sollte es Osteoporose sein, dann medikamentös sollte es eine andere Ursache sein dann dürfte KG das Mittel der Wahl sein.

Gruß
Ramses
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Karlson vom Dach
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Beitrag von Karlson vom Dach »

Hallo Sandy,

zum Stützkorsett kann ich Dir leider nichts sagen, es gibt hier aber einiges dazu.

Wegen der zunehmenden Fehlstatik könnte ich mir auch eine Osteoporose vorstellen. Mit Kalzium und Vitamin D liegst Du richtig. Damit diese auch "vernünftig" in den Knochen eingebaut werden (d. h., daß nicht nur die Knochendichte zunimmt, sondern auch die Festigkeit des Knochens zunimmt), sind, soweit ich weiß, Biophosphonate notwendig (Fosamax ist eines). Toni hatte mir mal dazu einen Tipp gegeben.

Kalzium wird am besten als Kalziumcitrat aufgenommen, welches es preiswert als Pulver in der Apotheke gibt. Es wird Dir allerdings nicht "freiwillig" angeboten, sondern die teuren und verpackten Markenprodukte. Ich würde 1000 bis 1500mg Kalzium einnehmen, wobei das Kalziumcitrat schwerer ist. Die 1000mg entsprechende Menge muß Dir der Apotheker verraten.

Beim Vitamin D würde ich 1000iE der Form D3 nehmen.

Bei Deckplatteneinbrüchen gibt es auch ein OP-Methode, bei der eine Art Röhrchen in den betroffenen Wirbel eingeführt wird, wobei im Anschluß der Wirbel mit einem Ballon aufgeblasen und mit einem speziellen Zement/Füllmittel ausgefüllt wird. Die Beweglichkeit der WS bleibt so voll erhalten.

Viele Grüße,

Karlson
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Re: Rundrücken und Skoliose bei 74-Jähriger

Beitrag von Rose59 »

Hallo Sandy
Sandy hat geschrieben:Da ich mal davon ausgehe, dass ein Korsett für eine 74-Jährige nicht möglich wäre, meint ihr, dass es eine Alternative gäbe in Form eines "weichen Korsetts" à la TRIAC? Ich habe im Internet folgendes gefunden: Das Mondomed 2100 http://www.mondomed.de/ . Vielleicht könnte ihr etwas in dieser Form helfen, nicht weiter nach vorne zu sacken.
Osteoporose ist ja nun noch nicht nachgewiesen, aber
schau Dir mal die Seite der Firma Medi an.

Dort wird ein Osteoporose-Mieder, Spinomed active, vorgestellt.
Es kann zur Langzeitversorgung eingesetzt werden.

Ich finde, das Mieder läßt gut zu tragen, erinnert daran sich gerade zu halten, stützt und gibt Halt.
Sollte es für Deine Großmutter in Betracht kommen, hätte ich eventuell einen kleinen Änderungsvorschlag (aus eigener Erfahrung gemacht) , den ich Dir gerne per PN mitteile.

Es wäre vielleicht ein Versuch wert.
Alles weitere solltet Ihr natürlich mit einem Arzt besprechen.

Alles Gute für Deine Großmutter. Ich finde es prima, daß Du Dich so darum kümmerst.

Herzliche Grüße
Petra
Sandy
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Beitrag von Sandy »

Danke für eure Antworten und Tipps. Auf euch ist halt wirklich Verlass :knuddel:.

Meine Oma hat nun am 13.2. einen Termin beim Orthopäden (eeeeeendlich hat sie sich durchgerungen). Durch Zufall wird zu der Zeit meine Mutter bei ihr zu Besuch sein, die kann dann ganz gut zu dem Termin mitkommen und "ein bißchen nach dem Rechten sehen". Meine Oma ist den "Göttern in Weiß" ziemlich hörig, glaubt und macht alles was ihr gesagt wird und würde niemals kritische Fragen stellen (ist also für die Ärzte der ideale Patient, nicht so wie ich, hehe :bgdev: )

Am wichtigsten wäre wohl erst mal die Knochendichtemessung, wie ich es verstanden habe. Soweit ich weiß gibt es da mehrere Verfahren, könnt ihr da eine Empfehlung abgeben? Meine Oma hat etwas von Ultraschall erzählt, was ihr wohl mal angeboten wurde, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das so genau wie ein Röbi oder CT sein kann. Aber ein Röbi von der WS wär doch auf alle Fälle sinnvoll, wenn sie doch so einen Rundrücken und wahrscheinlich auch Skoliose hat, nicht wahr?

Außerdem habe ich bei unserem letzten Telefonat herausbekommen, dass es wegen dem ganzen Calcium irgendwann Herzprobleme geben kann, weil das Herz bei ihr auch nicht so fit ist. Irgendwie hat ihr Internist da halt rumgemeckert wegen den ganzen Präparaten, die sie als Osteoporose-Vorsorge einnimmt.

Das Spinomed activ sieht ja interessant aus. Und "activ" hört sich gut an, so dass hoffentlich die Rückenmuskulatur beim Tragen nicht verkümmert. Das normale Spinomed sieht aus wie das Mondomed, was ich im Internet gefunden hatte. Mal sehen, was dann im Endeffekt in Frage kommen würde. Sie wird auf jeden Fall den Orthopäden mal darauf ansprechen. Auf Lurchis Änderungsvorschlag komme ich dann bei Gelegenheit gerne zurück ;D .

Grüße,
Sandy
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Beitrag von Toni »

Meine Mutter ( 78) trägt seit etwa 4 Monaten ein SPINOMED-aktive. Sie fühlt sich damit sehr wohl und hat deutlich weniger Rückenschmerzen als ohne. Sie klagt aber, daß die winzigen Häckchen und Ösen und der Reißverschluß für ihre arthrotischen Finger viel zu fein sind. Das muss für ältere Patienten etwas greiffreundlicher und ergonomischer gestaltet werden.
Meine Mutter ist mal gestürzt und auf den Rücken gefallen. Sie schwört, daß sie WK-Einbrüche gehabt hätte, wenn sie ihr Spinomed nicht angehabt hätte. Eine Bewegungseinschränkung macht das Ding (total im Gegensatz zu einem starren Kunststoffkorsett) offensichtlich gar nicht.

Die Ärzte empfehlen gerne Calzium und Vitamin D. Doch das genügt leider nicht, um eine Osteoporose zu bremsen und die Knochendichte wieder zu erhöhen.
Ohne Biphosponate wird das Calcium nicht oder viel zu wenig in die Knochenmasse eingebaut.
Biphosphonate (z.B. FOSAMAX ) sind aber gar nicht harmlos und sogar gefährlich, wenn man bei der Einnahme Fehler macht.

Mein Schwiegervater hatte auch wegen Osteoporose einen äußerst schmerzhaften WK-Einbruch. Er wurde in Augsburg durch eine Kyphoplastie
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=7621
innerhalb von einer Stunde (!!!) schmerzfrei gemacht! Das war ein voller erfolg und er ist nicht weiter eingesackt.
Meine Nachbarin (80) ist in den letzten 5 Jahren um 15 - 20 cm geschschrumpft, hat mehrere WK-Einbrüche, entsetzliche Schmerzen und eine Alterskyphose die von den Cobbgraden inzwischen doppelt so hoch ist wie meine VOR meiner Behandlung.
Aber "ihr" Orthopäde ist völlig passiv und verschreibt ihr nur Schmerzmittel, verweigert ihr ein SPINOMED-Mieder, überweist sie nicht in eine Klinik wo eine Kyphoplastie durchgeführt werden könnte.
Die Frau geht an ihrer Osteoporose zu Grunde und fast alle schauen hilflos zu. Alte Leute sind leider unglaublich arztgläubig und unkritisch.
Für KG ist man übrigens nie zu alt. In guten geriatrischen Pflegeheimen spielt altersangepasste Physiotherapie und so sachen wie z.B. "Sitztanz" ein sehr große und positive Rolle. Etwas was bei häuslicher Pflege durch Angehörige nie gemacht wird. Logisch ist bei Leuten über 75 kaum noch Intensivschroth möglich, aber es geht mmeistens noch mehr als man denkt.
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
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Beitrag von Wiebi »

meine oma hat auch ostheoporose (verursacht durch ein medikament, das sie zur blutverflüssigung nimmt (makomar oder so ähnlich heißt das)). sie hat einen ganz starken buckel, also geht sehr gebückt. verstärkt wird das durch meine behinderte tante, die noch bei ihr wohnt, und die sich bei meiner oma immer unterhakt, dadurch muss sich immer bücken...
meine oma hatte schon mehrere brüche, auch 2 mal die wirbelkörper... damals hat sie irgendein korsett bekommen, das hat ihr aber entsetzliche schmerzen bereitet...
ich glaube nicht, dass sie bereit wäre, nochmal eine korsettunterstützung auszuprobieren... sie hat dazu noch sehr viel probleme mit meinem opa, der zum pflegefall geworden ist... sie konzentriert sich überhaupt nicht mehr auf sich. :nein:
LG Wiebke

[i]Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.[/i]
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