Schuhausgleich plötzlich nicht mehr nötig?

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Dodo

Schuhausgleich plötzlich nicht mehr nötig?

Beitrag von Dodo »

Im Alter von 14 Jahren wurde bei mir eine "statische Skoliose mit Beinverkürzung links" festgestellt. Seither hatte ich eine Schuherhöhung um 1 cm links. Ich bin 30 Jahre alt.
Heute war ich bei einem neuen Orthopäden (durch Umzug in eine andere Stadt). Dieser sprach nun plötzlich davon, dass ich keine Schuherhöhung brauche. Er untersuchte die Beinlänge und meinte, die Beine seien gleich lang, und er würde keine Schuherhöhung tragen. Das käme mir zwar am Anfang komisch vor, aber die Muskeln und Sehnen müssten sich ja erst wieder ausgleichen.
Was soll ich nun davon halten? Ich bin verunsichert. War die Skoliose also gar nicht "statisch", sondern schon immer "idiopathisch", oder verändert sich so etwas auch? Soll ich eine genauere Messung der Beinlängen vornehmen lassen?
Debbie

Schulstreit?

Beitrag von Debbie »

Hallo Dodo!

Die Sache mit dem Schuhausgleich hört sich wie ein Schulstreit an. Etnweder mit oder ohne. Ich würde vielleicht noch mal nachfragen, bevor ich alle alten Schuhe wegwerfe.

Gruß Debbie
netkitty
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Beitrag von netkitty »

Ich würde auf jeden Fall noch einen (wenn nötig auch mehrere) Arzt aufsuchen.
Hast du aktuelle Röntgenbilder? Wenn nicht laß welche machen.
Verlass dich auf gar keinen Fall auf die Aussage eines einzelnen Arztes.
Im Zweifel wende dich an einen von den hier im Forum genannten Kapazitäten (Dr. Steffan, Dr Hoffmann, etc) Da kannst du dann relativ sicher sein, das du die richtige Diagnose gestellt bekommst und entsprechend auch richtig behandelt werden kannst.
[size=100][i]Ever tried. Ever failed.
No matter.
Try again. Fail again.
Fail better.[/i]
Samuel Becket[/size]
SMT Heike

Schuhausgleich plötzlich nicht mehr nötig - natürlich!

Beitrag von SMT Heike »

Hallo Dodo,
ich arbeite seit einiger Zeit als SMT-Therapeutin. SMT heißt Sanfte Manuelle Therapie nach Dorn.
Diese Behandlungsart stützt sich auf den Ausgleich der Beinlängendifferenz mit nur wenigen Handgriffen und der Richtigstellung von Wirbeln und Gelenken.
Dass Du keinen Schuhausgleich mehr brauchst ist ganz einfach zu erklären. Da man bei Dir noch nie eine Beinlängenkorrektur vorgenommen hat haben sich aufgrund der Verschiebung des Beckens und des Kreuzbeins deine tiefen Gesäßmuskeln so verspannt, dass durch den Schuhausgleich eine Entspannung dergleichen erzielt wurde. Somit hat sich die Hüfte wieder entspannt und ist nach unten gerutscht. Nimm bitte den Schuhausgleich raus aus dem Schuh, denn Du brauchst ihn tatsächlich nicht mehr. Erkundige dich bitte nach einem DORN-Anwender. Der kann dir weiterhelfen, indem er dir zeigt, wie du selbst deine Beindifferenz ausgleichen kannst und entstört dir manuell deine mit Sicherheit verschobenen Wirbel.
Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.
Gruss Heike
gauklerdavid
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Registriert: Di, 18.02.2003 - 09:40

Beitrag von gauklerdavid »

Hallo Dodo,

Tatsächlich kann einen schiefe Hüfte durch Beinlängendifferenz verursacht werden. Das ist eine Möglichkeit die sich auch ein Laie gut vorstellen kann. Dieser Fall kommt meines Wissens aber nicht so häufig vor. Ein schiefes Becken kann aber auch durch asymmetrische Muskelspannung und/oder anderer Veränderung, wie zum Beispiel Skoliose, verursacht werden. Hier sind dann der Beckenschiefstand und die scheinbar (aber nicht in Wirklichkeit) ungleichlangen Beine die Folge und nicht die Ursache der Skoliose. Das klingt für uns Laien oft seltsam, wenn man nicht bedenkt, dass die Wirbel auch mit komplex untereinander verschalteten Muskeln verbunden sind. Ein anderes Vorbild: Wenn eine Person einseitig eine kurze Zeit auf ein Holzstückchen beist, und sich dabei(oder danach, das weis ich nicht mehr genau) Untersuchen lässt, steht das Becken schief, noch kurz zuvor war es gerade.

Für den Orthopäden ist es oft schwierig herauszufinden wodurch der Beckenschiefstand entstanden ist. Einfach nur ein Brettchen unter das Bein legen und gucken ob die Hüfte dann gerade ist, reicht scheinbar nicht aus um die Ursache des Beckenschiefstandes zu finden.

Dorn Therapie würde ich persönlich nur mit Einschränkung empfehlen. Es scheint so zu sein dass damit Schmerzen, Verspannungen und leichte Wirbelblockaden behandelt werden können. Einige Forumsteilnehmer haben zumindest von diesen Effekten berichtet. Das Problem bei Dorn ist meiner Meinung, dass jeder nach ein bis zwei Tagen Dorn Fortbildung Dorn Therapeut werden kann und dass bei der Vermittlung der Methode wenig Wert auf korrekte und differenzierte Anatomische Kenntnisse gelegt wird. Zumindest wenn ich so im Internet schaue wird von Dorn Therapeuten und Dorn selbst die Wirkung der Therapie erklärt durch anatomische Abläufe die nicht Stimmen können. Subluxierte Hüften und ausgerenkte oder stark lateral verschobene Wirbel sind bestenfalls metaphorische und laienhafte Vorstellungen. In Wirklichkeit renken sich Wirbel oder die Hüfte normalerweise nicht aus, wohl kann das Gelenkspiel blockiert sein, oder eine Gelenkkapsel kann überdehnt sein etc und in Zusammenhang mit Muskelverspannungen kann es dann dazu kommen dass der Patient etwas krummer steht als normal. So was kann man schon durch geschickte Manuelle Interventionen verbessern, verbessert sich aber auch in manchen Fällen von selbst. Durch welche Mechanismen Dorn genau wirkt kann ich nicht sagen und auch nicht wie viel von der Wirkung spezifisch und wieviel unspezifisch ist.
Eine Skoliose (mehr als skoliotische Haltungsschwäche!) kann durch manuelle Methoden wie Dorn nach heutigem Kenntnisstand nicht wegtherapiert werden und es gibt dafür auch weit mehr Ursachen als ein Beckenschiefstand.
Dorn Therapie sollte meiner Meinung nach von jemandem ausgeführt werden, der Wissen und Erfahrung hat auf dem Gebiet des Bewegungsapparates und mit anderen manuellen Methoden. (Ein guter Physiotherapeut zum Beispiel. Der kann dann Beurteilen wann es was bringt, wann nicht, ob es schädlich ist, wann andere Methoden besser währen und er wird auch nicht falsche Versprechungen machen.
Zu Dorn wurde und SMT wurde hier im Forum schon viel geschrieben, einfach mal die Suchfunktion benutzen.
Hier ist auch noch ein interessanter Link:
http://www.physiotherapie.de/physio/top ... _1273.html
Grüße
David
Ramses
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Beitrag von Ramses »

Hallo David,

Du hast hier auf einen 4 Jahre alten Thread geantwortet. Ich denke nicht dass die Frage für Dodo noch aktuell ist. Mir stellt sich eher die Frage ob SMT Heike das auch nicht gesehen hat oder ob sie mit dem Post lediglich Werbung für die Dorntherapie machen wollte.

Gruß

Ramses
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Ramses hat geschrieben:Mir stellt sich eher die Frage ob SMT Heike das auch nicht gesehen hat oder ob sie mit dem Post lediglich Werbung für die Dorntherapie machen wollte.
Da SMT Heike offensichtlich keine "Betroffene" ist (ausserdem noch Gast), sehe ich das auch eher als Werbung bzw. Hinweis, bei dem es bleiben sollte.
gauklerdavid hat geschrieben:Tatsächlich kann einen schiefe Hüfte durch Beinlängendifferenz verursacht werden. Das ist eine Möglichkeit die sich auch ein Laie gut vorstellen kann. Dieser Fall kommt meines Wissens aber nicht so häufig vor
Genau das hat Dr. Steffan hier vor längerer Zeit auch gesagt: "eine echte Beinlängendifferenz gibt es selten".
Und so kann man sich auch vorstellen, dass man mit allen möglichen Methoden einen Ausgleich herstellen kann, der sich in den Strukturen abspielt.

Ich war vor einiger Zeit bei dem Vortrag einer "Heilerin" auch zum Thema "Wirbelsäulenbegradigung" mit praktischen Vorführungen.
Da konnten tatsächlich mit dem Maßband Korrekturen allein durch "Heilkräfte" erreicht werden. Möglicherweise durch die hohe Erwartungshaltung und Suggestion in einer Entspannungsphase hervorgerufen. Waren übrigens alles Frauen, von denen einige nach der "Begradigung" in Tränen ausbrachen. Also eindeutig eine sehr emotionale Schiene.

Vor diesen praktischen Demonstrationen gab es eine Pause nach dem eigentlichen Vortrag, in der ich die "Heilerin" gezielt auf die Möglichkeiten meiner Kyphose und der entsprechenden "Begradigung" angesprochen habe. Ich wollte nämlich auch in die Demonstration. Das hat sie aber abgelehnt, weil sie ehrlicherweise meinte, dass so etwas sehr viel länger dauern würde und man zusätzlich sicherlich auch entsprechende KG machen müsste.

Bei einer "normalen" Wirbelsäule kann ich sicherlich viel mit Suggestion, Entspannung und manueller Manipulation machen, aber bei einer veränderten Wirbelsäule und wir sind hier in einem entsprechenden Forum(!) müssen vor allen Dingen starke physikalische Kräfte wirken, die nach meiner Ansicht nicht ständig und intensiv durch passive Methoden erreicht werden.

Gruss
Klaus
Agrimon
Vielschreiber
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Registriert: Sa, 09.07.2005 - 19:18
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Diagnose: hochthorakale Kyphoskoliose bws 24 Grad, lws 29 Grad, 4bre mit Hyperlordose
Therapie: Korsett von Rahmouni, laufen mit MBT Schuhen, Reha 30.10. bis 26.11.2013 Bad Salzungen, wegen Peritonitis Op 2017 Korsett abgesetzt, jetzt Lumbo Train Bandage, nächste Reha 2019 geplant
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Beitrag von Agrimon »

Hallo,
das gleiche Problem hatte ich auch von 1995 bis 2001. Auf meiner 2. Kur in Bad Abbach haben sie bei mir eine Beinlängendifferenz von 0,5 cm festgestellt und eine Einlagenerhöhung verordnet, die ich bis 2001 auch geglaubt habe. Wie ich aber 2001 in Bad Sobernheim war, haben sie mir gesagt, dass das Unsinn war mit der Erhöhung und dann kam sie wieder weg. Wie ich die Erhöhung weg gelassen habe, stand mein Becken gerader, als mit der Erhöhung. Damals wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte, heute weiß ich es besser.

Gruß Agrimon
bin eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und noch Interesse für andere Dinge hat

Meine Skoliose-Geschichte: Meine Skoliose
shiatsukerstin

Re: Schuhausgleich plötzlich nicht mehr nötig - natürlich!

Beitrag von shiatsukerstin »

Hallo Heike,
ich habe gerade deinen Beitrag gelesen. Ich bin auf der Suche nach einer SMT-Aus- bzw. Fortbildung. Kannst du mir da helfen?
Viele Grüße
Deine Kerstin
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