Pusteblume hat geschrieben:
Die Skoliose ist doppelbogig, die lumbale hat 20° die thorakale 30° (letzte Messung März 04).
Die Versteifung ist nur L5/S1 (von Juni04), sie ist also genau in meinem "problembereich". Weiß nicht, ob die Schmerzen auch von der Skoli kommen. Merke deutlich, daß der größte Schmerz direkt über der Versteifung ist und vom ISG und der li. Hüfte (wahrscheinlich durch den Beckenschiefstand und Beckenverdrehung).
Bin 27 Jahre alt..ja, ich war direkt nach der OP in Bad Sassendorf zur Reha (4 Wochen). Habe aber nie Schroth-Therapie gehabt, kenne das nur aus Foren.
Habe vier Schrauben (mit kleinen Stangen verbunden) und ein Titan cage mit Beckenkammspongiosa eingesetzt bekommen. Bisher keinerlei Lockerung o.ä. (letzte Kontrolle der Instrumente Aug. 05).
Im Jan.04 wurde oberhalb der Versteifung eine BSV, im Juli05 eine beginnende Instabilität und Anschluß-Arthrose festgestellt.
Nun wird es klarer.
Bei Dir ist nur der allerunterste Lendenwirbel mit dem Kreuzbein zusammen versteift worden. Das ist ein typische OP gegen Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) oder bei sehr schwerem anders nicht therapierbarem BSV.
Es ist leider sehr häufig (ca. 50% der Fälle), daß so eine OP eine Art "Domino-Effekt" auslöst. Die mechanisch-physikalische Belastung für den nächsten unversteiften Nachbarwirbel verdoppelt sich fast und dadurch verschleißt/degeneriert die Bandscheibe rapide. Sehr häufig sind dann Nach-OP mit Verlängerung der Spondylodesestrecke.
Die Situation ist bei Dir vermutlich besonders prekär, da über der Versteifung eine Wirbelsäule "steht" die auf Grund der Skoliose keine optimale Statik hat.
Deine völlig unversteifte Skoliose ist von den Gradzahlen her nicht dramatisch. Aber die Gradzahlen haben oft gar nichts mit den Schmerzen zu tun. Große Skoliosen mit 70 - 100° können völlig schmerzfrei sein. Geringgradige Skoliosen aber manchmal grausame Rückenschmerzen verursachen. Der Zusammenhang ist völlig unklar.
Pusteblume hat geschrieben:Du fragst nach der Belastung....
Arbeite nur noch teilzeit (hab zwei kleine Kinder, 3 u. 4 Jahre alt) im Büro. Wir führen gemeinsam mit meinen Schwiegereltern einen mittelgroßen Bäckerei Betrieb mit 11 Geschäften.
Bin immer ein aktiver, sportlicher Mensch gewesen, machte Sport seit ich fünf war. Seit der OP hab ich alles an konservativer Beh. gemacht, Fango, Massage, KG normal und an Geräten (was immer sehr schmerzhaft ist!!), Infiltrationen, Rotlicht, WS-Schwimmkurs..usw...
Da müßte doch eigentlich meine Muskulatur in Ordnung sein??!!
Es fragt sich WELCHE Muskulatur?
Die tiefe innere statisch stabilisierende Muskulatur oder die "sportliche" Bewegungsmuskulatur?
Die allermeisten nicht Schroth ausgebildeten Physiotherapeuten machen den gravierenden Fehler, Mobilität = Beweglichkeit überzubewerten und die Stabilität (die Muskeln, die notwendig sind die eigene Wirbelsäule in ein statisch gutes Gleichgewicht zu bringen und darin zu halten) völlig zu vernachlässigen.
Bei Schroth wird fast völlig bewegungslos =isometrisch geübt und es wird speziell diese für die Statik der WS wichtige autochtone Muskulatur angesprochen und gestärkt. Das kan man mit KEINEM Sport und fast keinem anderen physiotherapeutischen oder sportmedizinischen Verfahren erreichen!
Pusteblume hat geschrieben:Z.Z. mache ich (fast) tgl. Übungen zu Hause und zweimal wöchentl. KG im Therapiezentrum in Datteln.
Wenn Dir diese Übungen nicht gut tun und sie Dich nicht zu einer Besserung führen, dann stell sie ein! Die Gefahr, daß Du Dir damit mehr schadest als nützt ist relativ groß! Versuch eine Schroth-Therapie zu bekommen!
Pusteblume hat geschrieben:
Jetzt meine Fragen: Ist eine Reha für mich überhaupt sinnvoll?
Ja, auf JEDEN FALL!!!! Das Problem ist nur, daß Deine letzte Reha noch keine 4 Jahre zurückliegt. Erwachsene bekommen nur alle 4 Jahre eine Reha, genehmigt. Es gibt aber Ausnahmen in besonders begründeten Fällen. Das muss aber ein Facharzt schon besonders gut begründen!
Pusteblume hat geschrieben:Die Skoliose ist ja nicht so schlimm. Kann ein Teil der Schmerzen daher kommen?
Bin den ganzen Tag in Bewegung, oft gehts mir sehr schlecht.
Vielleicht nicht direkt von der Skoliose, aber indirekt.
Es ist eine Art Teufelskreis: Fehlstatik>Verspannung>Verkrampfung> Schmerz> noch mehr Verspannung> noch mehr Schmerz> noch mehr Fehlstatik> usw..... das schaukelt sich dann zusammen mit falscher/ungeeigneter KG dann hoch.
Pusteblume hat geschrieben: Manchmal komme ich einigermaßen klar. Werden die Beschwerden im Laufe der Zeit schlimmer?
mein Operateur meinte daß der verrutschte Wirbel (L4L5) noch Jahre halten kann, kann aber auch in 3 Monaten weiterrutschen kann. Aber wenn innerhalb von einem halben Jahr post OP ein BSV und Wirbelgleiten festegestellt wurde, dauerts doch keine Jahre mehr, oder??
In Deinem Fall dann offensichtlich eben nicht Jahre.
Deine Belastung ist hoch genug!
Schmerz -Verspannung usw... weden auch Deine Skoliose negativ beeinflussen. Umgekehrt wird die Skoliose für die Bandscheine L5/L4 auch nicht gerade förderlich sein. Dir Antwort der meisten Orthopäden wird sein immer weiter zu operieren, das kanns aber nicht sein, wenn bei dem Typ OP die Erfolgsquote im Bezug auf Schmerzbeseitigung und echte nachhaltige Heilung so gering ist.
Pusteblume hat geschrieben:
Hach, soooviele Fragen, ich hoffe, Du blickst da noch durch??
Ja schon noch. Ich würde Dir wirklich raten, den Weiten Weg in Kauf zu nehmen und Dich bei Dr. Hoffmann in Leonberg vorzustellen.
Mal sehen was er Dir empfielt.
Pusteblume hat geschrieben:
Bin gespannt auf Deine Antwort und bin Dir für jeden Tip dankbar, bis dahin
Liebe Grüße
Pusteblume
Im Moment kann Ich Dir leider nicht mehr sagen als Geh mal zu Dr. Hoffmann und strebe mit Nachdruck eine Schroth-Reha, für Dich eher in Bad Salzungen an!
Gruß Toni