teilfixiert?

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
Zone
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Beitrag von Zone »

Dr. Steffan rät bei Erwachsenen von einer Korsetttherapie ab, da nach nach seinen Erfahrungen keine Verbesserung mehr erziehlt werden kann.
Diesen Standpunkt vertreten übrings auch 99 Prozent aller Orthopäden. Ich denke man macht es sich zu einfach sich hier auf einen Orthopäden zu stützen (Dr. Hoffmann). An Deiner Stelle würde ich erstmal eine Schroth-Kur beantragen und mit dem Korsett noch warten.

Gruß.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo zone,

wie sieht es denn nun mit Deinem Klaus Nahr-Korsett aus.
Gibt es noch keine Erfahrungen, die man hier posten könnte?

Gruss
Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Toni,
Es ist herrlich wenn nach einen harten Reha-Tag alle erschöpft in die Kyphosen und Skoliosen zurücksinken, wenn man dann einen "Panzer" umschnallen kann, der das mühsam erreichte Schroth-Ergebnis stundenlang verlängert.
Verständnisfrage: Es gibt doch sicherlich keinen Unterschied eines solchen Stützkorsettes zu einem "normalen" Korsett?

Eigentlich eine blöde Frage, aber nach Schroth-Übungen z.Bsp. am Abend und dem folgenden Schlaf in Kyphose verstärkender Haltung, wäre so ein "Nachtkorsett" doch optimal, wenn man versucht, tagsüber eine optimale Haltung bewusst einzuhalten.
Sozusagen ein Kompromiss zwischen Dauerkorsett und Lebensqualität, die schon in bestimmten Situationen mit Korsett schlechter sein kann, als ohne, trotz gewisser Beschwerden.

Wie geht eigentlich das Korsett in das Budget des Arztes ein?

Gruss
Klaus
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Toni
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Beitrag von Toni »

Klaus hat geschrieben:
Verständnisfrage: Es gibt doch sicherlich keinen Unterschied eines solchen Stützkorsettes zu einem "normalen" Korsett?
Was meinst Du mit dem Begriff "Stützkorsett". Ich mag den Begriff nicht.
Es ist ewas für Gelähmte und Leute mit Muskelschwäche oder extremer Osteoporose, die sich aus eigener Kraft gar nicht mehr aufrecht halten können und eine "Stütze" brauchen. Nach meiner Definition korrigiert ein "Stützkorsett" keine Fehlhaltung und ist völlig passiv.
Auch der begriff "normales Korsett" ist irritierend. Ein Korsett ist nix normales. Ich bin sicher, daß 80% aller gebauten Korsette für Jugendliche und Erwachsene nach wie vor Plastikmüll sind. Das scheint völlig normal zu sein! Was ist ein normales Korsett?

Für mich ist ein Korsett dann gut und wirksam, wenn es den Körper- die Wirbelsäule, Becken usw... hochwirksam in eine NORMALE, dem idealen, "gesunden" Körperbau entsprechende Form bringt, Fehlstatiken beseitigt und aufhebt, dem Körper aktive Reiz gibt sich selbst zu korrigieren durch abrücken vom durchaus unangenehmen Pelottendruck und Atemlenkung im "Schroth´schen Sinne".
Aber das ist dann nicht das "normale Korsett". das normale Korsett taugt selten etwas.
Wenn man die Plackerei und Quälerei mit einem Korsett auf sich nimmt, egal ob Erwachsener oder Kids oder Teens, dann nur wenn es wirklich SEHR GUT IST. Sonst haben logischerweise 99% der orthopäden (einschl. Dr. Steffan) recht, wenn sie korsett-skeptisch sind.
Klaus hat geschrieben:Eigentlich eine blöde Frage, aber nach Schroth-Übungen z.Bsp. am Abend und dem folgenden Schlaf in Kyphose verstärkender Haltung, wäre so ein "Nachtkorsett" doch optimal, wenn man versucht, tagsüber eine optimale Haltung bewusst einzuhalten.
Fast alle adult-User die ich kenne, bestätigen, daß man mit Korsett seine z.Teil oft jahrelang "antrainierte fehlstatische Haltung durch das Korsett umprogrammieren kann. Das bedeutet, daß wenn man genügend Zeit IM korsett verbracht hat, auch ohne Korsett weniger in die alten Haltungsmuster zurücksinkt. Das ist allerdings SEHR anstrengend. Und da ist und war es bei mir so, daß ich mich in der Korsettfreien zeit sehr bemüht habe bei allem was ich tue die Aufrichtung und Beckenkorrekturen zu bewahren, nicht in die Kyphose-Lordose zurückzusinken, immer wieder nach Oben zu rekeln usw... "Dauerschroth im Hinterkopf"
Doch das spielt dann die autochtone Muskulatur nicht mit. Die ist dann nach ein paar Minuten bei Anfängern und nach ein paar Stunden selbst bei fortgeschrittenen und fleißigen Schrothern überfordert und verkrampft.
Das ist der Moment des idealen Korsettes: Entspannung pur, osteophatie zum Umschnallen und optimale Haltung ohne bewusste Daueranstrengung. Und das sogar im Schlaf (wenn man sich das schlafen im Korsi in meinem Fall echt mühsam angewöhnt hat)
Klaus hat geschrieben: Sozusagen ein Kompromiss zwischen Dauerkorsett und Lebensqualität, die schon in bestimmten Situationen mit Korsett schlechter sein kann, als ohne, trotz gewisser Beschwerden.
Ja den Kompromiss muss und wird auch jeder eingehen.
Ichhab mich mit Dr. Hoffmann kürzlich mal über die Adult-Korsett erfahrungen unterhalten. Er hat vor allem bei sagittalen Indikationen sehr positive erfahrungen mit der Erwachsenen Versorgung gemacht. Die Tragezeiten sind sehr unterschiedlich. Einige tragen es nur stundenweise und verwenden es als "Schmerztablette zum Umschnallen"
Andere zu bestimmten Arbeiten (Sitzen am Computer, zum LKW-Fahren, usw..) Manche nur tagsüber, andere nur Nachts. Wenige so wie ich 16 - 22 Stunden. Aber auch da ist es so, daß die Hochcompliance-User auch den höchsten Erfolg haben auch als Erwachsene.
Erwachsene bekommen keine Tragezeitvorgabe und entscheiden selbst gefühlsmäßig und compliance-abhängig, auch sehr abhängig von der Lebens- und Berufsituation wie oft und wie lange sie es tragen.
Und eines ist auch Tatsache. KEINER/KEINE die ein Erwachsenen-korsett hat will es missen und bereut es es machen zu lassen! Die meisten sind schmerzfrei geworden, veíele haben deutliche Formverbesserungen. Selbst Lurchi/Petra die keinen Aufrichtungserfolg im Korsett hatte und sich sogar verschlechterte, weil ihre "bescheuerte WS" schon zu weit verschlissen war hat im Korsett eine Zeitlang kaum noch Schmerzmittel benötigt und empfand das Korsett physisch und psychisch als sehr positiv. Zumindest wesetlich positiver als ihr jetztiger Zustand fast 8 Monate nach OP!

Man kann das Korsett nicht theoretisch diskutieren, vor allem nicht unter Ärzten und Patienten die keine (positiven) Erfahrungen (auf beiden Seiten) gemacht haben. Man kann auch die Korsett der verschiedenen hersteller nicht vergleichen ebensowenig wie die verschiedenen Situationen und Motivationen der User.
Man muss sich entweder für oder gegen ein korsett entscheiden , es sein lassen oder bereit sein es auszuprobieren und dann seinen pers. Kompromiss finden. OHNE JEDEN ZWANG!-aber durchaus mit viel Druck!
Klaus hat geschrieben:
Wie geht eigentlich das Korsett in das Budget des Arztes ein?

Gar nicht! Sonst wäre Doc Hoffmann längst bankrott!
Gruß Toni
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Rahel

Beitrag von Rahel »

ich werde auf jedenfall erstmal zur Reha gehen und danach auf jedenfall zu Dr.Hoffmann und mir ein Rahmouni verpassen lassen.Was ist eigentlich wenn Dr.Hoffmann für mich kein Korsett für richtig hält?Wenn ich ihm darum bitte,wird er mir schon eines verordnen,oder?
Rahel

Beitrag von Rahel »

Bild


Ich habe mir gerade das Bild nochmal angeschaut.Genau so sieht es bei mir aus.Die Frau hat bestimmt auch so 55 Grad,oder?
Rahel

Beitrag von Rahel »

mmhh klappt irgendwie nicht so mit dem Foto rüber kopieren :D .Aber ihr wißt ja welches Bild ich meine
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Rahel hat geschrieben:mmhh klappt irgendwie nicht so mit dem Foto rüber kopieren :D .Aber ihr wißt ja welches Bild ich meine
Ich hab's grad geändert. :D

Das geht mit folgendem Code:

(img)http://skoliose-info-forum.de/files/gsc ... jpeg(/img)

Anstelle der runden Klammern musst du eckige Klammern [] setzen. Das geht nur bei Bildern, die bereits online sind. Die Internetadresse des Bildes erfährst du durch Rechts-Mausklick. Bei Bildern, die man von der Festplatte hochladen will, gibt es eine andere Methode, aber ich will es jetzt auch nicht übertreiben. :D

Man soll übrigens hier ein bisschen sparsam mit Bildern umgehen, damit die einzelnen Threads nicht so viele Bytes verbrauchen.

Übrigens, herzlich willkommen hier! :)

Leider bin ich derzeit zu beschäftigt, um Threads, die so schnell wie deiner anwachsen, mitverfolgen zu können, aber vielleicht hole ich das irgendwann mal nach. Und in Toni haben wir sowieso einen sehr kompetenten Berater. ;D

Dalia
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Toni
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Beitrag von Toni »

Klar welches Bild. Das Mädel im scharzen Body.

Sie hat nach meiner Schätzung ca. 55 - 60° BWS Kyphose und ca. 70 -80° LWS-Lordose b ei sehr stark vorgekipptem Becken und schlaffer Bauchpartie.
Extrem hängende Schultern, stark vorgneigter Kopf. Würde sie den Kopf aufrichten und horizontal schauen, hätte sie ein starke Hyperlordose der HWS.
Sie trägt eine Klassisches 3-Punkt- Scheuermann/Kyphose-Korsett nach GSCHWEND mit Sternalpelotte nach BECKER als 4- Aufrichtungspunkt mit Druck auf das Brustbein.

Das Aufrichtungskonzept in einem Rahmouni oder "Müntseraner-Kyphosen-Orthese ist intensiver und besser! Eher so wie auf dem Bild darunter.
Gruß Toni
Dateianhänge
Da sieht man wie ein Rahmouni die Kyphose aufrichtet. Das war der Versuch mit dem Korsett meiner Frau an einer jungen Kyphose......
Da sieht man wie ein Rahmouni die Kyphose aufrichtet. Das war der Versuch mit dem Korsett meiner Frau an einer jungen Kyphose......
Kyphokorsi.jpg (29.08 KiB) 12955 mal betrachtet
Ohnekorsi.jpg
Ca. 55- 60 ° Cobb BWS Kyphose
(28.93 KiB) 2672-mal heruntergeladen
Zuletzt geändert von Toni am Do, 28.07.2005 - 22:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von träumerin »

Ich kann Dich soooooooo gut verstehen. :ja:

Schlechte Luft,Künstliches Licht,stehen,bücken,schwer heben und vor allem aber auch die psychischen Faktoren....

Ich arbeite auch im Verkauf.Ich habe abends auch immer total schwere Beine und die schmerzen sogar im Bett noch.Rückenschmerzen natürlich auch noch.Ausserdem leide ich seit Jahren an Migräne.Du bist die erste Verkäuferin,die ich kenne die Spaß an ihrem Beruf hat.Aber ist doch ok :D .Naja mir macht es nicht viel Spaß.Das ist ja echt krass mit Deiner Kollegin,die wg Thrombose im Krankenhaus ist.Aber solche Fälle kommen auch bei uns vor.Bei uns sind viele auch psychisch krank.Selbst ich hatte vor kurzem ein Magengeschwürr.Andere Kollegen geht es nichts anders.Hörsturz,Depressionen usw.

Vor kurzem hatten wir eine Schülerpraktikantin bei uns in der Firma.Ich habe ihr gleich abgeraten diesen Beruf zu erlernen.Ich wäre damals auch froh gewesen....

So viel von mir :D
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Beitrag von träumerin »

Hallo Rahel

Sag mal machst Du abends nach dem Geschäft regelmäßig Deine KG Übungen?Arbeitest Du abends auch bis 20 Uhr?Wir haben Mo-Sa bis 20 Uhr geöffnet.Da ich außerhalb wohne bin erst ca um 21 Uhr zuhause.Ich habe abends keine Kraft mehr für irgendetwas.Selbst mir eine Kleinigkeit zu Essen machen ist mir schon zu viel.Geht es Dir auch so.

Naja bald geht es zur Kur.Ich habe mir vorgenommen,danach regelmäßig meine Übungen zu machen.Reichen eigentlich 10 min am Tag?Mehr würde ich bestimmt nicht schaffen.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Toni hat geschrieben:Was meinst Du mit dem Begriff "Stützkorsett". Ich mag den Begriff nicht.
...Auch der Begriff "normales Korsett" ist irritierend
Hallo Toni,

erst mal vielen Dank für Deine ausführlichen INFO's.

Ich wollte auf die möglicherweise unterschiedlichen Korsette hinaus, die man zum einen als
konkretes Hilfsmittel für eine korrekte Schroth-Ausführung benutzt und zum anderen als
generelles Hilfsmittel, um optimal gegen die Kyphose anzugehen.
Könnte es da Unterschiede geben, immer bezogen auf die gleiche Person?

Oder ist das Unsinn? Sollte es immer ein "ideales Korsett" sein?
Einige tragen es nur stundenweise und verwenden es als "Schmerztablette zum Umschnallen"
Ja, das ist z.Bsp. eine Anwendungsform, die bei mir gar nicht im Vordergrund steht.
Es ist eher so, dass harte Unterlagen, wie z.Bsp. das Liegen auf einer Arztliege oder einer Gymnastikmatte auf hartem Boden (ohne Schroth Übung) offenbar wie ein Korsett wirken, so stell ich mir das jedenfalls vor. Es gibt Schmerzen, die zwar schnell nachlassen, noch schneller bei Schroth-Übungen, aber beim anschliessenden rückengerechten Aufstehen (bei einer Arztliege geht das überhaupt nicht!) gibt es doch erhebliche Probleme. Auch das geht vorbei, aber es ist immer wieder dieselbe Prozedur, auch mit Schroth-Übungen, die ich ja nun schon eine ganze Weile mache!
Dadurch habe ich natürlich so meine Vorbehalte gegenüber einem Korsett, auch wenn ich weiss, was da anfangs auf mich zukommen kann.

Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass gegurtete Schroth-Übungen deutlich weniger Schmerzen hinterlassen. Ist dieser Zug eigentlich auch in einem Korsett integriert?
Die Schroth-Therapeuten in BaSa sagen, dass man Gurt-Übungen nur höchstens 2x in der Woche machen soll. Bei einem Korsett wäre zumindest der Zug ja ständig.

Und was die Kosten eines Korsetts angeht, so stehen die Orthopäden sicherlich auch unter einem gewissen Druck. Selbst wenn sie davon überzeugt sind, gibt es doch wahrscheinlich auch ausserhalb des Budgets die Verpflichtung, Kosten sparend zu arbeiten, oder?

Gruss
Klaus
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Beitrag von Toni »

Klaus hat geschrieben: Ich wollte auf die möglicherweise unterschiedlichen Korsette hinaus, die man zum einen als
konkretes Hilfsmittel für eine korrekte Schroth-Ausführung benutzt
Ich hab noch nie von einem speziellen "Schroth-Korsett" gehört! Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß jemand ein 2.500€ teures Korsett verschrieben bekommt, damit er bei Schrothen endlich für ein paar Minuten eine ganz bestimmte Korrekturposition erreicht.

Das einzige "korsett-ähnliche" Hilfsmittel, das in Bad Sobernheim gerne angewendet wird und das die Bad Salzunger nicht mal zu kennen scheinen ist der ELEVA-Taillen-Streck-Gurt der Fa. Julius TEUFEL , deshalb auch "Teufels-Gurt" genannt. Der trägt sich aber zu Schrothübungen im Vergleich zu den eher primitiven Ledergurten in Bad Salzungen eher "himmlisch"!
Bild
http://www.teufel-orthopaedie.com/23.0.html#210
Das ist ein sehr gutes Schroth-Hilfsmittel. Für die gegurteten Übungen, für die Taillen-Streck-Übung, zur aktiven Streckung der LWS bei Kreuzschmerzen u.s.w...

Dieser Gurt zusammen mit einer Glissonschlinge, einigen Schnüren und Umlenkrollen vom Baumarkt und schon hat man eine COTREL Zug-Ausrüstung für aktives Streching -Traktion der gesamten WS im Liegen.

Klaus hat geschrieben:und zum anderen als
generelles Hilfsmittel, um optimal gegen die Kyphose anzugehen.
Könnte es da Unterschiede geben, immer bezogen auf die gleiche Person?

Oder ist das Unsinn? Sollte es immer ein "ideales Korsett" sein?
Ich finde ein Korsett sollte immer optimal sein, das bedeutet, daß es in JEDER Position (liegen, sitzen, stehen, gehen) die jeweils maximal erträgliche Korrekturposition hält. Ich halte gar nichts von speziellen Nachtkorsetten oder Tageskorsetten oder gar sortenreinen Schroth-Korsetten.
Ich muss aber für mich selbst eine Ausnahme einräumen: Mein Milwaukee!
Seit es Rahmouni optimal eingestellt hat, mag ich das Ding immer wieder mal für eine max. 2 Stunden. Es ist fast eine Art "Schroth-Korsett" es zwingt und animiert zum ständigen aktiven Rekeln, trainiert ungeheuer stark die statische aufrichtende Rückenmuskulatur, traimiert die optimale Kopf- und Hals-Haltung und bedeckt im Hochsommer viel weniger Hautfläche mit Plastik als das Rahmouni, es ist wesentlich kühler und luftiger. Trotzdem halte ich es als Dauerkorsett für unzumutbar und untragbar!

Einige tragen es nur stundenweise und verwenden es als "Schmerztablette zum Umschnallen"
Ja, das ist z.Bsp. eine Anwendungsform, die bei mir gar nicht im Vordergrund steht.
Es ist eher so, dass harte Unterlagen, wie z.Bsp. das Liegen auf einer Arztliege oder einer Gymnastikmatte auf hartem Boden (ohne Schroth Übung) offenbar wie ein Korsett wirken, so stell ich mir das jedenfalls vor. Es gibt Schmerzen, die zwar schnell nachlassen, noch schneller bei Schroth-Übungen, aber beim anschliessenden rückengerechten Aufstehen (bei einer Arztliege geht das überhaupt nicht!) gibt es doch erhebliche Probleme. Auch das geht vorbei, aber es ist immer wieder dieselbe Prozedur, auch mit Schroth-Übungen, die ich ja nun schon eine ganze Weile mache!
Dadurch habe ich natürlich so meine Vorbehalte gegenüber einem Korsett, auch wenn ich weiss, was da anfangs auf mich zukommen kann.[/quote]
Du kannst in einer liegenden Schroth-Übung optimale Positionen und Korrekturen erreichen. Ein falsche Bewegung , bei Dir z.B. in die lumbothorak. Kyphose hinein, kann die Bandscheiben dieses Bereichs schon wieder kurzfristig zusammenquetschen und der positive Schroth-Effekt ist allein durchs "falsche" Aufstehen zunichte. Du musst experimentieren. Umdrehen auf den Bauch ohne torsion und Rotation in Deinem Problembereich.....dann erst aufrichhten und aufstehen. Oder Du lässt Dir doch noch ein schickes knitterfreies dessous schmelzen. LSO-Korsis ohne Reklination der BWS tragen sich so gut, daß man dafür eigentlich Vergnügungssteuer abrücken sollte!
Klaus hat geschrieben:Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass gegurtete Schroth-Übungen deutlich weniger Schmerzen hinterlassen. Ist dieser Zug eigentlich auch in einem Korsett integriert?
Ja, ist aber sehr gewöhnungsbedürftig. Das bedeutet sehr enge Taille und einen von unten konisch gefassten engen trichterförmigen Brustkorb. Dadurch kommt es zum sogenannten "Zwetschgenkern-Effekt". Dabei hebt sich bei jedem tiefen Atemzug der Brustkorb aus seiner tricherförmigen festen Fassung nach oben. Dabei wird die LWS und untere BWS städig aktib und intermittierend durch die eigene Atembewegung gestreckt, die Bandscheiben werden saftiger und total entlastet.
Das pneumatische Mieder das Dr. Steffan in jüngerer Zeit ( KUBKO oder SCHEUNEMANN-Wirbelsäulen-Entlaster) arbeitet mit einer Pneumatischen Streckung der LWS von außen und passiver.
Klaus hat geschrieben: Die Schroth-Therapeuten in BaSa sagen, dass man Gurt-Übungen nur höchstens 2x in der Woche machen soll. Bei einem Korsett wäre zumindest der Zug ja ständig.
Das hab ich noch nie gehört, daß es für gegurtete Übungen ein Limit gibt, über das hinaus es schädlich wird. Ich denke da muss man schon selbst herausfinden, welche Übungsintensität guttut.
Klaus hat geschrieben: Und was die Kosten eines Korsetts angeht, so stehen die Orthopäden sicherlich auch unter einem gewissen Druck. Selbst wenn sie davon überzeugt sind, gibt es doch wahrscheinlich auch ausserhalb des Budgets die Verpflichtung, Kosten sparend zu arbeiten, oder?

Gruss
Klaus
Ja klar, das steht sogar im Sozialgesetzbuch!
Aber die effizienteste Therapie ist auch die WIRTSCHAFTLICHSTE!
Gruß Toni
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Beitrag von Klaus »

Hallo Toni,
Toni hat geschrieben:Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß jemand ein 2.500€ teures Korsett verschrieben bekommt, damit er bei Schrothen endlich für ein paar Minuten eine ganz bestimmte Korrekturposition erreicht.
Ich denke, das ist jetzt geklärt.
Toni hat geschrieben:Dieser Gurt zusammen mit einer Glissonschlinge, einigen Schnüren und Umlenkrollen vom Baumarkt und schon hat man eine COTREL Zug-Ausrüstung für aktives Streching -Traktion der gesamten WS im Liegen.
Also ich benutze einen Gewichtheber-Gurt für meine Übungen im Liegen. Ist dieser "Teufel-Gurt" dabei generell besser, ausser, dass er sich angenehmer trägt?
Die Spanngurte müssen dann an den Handschlaufen befestigt werden?

Die Glissonschlinge hast Du hier schon ein paar mal vorgestellt.
Das Set ist anscheinend nur in Österreich erhältlich?
Ist es wirklich so einfach, sich selbst so etwas mit Umlenkrollen zu basteln?
Bei Sport-Tec gibt es die Schlinge auch in Textil-Ausführung. Ist das ok?

Was ist eine Cortrel-Ausrüstung?
Toni hat geschrieben:Ein falsche Bewegung , bei Dir z.B. in die lumbothorak. Kyphose hinein, kann die Bandscheiben dieses Bereichs schon wieder kurzfristig zusammenquetschen
Ich stehe schon vorsichtig rückengerecht auf, war so das erste, was ich in BaSa gelernt habe. Dabei habe ich das Gefühl, als ob mein gesamter Rücken fixiert ist.
Mir ging in erster Linie um die Beschwerden, die ich ohne Schroth-Übungen nicht habe.
Das ist wahrscheinlich so ähnlich, wie bei der Korsett-Therapie im Anfang. Es lässt gefühlsmässig Zweifel aufkommen, insbesondere wenn man bei der REHA der einzige ist, dem das beim Aufstehen so geht.
Bereits vor der REHA habe ich oft Diskussionen mit den Physiotherapeuten gehabt: Sind Schmerzen ein Warnzeichen oder ein Hinweis auf korrektes, erfolgreiches Handeln?
Toni hat geschrieben:LSO-Korsis ohne Reklination der BWS tragen sich so gut, daß man dafür eigentlich Vergnügungssteuer abrücken sollte!
Was ist ein LSO-Korsett konkret?
Du hast früher schon mal in einer E-Mail davongesprochen, dass bei meiner tiefliegenden Kyphose ein relativ kleines Korsett reicht. Nach der REHA denke ich aber, dass auch der Flachrücken mit einbezogen werden müsste. Oder ist das so eine Abwägungs-Geschichte, Beschwerden im oberen BWS Bereich habe ich ja nicht.
Toni hat geschrieben:Das pneumatische Mieder das Dr. Steffan...
Was ist das konkret? Kein Korsett?
Toni hat geschrieben:Das hab ich noch nie gehört, daß es für gegurtete Übungen ein Limit gibt
Möglicherweise ist es in BaSa die gleiche Quelle, die das die Therapeuten sehr überzeugt sagen lassen!

Oh, je, schon wieder soviel Fragen. Ich denke aber, dass das auch andere interessiert. Vielen Dank schon mal.

Ach, so, was ich schon immer fragen wollte, ist hier im Forum (oder in Deinem Bekanntenkreis) jemand mit Sitzkyphose. Die Suchfunktion spuckt dazu nichts aus.

Gruss
Klaus
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Beitrag von Karlson vom Dach »

Klaus hat folgendes geschrieben:

Die Schroth-Therapeuten in BaSa sagen, dass man Gurt-Übungen nur höchstens 2x in der Woche machen soll. Bei einem Korsett wäre zumindest der Zug ja ständig.
Hallo Toni,

ja, das kann ich auch bestätigen. Wenn ich mich richtig erinnere liegt der Grund darin, daß die WS dadurch zu mobil wird. Allerdings hängt das vom einzelnen Patienten ab; mit einer WS, die zur Versteifung neigt wie beim Bechterew, kann man auch diese Übung täglich machen. Ich hatte deswegen extra nachgefragt, da die Übungen für mich ideal sind.

Gruß,

Karlson
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Toni
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Beitrag von Toni »

Klaus hat geschrieben:
Also ich benutze einen Gewichtheber-Gurt für meine Übungen im Liegen. Ist dieser "Teufel-Gurt" dabei generell besser, ausser, dass er sich angenehmer trägt?
Die Spanngurte müssen dann an den Handschlaufen befestigt werden?
Ein fester stabiler Gewichtshebergurt ist eine sehr gute Alternative zum Teufelsgurt. Aber mit dem ELEVA-Gurt von Teufel lassen sich sicher noch höhere Traktionskräfte auf das becken übertragen.
Klaus hat geschrieben:Die Glissonschlinge hast Du hier schon ein paar mal vorgestellt.
Das Set ist anscheinend nur in Österreich erhältlich?
Nein. Glissonschlingen kannst Du in JEDEM Sanitätshaus und beim Zubehörhandel für Physiotherapie und Praxisbedarf bestellen.
Die Unterschiede liegen in der Verstellbarkeit, Polsterung, Stabilität usw...
Glissonschlingen gibts von 40 bis 250€.
Klaus hat geschrieben: Ist es wirklich so einfach, sich selbst so etwas mit Umlenkrollen zu basteln?
Wenn man nicht gerade 2 linke Hände mit 10 Daumen hat????;D
Klaus hat geschrieben: Bei Sport-Tec gibt es die Schlinge auch in Textil-Ausführung. Ist das ok?
Ich weis gar nicht ob es in Deinem Fall gut wäre, wenn Du die obere BWS und HWS mit in die Traktion einbeziehst. Das sollten nur Leute machen mit Spannungsproblemen in der HWS und hohen BWS. Du kannst in dem Bereich eh nur den Flachrücken langziehen!
Vermutlich bringt Dir das gar nix.
Klaus hat geschrieben:
Was ist eine Cortrel-Ausrüstung?
Hier sind jede Menge Bilder und Erklärungen (hoffe Du kannst english)
http://milwaukee.brace.nu/Text/Cotrel.html

Auch die WWK streckt ihre Patienten mehrere Wochen vor der OP mit der Cotrel-Ausrüstung.
Klaus hat geschrieben:
Toni hat geschrieben:Ein falsche Bewegung , bei Dir z.B. in die lumbothorak. Kyphose hinein, kann die Bandscheiben dieses Bereichs schon wieder kurzfristig zusammenquetschen
Ich stehe schon vorsichtig rückengerecht auf, war so das erste, was ich in BaSa gelernt habe. Dabei habe ich das Gefühl, als ob mein gesamter Rücken fixiert ist.
Mir ging in erster Linie um die Beschwerden, die ich ohne Schroth-Übungen nicht habe.
Das ist wahrscheinlich so ähnlich, wie bei der Korsett-Therapie im Anfang. Es lässt gefühlsmässig Zweifel aufkommen, insbesondere wenn man bei der REHA der einzige ist, dem das beim Aufstehen so geht.
Bereits vor der REHA habe ich oft Diskussionen mit den Physiotherapeuten gehabt: Sind Schmerzen ein Warnzeichen oder ein Hinweis auf korrektes, erfolgreiches Handeln?
Das ist schwer zu sagen. Im Grunde solltest Du so viel "Körpergefühl haben, daß Du selbst unterscheiden kannst und spürst. Das ist ein "Warnschmerz" und das ist ein "POSITIVER Schmerz" entstehend aus Korrekturspannung und Muskelkater.
Klaus hat geschrieben:
Toni hat geschrieben:LSO-Korsis ohne Reklination der BWS tragen sich so gut, daß man dafür eigentlich Vergnügungssteuer abrücken sollte!
Was ist ein LSO-Korsett konkret?
In der Nomenklatur der Orthopädietechnik:
LSO = Lumbo-Sacral-Orthese (umfasst nur Becken und LendenWS)
TLSO = Torako-Lumbo-Sacral-Orthese ( Umfasst auch BWS)
CTLSO = Cervical-Torako-Lumbo-Sacral-Orthese ( Umfasst die gesamte WS bis zum Kopf. z.B. Milwaukee.
Das Teil für Dich sähe vieleicht etwa so aus: Siehe Bild unten
Klaus hat geschrieben:
Du hast früher schon mal in einer E-Mail davongesprochen, dass bei meiner tiefliegenden Kyphose ein relativ kleines Korsett reicht. Nach der REHA denke ich aber, dass auch der Flachrücken mit einbezogen werden müsste. Oder ist das so eine Abwägungs-Geschichte, Beschwerden im oberen BWS Bereich habe ich ja nicht.
Nein, das Korsett sollte bei Dir NICHT hochreichen und sollte Deine Inklination der BWS nicht be- oder verhindern. Es bringt nichts Dir hinten ein hochgezogenes Korsi zu bauen mit einem "künstlichen Buckelhohlraum". Eine bessere BWS Kyphoisierung entsteht bei Dir vermutlich erst, wenn Du Dich im Alltag und Schlaf nicht mehr über die derzeitig tiefe Kyphose abwinkelst sondern erst darüber im BWS Bereich.
Also brauchst Du nur "unten rum" ein Ding das Dir Halt gibt und die Kyphose reindrückt und begradigt. Der Brustraum ist in Atmung und Bewegung überhaupt nicht behindert oder eingeengt, dwas solche Korsette zu einem wahren Tragevergnügen machen. Die machen eine super Haltung und excellente Figur bei nahezu null Bewegungseinschränkung. Hebe und Tragkraft sind in so einem Korsett vervielfacht. Lediglich 2 Maß Bier und 2 Schweinshaxen mit 5 Knödeln passen nicht mehr am Stück rein! :lach:
Klaus hat geschrieben:
Toni hat geschrieben:Das pneumatische Mieder das Dr. Steffan...
Was ist das konkret? Kein Korsett?
Das Scheunemann-KubKo?
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Eine voll bewegliche Orthese, mit der man mit den kleinen, seitlichen pneumatischen Zylindern und einer kleinen Handpumpe die LWS passiv strecken und so eine Begradigung der Hyperlordose und mehr WK-Distanz machen kann. Das ist sehr gut und stark entschmerzzend bei BSV, Nervenwurzelirritationen, allen Lmbago-Schmerzuständen, auch M. Baastrup, usw.. Soll eine wahre "Wunderwaffe" für LWS-Schmerzpatienten sein.
.... für Deine spezielle LWS-Kypose aber genau verkehrt. Leider!
Klaus hat geschrieben:
Toni hat geschrieben:Das hab ich noch nie gehört, daß es für gegurtete Übungen ein Limit gibt
Möglicherweise ist es in BaSa die gleiche Quelle, die das die Therapeuten sehr überzeugt sagen lassen!
Das mit der Gefahr der Übermobilisierung durch zuviel Zug leuchtet ein. Nicht aber wenn man als "teilfixiert" gilt und gegen die Fixation und versteifung in der Fehlstatik ankämpfen muss! Ich bin da voll mit Karlson einer Meinung. das schadet nichts wenn man dabei die stabilisierende Muskulatur nicht vernachlässigt!
Klaus hat geschrieben:
Oh, je, schon wieder soviel Fragen. Ich denke aber, dass das auch andere interessiert. Vielen Dank schon mal.

Ach, so, was ich schon immer fragen wollte, ist hier im Forum (oder in Deinem Bekanntenkreis) jemand mit Sitzkyphose. Die Suchfunktion spuckt dazu nichts aus.

Gruss
Klaus
Prima, daß Du selbst schon Gauklerdavid gefunden hast. Ich erinnere mich noch sehr genau an seine sehr tiefsitzende Knick-Kyphose. Er ist vermutlich noch am ehesten mit Dir vergleichbar.
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so ähnlich könnte es aussehen!
so ähnlich könnte es aussehen!
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LSOkurz.jpg
so leicht lordoisierend und kurz könnte Dein knitterfreies Dessous aussehen.
Rahmouni würde aber die Öffnung vorne machen und NICHT verschrauben. Dafür aber den bereich Deiner Kyphose pelottieren.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Toni,

Wow!
Das sind schon wieder geballte Informationen. ;D
Woher holst Du das alles?

Bezüglich Korsett bringst Du mich immer mehr auf den Geschmack. :)
So etwas könnte doch sicherlich auch Klaus Nahr anfertigen. Ist für mich bahntechnisch sehr viel näher als Stuttgart.

Gruss
Klaus
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Toni
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Beitrag von Toni »

Klar könnte das Klaus Nahr sehr gut machen. ichhab von Ihm schon BWS-Kyphosekorsette gesehen für junge Scheuermänner. Bis auf die grauenhaft unsäglichen Standart anschraub-Reklinationsdinger waren sie gut gebaut und sehr wirksam.
Aber die brauchst Du ja gar nicht.
Fragt sich bloß ob Du in Berlin einen Arzt findest der Dir das Ding verschreibt und notfalls bei der KK durchkämpft!
Den hättest Du eher in Leonberg sicher!

Aber versuchs bei Klaus Nahr!
Endlich hab ich Dich so weichgeklopft, daß Du bald gerne "harte Unterwäsche" trägst! :P
Gruß Toni
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Toni hat geschrieben:Endlich hab ich Dich so weichgeklopft, daß Du bald gerne "harte Unterwäsche" trägst!
Erst mal abwarten, wie das Procedere ist.

Ich habe gestern meinen Orthopäden u.a. auf ein Korsett angesprochen und war ganz erstaunt, dass er das nicht generell ablehnte.
Allerdings sagte er nachvollziehbar, dass er selbst eine medizinische Begründung nicht sieht. Wenn das allerdings von "aussen" käme, warum nicht.
Ja und da hatte ich schlechte Karten, weil meine REHA, zu der er seine Skoliose-Patienten extra auch zur genauen Abklärung schickt, keine Aussage zu einem Korsett gemacht hat.
Wir wissen, warum das in Bad Salzungen so ist und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Erwachsener in Bad Sobernheim bessere Chancen hätte.

Wie soll dann ein Orthopäde vor Ort medizinisch überzeugt werden?

Er hat mir eine Überweisung zur Skoliosesprechstunde gegeben, weil er erst mal vor Ort die Möglichkeiten der konservativen Therapie klären möchte, bevor ich vielleicht nach Berlin reise. (hat er übrigens alles in seinen Computer übernommen, Klaus Nahr und Rahmouni)

Hintergrund: Es haben sich in Hannover 3 Kliniken vor kurzem zusammengeschlossen und daraus entnimmt er, dass die Kompetenz vielleicht etwas höher geworden ist. Ausserdem sei meine negative Erfahrung mit dem Annastift ja schon 5 Jahre her.

Werde ich versuchen abzuklären, glaube aber eher, dass dieser Zusammenschluss eine rein kaufmännische Geschichte ist.

Gruss
Klaus
Der Prophet
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Beitrag von Der Prophet »

Hallo,
ich habe da mal eine Frage. Wenn man im Jugendlichen alter ist, ist die Wirbelsäule ja noch weich und lässt sich biegen. Wenn man ausgewachsen ist, wird sie doch hart dachte ich. Dann muss sie sich doch fixieren. Ich dachte das ist normal, wenn man erwachsen ist, dass man auch eine fixierte WS hat. Kann mich mal jemand aufklären?
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