Seid mir gegrüßt,
da ich auch behandlungsmäßig ein wenig im Hamburger Umland herumgekommen bin, möchte ich gerne meine Eindrücke beisteuern.
-Orthopäden:
Ich war zuerst bei einem Arzt in
Schneverdingen, dessen Name mir glücklicherweise entfallen ist, aber er fing mit H an. Dieser Mensch war nicht nur SEHR ungehobelt zu mir, er hat mich auch siebenmal grotesk schlecht geröntgt (die Aufnahmen konnten allesamt für keine spätere Untersuchung verwendet werden). Er gab sich als Fachmann aus, vermittelte mir aber die Vorstellung, ich müsse ein "Mieder" tragen und später ohnehin im Rollstuhl gefahren werden.
Danach war ich im
Altonaer Kinderkrankenhaus. Das Röntgenbild war hier besser und wurde auch in Sobernheim akzeptiert, allerdings hat der Arzt es fehlerhaft ausgemessen. Er wollte mich sehr gerne sofort operieren.
Der letzte Orthopäde, bei dem ich dann auch mehrfach war, war
Dr. Heise in Hamburg. Ich kann ihn nicht uneingeschränkt empfehlen, es kommt wohl darauf an, worauf man Wert legt. Er ist insofern besser gewesen als die davor, weil er noch recht nett war, schon sehr lange mit Skoliosen zu tun hatte und die Sachen verschrieb, um die ich ihn bat, zB Gymnastik, oder auch die Rehas in Bad Sobernheim. Nachdem ich ausdrücklich gesagt hatte, dass ich keine OP will (das sollte man allerdings bei jedem Besuch dort betonen), sorgte er auch für eine gute Korsettversorgung und arbeitete sehr eng mit dem OT zusammen.
Gegen ihn muss ich sagen, dass die Röntgenbilder nicht so dolle sind, er sie mit einem Edding und so ner Art Maurerwinkel ausmisst - ein Verfahren, dass nicht einer gewissen Beliebigkeit entbehrt - und dass er richtig Lust auf OP hat. Es ist immer völlig überfüllt dort, was zwar einerseits einen guten Eindruck auf mich machte, andererseits wartet man dort Stunden, sodass man auch zu einem besseren Arzt weiter weg fahren könnte. Bei meinem letzten Besuch dort war gerade kein Zimmer frei (?) und er hat sich dann sehr indiskret verhalten, hat das Röntgenbild auf dem Flur aufgehängt und dort lauthals besprochen. Es hatte sich dann ja auch ziemlich verschlechtert und er sagte in einer Art Befehlston: Mach das Abitur fertig, danach operier ich dich.

So gehts ja nun nicht. Seitdem bin ich nicht mehr hingegangen.
Vom Gesamteindruck her kann ich mich den obigen Meinungen anschließen, dass man, wenn man wirklich gut untersucht werden will, auf jeden Fall mehrere Ärzte ausprobieren und lieber weiter weg fahren sollte.
- Krankengymnastik:
Zu diesem Thema möchte ich eine konkrete
Warnung aussprechen, und zwar bezüglich der
Praxis von Frau von Schröder und Herrn Meyer-Renke in Hollenstedt. Ich war zunächst bei dem Herrn in Behandlung, er behauptete, sich mit Skoliose auszukennen, ließ mich aber vor allem auf einem Laufband laufen und mit so einem komischen Stab, der federte, herumwedeln. Dies ist sicher nicht schädlich, aber auch nicht zielführend.
Meine Mutter, die inzwischen von Schroth-Gymnastik gehört hatte und dass man asymmetrisch arbeiten muss, beschwerte sich und wollte die Praxis wechseln. Daraufhin behauptete Frau von Schröder, die Schroth-Techniken zu beherrschen, und übernahm die Behandlung. Sie hatte jedoch keine Ahnung davon. Sie war nie in Bad Sobernheim oder sonstwo, hat wohl noch nicht mal ein Buch darüber gelesen. Meinen Rücken hat sie sich nicht angeguckt und von Atmung etc auch keine Spur, stattdessen ließ sie mich Übungen machen, die, wie ich heute weiß, in dem Buch von Katharina Schroth als schädlich beschrieben werden. Ich musste mich zb seitlich hinstellen und immer mit derselben Seite an so einem Gewicht ziehen oder mich auf die Seite legen und dann den Oberkörper anheben. Währenddessen betreute sie noch eine Gymnastikgruppe (Bauch-Beine-Po).
Ihre Übungen haben mehr geschadet als genützt, ihre Schroth-Ausbildung war nur vorgetäuscht und ich finde es unverantwortlich, eine Skoliose von damals 40 Grad so zu behandeln.
Nachdem ich das erste Mal in Bad Sobernheim war, besaß diese Frau noch die Dreistigkeit, mich zu fragen, ob ich ihr die Übungen zeigen könne

Das legt für mich den Schluss nahe, dass sie auch weiterhin versuchen wird, an Skoliosepatienten herumzustümpern. Also: VORSICHT!
Wen ich absolut empfehlen kann, das ist die
Schroth-Therapeutin in Hamburg bei der Christuskirche, die Praxis heißt glaube ich Eilers-Westerhaus. Dies ist eine absolut kompetente Frau! Ich war sehr lange dort und sie hat wirklich den Ehrgeiz, einem zu helfen, und versteht auch etwas von Schroth.
- Korsett
Abraten möchte ich von der
Korsettversorgung in Buxtehude. Eine Freundin von mir hat dort ein Korsett bekommen, das nur wenige Grad Korrektur brachte, dafür aber durch schlechte Verarbeitung unnötig schmerzte und wo überall Teile abstanden, ohne ersichtlichen Grund.
Weiter oben wurde schon
ACTO erwähnt. Ich weiß nicht, wie die anderen OTs dort sind, aber ich hatte ein Korsett von
Herrn Purkert, und es war SUPER! es korrigierte auf 0 und knapp 20 Grad, (von 35 und 42), und es war klasse zu tragen. Er hat immer sehr schonend aufpellotiert, und trotzdem gute Korrektur erreicht. In Bad Sobernheim wurde das Korsett sehr gelobt. Sie sagten, dass es vor allem die Verdrehung perfekt korrigiere, ich hatte nach einiger Zeit Korsett tragen nur noch je 5 Grad Verdrehung, und vorher waren Lendenwulst und Paket doch sehr ausgeprägt gewesen. Und schließlich, er hat es geschafft, dass das Korsett auch relativ unauffällig blieb; bei Sachen, die er für nötig hielt, wie zb dass das Korsett über den Po ging oder dass die Paketschulter mit so einem blöden Dings zurückgehalten wurde, da ließ er nicht mit sich reden, aber bei allem anderen hat er sich echt Mühe gegeben, dass es gut aussah. Dass sich hinten keine Kante abzeichnete usw. So etwas finde ich wichtig, damit man das Korsett auch trägt.
Daher ein großes Lob an Herrn Purkert.
So, das ist jetzt recht lang geworden, ich hoffe das stört nicht. Nur wenn ich etwas schlecht finde, muss ich wohl auch begründen, warum, damit andere sich wohlinformiert dagegen entscheiden können. Und wenn ich etwas gut finde, muss ich es auch loben
Beste Grüße
bernoulli