Ich bin Doro aus Bremen und ich habe seit meinem 12. Lj. eine Skoliose. Damals wurde nur KG verordnet. Hatte ich auch immer gemacht. Ich bin in einem klitzekleinen Dorf aufgewachsen, im Osten. Im Umkreis gab es nur einen Orthopäden. Jedenfalls wurde nie ein Korsett oder irgendetwas anderes in Erwägung gezogen. Meine Skoliose war damals wohl auch noch nicht so schlimm. Mit 16 teilte mir der damalige Orthopäde mit, daß man eh nix mehr machen könne, ich wäre ausgewachsen. Die Skoliose hat man auch nicht so sehen können. Mit 20 bekam ich mein erstes Kind, mit dem ich mich dann ja mal wieder bei eben diesem Orthopäden vorstellen mußte. Gleich dabei sprach ich auch nochmal meine Skoliose an. Er sagte nur: Drehen Sie sich mal um! Mensch, Sie haben nicht mal einen Buckel. Die kann nicht so schlimm sein. Toll ... das war dort auch mein letzter Besuch bei ihm. Mit 23 habe ich dann mein 2. Kind zur Welt gebracht. Äußerlich war bei mir auch noch nichts zu sehen. Ich hatte mich damit abgefunden und lebte eben mit meiner Skoliose. Irgendwann mit 26 oder so fiel mir auf, daß die BH´s nicht mehr so richtig sitzen (trage aber auch selten welche). So langsam wurde für mich eine Verschiebung meines Brustkorbes nach rechts sichtbar. Hab mich aber in dieser Zeit nicht viel mit mir befassen können (Trennung, Scheidung, Kinder etc.). Das Thema Skoliose hab ich immer verdrängt. Dazu muß ich sagen, ich habe niemals Schmerzen oder irgendwelche Beeinträchtigungen gehabt.
Dann hatte ich mit 28 ein Schlüsselerlebnis mit meinem neuen Lebensgefährten. Beim Kaffee hatten wir das Thema Skoliose, weil sein Vater und seine Oma das auch haben. Ich erzählte das erste Mal, das ich Skoliose habe. Mein Lebensgefährte sagte dann: Ich weiß, hab ich schon gesehen. Für mich brach irgendwie eine Welt zusammen. Man sieht es!!! Seitdem beobachte ich meinen Rücken sehr skeptisch. Hab mich auch schon allein von hinten fotografiert. Es ist nicht mehr zu übersehen! Ich denke mal, sie ist also nicht mehr in unteren Gradzahlen von Cobb. Jetzt bin ich 31,5 und seit 2 Jahren schlage ich mich mit dem Gedanken zum Orthopäden zu gehen.
Habe jetzt ab und zu Schmerzen in der linken Schulter, meist morgens. Skoliose schuld? Und bei längerem Stehen über mehrere Stunden schmerzt es etwas im Rücken (mittig). Ich habe letzes Jahr mit meiner neuen Hausärztin gesprochen, deren Mann Orthopäde ist. Sie sagte mir auch wieder, man könne nicht viel machen. Und wenn ich Schmerzen bekommen sollte würde sie erstmal wieder eine KG empfehlen. Ich habe das ganze WWW nach Skoliose-Infos abgesucht und gelesen und gelesen.
Die schlimmste Zeit für mich ist der Sommer. War seit Jahren nicht mehr schwimmen, keine engen Sachen, wo ich die doch auch so gern anziehen würde. Mein LG sagt, ich könne das, aber meine Gedanken sind dann nur bei meinem Rücken. Ich fühle mich dann, als würde jeder dahin starren. Das ist Blödsinn, ich weiß, aber es hat sich mit der Zeit ein regelrechter Komplex in mir aufgebaut. Ich will unbedingt was ändern! Ich habe aber wirklich Angst, zum Orthopäden zu gehen. Dann werde ich das wirkliche Ausmaß zu sehen bekommen. Davor hab ich Horror. Ich habe Angst, daß wieder gesagt wird, da kann man nix mehr machen. Für Korsett zu alt bzw. würde sich damit nichts mehr bessern, für OP zu beschwerdefrei und ein mehrwöchiger Kuraufenthalt ist nicht drin (wegen den Kids). Ich bin ziemlich deprimiert deswegen.
Kann mir irgendjemand sagen, ob man bei mir mit fast 32 noch irgendwas geradebiegen kann??? Gibt es in oder um Bremen einen kompetenten Orthopäden? Könnte man vielleicht auch nur zum Untersuchen mal nach Neustadt fahren? (Hab davon nun schon sehr viel positives gehört) Würde mich auch sehr über Kontakt und Austausch mit anderen Skoliotikern (so nennt man das wohl häufig im Netz
Doro aus HB

