Gast hat geschrieben:Mittlerweile wurden zwei Gutachten erstellt, die sich aber in sich wiedersprechen. Einmal wird von einer knöchernen konsolidierten BWK 6 Fraktur gesprochen , das andere mal von einem Morbus Scheuermann bzw. Kyhpose.
Meine Frage: Ist es Möglich, das bei der Erstdiagnose im KH die BWK Fraktur mit Kyphose verwechselt wurde ? Oder kann es möglich sein, das eine Kyphose durch eine Fraktur erst entstanden ist ??
Mam
Hallo Mam. Nachdem ich nun weiß wieviel "relative und ahnungslose Volltrottel" sich in unserem Gesundheitsystem (im gesamten Wissenschaftsapperat!) tummeln und sich "Gutachter" nennen dürfen aber ständig nur "Schlechtachten" schreiben, halte ich prinzipiell ALLES für möglich.
Sich gegenseitig wiedersprechende Gutachten ist eher der Normalfall. Sich gegenseitig bestätigende Gutachten die Ausnahme!
Grundsätzlich können beide Gutachten stimmen.
Eine vor dem Unfall bereits vorhandene Grunderkrankung Morbus Scheuermann kann wegen vorgeschädigter Wirbelkörperdeckplatten, verringertem Wirbelkörperabstand, bereist vorhandenen Keilwirbeln, Einbuchtungen in den WK ("schmorlsche Knoten") usw... eine Wirbelkörperfraktur im Falle eines Unfalles deutlich begünstigen.
Andererseits kann eine "konsolidierte WK-Fraktur" im Röntgenbild ähnlich aussehen wie ein von M. Scheuermann betroffener Wirbelkörper.
Profis können das aber klar unterscheiden.
Es ist aber nicht auszuschließen, daß beides Zutrifft: Zum M. Scheuermann kamen die Unfallfolgen, der WK-Einbruch durch Kompressionsfraktur hinzu.
Das könnte nur dann festgestellt werden, wenn ein Röntgenbild der WS Deines Mannes VOR dem Unfall existiert ( Eventuell auch eine Lungenaufnahme!)
Ein eingebrocher Wirbelkörper, der nicht durch eine Kyphoplastie
http://www.kyphoplastie.de/e3/e25/index_ger.html
oder eine Vertebroplastie ( Einpressung von "Plexiglas" zur Füllung des WK)stabilisiert wird, wird zwangsläufig zu einem Keilwirbel und verursacht dadurch logischerweise eine schmerzhafte "Knick-Kyphose".
Von M. Scheuermann ist sicher nicht nur ein einziger WK betroffen. Es müssen Scheuermann-Symptome an mindestens 3 WK sichtbar sein, daß es offiziell als M. Scheuermann gilt.
Anhand des RöBi´s könnte ich Dir sicher sagen, ob M. Scheuermann vorliegt, aber ich bin "Laie".
Wende Dich im Zweifel an Dr. Steffan in Bad Salzungen. Der kann eine Gutachterliche Stellungnahme machen oder zur Klärung beitragen.