off-topic-/Neben-Diskussion zum Thread *OP notwendig?*
OP-Risiko
Liebe Leute,
es kann doch für uns Patienten nicht um statistische Prozente gehen. Wenn die Risikoquote 1% ist, dann ist das für die Klinik ein recht guter Wert, für den betroffenen Patienten ist das aber eine 100%ige Katastrophe.
Hier bei der Thematik "unverhoffte OP-Folgen" muss man unterscheiden zwischen 'ärztlichen Kunstfehlern' und 'Grenzen der ärztlichen Kunst'. Tragisch sind vor allem schwerwiegende Lebenseinschränkungen des Patienten auf Grund von ärztlichen Kunstfehlern. Das sind vermeidbare Fehlhandlungen, z.B. auf Grund mangelnder Sorgfalt. Nur darüber können wir als Laien mitdiskutieren; über die Grenzen des medizinisch Machbaren zu reden, fehlt uns das Fachwissen.
Normalerweise geht heutzutage keine OP-Klinik ein vermeidbares Risiko ein. Sowohl die wohlwollende Fürsorge um den Patienten, die ich allen zugute halte, als auch das Interesse an einem guten Ruf einer Klinik, der ihre Existenz sichert, wird man auf bestmögliche Riskovermeidung achten. Trotzdem passieren Fehler.
Als Patient habe ich aber keinen Einfluss darauf, ob das ganze medizinische Team mit mir fehlerfrei arbeitet. Was kann ich denn dann tun? Ich sehe zwei Möglichkeiten:
Die eine ist, sich vor einer OP in mehr als einer Klinik - nach Möglichkeit stationär - untersuchen und beraten zu lassen. Dabei erlebt man, wie das Personal arbeitet, wie es mit den Patienten umgeht. Ich habe mich dort operieren lassen, wo ich am verständlichsten aufgeklärt worden bin und wo ich den Eindruck hatte, dass das Personal mit ruhiger Sorgfalt arbeitete.
Die andere ist, Fehlerfälle offen zu diskutieren, wie z.B. hier im Skoliose-Forum. Das trauten sich die Patienten bis vor kurzem noch nicht. Die Mediziner waren früher "Götter in Weiß". Die öffentliche Fehlerdiskussion der Patienten ärgert die Mediziner zwar, sie veranlasst sie aber zu noch mehr Sorgfalt. In dieser Hinsicht hat sich in den letzten 5 Jahren sehr viel positiv verändert.
Und schließlich muss man beachten, ob sich das medizinische Team einer OP-Klinik verändert hat, ob das Pflegepersonal gewechselt hat, ob eine neue Trägerschaft der Klinik eine andere Betreuungsphilosophie eingeführt hat und anderes mehr.
Fazit all dieser Aspekte: Man kann einer (OP-)Klinik kein pauschales Lob und keine pauschale Kritik anheften. Man muss - am besten mit Hilfe anderer, z.B. mit einer Selbsthilfegruppe - herausfinden, was für einen die derzeit risikoärmste Klinik sein kann. Es gibt mehr als 10 Wirbelsäulen-OP-Spezialkliniken in Deutschland zwischen Flensburg und Basel.
In diesem Sinne grüßt Euch Peter in der Heide.
es kann doch für uns Patienten nicht um statistische Prozente gehen. Wenn die Risikoquote 1% ist, dann ist das für die Klinik ein recht guter Wert, für den betroffenen Patienten ist das aber eine 100%ige Katastrophe.
Hier bei der Thematik "unverhoffte OP-Folgen" muss man unterscheiden zwischen 'ärztlichen Kunstfehlern' und 'Grenzen der ärztlichen Kunst'. Tragisch sind vor allem schwerwiegende Lebenseinschränkungen des Patienten auf Grund von ärztlichen Kunstfehlern. Das sind vermeidbare Fehlhandlungen, z.B. auf Grund mangelnder Sorgfalt. Nur darüber können wir als Laien mitdiskutieren; über die Grenzen des medizinisch Machbaren zu reden, fehlt uns das Fachwissen.
Normalerweise geht heutzutage keine OP-Klinik ein vermeidbares Risiko ein. Sowohl die wohlwollende Fürsorge um den Patienten, die ich allen zugute halte, als auch das Interesse an einem guten Ruf einer Klinik, der ihre Existenz sichert, wird man auf bestmögliche Riskovermeidung achten. Trotzdem passieren Fehler.
Als Patient habe ich aber keinen Einfluss darauf, ob das ganze medizinische Team mit mir fehlerfrei arbeitet. Was kann ich denn dann tun? Ich sehe zwei Möglichkeiten:
Die eine ist, sich vor einer OP in mehr als einer Klinik - nach Möglichkeit stationär - untersuchen und beraten zu lassen. Dabei erlebt man, wie das Personal arbeitet, wie es mit den Patienten umgeht. Ich habe mich dort operieren lassen, wo ich am verständlichsten aufgeklärt worden bin und wo ich den Eindruck hatte, dass das Personal mit ruhiger Sorgfalt arbeitete.
Die andere ist, Fehlerfälle offen zu diskutieren, wie z.B. hier im Skoliose-Forum. Das trauten sich die Patienten bis vor kurzem noch nicht. Die Mediziner waren früher "Götter in Weiß". Die öffentliche Fehlerdiskussion der Patienten ärgert die Mediziner zwar, sie veranlasst sie aber zu noch mehr Sorgfalt. In dieser Hinsicht hat sich in den letzten 5 Jahren sehr viel positiv verändert.
Und schließlich muss man beachten, ob sich das medizinische Team einer OP-Klinik verändert hat, ob das Pflegepersonal gewechselt hat, ob eine neue Trägerschaft der Klinik eine andere Betreuungsphilosophie eingeführt hat und anderes mehr.
Fazit all dieser Aspekte: Man kann einer (OP-)Klinik kein pauschales Lob und keine pauschale Kritik anheften. Man muss - am besten mit Hilfe anderer, z.B. mit einer Selbsthilfegruppe - herausfinden, was für einen die derzeit risikoärmste Klinik sein kann. Es gibt mehr als 10 Wirbelsäulen-OP-Spezialkliniken in Deutschland zwischen Flensburg und Basel.
In diesem Sinne grüßt Euch Peter in der Heide.
- Dalia
- Co-Admin

- Beiträge: 10332
- Registriert: So, 10.08.2003 - 12:48
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
- Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
- Wohnort: NRW
Warum werde ich bei kontroversen Diskussionen regelmäßig missverstanden? Warum muss ich mich regelmäßig wiederholen?irma hat geschrieben:Dalia, warum hast du den Eindruck, dass die Gastfunktion missbraucht wird, wenn jemand meint, einen Hinweis geben zu müssen, aber ganz anonym bleiben möchte? Vielleicht möchte er sich oder andere schützen?
Ich zitiere aus diesem Posting von mir:
In weiter untenstehendem Link schreibe ich außerdem:Dazu kommt, dass die Gastfunktion missbraucht werden kann, d.h. ein einzelner Gast kann in großen Zeitabständen in mehreren Beiträgen schreiben, dass da und dort ein Fehler passiert ist. Bei registrierten Forumsusern ist das nicht so leicht, weil deren Identität besser zurückverfolgt und damit die Wahrheit überprüft werden kann.
Aber ich habe kein Problem mit deiner Anonymität. Das Problem ist nicht so sehr, dass du als Gast schreibst, sondern dass du völlig auf Hintergrundinfos verzichtest.
(..) Du schreibst auch von "schwierigen Fällen". Ich denke, man kann die Infos auch ganz allgemein halten, so dass man ggfs. Prof. Halm darauf ansprechen kann, wenn man vor einer OP steht.
undMan kann hier doch sicher genauere Details zu den Betroffenen liefern, ohne dass es ihnen schadet.
Erst war von einer Person die Rede, dann sind es "zwei bis drei".Normalerweise weiß man bei einer so geringen Zahl und so schwerwiegenden Fällen, ob es 2 oder 3 Fälle waren und nicht nur "so ungefähr".
Ich wiederhole aus diesem Posting von mir:irma hat geschrieben:Dazu könnte man vielleicht sogar stehen...
Ich bestehe nicht mehr (!) darauf, dass hier genauere Details nachgeliefert werden. Diese Diskussion ist mittlerweile fruchtlos geworden.Dalia hat geschrieben:Magst du verraten, um welche Beiträge es sich handelt? Es kommt auch darauf an, was konkret in ihnen stand und ob sie das Ziel hatten, pauschal anzugreifen oder zu informieren. Solange Fehler sachlich angesprochen werden, wird auch hier nicht dagegen polemisiert. Bewiesen wurde das mit Beiträgen z.B. über schlechte Erfahrungen bei der Schmerztherapie oder bei vorübergehenden Lähmungserscheinungen in den Beinen.Peter Schmidl hat geschrieben:Aber es hat hier im Skoliose-Forum schon Beiträge von den Betroffenen gegeben - als "Gast" oder unter Pseudonym. Dagegen wurde hier dann heftig polemisiert, nach dem Motto: "... was nicht sein darf, auch nicht sein kann ..."
Dalia
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stonewoman
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Entschuldigung, es war wohl noch etwas zu früh am Morgen, da habe ich nicht genau genug gelesen...Dalia hat geschrieben: Warum werde ich bei kontroversen Diskussionen regelmäßig missverstanden? Warum muss ich mich regelmäßig wiederholen?
Viele Grüße, Irma
Zuletzt geändert von irma am So, 20.03.2005 - 11:23, insgesamt 1-mal geändert.
- Dalia
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- Wohnort: NRW
Hallo Irma,
kein Problem. Für die anderen eine nachträgliche Info: Mit "regelmäßig" meinte ich nicht Irma, sondern ganz allgemein hier im Forum.
Außerdem reagieren einige von uns auf Beiträge wie die von Peter Schmidl allergisch, weil er konkreten Fragen nach "Vorfällen" ausweicht. Selbst Fragen nach seinen persönlichen Erfahrungen weicht er aus. Das ist zwar auch sein Recht, aber so werden seine Beiträge natürlich besonders kritisch hinterfragt.
Dalia
kein Problem. Für die anderen eine nachträgliche Info: Mit "regelmäßig" meinte ich nicht Irma, sondern ganz allgemein hier im Forum.
Außerdem reagieren einige von uns auf Beiträge wie die von Peter Schmidl allergisch, weil er konkreten Fragen nach "Vorfällen" ausweicht. Selbst Fragen nach seinen persönlichen Erfahrungen weicht er aus. Das ist zwar auch sein Recht, aber so werden seine Beiträge natürlich besonders kritisch hinterfragt.
Dalia
meine Geschichte
Dalia hat geschrieben: "Außerdem reagieren einige von uns auf Beiträge wie die von Peter Schmidl allergisch, weil er konkreten Fragen nach "Vorfällen" ausweicht. Selbst Fragen nach seinen persönlichen Erfahrungen weicht er aus."
Liebe Allergiker, was wollt Ihr von mir, allgemein nützliche Informationen oder schöne Schauergeschichten?
Nun liefere ich wenigstens eine halbbefriedigende persönliche Geschichte:
Ich bin im Februar 2000 im Seehospital Sahlenburg (Cuxhaven) an der Wirbelsäule operiert worden. Seitdem hat der Träger der Klinik gewechselt und der Klinik eine neue Ausrichtung gegeben, die Klinik hat ein neue andere OP-Technik bekommen, 'mein Operateur' ist noch im Jahr 2000 in Pension gegangen, wieviel von dem damaligen Pflegepersonal auf 'meiner Station' heute noch dort arbeitet, weiß ich nicht. Was würde es Euch nützen, wenn ich Euch meine OP dort vor 5 Jahren haargenau schildern würde? Die Bedingungen heute sind wesentlich anders.
Nur das Fazit der Fehler-Geschichte kann Euch heute noch nützlich sein: Bei der Operation kam es durch eine Unachtsamkeit zu starken inneren Blutungen, die nur mit Mühe gestillt werden konnten. Wie mir nachträglich auch von anderer Seite erklärt worden ist, war entscheidend, dass letztendlich alles Blut aus dem Spinalkanal abgesaugt wurde, denn Blutrückstände im Spinalkanal führen in Verbindung mit dem Rückenmark zu Lähmungen. (Ein Mediziner würde das besser formulieren.) Diese treten nicht unbedingt sofort auf, sondern können auch erst in den folgenden Tagen eintreten. Diese Gefahr besteht bei fast allen Skoliose-Operationen. Sie zu beherrschen ist eine Frage der sorgfältigen Arbeit der Mediziner. In meinem Fall ist "die Panne" im Rahmen des planmäßigen Klinikaufenthaltes ausgeheilt, ohne Nachwirkungen. Hier im Skoliose-Forum habe ich von zwei ähnlichen Fällen gelesen, die nicht so problemlos ausgegangen sind wie meiner.
Na, liebe Allergiker, halbwegs zufrieden mit meiner Geschichte?
Aus der Heide grüßt Euch der Peter.
Liebe Allergiker, was wollt Ihr von mir, allgemein nützliche Informationen oder schöne Schauergeschichten?
Nun liefere ich wenigstens eine halbbefriedigende persönliche Geschichte:
Ich bin im Februar 2000 im Seehospital Sahlenburg (Cuxhaven) an der Wirbelsäule operiert worden. Seitdem hat der Träger der Klinik gewechselt und der Klinik eine neue Ausrichtung gegeben, die Klinik hat ein neue andere OP-Technik bekommen, 'mein Operateur' ist noch im Jahr 2000 in Pension gegangen, wieviel von dem damaligen Pflegepersonal auf 'meiner Station' heute noch dort arbeitet, weiß ich nicht. Was würde es Euch nützen, wenn ich Euch meine OP dort vor 5 Jahren haargenau schildern würde? Die Bedingungen heute sind wesentlich anders.
Nur das Fazit der Fehler-Geschichte kann Euch heute noch nützlich sein: Bei der Operation kam es durch eine Unachtsamkeit zu starken inneren Blutungen, die nur mit Mühe gestillt werden konnten. Wie mir nachträglich auch von anderer Seite erklärt worden ist, war entscheidend, dass letztendlich alles Blut aus dem Spinalkanal abgesaugt wurde, denn Blutrückstände im Spinalkanal führen in Verbindung mit dem Rückenmark zu Lähmungen. (Ein Mediziner würde das besser formulieren.) Diese treten nicht unbedingt sofort auf, sondern können auch erst in den folgenden Tagen eintreten. Diese Gefahr besteht bei fast allen Skoliose-Operationen. Sie zu beherrschen ist eine Frage der sorgfältigen Arbeit der Mediziner. In meinem Fall ist "die Panne" im Rahmen des planmäßigen Klinikaufenthaltes ausgeheilt, ohne Nachwirkungen. Hier im Skoliose-Forum habe ich von zwei ähnlichen Fällen gelesen, die nicht so problemlos ausgegangen sind wie meiner.
Na, liebe Allergiker, halbwegs zufrieden mit meiner Geschichte?
Aus der Heide grüßt Euch der Peter.
-
Lydia 1
Hallo Dalia,
vielleicht sieht Peter das ganz anders als du.
Ich kann dir meine Skolioseoperation auch nicht schildern, weil die schon 28 Jahre zurück liegt.
Diese Klinik ist seit mehreren Jahren umgezogen, der Arzt der mich damals operiert hat ist in Pension oder gestorben. Es war damals eine andere Skolioseoperation und Technik. Ein Mädchen, das vor mir operiert wurde, ist gestorben.
Also was nützt dir und anderen meine Erfahrung über meine Skoliose ?
Nämlich nichts!
Ich kann mich leider nicht einloggen.
truetschel
vielleicht sieht Peter das ganz anders als du.
Ich kann dir meine Skolioseoperation auch nicht schildern, weil die schon 28 Jahre zurück liegt.
Diese Klinik ist seit mehreren Jahren umgezogen, der Arzt der mich damals operiert hat ist in Pension oder gestorben. Es war damals eine andere Skolioseoperation und Technik. Ein Mädchen, das vor mir operiert wurde, ist gestorben.
Also was nützt dir und anderen meine Erfahrung über meine Skoliose ?
Nämlich nichts!
Ich kann mich leider nicht einloggen.
truetschel
